Hallo Sabine,
vielen Dank für Deine Antwort.
Ja, es mag sicher auch sein, dass es meine subjektiven Empfindungen sind. Aber so wie mir geht es auch vielen anderen Besuchern, die den Tierpark aufgesucht haben.
Ich habe mich an den dortigen Tierschutzverein der Stadt gewandt und habe eben eine Mail bekommen, in der steht, dass ich nicht die einzige Person bin, die Missstände in dem Tierpark mitteilt. Ständig bekommt der Tierschutzverein neue Meldungen darüber.
Mein Bericht wurde an den zuständigen Amtsveterinär weitergeleitet, der sich mit mir in Verbindung setzen wird.
Ich kenne das allerdings auch schon aus anderen Fällen, wo Tiermisshandlung (Hundesport, priv. Haltung etc.) vorlag und da ist dann alles im Sand verlaufen, weil sich Amtveterinär und „Täter“ kannten oder die Beweislage nicht stark genug war.
Der Tierpark, den wir Dienstag besucht haben, ist ein privat geführter Tierpark, und ich kann mir vorstellen, dass es nicht einfach ist, immer allen Tieren dort gerecht zu werden und dass es auch schwer ist, alle Tiere mit Futter und med. Dingen/Behandlungen zu versorgen. Gerade wenn auch noch alles wetter- und saisonabhängig ist, und abhängig von den Einnahmen durch die Besucher und durch Spenden.
In dem Tierpark ist im Übrigen auch noch eine Spielecke mit diversen Karussels etc. für die Besucher-Kinder im Park.
Hier mal ein Auszug von dem Besuch in dem Park:
- 2 ältere Schimpansen leben in einem nicht gerade großen Gehege/Käfig, monoton, karg eingerichtet, wenig Klettermöglichkeiten - und Grünpflanzen sind nur an der Betonwand lieblos gemalt. Nur wenige Meter von den Schimpansen entfernt spielen laut kreischende und tobende Kinder an den dort angebotenen Attraktionen. Die Schimpansen wirken traurig, haben nichts, was ihren Geist fördert oder ihnen etwas zum Spielen gibt.
1 Storch, der in einem Gehege mit 2 weiteren Störchen, 2 Hasen und 1 Schildkröte sowie jungen Kormoranen lebt, dem man aber die Flugfedern am linken Flügel reichlich gestutzt hat. Er versuchte zu fliegen, man sah beim Ausbreiten der Flügel, dass der rechte Flügel noch mit allen Federn intakt war, aber der linke Flügel, da war ein ganzes Stück der Flügelspitzen gerade abgeschnitten. Der Storch war immer mit dem linken Flügel beschäftigt und man spürte, dass er verwirrt war, er gab leise Laute von sich, und wohl nicht fassen konnte, was man da mit ihm gemacht hatte. Er breitete immer wieder die Flügel aus und schaute auf den linken Flügel.
Ich weiß auch, dass in Zoos und Tierparks Vögeln die Flugfedern gestutzt werden, damit sie im Gehege bleiben, aber sowas habe ich zuvor noch nicht gesehen, dass man so viel wegschneidet. Denn von selber wird ihm das nicht abgefallen sein …
2 Skunks, die nicht in einem Gehege an der frischen Luft waren, sondern in einem kleinen „Käfig“ oder „Raum“, wo man sie durch schmutzige Glasscheiben betrachten konnte. Von frischer Luft und Auslauf war nichts zu sehen.
Bei den Erdmännchen war es ebenso. Das kenne ich aus anderen Zoos/Tierparks vorbildlicher und die zeigen: es geht auch anders.
Dass Tiere in Zoos/Tierparks Nachwuchs ohne Beisein der Pfleger bekommen, ist auch nicht neu. In der Wildnis ist auch kein TA dabei.
Auch dass Pfleger nicht immer präsent sein können ist klar.
Trotzdem kam es uns auch generell komisch vor, weil man auch rein optisch nicht das Gefühl hatte, dass man sich hinreichend um einzelne Tiere kümmert.
Es mag sein, dass es nun auf meinem subjektives Empfinden beruht, darüber zu urteilen, wie die Tiere da teilweise schlecht untergebracht sind, aber ich bin damit nicht alleine.
Dieses Empfinden haben auch noch andere tierliebe Menschen, die diesen Park besucht haben und wie mir der Leiter des örtlichen Tierschutzes schrieb, reicht es wohl leider (wie bei vielen anderen Tierhaltungen auch), wenn der Tierpark die Mindestanforderungen bei der Tierhaltung erfüllt.
Mit der Leitung des Parks selbst zu sprechen hätte wohl nicht viel genutzt, da die Tierpfleger, die dort waren, den Besuchern gegenüber generell nicht gerade sehr zugänglich und freundlich waren. Bestenfalls wären wir vielleicht noch rausgeflogen.
Zudem hätten sie sich herausgeredet. Sowas kenne ich schon aus anderen Fällen, die schon einige Jahre zurück liegen.
Ich kann mir auch vorstellen, dass es für einen privat geführten Tierpark finanziell und von der Anzahl der Mitarbeiter her nicht einfach ist, alle Tiere immer richtig zu versorgen und artgerecht unterzubringen, aber vielleicht sollte man dann in solchen Fällen auf einige „tierische Attraktionen“ verzichten, um sie zur Schau zu stellen, und dass man sich lieber an die Tierarten hält, denen man von der Haltung her gerechter werden kann?
Es ist schon so, dass man - und da geht es nicht nur mir allein so - jedesmal nachdenkt, ob man nach so einem Besuch überhaupt nochmal Tierparks aufsucht, wo es einem als tierliebender Mensch doch oft immer bei einzelnen Tieren immer wieder einen Stich verpasst, die Tiere so zu sehen - von denen man weiß, dass sie sonst aber auch anders leben können, wemigstens etwas schöner leben können in anderen vorbildlicheren Tierparks/Zoos.
Es gibt auch eben Ausnahmen, wo man merkt, dass man mit den Tieren dort liebevoller umgeht und man auch sieht, dass die Haltungsbedingungen besser sind.
Das kann man ja nicht beurteilen, wenn man zuvor noch nicht dort war. In dem Park am Dienstag waren wir das erste Mal.
Eingesperrtsein ist für kein Lebewesen wirklich toll. Aber einige Arten kennen es nicht anders, sind im Zoo oder Tierpark geboren. Trotzdem ist es schon traurig. Wer möchte denn schon so leben? Und sollte man den Tieren, wenn man sie schon für Geld ausstellt, die Haltung dann nicht so artgerecht machen wie möglich?
Und vielleicht kann man ja als Besucher dann auch mal was ändern, wenn man den Betreibern auf die Füße tritt?
Oder sollte man es so sehen? Es sind ja „nur“ Tiere?
MfG
Bijou
Guten Tag,