Ich weiß daß ich in ca. einem halben Jahr zehntausend Euro für eine Wohnungsrenovierung brauche.
Ich habe einige Fonds, aber die gegenwärtige Situation macht mir wenig Hoffnung, daß in einem halben Jahr Kurssteigerungen zu erwarten sind.
Wenn ich jetzt Fonds verkaufe und das Geld auf ein Tageskonto lege, bekomme ich als Neukunde 5 Prozent.
Meine schlechtesten Fonds stammen aus dem Rohstoff-/Versorgerbereich und liegen mit 50 Prozent im Minus. Wenn ich jetzt sage „weg mit Schaden“ verschleudere ich fast 10 000 Euro.
Andere Fonds z.B. aus dem europäischen Immobilienbereich haben fast kein Minus.
Wer kann mir eine Strategie empfehlen? Schlechte Fonds raus – auch mit Verlust – und die guten Fonds halten?
Oder gute Fonds fast ohne Minus verkaufen und auf Erholung des Rohstoff-/Versorgerbereichs warten?
Also wer dir die Frage beantworten kann, der hat eine Glaskugel vor sich
Nur momentan verkaufen, würde dir 10.000 € Verlust einbringen. Also das würde ich mir zweimal überlegen.
Kenne ja leider nicht die Fonds die du hast.
Lg aus Bayern
Stefan
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Hallo Stefan!
Spreche vor dem Verkauf mit deinem Steuerberater, denn möglicherweise kannst du die Verluste beim Verkauf der Fonds mit positiven Einkünften aus allen anderen Einkunfstarten verrechnen. Das ist grundsätzlich nur noch in 2008 möglich!
So kann sich der Verlust etwas minimieren.
MfG
ich denke, dass es jetzt zu spät ist, um zu verkaufen. Mit anderen Worten: Du hast zu lange gewartet.
Wenn du Fonds verkaufen musst, um die EUR 10.000,- zur Verfügung zu haben, würde ich persönlich zum jetzigen Zeitpunkt lieber diejenigen verkaufen, die nur ein wenig gefallen sind.
Dieser Rat ist natürlich ohne Gewähr. Niemand kann sagen, wie sich der Markt in Zukunft entwickelt - sonst wäre es ja einfach.
Um ehrlich zu sein, würde ich etwas ganz anderes machen: Ich würde die Wohnungsrenovierung auf 2010 verschieben und erst einmal alle Fonds zufrieden lassen. Geht das nicht?
grundsätzlich müsste man sagen: ein halbes Jahr Anlagehorizont ist für Aktien viel zu kurz, weg mit den Anteilen bevor schlimmstenfalls nochmal zweistellige Verluste dazu kommen.
Für die Zukunft ist es vollkommen egal, was bisher in Deinem Depot geschehen ist. In sechs Monaten auf Kurssteigerungen zu setzen ist gezockt und kann schief gehen. Kann natürlich auch sein dass Du in dieser Zeit vom heutigen Nieveau aus hohe Gewinne erzielst. Das kann man schon in normalen Zeiten nicht vorhersagen. Geschweige denn jetzt, wo sowieso alles verrückt spielt.
Mal am Rande:
Mir tuts im Herz weh, wenn Du von „schlechten Fonds“ sprichst. Ein Rohstoffonds, der in den letzten Monaten verloren hat, ist lange kein schlechter Fonds. Wenn die Rohstoffpreise fallen, dann müssen auch diese Fonds fallen.
Wahrscheinlich hast Du als Anleger die überdurchschnittlichen Gewinne dieser Fonds in den letzten Jahren gesehen und deswegen das damit verbundene überdurchschnittliche Risiko -mehr oder weniger bewußt- in Kauf genommen? Dafür kann der Fonds nichts.
Genauso wenig sind Immofonds deswegen automatisch bessere Fonds, weil sie in den letzten 18 Monaten keine Verluste gemacht haben. Die Mieten sind halt auch in der Finanzkrise noch relativ stabil. Von den guten Immofonds kannst Du übrigens die meisten gerade nicht verkaufen… .
Hallo Money-Schorsch,
danke für deine Sicht der Dinge.
Grundsätzlich ist mein Depot schon sehr langfristig ausgerichtet. Aber jetzt kommt eben überraschend die Renovierung des Wintergartens. Sonst würde ich nicht auf die Idee kommen, jetzt irgendwas zu verkaufen.
Mit „guten“ und „schlechten“ Fonds meinte ich natürlich nicht, daß die Fonds gut oder schlecht gewirtschaftet sind. Und daß Rohstoffe und Energie gerade keine Hochkonjunktur haben, sehe ich schon auch. Nur wie die Fonds eben im Moment „dastehen“, das meinte ich damit.
Weil die Entscheidung nicht leicht ist, versuche ich einige Meinungen „einzusammeln“.
Gerhard
Hallo Petra,
danke für deine Sicht der Dinge.
Ich habe mein Depot langfristig angelegt, also habe ich nicht „zu spät“ verkauft, sondern eigentlich wollte ich gar nicht…
Aber jetzt ist das Dach vom Wintergarten undicht, und ich muß es im Frühjahr richten lassen - dabei werden wir den ganzen Wintergarten renovieren, wenn schon, denn schon! Das kann eigentlich kein Jahr mehr warten…
Aber jetzt kommt eben überraschend die
Renovierung des Wintergartens. Sonst würde ich nicht auf die
Idee kommen, jetzt irgendwas zu verkaufen.
entschuldige, wenn ich es so hart formuliere: Aber das ist ein Zeichen für eine suboptimale Anlagestrategie. Wenn man in Aktien/-fonds investiert (nicht kurzfristig spekuliert), dann sollte man es nur mit dem Geld tun, das man auf lange Sicht (den Anlagehorizont) nicht für irgend etwas, das „überraschend dazwischen kommt“, braucht. Für das Überraschende sollte man andere Anlageformen haben, die man kurzfristig und mit weniger Risiko behaftet in Geld umwandeln kann (z.B. Tagesgeld, kurzfristige Festgelder, kurzfristige Anleihen).
Nicht ganz. Man kann auch ein Depot gegen fallende Kurde absichern. Auch dazu bietet die Börse Möglichkeiten an. Und die Absicherung immer dann sinnvoll, wenn man dringend eine größere Summer in einer bestimmten Zeit benötigt, aber nicht gerade das ganze Depot umschichten möchte.
Nicht ganz. Man kann auch ein Depot gegen fallende Kurde
absichern. Auch dazu bietet die Börse Möglichkeiten an. Und
die Absicherung immer dann sinnvoll, wenn man dringend eine
größere Summer in einer bestimmten Zeit benötigt, aber nicht
gerade das ganze Depot umschichten möchte.
ich hätte dazu eine Frage: Wie soll man eine zeitbezogene Absicherung gestalten gegen ein überraschendes Ereignis?
Kann ja sein, daß ein Tag nach Ablauf einer möglichen Absicherung die Börse einbricht und man am nächsten Tag das Geld gebraucht hätte, das nun futschikato ist.
Kann ja sein, daß ein Tag nach Ablauf einer möglichen
Absicherung die Börse einbricht und man am nächsten Tag das
Geld gebraucht hätte, das nun futschikato ist.
Und was sollte jetzt diese Absicherung absichern? Es sollte doch klar sein, dass eine Absicherung das abzusichernde Objekt zeitlich umfasst.
Nur momentan verkaufen, würde dir 10.000 € Verlust einbringen.
Also das würde ich mir zweimal überlegen.
Hallo,
wenn ich das richtig verstehe, haben die Fonds 20.ooo gekostet, und um den Wintergarten bald fuer 10.ooo zu reparieren, musst Du alle verkaufen.
So kostet der Wintergarten doppelt soviel wie der Handwerker verlangt.
Mit Festgeld reisst Du nicht mehr viel raus, halbes Jahr, 2,5 Prozent.
Ich wuerde an einen Kredit fuer den Wintergarten denken, kostet einige Prozent im Jahr, doch die Fonds sollten sich erholen, wenn man mal auf 5 Jahre denkt. Hast Du mal die Kurse der letzten Jahre fuer Deine Fonds nachgesehen? Ist bei den Direktbanken schoen einzusehen. Ein deutscher Aktienfond hat ueber 100 Prozent in 3 Jahren geschafft, von 2004 an, warum soll das nicht wiederholbar sein?
Hast Du guenstige Kreditmoeglichkeiten? Einen Bausparvertrag in Reserve (bei einem Verwandten), oder eine getilgte Hypothek noch eingetragen, die fuer Bauzins Geld bereitstellt?
Zwischenstufen sind auch machbar, paar stabilere Fonds verkaufen und anteilig weniger Kredit.
Es ist natuerlich DEIN Pokerspiel und keine Anlageempfehlung meinerseits.
Gruss Helmut
Hallo,
es ist ja nicht so, daß all unser Geld in Fonds angelegt ist. Wir haben für überraschende Ereignisse auch Tagesgeld, sogar Silberbarren im Schließfach. Aber ich habe geschrieben „ich brauche 10 000 Euro aus dem Depot“, in Wirklichkeit kostet die Renovierung des Wintergartens mindestens das doppelte. Und das ist jetzt nicht eine Laune, sondern das Glasdach ist undicht geworden, und wenn wir schon renovieren lassen, dann gleich richtig. Die Hälfte dieser Kosten können wir aus anderen Quellen bezahlen.
Sonst ist unsere Depot-Anlagestrategie immer sehr langfristig, wir haben seit 1997 einige Börsentiefs „aussitzen“ können…
Gruß Gerhard