Schlaganfall durch Hinblutung+Frage wegen Drainage

Hallo :smile:

Mein Opa (69) liegt nun seit einer Woche im Krankenhaus.
Er wurde durch mich gefunden. Lag schon seit ca. 2 Tagen in seiner Wohnung.
Wir hatten am letzten Samstag eine Spazierengehen-Verabredung, wie immer, wenn ich zu Besuch komme. Als er nicht am Bhf ankam, verständigte ich Samstagmittag die Polizei, die mich auf den Abend vertröstete. Auch am Abend wollte die Polizei mir nicht glauben. Bis sie dann endlich nach betteln und bitten seine Wohnung öffnen ließen und ihn nicht ansprechbar fanden.

Festgestellt wurde eine Blutung im Stammhirn (rechtsbündig), die einen Schlaganfall auslöste. Inoperabel.
Der Arzt sagte am Montag, seine rechte Seite wird wahrscheinlich komplett gelähmt bleiben. Beeinträchtigung des Sprachzentrums unbekannt.
Er war am Montag voll da. Reagierte auf mich. Nickte, bewegte den linken Arm und das Bein. Atmete und schluckte selbstständig. Konnte theoretisch sogar essen. Der Pfleger sagte, er kann sogar sein Geburtsdatum sagen.
Operation sollte bloß im Falle geschehen, dass sich das entstandene Ödem vergrößert.

Leider konnten wir auf Grund der Entfernung erst gestern wieder ins Krankenhaus (ich schrieb vor einigen Tagen schon einen Verlegungsthread). Es nimmt mich sehr mit, nicht täglich für ihn da sein zu können. Vorallem, da ich wegen meiner Arbeit auch noch nächste Woche ins 400km entfernte NRW zurück muss.
Uns wurde zugesichert, dass jeder Eingriff oder jede Verschlechterung sofort gemeldet würde. Auch wenn wir anriefen, wurde gar nichts gesagt.

Als wir gestern ins KH kamen, wurde mein Opa künstlich beatmet. Der Arzt sagte irgendetwas von einer Drainage und dass das Blut komplett entfernt werden konnte. Als Mensch der keine Ahnung hat, war ich erstmal sehr erschrocken, ihn da so liegen zu sehen. Er war auch bewusstlos(?) als wir kamen und keiner äußerte sich dazu.
Der Arzt brüllte ihm dann seinen Namen entgegen, worauf hin mein Opa plötzlich die Augen aufriss, aber sie sofort wieder zu fielen. Weiterhin meinte der Arzt, es wird sich zeigen, ob sich nun wieder eine Agilität einstellen wird. Was mich extrem entsetzt hat, weil mein Opa für seinen Zustand wenige Tage zuvor noch sehr agil war. Er bewegte sich in der ganzen Zeit nicht mehr und reagierte auch nicht mehr darauf, wenn man ihn ansprach.
Später kam ein Arzt hinzu, der wenig begeistert war, als wir ihm sagten, er würde sich nich bewegen. Er ging mit einem „Hmmmm…“ wieder raus.

Hat die Drainage jetzt alles verschlimmert? Es ist wirklich furchtbar. Ich habe große Angst, dass das so bleibt. Er war immer viel draußen. Wenn er innerlich bei vollem bewusstsein ist, wäre das so für ihn ein qualvoller Tod auf raten.

Entschuldigt bitte meinen Roman, aber ich bin echt verzweifelt.
Mein Opa hat alles für mich getan, seit ich klein bin ;(

Danke für jeden Rat.

Patricia

Hallo Patricia,
es tut mir sehr leid für dich was du zur Zeit erlebst. Das es deinem Opa so schlecht zur Zeit geht liegt nicht an der Drainage. Die Blutung ist Raumfordernd, dieser Raum ist aber leider nicht da (bei einer Blutung am Bein oder so entsteht dann halt eine Schwellung)weil die Schädelknochen alles begrenzen, dadurch wird das Gehirn gedrückt. Durch die Drainage kann das Blut abfließen, denn wenn das Gehirn Druck ausgesezt wird bilden sich Ödeme, Wasseransamlungen die wiederrum den Druck noch mehr erhöhen.
Der Zustand deines Opas ist sehr ernst. Hat er eine Patientenverfügung? Wenn ja solltet ihr euch daran halten.
Ich wünsche deinem Opa gute Besserung und dir viel Kraft.

Hallo Patricia

von mir auch erstmal die gedrückten Daumen, dass alles einen guten Weg nimmt…

Als wir gestern ins KH kamen, wurde mein Opa künstlich
beatmet. Der Arzt sagte irgendetwas von einer Drainage und
dass das Blut komplett entfernt werden konnte.

Kann es sein, dass er noch nach der OP und auch durch die künstliche Beatmung (ich nehme an, du meinst einen Beatmungsschlauch, der in der Luftröhre liegt und nicht nur eine Sauerstoffvorlage?)weiterhin Medikamente erhält, die ihn sehr dämpfen? Vielleicht ist er deshalb noch sehr müde und bewegungsunfähig?

Mein Tipp: Die betreuenden Assistenzärzte haben leider häufig wenig Zeit für ein Gespräch schnell mal eben am Bett. Aber erkundigt Euch doch mal, ob sie etwas wie Gesprächszeiten haben oder ihr einen Termin vereinbaren könnt, bei dem man sich auch mal an einen Tisch setzen kann und alles in Ruhe erklärt wird. Vielleicht besteht aber auch die Möglichkeit, dass sich der Hausarzt deines Opas mal erkundigt und mit Euch dann die wichtigsten Fakten bespricht.

Ich wünsch Deiner Familie alles Gute.

Danke für Eure Antworten.

Die größte Verwirrung stiftet bei mir trotzdem noch immer, dass er mit größerem Ödem fitter war als er es jetzt ist, obwohl die Schwellung kleiner geworden ist… und die Aussage, ob sich wieder eine Agilität einstellen wird, da er sich bis vor der Drainage bewegen konnte.

Der Arzt erklärte uns am Montag auch alles, aber irgendwie doch wieder nichts konkretes und sprach auch nur extrem gebrochen Deutsch.
Einen Hausarzt hat er nicht mal. Ich schätze, er war schon seit 20 Jahren bei keinem Arzt mehr, obwohl ich ihn in den letzten Jahren mehrfach bat zum Arzt zu gehen.

Nochmals Danke :smile:

Wie geht es deinem Opa mittlerweile?

Wie geschrieben wurde, liegt sein fehlendes Reaktionsvermögen wahrscheinlich an sedierenden (müde machenden) Medikamenten. Bedenke, dass er einen dicken Schlauch im Hals hat und du als Mensch einen Würgereflex besitzt. Wenn er wach wäre, würde er sich gegen den Schlauch wehren.
Ist er noch beatmet?
Zusätzlich war die OP sehr anstrengend, was ihn zusätzlich erschöpft haben wird.

Alles Liebe!

Am Telefon will man uns keine Auskunft geben und hinfahren können wir erst morgen wieder. Kein Auto.

Das ist alles irgendwie seltsam.

Ja, er hatte einen Schlauch im Hals und würgte auch einige Male. Er schlug ab und an die Augen auf, manchmal blieben sie auch länger auf. Aber eher nur so halb. Müsste doch eigentlich bedeuten, dass er wach war, oder nicht?

Patricia