Hallo!
Ein lieber Freund von mir ist Nachtassistent. Das sind die Leute, die uns Astronomen beim Beobachten assistieren. W"ahrend wir jedoch nur h"ochstens viermal pro Jahr beobachten gehen, sieht seine Arbeit so aus: er arbeitet (abh"angig von der Jahreszeit) etwa eine bis zwei Wochen am St"uck nachts, also von Sonnenunter- bis -aufgang, hat dann wieder ein bis zwei Wochen frei, geht dann wieder arbeiten (nachts) usw, er hat also einen v"ollig gest"orten Tag-Nacht-Rhythmus. Er macht das jetzt seit "uber zwanzig Jahren, und so langsam bekommt er ernsthaft Probleme: er kann n"amlich nicht mehr einschlafen, wenn er arbeitet. Im Moment, sagt er, geht er etwa morgens um sieben ins Bett, ist todm"ude, kann aber h"ochstens drei bis vier Stunden schlafen. Er ist nat"urlich fix und fertig, will keine Medikamente nehmen, und macht sich wirklich richtige Sorgen (was soll aus ihm werden, wenn er nicht mehr den Rhythmus wechseln kann?) Hier also meine Frage: was kann man tun, um in einer solchen Situation schlafen zu k"onnen? Ich weiss aus Erfahrung, dass man den Punkt nicht "uberschreiten darf, wo man wieder wach wird (bzw glaubt, wach zu werden), ich kann z.B. beim Beobachten auch nur ganz schlecht einschlafen, wenn ich nach Sonnenaufgang erst im Bett liege. Aber das l"asst sich halt manchmal nicht vermeiden, und f"ur ihn ist das wirklich schlimm, denn er muss halt immer so arbeiten, nicht nur in Ausnahmmesituationen, wo es auch mal egal ist, wenn man eine Woche lang nicht richtig schl"aft. Was kann ihm helfen???
Hallo,
ein moderates Hausmittel wäre irgendwas zuckerhaltiges
- etwas Tryptophan-haltiges, z.B. Banenen, Milch, Quark.
Das Licht während der Arbeit könnte eine Rolle spielen
(zuwenig würde nachfolgende Schlafprobleme vermutlich
begünstigen). Ich habe allerdings Zweifel, daß solche
Ansätze helfen.
Persönlich würde ich Melatonin verwenden. Das muß er sicher
nicht durchgängig verwenden, sondern nur den ersten oder
noch zweiten Tag. Ist ganz effektiv bei Jet-Lag und an sich
ist das ja nichts anderes.
Gruss
Enno
Hallo,
ein moderates Hausmittel wäre irgendwas zuckerhaltiges
- etwas Tryptophan-haltiges, z.B. Banenen, Milch, Quark.
Das Licht während der Arbeit könnte eine Rolle spielen
(zuwenig würde nachfolgende Schlafprobleme vermutlich
begünstigen). Ich habe allerdings Zweifel, daß solche
Ansätze helfen.
Das mit dem Licht ist leider nicht machbar. Da man ja dauernd das Wetter und die Tranzparenz beurteilen muss (damit man hinterher die Qualit"at der Daten beurteilen kann), muss man adaptiert sein, das heisst, man darf sich nicht das Rhodopsin (schreibt man das so?) zerst"oren, wenn man genug sehen will. Also: Licht aus, Computerbildschirme auf ein Minimum runterdrehen und im Dunkeln ausharren.
Ich wusste nicht, dass das verhindert, dsas man hinterher nicht mehr schlafen kann - warum eigentlich???
Persönlich würde ich Melatonin verwenden. Das muß er sicher
nicht durchgängig verwenden, sondern nur den ersten oder
noch zweiten Tag. Ist ganz effektiv bei Jet-Lag und an sich
ist das ja nichts anderes.
Ist das gut untersucht, ob es da irgendwelche Nebenwirkungen oder Langzeitsch"aden gibt? Macht Melatonin abh"angig?
Gruss, Steffi
Hallo,
Ich wusste nicht, dass das verhindert, dsas man hinterher
nicht mehr schlafen kann - warum eigentlich???
Die Bildung von Melatonin, was entscheidend für den
Schlafzyklus ist, ist lichtabhängig - wenig Licht
viel Wandlung und vermutlich „verbraucht“ er bereits
während der Arbeit seine Ressourcen.
Ist das gut untersucht, ob es da irgendwelche Nebenwirkungen
oder Langzeitsch"aden gibt? Macht Melatonin abh"angig?
Das ist m.M. weder be- noch widerlegt. Auch sind die Studien
dazu reichlich widersprüchlich. Meine persönliche Erfahrung
und einiger Bekannter damit war durchweg positiv - ich habe
es z.B. im Rahmen starker Schlafstörungen monatelang
genommen und überhaupt keine Probleme mit dem Absetzen
gehabt.
Gruss
Enno
Hallo!
Abgesehen davon, daß du dir wenigstens mal ein anderes schreibprogramm zusätzlich zulegen könntest - dein latex nervt.
… bekommt er
ernsthaft Probleme: er kann n"amlich nicht mehr einschlafen,
wenn er arbeitet.
als Chef würde ich sagen: hervorragend!!!
Habe selbst schlafprobleme - durch teils starke körperliche Belastung über wenige wochen, danach wieder garkeine Belastung. Im Prinzip hilft nur eins: nicht einseitig unausgelastet den Tag in einem muffigen (sorry, könnte sein, daß es so ist) Astronomatorium herumhängen, sondern ab und an etwas Bewegung an frischer Luft. Das zumindest tut mir gut bei ebensolchen Problemen.
Überdies empfehle ich bei langen Nachtschichten frischen (frisch gepflückten!!) Pfefferminztee mit Zitrone. Das haut mehr durch als literweise Kaffee.
Frank