Schlaganfall - halbseitige Laehmung - Schmerzen

Hallo,

vor ca. einem halben Jahr erlitt meine Grossmutter einen Schlaganfall. Ohne jetzt ins Detail zu gehen und sich auf das Wesentlich zu konzentrieren:

Seit einigen wenigen Monaten ist es ermoeglicht worden, sie in den Rollstuhl zu befoerdern. Geistlich (psychisch) ist alles einwandfrei in Ordnung - so wie vorher. Dagegen ist sie koerperlich stark beeintraechtigt. Schon zuvor konnte sie kaum gehen, welches u.a. durch die zu wenige Bewegung gekommen ist und ihrem Uebergewicht. Man koennte jetzt auch spekulieren, dass durch in puncto dieser Hinsicht auch der Schlaganfall dadurch in Erscheinung getreten ist.

‚Interessant‘ ist, dass meine Grossmutter weiterhin halbseitig gelaehmt ist. Und in irgendeiner Weise ist das auch das Schlimmste.
Sie kann nicht mehr als 2 Stunden im Rollstuhl sitzen, da bereits nach den ersten 20 Minuten der Po schmerze. Aber gerade die linke Po-Backe. Und sie ist linksseitig gelaehmt.
Wie kann es dazu kommen, dass eine Denkblockade oder Blockierung im Gehirn zu denken ist, und dadurch den Arm nicht bewegen kann und kaum spuert, aber Schmerzen regelrecht gut empfindet - so auch der Po-Backe.
Das erste und danach das zweiten 2. Gelkissen hat die gewuensche Verbesserung nicht hervorgebracht.
Nur wird versucht, ein Luftpolsterkissen zu erwerben und ein Gelkissen, welches die schmerverursachten Stellen ein Hohlraum schafft.

Vielleicht kann mir jemand Erfahrungen mitteilen oder kompetente Informationen anhand der zur Verfuegung gestellten Informationen geben.
summa sumarus: Wie kann eine Verbesserung erzielt werden? Per se ist mir verstaendlich, dass u.a. die Muskeln wieder strapaziert werden muessen und auch zum Teil nein gelernt werden muss (psychologische Aspekte).
Wie kann aber bereits heute erzielt werden, dass das Sitzen im Rollstuhl laenger bequem ist. Ganz zu schweigen, dass man einerseits gelaehmt ist und zum anderen Schmerzempfindlich ist.

Fuer eine sachgerechte Rueckmeldung bedanke ich mich bereits im Voraus.

Fuer Rechtschreibung und grammatikalische Malheurs kann nicht gehaftet werden.

Viele Gruesse
Michael

Hi

‚Interessant‘ ist, dass meine Grossmutter weiterhin halbseitig
gelaehmt ist. Und in irgendeiner Weise ist das auch das
Schlimmste.

Naja, ist ja normalerweise auch das Auffälligste. Wieso „interessant“? Das ist nach einem Schlaganfall normal, wobei die Lähmung sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann, abhängig von Größe und Ort der Schädigung im Gehirn.

Sie kann nicht mehr als 2 Stunden im Rollstuhl sitzen, da
bereits nach den ersten 20 Minuten der Po schmerze. Aber
gerade die linke Po-Backe. Und sie ist linksseitig gelaehmt.
Wie kann es dazu kommen, dass eine Denkblockade oder
Blockierung im Gehirn zu denken ist, und dadurch den Arm nicht
bewegen kann und kaum spuert, aber Schmerzen regelrecht gut
empfindet - so auch der Po-Backe.

Es ist keine „Denkblockade“, d.h. etwas komplizierter. Die motorischen Nerven (daher die Bewegungseinschränkungen) und die sensorischen Nerven, die die Wahrnehmungen vom Gesäß z.B. zum Hirn leiten, sind betroffen, aber ganz unterschiedlich. Eine Überempfindlichkeit der Haut ist auch denkbar, oder einfach Schmerzen durch eine Fehlhaltung / die Muskeln spielen nicht mehr „vernünftig“ zusammen. Wichtig ist, dass die Patientin so symmetrisch und normal (aufrecht) wie möglich sitzt und ausreichend unterstützt wird (Stabilität, mit Bewegungsfreiheit für die Extremitäten, sowie möglich, mit Kissen) sowie ein regelmäßiger Positionswechsel (z.B. auf einen anderen Stuhl).

Das erste und danach das zweiten 2. Gelkissen hat die
gewuensche Verbesserung nicht hervorgebracht.
Nur wird versucht, ein Luftpolsterkissen zu erwerben und ein
Gelkissen, welches die schmerverursachten Stellen ein Hohlraum
schafft.

Das entspricht dem Prinzip der Dekubitusvermeidung. Warum nicht? Die behandelnden Therapeuten können doch am besten beraten.

summa sumarus: Wie kann eine Verbesserung erzielt werden? Per
se ist mir verstaendlich, dass u.a. die Muskeln wieder
strapaziert werden muessen

Ja, aber ganz so einfach ist das nicht. Der behandelte Therapeut kann in bezug auf die Patienten besser beraten.

und auch zum Teil nein gelernt
werden muss (psychologische Aspekte).

Das ist ja nun etwas ganz anderes. Wo hierfür die Ursache liegt, kann auch nur jemand sagen, der die Person kennt.

Wie kann aber bereits heute erzielt werden, dass das Sitzen im
Rollstuhl laenger bequem ist. Ganz zu schweigen, dass man
einerseits gelaehmt ist und zum anderen Schmerzempfindlich
ist

In einem normalen Rollstuhl ist die Sitzhaltung nicht so prickelnd, das liegt an der Bauweise. Nicht nur daher ist es wichtig, die Person möglichst schnell aus dem Rollstuhl zu mobilisieren.

In einem Pflegerollstuhl kann man besser sitzen, aber dieser ist versicherungstechnisch so weit ich weiß den Pflegebedürftigen vorbehalten. Zum Glück.

Gruß
Anwärter

Vielen Dank fuer Deine Antwort.

Im Bezug auf die Bequemlichkeit im Rollstuhl: Gibt es ein Art Kissen, welches Impulse setzt, die fuer eine Po-Entspannung sorgen koennen?

Meine Grossmutter ist Pflegebeduerftig und ich gehe daher davon aus, dass es sich bei dem Rollstuhl um ein Pflegerollstuhl handelt.

Was denken Sie? Ist es in der heutigen Zeit machbar, Spezialisten ins Haus zu holen, da das andere fuer den Patienten unmoeglich ist? Oder ist dies nur noch Privatpatienten vorbehalten.

Sie hatten ja beschreiben, dass es anhand der motorischen und sensorischen Nerven liegen koennte. Durchaus. Aber ich denke, durch eine fachlichen Psychologen kann dieses Problem bewaeltigt werden - bzw. effektiven und effizienten. Im Moment ist eine Ergotherapeutin vor Ort.
Es kommt eben genau entscheidend darauf an, ob eine angenehmen Vertrauensbasis vorhanden ist. Durch positive Affekte kann diese ‚Blockade‘ gemildert werden.
Dies sind doch u.a. unbewusste Handlungen, die von sich aus nicht mehr gesteuert werden koennen.

Ich hoffe, auf eine erneute Rueckmeldung. Gerne auch andere Beitraege.

Viele Gruesse
Michael

Hallo,

der Schmerz auf der gelähmten Seite ist analog zum Phantomschmerz zu sehen, d.h. ein zentraler Schmerz der durch die Veränderung primärer Hirnrindenfelder entsteht.

Das hat nichts mit Blockaden oder ähnlichem zu tun.

Therapie zur Verbesserung der Gehfähigkeit: Forced Use/Constraint Induced Therapy; in Deutschland unter dem Namen „Taubsches Bewegungstraining“ zu finden - wenn man Glück hat.

Tschüss

Matthias

Hallo Matthias,

Therapie zur Verbesserung der Gehfähigkeit: Forced
Use/Constraint Induced Therapy; in Deutschland unter dem Namen
„Taubsches Bewegungstraining“ zu finden - wenn man Glück hat.

Könntest Du kurz sagen, wie die Therapie bei der unteren Extremität angewandt wird? (Der Arm wird ja „weggebunden“, aber das ist „unten“ ja kaum möglich, wenn mit dem Bein gegangen werden soll).

Gruß
Anwärter

Hi,

es ist keine Blockade, sondern ein Verfall von Gehirnzellen. Das Loch im Hirn kann auch nicht gestopft werden, aber das Gehirn schafft es mit Hilfe (Ergo- und Physiotherapie, die Th. kommen auch ins Haus wenn nötig, 1 bis 3 mal pro Woche jeweils abhängig von der Verordnung durch den Arzt und beraten auch am besten), Funktionen (z.B. motorische) wiederzulernen. Bewegungen zu erlernen, ist schon für Kinder kein Pappenstiel. Die Therapeuten unterstützen und leiten, arbeiten muss der Patient.

Mal eben wiederaktivieren indem man eine „Blockade“ löst geht nicht.

Gruß Anwärter

Hallo,

bei der unteren Extremität ist Laufbandtraining unter Teilbelastung angesagt.

Tschüss

Matthias

Guten Morgen,

vielen Dank fuer Deine Rueckmeldung.

Leider ist dies aktuell - wahrscheinlich auch gar nicht mehr - nicht moeglich, Bewegungsstrategien am Bein durchzufuehren.

Bereits wenn die Grossmutter im Rollstuhl sitzt (bereits nach kurzer Zeit Schmerzen an/in der linken Pohaelfte, die Seite der Laehmung), ist eine Stabilisierung wieder herbeizufuehren unmoeglich, da auch alles andere Schmerzen hervorruft.
So kann man sie beinhahe nirgends angreifen, ohne dass Schmerzen hervorkommen.
Und dies duerfte u.a. davon kommen, dass sie bereits in der Vergangenheit, als sie noch nicht im Rollstuhl gewesen ist (vor dem Schlaganfall), weniger gegangen ist bzw. gehen konnte, sich die Muskulaturen seit Bettaufenthalt verschlechtert hat (keine Bewegung!) und schliesslich die Demotivation. Sie sagt, sie will, aber ihr Unterbewusstsein wirft etwas anderes hervor.

Nun, sind wir erst einmal dabei, das passende (neue) Gissen zu finden, bei dem die Moeglichkeit besteht, auch einmal laenger im Rollstuhl zu sitzen, ohne gleich mi Schmerzen konfrontiert zu werden.

Vielleicht noch einen kleinen Ansatz: Ich sprach/schrieb ja von der ‚Denkblockade‘. Es ist bemerkenswert gewesen, als der Ergotherapeut im Krankenhaus die Hand so verdreht hatte, dass Schmerzen empfindet werden musste. Und, genau dies ist auch geschehen. Sie hat die Hand/das Handgelenk auch weggezogen, und daher bezeichne ich das also eine ‚Denkblockade‘ oder anders gesagt psychischer Unwillen.
Auch heute noch ist sie einerseits gelaehmt, aber sobald etwas getan wird, was Schmerz verursacht, dass kann wahrgenommen wird. Warum nur diesen Schmerz? Gelaehmt oder Nicht-gelaehmt?

Der linke Arm - sofern man ihn nicht festhaelt - haengt banal gesagt, wie ein totes Fleischstueck am Koerper hinunter. Aber, wie ich ja bereits ansatzweise geschildert habe, ist in diesem Arm mehr potenzial.

Na ja, vielleicht kann mir dies ja jemand verstaendlich erklaeren und u.U. eine Rat geben, zu einem bequemeren Rollstuhlkissen (Gelkissen, Luftpolsterkissen, sog. Impuls-Kissen etc.)

Viele Dank! Angenehmen Tag

Viele Gruesse
Michael

Hallo Michael.

Auch heute noch ist sie einerseits gelaehmt, aber sobald etwas getan :wird, was Schmerz verursacht, dass kann wahrgenommen wird. Warum nur :diesen Schmerz? Gelaehmt oder Nicht-gelaehmt?

Eine motorische Lähmung ist immer Folge eines Schlaganfalls, wenn er nicht „ganz leicht“ war. Mit dem Schmerz hat das nichts zu tun. Der Arm / das Bein ist nicht „tot“ sondern gelähmt.

Der linke Arm - sofern man ihn nicht festhaelt - haengt banal :gesagt, wie ein totes Fleischstueck am Koerper hinunter. Aber, wie :ich ja bereits ansatzweise geschildert habe, ist in diesem Arm mehr :stuck_out_tongue:otenzial.

Lähmungen sind (mit Ausnahme von Durchtrennungen der Nerven z.B. bei einer Querschnittlähmung) nie komplett. Auch wenn der Arm bewegungslos herunterhängt, können z.B. Reflexe (wie auf einen Schmerzreiz) oder automatisierte und auch willkürliche Bewegungen stattfinden, aber eben nur zum Teil und stark eingeschränkt, besonders in der Bewegungsqualität.

Na ja, vielleicht kann mir dies ja jemand verstaendlich erklaeren :und u.U. eine Rat geben, zu einem bequemeren Rollstuhlkissen :frowning:Gelkissen, Luftpolsterkissen, sog. Impuls-Kissen etc.)

War das jetzt verständlich genug? Deine Verwandte täuscht da nichts vor. Allerdings sollte sie unbedingt aus dem Rollstuhl mobilisiert werden- so oft wie möglich (Seitlage, Rückenlage, Sessel, Bewegung). Alles ist besser als Bewegungslosigkeit. Das geht nur mit ihrer Mitarbeit.

Es gibt Anti-Dekubituskissen für den Rollstuhl. Ich glaube nicht, dass es noch etwas anderes als das von Dir genannte gibt. Irgendwo muss die Dame ja drauf sitzen, wenn sie sitzen will / soll, und „Luft“ hast Du ja schon im Repertoire. Auch muss sie immer auf ihren Sitzbeinhöckern sitzen, sonst hieße die Position nicht „Sitz“. Fachperson ist der Ergotherapeut oder Orthopädiemechaniker.

Gruß anwärter

Viele Dank fuer Deine Rueckmeldung.

Sofern offene (weitere) Fragen auftauchen, melde ich mich.

Angenehmen Tag!

Viele gruesse
Michael