Schlafwandler?

Hallo!

Ich würde gerne mal wissen, was mit mir los ist. Wenn mein Freund mir erzählt, was ich nachts so alles anstelle, kriege ich langsam etwas Angst. Manchmal red ich wohl nur so vor mich hin. Mal deutlich, mal weniger deutlich, antworte auf Fragen, sage, was mich stört und wovor ich Angst habe, - soweit ich das beurteilen kann, entsprechen meine Aussagen eigentlich immer den Tatsachen.

Manchmal habe ich wohl auch echte Panikattacken, schlage um mich, haue mit dem Kopf gegen die Wand, kratze mich blutig… Dann lasse ich mich wohl auch nur ganz schlecht beruhigen.

Und ab und zu stehe ich auch mal auf, räume Schränke aus, hole irgendwelche Dinge ins Bett (Teller oder so).

Und obwohl ich normalerweise einen relativ leichten Schlaf habe, kriegt man mich in so einer Situation wohl nur ganz schwer bis gar nicht wach.

Kann mir vielleicht jemand sagen, was mit mir los ist? Ist das eine Art schlafwandeln? Ich mache das auch immer nur, wenn ich mit meinem Freund alleine bin. Nie wenn man mit mehreren oder anderen Leuten in einem Raum schläft. Daher glaube ich, dass mir auch ein Schlafzentrum nicht weiterhelfen kann. Da ich unter Beobachtung schlafe, wie man eben schläft: Augen zu und Klappe halten!

Wäre wirklich dankbar, wenn jemand irgendwelche Erklärungen hat.

Gruß daddeldue

Wäre wirklich dankbar, wenn jemand irgendwelche Erklärungen
hat.

Gruß daddeldue

Möglicherweise ist das die Folge von zuviel Alkohol. Das bewirkt einen sehr unbewußten dumpfen Schlaf und begünstigt ein solches Verhalten.

Richtig?

mfg
rolf

Falsch!
Also ich glaube kaum, dass es daran liegt. Ich trinke nicht sonderlich viel und wenn cih mal betrunken ins Bett gehe, dann schlafe ich meist wie ein Stein.

Kann mir also nicht vorstellen, dass das was mit Alkohol zu tun hat!

Gruß
daddeldue

Hi Daddeldue!

Vorab: ich bin ganz bestimmt eine Laie auf den Gebiet. Aber ich habe ein bißchen gegooglet und folgende Seite gefunden:

http://www.m-ww.de/gesund_leben/schlafen/schlafwande…

Ich finde sie sehr interessant und deshalb gebe ich sie Dir als Link weiter.

Ich vermute weiter, daß es bei Dir um „Schlafwandeln“ handelt. Deshalb würde ich Deinem Freund mit den Maßnahmen die Gefahren während des Schlafwandels verhindern, vertraut machen. Denn du sagst ja, daß solche Fälle nur dann passieren, wenn ihr alleine seid.

Vielleicht könntest Du Dir vorstellen, einen „Selbsthilfegruppe“ einzutreten? Leider weiß ich ja auch nicht wo Du wohnst, aber hier ein Link:

http://www.schlafmedizin.de/information/ratgeber/sel…

Viel Glück und alles Gute!

Liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena

Danke für deinen Bericht. Dafür besterne ich dich! Aber hast du auch manchmal das Problem, dass du die selbst verletzt? Das macht meinem Freund am meisten zu schaffen, wenn er neben mir liegt, ich wie eine Bekloppte mit dem Kopf gegen die Wand schlage und er nichts dagegen tun kann.
Wie oft gehst du denn so auf Wanderschaft? Ich mach’ das mehrmals die Woche.

Gruß
daddeldue

hallo dabbeldue,

ich mache ähnliche aktionen wie du, aber viel harmloser: ich wache oft früh morgens auf, weil mir die nachttischlampe ins gesicht scheint - irgendwann muß ich die eingeschaltet haben, aber ich kann mich nicht daran erinnern. einmal bin ich nachts aufgewacht: ich saß auf dem bettrand und versuchte, mit auf dem wecker solitaire zu spielen (ging natürlich nicht). oder wenn mein freund später als ich ins bett geht, dann sag ich einen satz zu ihm, an den ich mich nicht erinnern kann. oder ich schlafe auf der couch und mein freund will mich in das bequemere bett schicken und ich fange an, mit ihm zu streiten, ohne es hinterher zu wissen.

mit alkohol hat das ganze gar nichts zu tun. eher mit vererbung/ veranlagung, denn in meiner familie gibt es mehrere personen, die im bett reden/ schimpfen/ schreien oder auf autopilot zum kühlschrank/ klo gehen.

ich denke, schlafwandeln hat etwas mit leichtem schlaf zu tun. ich schlafe seit jahren leicht, d.h. ich nehme sehr leicht umweltgeräusche wahr. zuerst hat mich das sehr gestört und ich habe nicht erholsam geschlafen, da ich ständig das gefühl hatte, nicht zu schlafen. dann hatte ich 2 schlüsselerlebnisse. einerseits war das eine vorlesung über schlafstörung und schlafarchitektur. dabei habe ich zum ersten mal etwas über schlaftiefe gehört - diese nimmt mit dem alter ab. andererseits habe ich einmal, wie ich dachte, gedöst: ich hatte wirklich den eindruck, durchgehend die geräusche aus dem haus wahrzunehmen. aber es stellte sich dann heraus, daß dies nicht der fall war, denn ich hatte z.b. die ankunft eines mitbewohners verpaßt. seit der zeit störe ich mich an meinem leichten schlaf nicht mehr und schlafe sehr viel erholsamer, denn ich weiß ja: ich schlafe, aber kriege sehr viel, aber auch nicht alles von „außen mit“. ich bin in meinem leichten schlaf sehr viel empfänglicher für umwelteinflüsse als andere leute. diese einflüsse kann ich allerdings nicht von traumbildern trennen, sondern vermische beides. so erklärt sich für mich auch die schwere weckbarkeit: man ist ja in gewisser weise schon wach und reagiert, aber man ist in einem zustand, in dem man sich die realität verformt und verbiegen, und deshalb nicht angemessen reagieren kann.

da in meiner familie keiner so spektakuläre aktionen abgeliefert hat wie du, hat auch noch keiner medikamente genommen oder sich in ein schlaflabor begeben. ich denke aber, da du tendenzen hast, dich selbst zu verletzten, solltest du zumindest mal mit den leuten vom schlaflabor sprechen. in so einem schlaflabor sind die leute darauf angewiesen, bedingungen herstellen zu können, unter denen die menschen normal schlafen können. oder sie können dir zumindest auskunft geben über medikamente, die du in einer „heißen phase“ nehmen kannst, um speziell (und ausschließlich) selbstverletzendes verhalten zu unterdrücken. wegen reden/ aufräumen/ putzen… würde ich keine medikamente nehmen, wenn ich trotzdem morgens halbwegs erholt aufwache. aber kopf-gegen-die-wand-hauen ist nicht ungefährlich und das würde ich irgendwie bekämpfen wollen, ob das nun mit schlafmitteln ist, oder mit einer anderen therapie, die zu ergründen versucht, wo dieses selbstverletzende verhalten herstammt.