Schlafwandeln was nun

Hi,

unser Kleiner wird diese Woche fünf und seit einigen Wochen schlafwandelt der Kleine mehr und mehr. In den meisten Fällen kommt er fast panisch nachts über den Flur gelaufen, stellt sich mit offenen Augen vor unser Bett und wartet auf Einlass.

Sollte er mal „aufwachen“ während wir noch im Wohnzimmer sitzen kommt er die Treppe runtergerutscht (so mit dem Po von Stufe zu Stufe) und ist auch dabei nicht wirklich wach. Wenn man ihn Anspricht reagiert er nicht und sobald er dann neben einen liegt beginnt ein sanften schnarchen.

Jetzt am Wochenende (bitte nicht lachen) durfte er im Bett von Mama und Papa einschlafen. Zirka eine Stunde später ist er aufgestanden, ins Kinderzimmer gegangen, Licht angemacht, Hose runter und pischerte in seinen Kleiderschrank. (Ok, jetzt dürft ihr doch einmal kurz lache, mussten wir auch).

Er war die ganze Zeit nicht ansprechbar und als er fertig war, zog ich ihm die Hose hoch, legte ihn ins Bett und er schlief weiter. Dabei störte es ihn auch nicht das wir den „Schweinkram“ erst noch weggemacht haben.

Witzig ist, dass er sich morgens an nichts erinnern kann und meint wir würden ihm ein Märchen erzählen.

Jetzt mal meine Fragen, wer kennt das von seinen Kindern auch, muss man Angst haben das da mal was passieren kann, wie lange wird das wohl so gehen und vor allem, kann man was dagegen machen?

Sein großer Bruder übrigens hatte bis Dato noch nie solche Nächte :wink:

Vielen Dank und viele Grüße

MeToo

Hallo,

ich bin als kleines Kind auch oft schlafgewandelt. Angeblich war mir das gar nicht anzumerken. Ich bin z. B. zu Silvester um 21:00 ins Bett gegangen, kurz vor zwölf wieder aufgestanden, vom Hochbett (!) runter und hab mit den wenigen Gästen noch ein nettes Pläuschchen gehalten. Dann bin ich wieder ab ins Bett. Alles im Schlaf!
Soetwas soll wohl recht häufig vorgekommen sein. Anfangs hat meine Mutter wegen des Hochbetts noch größere Ängste ausgestanden, irgendwann war sie da recht entspannt, weil sie gesehen hat, wie sicher ich mich bewege. Allerdings hat sie die Wohnungstür und meine Fenster in der Nacht verschlossen. Das war ihr dann doch zu heikel.

Irgendwann war das alles vorbei. Aber ich glaube mich zu erinnern, dass sich das ein paar Jahre hinzog. Ob man da jetzt gegensteuern sollte, kann ich Dir leider nicht sagen. Aus meiner eigenen Erfahrung würde ich das verneinen, aber ich kenne natürlich keine Statistik, bei wie vielen Schlafwandlern alle gut geht und bei wie vielen doch etwas passiert.

Ein paar Ratschläge hat auch die gute Wiki noch parat:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schlafwandeln

Liebe Grüße

Zzzilly

Hallo Zzzilly,

meine nun erwachsene Nichte wandelte als Schulkind auch im Schlaf. Eine „Begebenheit“ allerdings blieb uns eindrücklich im Gedächtnis:
Eines Nachts stürzte sie während des Schlafwandelns so unglücklich die Treppe hinunter, dass sie mit Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht werden musste. Die Eltern waren froh, dass nicht mehr passiert ist. Die Ärzte dort stellten ihnen allerdings sehr unangenehme Fragen, als sie die (bei einem Treppensturz unvermeidlichen) blauen Flecke an ihrem Körper sahen. Sie tippten nämlich vielmehr auf Kindesmisshandlung.
Das Schlafwandeln hat sich dann im Zuge der Pubertät gelegt, es wurden aber währenddessen zahlreiche Vorsorgemaßnahmen getroffen, z. B. wurde die Treppe nachts gesperrt.

Sie dazu auch:

Schlafwandeln ist nicht selten, besonders in jungen Jahren, und dort meist ohne ernstere Ursachen. Wichtig ist jedoch die Erkenntnis, dass die sogenannte „schlafwandlerische Sicherheit“ ein nicht ungefährlicher Irrtum ist. Schlafwandler bewegen sich meist gerade aus, selbst dann, wenn ihr Weg zu Ende ist (Absturzgefahr). Daher sollte man den Betroffenen in gefährlicher Umgebung so behutsam steuern, dass er wieder allein ins Bett findet. Das ist in der Regel auch möglich. Die Mehrzahl der Schlafwandler belassen es ohnehin bei nur geringfügigen schlafwandlerischen Aktionen. Schlafwandeln kann aber auch - besonders in weniger klarer Form - gewisse Abgrenzungsschwierigkeiten bereiten, d.h. es sind auch noch andere Ursachen bzw. Erkrankungen möglich. Die gilt es abzuklären. In therapeutischer Hinsicht sind vor allem die Aufklärung der mitunter verstörten Angehörigen, Sicherungsmaßnahmen und ggf. eine psychotherapeutische Behandlung nützlich. Eine zusätzliche Pharmakotherapie ist möglich, wenngleich umstritten. Schlafwandeln ab dem Kindesalter verliert sich meistens während der Pubertät. Zieht es sich jedoch bis ins Erwachsenenalter hinein oder beginnt dort erst, sollte man einen Psychiater zu Rate ziehen. Denn dann weist das Schlafwandeln auf unverarbeitete psychosoziale Konflikte hin.
Quelle: http://www.psychosoziale-gesundheit.net/psychiatrie/…

Gruß von der
kleinen Göre

1 „Gefällt mir“

Hai, MeToo,

Schlafwandeln ist eigentlich nicht schlimm - blockiere Nachts die Wohnungstür und die Fenster (nicht, wenn das Wandelkind zusieht - was wir Mondsüchtigen im wachen Zustand aufbekommen, bekommen wir auch im Schlaf auf) und sichere Treppen und sonstige Abflugstellen.

Ich wandelte schon als Kind und tu das auch heutzutage mehr oder minder häufig - üblicherweise streichel ich dann unsere Fellschnauzen…

Gruß
Sibylle

Hallo kleine Göre,

es tut mir leid, was Deiner Nichte damals passiert ist und bin sehr froh, dass das Missverständnis im Krankenhaus noch geklärt werden konnte.

Ich hatte schon befürchtet, dass mir mein Schutzengel damals mehr als dicht auf den Fersen war.

Liebe Grüße

Zzzilly

Hi MeToo,

ich war als Kind auch ausgeprägter Schlafwandler. Spaziergänge und/oder panisches Schreien waren an der Tagesordnung.

Meine Mutter hat, nachdem ich einmal meine vermeidlich brennende Bettdecke aus dem Fenster geschmissen habe, meinen Fenstergriff gegen einen abschließbaren ausgetauscht (gibt’s im Baumarkt) und peinlich darauf geachtet, dass er jeden Abend verriegelt wurde. Außerdem wurden alle Regale, Schränke, etc. an die Wand geschraubt, um ein Umstürzen zu verhindern.

Was die weitere Sicherheit betrifft, kann ich persönlich nur das Klischee bestätigen, dass wandelnden Schlafenenden eher nichts zustößt. Ich kann mich daran erinnern, dass mich meine Mutter weckte, als ich auf dem Regal saß. Im wachen Zustand hatte ich große Probleme dort wieder herunter zu kommen. Das Hinaufsteigen in der Panik des Wandelns war wohl kein Problem.

Wie die anderen schon schrieben, ist das Problem auch bei mir mit Beendigung der Pubertät (welche selbst allerdings die schlimmste Phase war) fast auf Null zurückgegangen.

Was du über die Erinnerung deines Sohnes schreibst, war bei mir am Anfang auch so. Je älter ich wurde, desto besser konnte ich mich an die Träume erinnern, bzw. vielen sie mir im Laufe des Morgens ein. So hatte ich zu den seltsamen Verhaltensweisen dann auch eine passende Erklärung parat (Hochwasser, Feuer, fast vom Auto überfahren worden und noch rechtzeitig ausgewichen, etc.)

Ich finde, man sollte – nachdem man die nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat – das Ganze nicht allzu ernst nehmen. Heute lachen wir über den ganzen Quark, den ich angestellt habe. Es gibt schlimmeres. Ich kann jedenfalls gut damit leben. Was Psychologen dazu sagen, weiß ich allerdings nicht.

Ich wünsche euch alles Gute!
Chris

Hallo kleine Göre,

Wichtig ist jedoch die
Erkenntnis, dass die sogenannte „schlafwandlerische
Sicherheit“ ein nicht ungefährlicher Irrtum ist. Schlafwandler
bewegen sich meist gerade aus, selbst dann, wenn ihr Weg zu
Ende ist (Absturzgefahr).

Ich denke, dass das sehr personenabhängig ist. Ich kann von mir z.B. sagen, dass ich mich während des Wandelns sehr sicher bewege. Ich erklimme Hürden, die ich sonst nur mit Mühe meistern würde und finde mich auch in absoluter Finsternis zurecht. Die Gefahr, dass ich blind in einen Abgrund laufen würde, habe ich bei mir noch nicht entdeckt.

Wie gesagt, das ist wohl sehr unterschiedlich und Sicherheitsvorkehrungen sind wohl nie verkehrt.

Schöne Grüße
Chris