Hallo,
weiß jemand wo der Satz:
„Schleich di Deifel“ (Schleich dich Teufel) her kommt?
Aus Goethes Faust? Und hat er eine Biblische Grundlage?
Hallo,
weiß jemand wo der Satz:
„Schleich di Deifel“ (Schleich dich Teufel) her kommt?
Aus Goethes Faust? Und hat er eine Biblische Grundlage?
Hallo,
weiß jemand wo der Satz:
„Schleich di Deifel“ (Schleich dich Teufel) her kommt?
Aus Goethes Faust? Und hat er eine Biblische Grundlage?
der Satz „Weiche (von mir), Satan“ ist im Lukas- (4,8) und im Matthäusevangelium (4,10) zu finden:
http://www.2jesus.de/online-bibel/schlachter-lukas-4…
http://www.2jesus.de/online-bibel/schlachter-matthae…
Gruß
Kreszenz
Servus,
neugierhalber: Hast Du einmal einen Blick in den Faust geworfen?
Schöne Grüße
MM
Ja habe ich. Aber das Betreffende Zitat nicht gefunden. Außerdem war Goethe Hesse und somit passt der schwäbische oder bayrische Ausdruck auch nicht in Faust.
Trotzdem danke
Hallo,
MArtin hat wohl darauf angespielt, dass ein passendere Zitat aus dem Faust: „Her zu mir!“
wäre.
Gruß
Elke
(und ja, das bairsch/schwäbische passt gar nicht um Faust)
Hi Elke,
vornehmlich habe ich darauf angespielt, dass der Autor in seinen Faust im Detail mindestens acht mehr oder weniger gut versteckte Unterschiede zum „Verkauften Großvater“ von Anton Hamik eingewoben hat, und dass es von daher auf der Hand liegt, dass das vorgelegte Wort jedenfalls nicht irgendwo im Faust stehen kann.
Ich halte persönlich zwar den „Faust“ für gemeinhin überbewertet, aber ihn auf eine Ebene zu stellen mit den Darbietungen auf der Kirmes, wo man zum Ergötzen von Jung und Alt beobachten kann, wie der Kasperle den Teufel verpritscht, kommt mir dann doch nicht sehr naheliegend vor. Obwohl wir natürlich auch mit siebzehn die Vorrede zum Faust II nach ausgiebigen Trinkereien anderentags folkloristisch zitiert haben - wer nicht?
Außerdem deucht es mich bissi schwierig, die vorgelegten Worte im Versmaß unterzubringen.
Weiterführend: Dem Geheimrath wird ja sein „als wie zuvor“ als Spur oberdeutschen Dialektes oft genug unter die Nase gerieben. Das noch viel öfter verkreuzworträtselte „weder Fräulein, weder schön“ ist ja nun gar nichts besonders Hessisches, sondern das zweite „weder“ hat halt die Silbe, die dem Schnelldichter grad noch gefehlt hat. Genau so ists doch eigentlich auch mit dem „als wie“. Es kommt mir nicht so vor, als habe Goethe „aus Versehen“, aus Unwissen oder Unvermögen, hessischen Dialekt in den Faust hineingemengt.
Wenn Kollesche Dichterferschd Schiller „untertänig“ auf „König“ reimt, wird ihm ja auch nicht unterstellt, er sei heimlich vom Neckar an die Elbe übergelaufen, und der Ring des Polykrates sei in Wircklichkeit ein sächsisches Mundartgedicht.
Schöne Grüße
MM
Hallo, Martin,
Es kommt mir nicht so vor,
als habe Goethe „aus Versehen“, aus Unwissen oder Unvermögen,
hessischen Dialekt in den Faust hineingemengt.
bei [http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/Images/db/w…](http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/Images/db/wiss/goethe/gretchen_s1/Gretchen_4034-7 1 150_500x773_.jpg) könnte man allerdings schon ins Grübeln kommen …
(Ein sich schleichen sollender Deifi ist übrigens in Der Teufelstritt: Magische Geschichten und Rundgänge zu Sagenorten in München zu finden http://books.google.de/books?id=7xkzldtiRTcC&lpg=PA3… )
Gruß
Kreszenz
Hallo,
aber der Reim jung-genung ist eindeutig (süd)Hessisch bzw. nordbadisch/kurpfälzisch.
Gruß
Elke
Servus,
alles, was unmittelbar mit Gretchen zu thun hat, giltet nicht. Bei diesem Thema verfiel der Geheimrath ganz regelmäßig in neblichte Zustände, wie man an der gesamten Bearbeitung des Themas im Faust erkennen kann, mit dem der Autor offenbar trotz aller Mühe nicht zurecht gekommen ist, und das ihm das Drama eigentlich gesprengt hat.
Aber in Wirklichkeit hast Du natürlich recht - diesen Beleg lass ich gelten (und ich hab ihn auch nicht gekannt).
Sey gegrüszt
MM
Hi Elke,
jo da hast Du recht, dafür gibts keinen Vorwand. Man müsst mal versuchsweise Goethens Poesie mit dem entsprechenden Akzent ausprobieren, wie sie dann klingt.
Sey gegrüszt
MM
Servus,
bairisch geläufig wäre mir eher:„Schleich di zon Duifé!“ (Schleich dich _zum_ Teufel!). Das wäre eine dem Baiern sich logisch anbietende Redewendung.
Gruß r
HAllo,
bairisch geläufig wäre mir eher:„Schleich di zon Duifé!“
(Schleich dich _zum_ Teufel!). Das wäre eine dem Baiern sich
logisch anbietende Redewendung.
Der Sinn ist aber ein anderer.
Bei deiner Redewendung wird jemand zum Teufel geschickt.
In der Redewendung des UP spricht jemand den Teufel direkt an.
Daher, nehme ich an, resultiert auch die Frage und die Assoziation mit Bibel und Faust.
Gruß
Elke
Hallo,
nebst der Erwähnung in der Bibel findet sich derlei auch in gängigen Exorzismus-Formeln (‚Vade retro Satanas!‘).
Grüße
=^…^=
Hi Martin, ne, 
Ich halte persönlich zwar den „Faust“ für gemeinhin
überbewertet, …
Sehe ich auch so. Liebe ihn trotzdem.
Außerdem deucht es mich bissi schwierig, die vorgelegten Worte
im Versmaß unterzubringen.… Das noch viel öfter verkreuzworträtselte „weder
Fräulein, weder schön“ ist ja nun gar nichts besonders
Hessisches, sondern das zweite „weder“ hat halt die Silbe, die
dem Schnelldichter grad noch gefehlt hat.
Wieso? Es geht doch auch anders. Mich deucht,
„Ich_bin_kein_Fräu_lein,_auch_nicht_schön“
hätte ebenso ins Versmaß gepasst. Ganz ohne weders.
Na ja - vielleicht hätte der „Schnelldichter“ eine Sekunde länger überlegen müssen, und „time is money“ galt auch schon damals … Oder Gretchens bescheidener Widerspruch gegen Fausts Gebagger (neudeutsch) mit „Mein schönes Fräulein, darf ich …“ kam Goethe nicht deutlich genug raus ohne die widerholten „weders“. Leider können wir Goethe nicht mehr fragen.
… Es kommt mir nicht so vor,
als habe Goethe „aus Versehen“, aus Unwissen oder Unvermögen,
hessischen Dialekt in den Faust hineingemengt.
Wieso nicht? Auch „Genies“ sind nur Menschen. Das macht sie umso genialer … 
Ich mag „meinen“ Goethe, auch wenn in ihm ein fehlerhafter Hesse steckte. Oder vielleicht gerade deshalb.
Lieben Gruß
Fax
Servus,
Wieso nicht? Auch „Genies“ sind nur Menschen. Das macht sie
umso genialer …
Immerhin ist meinem großen alten Freund CMW, geistigem Onkel sowohl des Geheimbderaths als auch des Dichterferschden, der mich umgekehrdt wahrscheinlich keines ausführicheren Augenscheins gewürdigt hätte, kein einziges Wörtlein Oberholzheimer Slang in die Feder geschliffen.
Ergo: Auch ein Schenie muss sich ums Handwerck kümmern, selbst wenn es den Preis einer Biberacher Stadtschreiberstelle koste.
In diesem Sinne
MM