Schlaganfall! Was nun?

Hallo,

meine 88 jährige Mutter hatte einen Schlaganfall und kann nun nicht mehr zusammenhängend sprechen. Sie kann auch keine Sätze schriftlich formulieren. Hin und wieder kann sie allerdings spontan ganze Sätze formulieren, allerdings nicht in einem Gespräch, sondern das ist dann eher ein vor sich hin plappern. Wir sind auch nicht sicher inwieweit sie uns versteht. Wie können wir ihr am besten helfen?

Gruß
Grin

Hallo Grin,

hat sie auch noch andere Einschränkungen? Wie ist es mit Lähmungen?
Seht zu, dass Ihr ihr gute Logopädie, Ergotherapie und Krankengymnastik nach Bobath besorgt.
Bei der Physio unbedingt drauf bestehen, dass 1. der Arzt nach bobath verschreibt und 2. nur ein Physio kommt, der/die das auch als Quali hat. Wenn sie kann, ist es besser, das sie in eine Praxis geht. Wenn nicht, dann halt als Hausbesuch organisieren.

Was die Aphasie angeht, so nennt man das, kann es verschiedene Gründe geben, die können rein motorischer Natur sein durch Lähmungen, oder tatsächlich als Gedächtnis und verständnisstörungen daher kommen.

Logopäden können mit Tests da sicherlich einiges differenzieren, Örzte evtl auch.
Es gibt Aphasie Selbsthilfegruppen. Vielleicht wendet Ihr Euch mal an eine solche. Es gibt bestimmt auch Bücher zum Thema, die für Euch als Angehörige interessant sein sollten. Vielleicht fragt Ihr da in einer Logopädiepraxis nach und lest es Euch durch, dann bekommt Ihr evtl auch Tipps da raus, was Ihr noch tun könnt, abgesehen davon, dass Ihr es dann evtl besser versteht.

Auf jeden Fall viel Ansprache, viel Berührung. Manchmal tut es am gelähmten Arm/Bein schon gut, wenn man z.b. mit einem Waschlappen sanft abgerieben wird und danach eingecremt. Das kann man auch als Laie.

Gruß
Kathy

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Hallo,

so verständlich der Wunsch zu helfen ist, aber im Alter von 88 Jahren, sollte man sich sehr genau den Allgemeinzustand vor Augen führen und die Belastungen durch eine Therapie überlegen. Wenn Sie sonst noch fit und munter ist, und selbst Therapie will, spricht natürlich nichts dagegen, aber ich habe schon so manchen Menschen in der Situation erlebt, den man so für seine restliche Zeit übelst und gegen seinen Willen gequält hat.

Mit 88 Jahren sollte man daran denken, dass ein Schlaganfall nicht mehr unbedingt ein für sich allein stehendes, einmaliges Ereignis sein muss, sondern ein deutliches Zeichen dafür sein kann, dass sich das Leben dem Ende zuneigt. In der Zeit kann dann andere Hilfe nötig sein, als man es auf den ersten Blick meinen würde.

Gruß vom Wiz

Hallo,
bin da auch nur Laie. Meine Großeltern hatten beide im hohen Alter Schlaganfälle. Anfangs mit halbseitigen Lähmungserscheinungen, meine Oma auch mit Sprachstörungen. Ich glaube, es ist auch die Frage, wie lange das her ist und wie schwer der Anfall überhaupt war.

Bei meiner Oma war es so, dass sie sich innerhalb von etwa zwei Wochen stark erholte. Die Sprachstörungen haben sich ganz zurück gebildet, an den Gesichtszügen hat man aber noch lange Zeit gesehen, dass da „mal was war“. Sie lag in der Akutphase im Krankenhaus und hat aber dann die Reha abgelehnt. Konnte ich auch gut verstehen. Wie die Vorredner schon sagten, muss man den Allgemeinzustand mit einbeziehen. Meine Großeltern hatten beide Krebs (also auch andere Sorgen) und wollten lieber die verbliebene Zeit miteinander verbringen als in irgenwelchen Rehakliniken. Und später waren die Folgen des Schlaganfalles für Fremde eigentlich kaum noch zu erkennen. Manches heilt eben auch die Zeit.

Alles Gute und vG
MOnroe

Hi Grin,

sprich ganz normal mit ihr; vermutlich bekommt sie nämlich alles mit. Habe das bei meiner Großmutter erlebt - sie schien richtig erleichtert zu sein, wenn ich mit ihr sprach, weil ich sie „für voll“ nahm. Wenn irgendwie Zeit besteht, lies „Schmetterling und Taucherglocke“ - das erklärt vieles. Grüße, Susanne

Hallo Grin

meine 88 jährige Mutter hatte einen Schlaganfall und kann nun
nicht mehr zusammenhängend sprechen.

Da hat sie wohl eine Aphasie. Das ist leider oft die Folge von einem Schlaganfall.

Wir sind auch nicht sicher inwieweit sie uns versteht

Lass es von ner Logopädin (nem Logopäden) abklären. Der Arzt muss dazu ein Rezept verschreiben, mit Hausbesuch, falls deine Mutti nicht mehr in die Praxis kann.
Die testet dann dann das Sprachverstehen kann euch die Unsicherheit nehmen.
Ist doch blöd, wenn man nicht weiss, was ankommt.
Ausserdem kann die Art der Aphasie festgestellt werden.
In Folge der Tests werden auch Übungen (verschiedene, ja nach Art der Aphasie) gemacht, die Folgen mildern und die Sprache, das Sprachverständnis oder die Fähigkeit, zu schreiben, wieder verbessern können.
Habe die Erfahrung, das diese Therapie den alten Menschen sehr gut tut, auch, wenn die nicht immer von großen Erfolgen gekrönt ist.
Auch ein 88jähriger Mensch muss die Chance haben, sich mitteilen zu können, und da können Logopäden helfen.
Und, je schneller man damit loslegt, um so höher sind die Chancen, dass es sich bessert!!

Allu

Hallo Kathy,

zum Glück hat meine Mutter keine Lähmungserscheinungen. Es ist vor allem das Sprachzentrum betroffen mit Anzeichen für eine globale Aphasie.

Gruß
Grin

Hallo Grin,

das ist erfreulich. Also eine gute Logopädin dürfte da was ausrichten können, auch wenn die globale Aphasie sicherlich nicht das einfachste ist.
Viel Glück

Kathy

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Vielen Dank!
Vielen Dank an alle für die hilfreichen Antworten.

Gruß
Grin