Schlafprobleme

Vorher hast du beim Einschlafen Händchen gehalten, und
hinterher hast du Tag und Nacht neben dem Kind gelegen, um ihm
ggf. das Händchen halten zu können?

ja - er wird ja dann auch Nachts wach und will alles wieder wie es ist… dann weckt er´mich dann mindestens stündlich, weil er meine Hand so und so haben will um richtig einschlafen zu können. Und den Schnuller bitte nicht vergessen. Und wenn er sich mal hin und her dreht, hat die Hand bitte wieder parat zu liegen, wenn er sich wieder zu mir dreht ;o) Das ging die ganze Nacht so hin und her. Ich kam nicht mehr zum Schlaf. Es ging nicht ohne Hand.

Tagsüber musste ich mich mit ihm hinlegen, damit er meine Hand parat hat. Sonst wachte er nach 5-15 Minuten auf und weinte (klar - es fehlt was).

Ich kann dem Kind auch nur eine gute Mutter sein, wenn ich etwas Schlaf bekomme. Das war nicht mehr gegeben. Wenn ich schlief kam ich nicht mehr bis zur Tiefschlafphase. Und wenn, riss er mich da wieder raus - und das zermürbt. Da musste was geschehen. Und das ist es. Ich kann wieder stundenweise schlafen, wenn Julian nachts mal wach wird, schläft er von selbst wieder ein, weil die neue Situation ohne meine Hand nun seine neue Einschlafgewohnheit ist und er sich daran gewöhnt hat. Manchmal plappert er nachts vor sich hin (es geht ihm also gut) und schläft dann wieder weiter. Aber ich muss mich nicht mehr aktiv an seiner Schlafsituation was ändern, damit er schlafen kann.

Ich denke, das ist sowohl kurz- als auch langfristig die beste Lösung für Julian und mich. Das muss nicht jeder gutheißen, aber ich bin überzeugt, dass das für uns die einzig richtige Lösung war.

lg, Dany

äh, Moment *g*

Vorher hast du beim Einschlafen Händchen gehalten, und
hinterher hast du Tag und Nacht neben dem Kind gelegen, um ihm
ggf. das Händchen halten zu können?

also, ich habe nicht nach der Methode neben ihm gelegen… sondern vor der Methode… 3 MOnate lang, das fing mit Händchen halten an ;o)

so - mistverständnis meinerseits *g*

Hallo!

Zum Thema „Jedes Kind kann schlafen lernen“ - ich finde, man sollte sich, wenn es schon so viel Kritik dazu gibt, auch immer mal die Gegenseite genau anhören. Z.B. „Schlafen und Wachen“ von William Sears lesen oder „In Liebe Wachsen“ von Gonzalez.
Ich möchte Dir nicht zu nahe treten, aber nachdem ich die Bücher gelesen habe, habe ich vieles ganz anders gesehen. Und ich war darüber entsetzt, was hetzutage so gang und gäbe ist. Es geht nämlich auch ohne Schreienlassen. Außerdem zeigen die Kinder, die man abends alleine schreien ließ oftmals einige Jahre später erneut Schlafstörungen, die dann wesentlich schwieriger wieder zu beseitigen sind.

Auch sehr interessant folgender Link:

http://www.thieme-connect.com/ejournals/abstract/ppm…

Ich denke, mit dem Durchschlafen/alleine einschlafen ist es genauso wie mit dem Laufen und aufs Klo gehen - irgendwann kann man es von selbst. Niemand würde heutzutage versuchen, sein Kind krampfhaft dazu zu bewegen zu laufen oder auf den Pott zu gehen. Vor allem nicht mit Schreienlassen. Was gäbe es da für empörte Blicke! Beim Schlafengehen ist das Ganze anscheinend legitim - ich denke, einfach nur deshalb, weil es für die Eltern angenehmer ist. Trotzdem sehe ich da ansonsten keinen großen Unterschied zu den o.g. anderen Beispielen.

Gruß,

N.

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Hallo Alexandra!

Normal entwickelt heißt da nicht viel. Ich kenne viele Leute, die „normal“ entwickelt sind, aber trotzdem einige Probleme haben. Vielleicht haben sie einfach ein weniger glückliches Grundgefühl. Vielleicht mußten sie lernen sich „unterzuordnen“ und haben jetzt Probleme, weil sie es nicht mehr müssen, aber nichts anderes können.
Vielleicht haben sie Probleme, weil sie sich ausgegrenzt fühlten. Vielleicht ja auch von der Mutter, die plötzlich mit einem anderen Mann in einem Bett schläft, ihr eigenes Kind aber nachts nicht in ihrer Nähe haben will.

Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen. Und ich kann mich daran erinnern, als ich noch recht klein war. Ich habe mich Nacht für Nacht nach der Nähe meiner Eltern gesehnt. Nein, ich habe nicht nach ihnen gebrüllt, ich hatte mich damit abgefunden, dass ich alleine in einem Zimmer schlafen muß. Aber ich habe ganz fürchterlich darunter gelitten. Oh ja, ich bin ein normaler Mensch ohne großartige Probleme, psychisch stabil. Aber ich nehme es meinen Eltern teilweise immer noch übel, dass sie mich nachts alleine gelassen haben. Ich hatte Angst damals und ich fühlte mich wahnsinnig einsam. Mein Vertrauen ist recht groß, aber diese Erlebnisse haben es trotzdem geschmälert.

Ich werde deshalb mein Kind niemals dazu zwingen, alleine zu schlafen. Niemals. Wenn ein Mann es nicht ertragen kann, dass ich meinem Kind auch nachts nahe bin, hat der in meiner Nähe nichts zu suchen. Ich brauche nachts die Nähe meines Kindes genauso wie die zu meinem Freund/Mann. Warum um Himmels willen auch nicht??? Warum wird ausgerechnet das schwächste Familienmitglied ausquartiert und muß alleine klarkommen? Ich versteh es nicht.

Und meiner Meinung nach hat das mit Selbständigkeit nichts zu tun. Zur Selbständigkeit gezwungen zu werden, ist keine Selbständigkeit. Selbständigkeit zeichnet sich dadurch aus, dass eine EIGENE Entscheidung dahintersteht und nicht die eines anderen Menschen.

Ich bin so froh, dass mein Sohn (10 Monate) alleine entscheiden kann, wo und wie er einschläft. Nur dadurch kann ich entspannt sein und muß nicht irgendwelchen fragwürdigen „Erziehungsmethoden“ hinterherhecheln, die mich zum nervlichen Wrack machen, weil mein Kind nicht so funktioniert, wie es angeblich soll…

Ich finde, die meisten Kinder heutzutage haben zwar jede Menge materielle Zuwendung (das ist Verwöhnen, nichts anderes!), aber an körperlicher Nähe mangelt es doch immer mehr. Kinderwagen statt Tragen, eigenes Bett statt in der Nähe der Mutter, Flasche statt Stillen, Schlafprogramme, denn, welch Unverschämtheit, das Kind schreit nach dem, was es braucht - Nähe! Das prägt.

Soweit meine Meinung. Ich finde außerdem, man sollte sich überlegen, ob man Kinder nicht vielleicht auch mit einer positiven Grundeinstellung sehen kann und in ihnen nicht ständig nur die nervigen Anhängsel sieht, die möglichst viel alleine machen können, damit sie den Eltern nicht auf den Wecker fallen.

Mein Sohn ist ein Baby und muß nicht selbständig sein. Er zeigt mir auch jetzt schon ganz gut, was er gerne alleine machen möchte. Aber dazu zwingen - niemals.

So, das ist ja jetzt ganz schön lang geworden. Danke fürs Lesen :smile:

N.

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Hallo,

ich habe mir auch die Gegenkritik vorher durchgelesen.

Ich denke, mit dem Durchschlafen/alleine einschlafen ist es
genauso wie mit dem Laufen und aufs Klo gehen - irgendwann
kann man es von selbst. Niemand würde heutzutage versuchen,
sein Kind krampfhaft dazu zu bewegen zu laufen oder auf den
Pott zu gehen.

hmja, dass es sich von selbst gibt, sieht man ja an oben genanntem Beispiel. Ich werde meinem Kind nicht 2 Jahre lang das Händchen halten zum Einschlafen und noch länger, weil ich mich nicht traue, es dem Kind abzugewöhnen. Ich finde es im Gegenzug auch überraschend, was dem Kind alles zugetraut wird. Es kann auf einmal alles von alleine lernen. Toll, ein autonomes Kind wollte ich immer schonmal.

Wie ich bereits sagte, ich finde diesen Weg für Julian und mich richtig. Es wird keiner gezwungen ihn zu gehen. Mein Kind wird gelibt und er bekommt das auch zu spüren. Dennoch werde ich auch gewisse Grenzen setzen und sie auch durchsetzen. Es ist modern geworden, dass das Kind alles bestimmt. Für einen großen Teil mag es stimmen, aber nicht immer und überall. Eltern sollten auch leiten und dass das dem Kind nicht immer gefällt dürfte auch klar sein.

Ich äußere mich nun nicht weiter zu dem Thema. Meine Ansicht ist fest in diesem Punkt, deine auch - gut.

Liebe Grüße, Dany

Ich äußere mich nun nicht weiter zu dem Thema. Meine Ansicht
ist fest in diesem Punkt, deine auch - gut.

Liebe Dany,

damit du dich nicht so alleine fühlst mit deiner Meinung: auch mein Sohn hat dank „Jedes Kind kann schlafen lernen“ gelernt, gut zu schlafen und vor allen Dingen durchzuschlafen.
Die meisten Kritiker dieses Buches haben es gar nicht (komplett) gelesen oder gehen von vornherein mit einer negativen Einstellung an die Lektüre, dann kann das nichts werden. Es nervt mich, dass ich oft als Rabenmutter hingestellt werde, weil ich eine Befürworterin dieses Buches bin. Ich wurde schon so oft von anderen Müttern angesprochen, die wissen wollten, warum mein Sohn so ein toller Schläfer ist und - bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Krankheit) ohne Probleme in seinem Bett einschläft und unsere Nächte absolut ruhig sind. Einige haben es dann auch mit diesem Buch versucht, sich aber nur die Rosinen rausgepickt, d.h. die Dinge „ausprobiert“, die sie logisch fanden und nicht zu brutal. Wobei keine der Methoden brutal ist (lest wirklich mal richtig: niemand verlangt, dass man das Kind stundenlang schreien lässt!). Meiner Ansicht nach muss man es wirklich komplett durchziehen, was bei meinem Sohn eine Sache von drei bis vier Tagen war und auch relativ unproblematisch verlief.

Aber wie gesagt, wer von vornherein Probleme mit diesem Buch hat, soll es lieber ganz lassen.

Jeder soll nach seiner Fasson glücklich werden und seine Kinder glücklich machen. Für die einen ist das halt das „Familienbett“ (was für mich persönlich niemals in Frage käme), für die anderen halt „Jedes Kind kann schlafen lernen“.

Ich denke nicht, dass mein Kind einen Schaden erlitten hat, ganz im Gegenteil. Es geht nämlich hauptsächlich um das Wohl des Kindes, nicht nur um das der Eltern.

Aber wie gesagt: jeder muss für sich selbst entscheiden, was für ihn selbst und das Kind das Richtige ist.

Und gerade im aktuellen Beispiel würde ich nicht sagen, dass eine Vorgehensweise nach diesem Buch das Richtige ist. Es handelt sich um eine ganz besondere Ausnahmesituation für so ein kleines Kind („neuer Papa“), da muss man - was nicht einfach ist - das richtige Gleichgewicht zwischen Verständnis und „Erziehung“ finden und alles langsamer angehen.

Rituale sind ganz besonders wichtig, eine Geschichte vorm Schlafengehen zum Beispiel. Hier würde ich vorschlagen, dass Mamas neuer Freund diese Aufgabe mindest zwei bis dreimal pro Woche selbst übernimmt, denn das hilft enorm, eine Bindung zum Kind aufzubauen.