Schlafentzug durch kleine Kids

Liebe Community,

ich habe 2 kleine Kinder - 2 JAhre und 8 Monate alt - und komme daher (wegen nächtlichen Quengelns u.s.w.) schon seit 2 Jahren kaum auf eine Nacht, in der ich echt durchschlafe. Noch schlimmer triffts natürlich meine Frau, aber auch ich wache jede Nacht mehrmals auf und stehe in 80% der Fälle nächstens auch mindestens 1x auf.
Im Extremfall sogar bis zu 8 mal.
Das heißt, ich kenne schon seit 2 Jahren keinen echten Schlaf. Bin ich mal auf Geschäftsreise auswärts, wache ich trotz Alleineseins auch immer wieder auf - eine Art Habitualisierung wohl.
Ich will jetzt keine Tipps bezüglich den Kids hören a la „jedes Kind kann Schlafen lernen“ (da sind wir schon mühselig dran). Meine Frage ist schlicht: Welche medizinischen Auswirkungen hat das eigentlich auf das Zentralnervensystem, Psyche und Physe? Meine Frau berichtet zB schon von Gedächtnisproblemen, und ich oft über chronische Müdigkeit, die ich auch nicht mit massivem Koffein-Einsatz los kriege.
Und schließlich: Was kann man tun (außer die Kids zum Schlafen zu bringen, was ja von heut auf morgen net geht)??

Danke – LG
Pierre

Hallo Pierre,

zu den medizinischen Auswirkungen des Schlafentzugs kann ich Dir leider nichts sagen.

Aber evtl. einen Rat geben:
Ein Kollege wechselt sich für die Nachtschicht mit seiner Frau ab. Bei denen fängt die Nachtschicht gegen 22 Uhr an und hört morgens gegen 6 Uhr auf.
Wenn ihr euch räumlich voneinander trennen könntet, so dass derjenige, der keine „Schicht“ hat, von dem hin und her nichts mitbekommen würde, dann könnte er zumindest einige Stunden schlafen.

Ich weiß nicht ob’s hilft, aber ich finde bei soviel Schlafentzug wäre es einen Versuch wert!

Andrea

Hi Pierre!
Habt Ihr schon mal versucht, Euch mit den „Nachtschichten“ abzuwechseln?
Also einer muß aufstehen und sich um die Kinder kümmern, der andere darf weiterschlafen (vielleicht in einem anderen Raum, wo man nicht alles hört) und das im Wechsel.
Bei Bekannten hat es gut geklappt so.
Diesen Schlafentzug kenne ich gut, man friert, ist unkonzentriert, nervös, hat ständig das Gefühl gleich einzuschlafen, hat Kopfschmerzen und ist sehr gereizt.
Vielleicht solltet Ihr mal probieren, nicht auf jedes Gemucker der Kinder zu hören, meistens schlafen sie von alleine wieder ein.
Meiner Meinung nach kann man am Weinen schon hören, ob tatsächlich etwas ernstes ist, für das man aufstehen muß, oder ob man ruhigen Gewissens liegen bleiben kann.
Gut, bei dem kleineren Kind würde ich auch eher aufstehen, aber ein zweijähriges kann eigentlich schon die ganze Nacht durchschlafen, wenn es nicht gerade krank ist oder so.
Ich hoffe, Ihr habt bald erholsamere Nächte!
Liebe Grüße,Daniela

Hallo Pierre,

Schlafentzug wegen kleinen Kindern kenn ich gut. Als unsere Tochter zur Welt
kam, konnte ich praktisch das erste Jahr kaum durchschlafen, weil ich zudem noch
gestillt hatte. Das erste Jahr war für mich echt Horror, weil ich eigentlich nie
länger als 4 Stunden am Stück schlafen konnte. Ich kam mir manchmal vor, als
würd ich neben mir stehen, teilweise wie apathisch. Schlafentzug ist ja auch
eine echte Foltermethode und so kam ich mir vor.
Ich hatte sie knapp ein Jahr in unserem Schlafzimmer, weil wir in einer kleinen
Wohnung damals lebten. Als wir in unser Haus gezogen waren, hatte sie ihr
eigenes Zimmer und von da an ging es bergauf. Sie schlief immer schneller ein
und länger durch. Jetzt ist sie 3 1/2 und schläft locker 12 Stunden an einem.
Wichtig für kleine Kinder ist ihr allabendliches Ritual mit Singen, Vorlesen,
Kuscheln usw.
Schlafen deine 2 Kleinen in einem Zimmer? Das wär natürlich nicht so
vorteilhaft, weil dann ja immer eins das andere wachmacht. Ansonsten hab ich mir
das bei meiner Tochter so angewöhnt, echt nicht bei jedem Pieps hinzurennen. Man
kann mit der Zeit erkennen, ob sie wirklich was haben oder ob sie nur aus
Langeweile weinen. Meine Tochter hat das ein paar mal versucht, und als sie
gemerkt hatte, dass ich nicht reagiere, ließ sie es auch bleiben.

Unter anderem gibt es natürlich auch einiges an Literatur:
http://www.amazon.de/Schlafen-lernen-Sanfte-Ratgeber-
Kinder/dp/3774265852/ref=pd_bbs_sr_1?ie=UTF8&s=books&qid=1195908952&sr=8-1

LG

Hallo,

mein Sohn hat drei „Frösche“ (zwei etwa in dem Alter von Deinen und ein geringfügig älteren) und noch eine zu kleine Wohnung. Hinzu kommt, dass er beruflich Schicht arbeitet.

Damit die Eltern mal schlafen und auch mal nur ein Paar sein können, wird mir als Oma etwa einmal im Monat für etwa drei/vier Tage die Chaostruppe „aufs Auge gedrückt“.

Wir wohnen zwar 200 km weit auseinander, haben es aber so geregelt, dass das Bringen oder das Holen die Eltern machen und den zweiten Weg ich und mein Mann.

Den Kindern tut die „elternlose Omazeit“ und den Eltern die „kinderlose Ichzeit“ sehr gut. Ich kann mich danach wieder erholen, wenn ich das bei uns im Haus verbliebene, von den Kindern verursachte, Durcheinander entwirrt habe.

Wenn es keine passenden Großeltern gibt, gibt es vielleicht Tanten, Freunde oder sonstige passende „Opfer“.

Zusätzlich ist oft mindestens ein Elternteil (meist meine Schwiegertochter, wenn mein Sohn Nachtschicht hat) mit allen Kindern für ungefähr eine Woche bei uns. Sie sucht sich dann ein weit entferntes Schlafzimmer im Haus und alle Kinder schlafen in meiner Nähe.

Heute ist die ganze Familie da. Die Eltern haben sogar ein Nachmittagsschläfchen gemacht und die Kinder haben meinen Mann und mich beschäftigt. Jetzt schlafen sie oben und die Mittlere hustet nebenan im Gästezimmer. Wird also nicht viel werden, mit dem Schlaf von meinem Mann und mir.

Gebt also einfach mal ab. Es überleben alle - haben wir inzwischen festgestellt.

Gruß
Ingrid

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Hallo Pierre!

Kenne Euer Problem zu gut, meine Kinder sind 12 und 2 und Nr. 3 kommt im Februar :smile:
Da sich 2 meiner Vorredner nicht an Deine (verständliche) Bitte, keine Tipps zu geben gehalten haben, hier das, was ich beim schnellen Googlen gefunden habe (Wikipedia gibt diesmal leider nicht viel her…)

  1. Auswirkungen des gestörten Schlafs auf Unfallhäufigkeit und kardiovaskuläre Erkrankungen

Der gestörte Schlaf führt zu Ausfallerscheinungen, wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, Vergeßlichkeit und erhöhter Unfallhäufigkeit, trägt aber auch zu Krankheiten, wie arterieller Hypertonie, Herzrhythmusstörungen, Schlaganfällen, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus und Depressionen bei. Häufigste Ursachen des gestörten Schlafes sind Schlafentzug, z.B. durch Schichtarbeit und Lebensweise, oder das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom, verursacht durch eine Atembehinderung im Rachen und verbunden mit Schnarchen und nächtlichen Atempausen. Etwa 4% der erwachsenen Männer und 2% der Frauen sind von der Schlaf-Apnoe betroffen. Unfälle werden durch Konzentrationsmängel und Sekundenschlaf verursacht. Die Steigerung des kardiovaskulären Risikos ist Folge eines erhöhten Sympathikotonus, der durch die häufigen nächtlichen Weckreaktionen des Organismus („Arousals“) mit fehlender nächtlicher Blutdruckabsenkung bei Schlaf-Apnoe verursacht wird. Durch eine Therapie der Schlaf-Apnoe läßt sich das Unfallrisiko (Abbildung), aber auch das kardiovaskuläre Risiko erheblich senken. Die Bedeutung dieser Erkrankungen, deren Grundlagen und die therapeutischen Möglichkeiten sind Gegenstand der Forschung.
(http://www.diebochumermedizin.de/projekteschulzew.htm)

Wie gesagt, viel ist es nicht…

Eine Mitleidende,
finnie