hallo dabbeldue,
ich mache ähnliche aktionen wie du, aber viel harmloser: ich wache oft früh morgens auf, weil mir die nachttischlampe ins gesicht scheint - irgendwann muß ich die eingeschaltet haben, aber ich kann mich nicht daran erinnern. einmal bin ich nachts aufgewacht: ich saß auf dem bettrand und versuchte, mit auf dem wecker solitaire zu spielen (ging natürlich nicht). oder wenn mein freund später als ich ins bett geht, dann sag ich einen satz zu ihm, an den ich mich nicht erinnern kann. oder ich schlafe auf der couch und mein freund will mich in das bequemere bett schicken und ich fange an, mit ihm zu streiten, ohne es hinterher zu wissen.
mit alkohol hat das ganze gar nichts zu tun. eher mit vererbung/ veranlagung, denn in meiner familie gibt es mehrere personen, die im bett reden/ schimpfen/ schreien oder auf autopilot zum kühlschrank/ klo gehen.
ich denke, schlafwandeln hat etwas mit leichtem schlaf zu tun. ich schlafe seit jahren leicht, d.h. ich nehme sehr leicht umweltgeräusche wahr. zuerst hat mich das sehr gestört und ich habe nicht erholsam geschlafen, da ich ständig das gefühl hatte, nicht zu schlafen. dann hatte ich 2 schlüsselerlebnisse. einerseits war das eine vorlesung über schlafstörung und schlafarchitektur. dabei habe ich zum ersten mal etwas über schlaftiefe gehört - diese nimmt mit dem alter ab. andererseits habe ich einmal, wie ich dachte, gedöst: ich hatte wirklich den eindruck, durchgehend die geräusche aus dem haus wahrzunehmen. aber es stellte sich dann heraus, daß dies nicht der fall war, denn ich hatte z.b. die ankunft eines mitbewohners verpaßt. seit der zeit störe ich mich an meinem leichten schlaf nicht mehr und schlafe sehr viel erholsamer, denn ich weiß ja: ich schlafe, aber kriege sehr viel, aber auch nicht alles von „außen mit“. ich bin in meinem leichten schlaf sehr viel empfänglicher für umwelteinflüsse als andere leute. diese einflüsse kann ich allerdings nicht von traumbildern trennen, sondern vermische beides. so erklärt sich für mich auch die schwere weckbarkeit: man ist ja in gewisser weise schon wach und reagiert, aber man ist in einem zustand, in dem man sich die realität verformt und verbiegen, und deshalb nicht angemessen reagieren kann.
da in meiner familie keiner so spektakuläre aktionen abgeliefert hat wie du, hat auch noch keiner medikamente genommen oder sich in ein schlaflabor begeben. ich denke aber, da du tendenzen hast, dich selbst zu verletzten, solltest du zumindest mal mit den leuten vom schlaflabor sprechen. in so einem schlaflabor sind die leute darauf angewiesen, bedingungen herstellen zu können, unter denen die menschen normal schlafen können. oder sie können dir zumindest auskunft geben über medikamente, die du in einer „heißen phase“ nehmen kannst, um speziell (und ausschließlich) selbstverletzendes verhalten zu unterdrücken. wegen reden/ aufräumen/ putzen… würde ich keine medikamente nehmen, wenn ich trotzdem morgens halbwegs erholt aufwache. aber kopf-gegen-die-wand-hauen ist nicht ungefährlich und das würde ich irgendwie bekämpfen wollen, ob das nun mit schlafmitteln ist, oder mit einer anderen therapie, die zu ergründen versucht, wo dieses selbstverletzende verhalten herstammt.