Schleicher vs Papen

Guten Abend,
in wie weit stimmt die Aussage von General von Schleicher, dass er die von v. Papen angedachten „Reformen“ (wenn man sie so nennen will) nicht notfalls mit der Reichswehr durchsetzten konnte.
Wenn man sich das Zahlenverhältnis der Reichswehr im Vergleich zur SA (um die 4 Mio Mitglieder), Reichsbanner Schwarz-Rot.Gold (3,5 Mio. Mitglieder), Stahlhelm (1. Mio Mitglieder)RFB (150.000)… anschaut, würde das sogar einleuchten.

Sprich wie schlagkfäftig war die Reichswehr um 1930-33eigentlich???

Oder war das nur eine politisch motivierte Absage; Schleicher wurde ja schließlich danach selbst Reichskanzler. (auch wenn nicht sonderlich lang und erfolgreich, aber des is ja für die Frage wurscht)
danke im voraus für kompetente Einschätzungen!

servus
PS.: oder verstanden sich Schleicher und Papen gar hervorragend und das alles war nur abgekartet???

Hallo Galle,

in wie weit stimmt die Aussage von General von Schleicher,
dass er die von v. Papen angedachten „Reformen“ (wenn man sie
so nennen will) nicht notfalls mit der Reichswehr durchsetzten
konnte.

Ich halte sie für zutreffend.

Wenn man sich das Zahlenverhältnis der Reichswehr im Vergleich
zur SA (um die 4 Mio Mitglieder), Reichsbanner
Schwarz-Rot.Gold (3,5 Mio. Mitglieder), Stahlhelm (1. Mio
Mitglieder)RFB (150.000)… anschaut, würde das sogar
einleuchten.

Dazu kommt das die SA über Aufklärungsflugzeuge, Funkgeräte und
Maschinengewehre verfügte und sich seit längerem auf diesen Waf-
fengang, der von ihr ‚2te Revolution‘ genannt wurde, vorbereitet
hatte. Vorallem aber hatte die SA in mindestens zwei Million
Veteranen des 1. Weltkrieges ausreichend kampferfahrene Truppen
und war kriegsbereit gegliedert.

Sprich wie schlagkfäftig war die Reichswehr um
1930-33eigentlich???

Noch wichtiger erscheint mir die Frage wie einsatzbereit sie ohne
Einsatzplanung ‚aus den Frieden heraus‘ für einen Schlag gegen die
Nazis gewesen wäre. Sie war weder politisch noch organisatorisch
für einen Bürgerkrieg gerüstet.

PS.: oder verstanden sich Schleicher und Papen gar
hervorragend und das alles war nur abgekartet???

Den Junkern der Reichswehr ging bis zum ‚Röhm-Putsch‘ gewaltig die
Muffe vor dem was die zutiefst sozialistisch geprägte SA vorhatte!

MMn war es der erste wirklich große Fehler Hitlers als er sich
für die Reichswehr entschied und die SA-Führung liquidieren und
ihre Strukturen auflösen lies.

Viele Grüße

Jake

Hi Jake,

in wie weit stimmt die Aussage von General von Schleicher,
dass er die von v. Papen angedachten „Reformen“ (wenn man sie
so nennen will) nicht notfalls mit der Reichswehr durchsetzten
konnte.

Ich halte sie für zutreffend.

Bitte hilf mir kurz auf die Sprünge: welche „Reformen“ meinst du? Den Preußenschlag? DEN hat v. Papen ja hinbekommen.

Wenn man sich das Zahlenverhältnis der Reichswehr im Vergleich
zur SA (um die 4 Mio Mitglieder), Reichsbanner
Schwarz-Rot.Gold (3,5 Mio. Mitglieder), Stahlhelm (1. Mio
Mitglieder)RFB (150.000)… anschaut, würde das sogar
einleuchten.

Nun, erstens kannst du Stahlhelm und SA sicher nicht in einen Hut werfen, das Reichsbanner erst recht nicht. Eine konzertierte Aktion der Vereinigungsmenge aller drei Gruppen zusammen ist doch völlig abwegig. Gegen wen oder was und aus welchem Interesse geleitet hätte dies denn vonstatten gehen sollen?

Zweitens ist die SA zwar wunderbar durchorganisiert gewesen mit Rängen, Ortsverbänden und Gemeinschaftsleben. Aber das allein macht noch keine Streitmacht aus, die geoße Putschaktionen durhcführen könnte, wenn sie auf der anderen Seite a) nicht die Unterstützung der breiten Masse des Volkes besitzt b) dies auch noch gegen die Reichswehr durchsetzen müßte.

Im Prinzip hat der „Röhm-Putsch“ doch gezeigt, wie schnell das auf den ersten Blick so groß und mächtig erscheinende Gebilde SA in sich zusammenbrach: eine Handvoll Leute ausgeschaltet, und die Motivation des „Millionenheeres“ ist dahin. Das wäre bei der Reichswehr nie und nimmer passiert.

Die SA war im übrigen 1932 kurzzeitig mal verboten, wie direkt nach dem Hiterputsch ja auch schon. Daß derartige Verbote nicht nur als leer betrachtet worden, sondern durchaus als ernstzunehmendes Embargo wahrgenommen wurden, zeigt ja die Tatsache, daß die NSDAP mit v. Papen einen Deal schließen mußte, damit das Verbot aufgehoben wird. (Daß dieser Deal nicht aufging, ist eine andere Sache.)

Das ganze Bestreben Hitlers, mit „legalen“ Mitteln an die Macht zu kommen, war begründet durch seine Erfahrung 1923. Vielleicht hätte ja kurzzeitig ein Putsch sogar geklappt, vielleicht wäre die SA ja stark gewesen, aber das wäre angesichts des offenkundigen Rechtsbruchs und der damit fehlenden Akzeptanz in Volk, Beamtenapparat und Armee nicht dauerhaft zu halten gewesen.

MMn war es der erste wirklich große Fehler Hitlers als er sich
für die Reichswehr entschied und die SA-Führung liquidieren
und
ihre Strukturen auflösen lies.

DAS verstehe ich ja nun gar nicht! Inwiefern war das ein Fehler von ihm? Die weitere Entwicklung zeigt doch eindeutig, daß es aus seiner Sicht das einzig richtige Pferd war, auf das er gesetzt hat! Das mußt du mir jetzt wirklich erläutern.

Viele Grüße

OT

Viele Grüße

Jake

MMn war es der erste wirklich große Fehler Hitlers als er sich
für die Reichswehr entschied und die SA-Führung liquidieren
und ihre Strukturen auflösen lies.

Jake

Das verstehe ich auch nicht, bitte erläutere, was Du meinst.

Heinrich

Hallo,

MMn war es der erste wirklich große Fehler Hitlers als er sich
für die Reichswehr entschied und die SA-Führung liquidieren
und
ihre Strukturen auflösen lies.

wieso war das ein Fehler?
Über die Reichswehr hat er doch exakt das gekommen, was er wollte - ein modernes Heer mit Berufsoffizieren, die ihr Handwerk verstehen und das er somit in kurzer Zeuit zu einer sehr guten froßen Armee ausbauen konnte. Immerhin haben ihm die alten Haudegen der Reichswehr halb Europa erobert, ohne groß zu fragen. Ob er das mit den Amateueren von der SA hinbekommen hätte, möchte ich doch bezweifeln.

Und er war mit dem Putsch eine ihm sehr unbequeme Bewegung los. Denn die SA hätte ih ja tatsächlich an seine Versprechungen von vorher erinnern können und hätte eventuell auch wieder Millionengegen seine Regierung auf die Straße begracht, wenn die versprochenen Wohltaten fürs Volk ausblieben.
Das war eine MAcht negen ihm, die er nicht voll kontrollieren konnte - und die mußte weg. Das war die einzig logisch richtige Entscheidung.

Gernot Geyer

ein beachtenswerter Faktor: die Polizei
Hallo an alle,

Ihr vergesst in Euren Zahlenspielen die Polizei. Die Polizei war früher eine paramilitärische Truppe, die z.Z. des Versailler Vertrages durchaus eine Schattenarmee darstellte. Dafür spricht ihre Bewaffnung (MG, gepanzerte Fahrzeuge) und die Übernahme von Polizeibeamten in die aufzustellende Wehrmacht ab 1934/35 oder im Krieg die Polizei-Bataillone.

Im Anhang an Brachers Untergang der Weimarer Republik findet sich eine interessante Zeugenaussage, nach der alleine die preußische Polizei den „Preußenschlag“ hätte verhindern können. Wenn sie denn entsprechend geführt worden wäre.

Viele Grüße,
Andreas

Hallo Oliver,

in wie weit stimmt die Aussage von General von Schleicher,
dass er die von v. Papen angedachten „Reformen“ (wenn man sie
so nennen will) nicht notfalls mit der Reichswehr durchsetzten
konnte.

Ich halte sie für zutreffend.

Bitte hilf mir kurz auf die Sprünge: welche „Reformen“ meinst
du? Den Preußenschlag? DEN hat v. Papen ja hinbekommen.

Mein ‚zutreffend‘ bezieht sich auf die ‚Nichtdurchsetzungsfähigkeit‘
der Reichswehr. Zu den ‚Reformen‘ müßte sich Galle äußern.

Wenn man sich das Zahlenverhältnis der Reichswehr im Vergleich
zur SA (um die 4 Mio Mitglieder), Reichsbanner
Schwarz-Rot.Gold (3,5 Mio. Mitglieder), Stahlhelm (1. Mio
Mitglieder)RFB (150.000)… anschaut, würde das sogar
einleuchten.

Nun, erstens kannst du Stahlhelm und SA sicher nicht in einen
Hut werfen, das Reichsbanner erst recht nicht.

Deshalb habe ich mich auch nur zur SA geäußert :wink:

Eine konzertierte Aktion der Vereinigungsmenge aller drei Gruppen
zusammen ist doch völlig abwegig. Gegen wen oder was und aus wel-
chem Interesse geleitet hätte dies denn vonstatten gehen sollen?

Ich weiss nicht genau genug wie weit die anderen Organisationen
Mitte 34 schon in die SA eingegliedert waren um dazu was zu
schreiben. Auch das sollte eher Galle beantworten.

Zweitens ist die SA zwar wunderbar durchorganisiert gewesen
mit Rängen, Ortsverbänden und Gemeinschaftsleben. Aber das
allein macht noch keine Streitmacht aus, die geoße
Putschaktionen durhcführen könnte, wenn sie auf der anderen
Seite a) nicht die Unterstützung der breiten Masse des Volkes
besitzt b) dies auch noch gegen die Reichswehr durchsetzen
müßte.

Bei all dem sollte man nicht übersehen das große Teile der SA
aus dem 1. Weltkrieg und den Kämpfen am Beginn der ‚Weimarer
Republik‘ echte Kampferfahrung hatten und die SA 1933 mehr
ehemalige Offiziere als die Reichswehr aktive Offiziere hatte
und die SA bei Infantriewaffen etwa 10 zu 1 überlegen war.

Die ‚Unterstützung der breiten Massen‘ ist für mich dabei kein
Argument da 1. die Wahlergebnisse in der letzten freien Wahl
zeigen das die Nazis durchaus eine Massenbewegung waren und
ich 2. genug erfolgreiche Putschaktionen ohne diese kenne.

Die Reichswehr und ev. Teile der Polizei wären sicher achtbare
Gegner gewesen. Aber schon die Dislozierung der Reichswehr war
für die Niederschlagung eines solchen Putschs ungeeignet und
die spätere Geschichte hat das Versagen der Reichswehr als
politisch handelnder Gewalt -was sie auch nie sein sollte-
gezeigt. Vorallem aber: Wer hätte die Reichswehr bei so einem
Einsatz kommandieren sollen und wären ihre Mannschaften zum
Kampf gegen die SA bereit gewesen?

Im Prinzip hat der „Röhm-Putsch“ doch gezeigt, wie schnell das
auf den ersten Blick so groß und mächtig erscheinende Gebilde
SA in sich zusammenbrach: eine Handvoll Leute ausgeschaltet,
und die Motivation des „Millionenheeres“ ist dahin. Das wäre
bei der Reichswehr nie und nimmer passiert.

Damit übersiehst du die Rolle von Hitler als dem gottgleichen
Sinngeber der SA. Auch in der Reichswehr wäre der Kaiser problem-
los in der Lage gewesen eine Gruppe unfähiger Offiziere auszu-
tauschen und als genau dies wurde der ‚Röhm-Putsch‘ dargestellt.
Noch dazu war die SA offiziell ‚für ihre besonderen Verdienste‘
für einen Monat auf Urlaub geschickt worden und war daher kaum
handlungsfähig. Kennst du die Einschätzungen zur Kampfkraft der
Bundeswehr in den 80er Jahren für den Fall das ‚der Iwan an
Weihnachten kommt‘? :wink:

MMn war es der erste wirklich große Fehler Hitlers als er sich
für die Reichswehr entschied und die SA-Führung liquidieren
und ihre Strukturen auflösen lies.

DAS verstehe ich ja nun gar nicht! Inwiefern war das ein
Fehler von ihm?

Das ganze Bestreben Hitlers, mit „legalen“ Mitteln an die
Macht zu kommen, war begründet durch seine Erfahrung 1923.
Vielleicht hätte ja kurzzeitig ein Putsch sogar geklappt,
vielleicht wäre die SA ja stark gewesen, aber das wäre
angesichts des offenkundigen Rechtsbruchs und der damit
fehlenden Akzeptanz in Volk, Beamtenapparat und Armee nicht
dauerhaft zu halten gewesen.

Das sehe ich genauso wie du. Nur denke ich das es auch den
anderen Weg gegeben hätte und kann mir gut vorstellen das
er mit einer NSdAP die sich sozialistisch darstellt, und eben
nicht als einzigen letzten Sinn ihren Rassenwahn propagiert,
eine total anderen Ausgangspunkt gehabt hätte.

Die weitere Entwicklung zeigt doch eindeutig, daß es aus seiner
Sicht das einzig richtige Pferd war, auf das er gesetzt hat!
Das mußt du mir jetzt wirklich erläutern.

Ich denke das heutzutage vielzuwenig das 2te Pferd gesehen wird
das für ihn bereitstand. Was daraus geworden wäre kann ich letzt-
lich nicht abschätzen und spätestens bei der Frage ob, wann und
wie dann der 2te Weltkrieg geschehen wäre will ich hier erst recht
nicth phantasieren … in der Folge rechne ich mit einem ähnlichen
Ausgang wie dem Tatsächlichen …

Gernot schrieb dazu:

Über die Reichswehr hat er doch exakt das gekommen, was er wollte

  • ein modernes Heer mit Berufsoffizieren, die ihr Handwerk ver-
    stehen und das er somit in kurzer Zeit zu einer sehr guten froßen
    Armee ausbauen konnte. Immerhin haben ihm die alten Haudegen der
    Reichswehr halb Europa erobert, ohne groß zu fragen. Ob er das
    mit den Amateueren von der SA hinbekommen hätte, möchte ich doch
    bezweifeln.

Das sehe ich anders. Du gehst dabei sehr von der Reichswehr des
Jahres 39 aus. 1934 waren die meisten dieser ‚alten Haudegen‘
noch arbeitslos oder im Zivilleben oder sogar in der SA.
Die Panzer- und Luftwaffe gab es damals nur auf dem Papier.
Die so erfolgreichen Blitzkriegstaktiken wurden erst von der
‚Legion Kondor‘ zur Einsatzreife gebracht.

So wurde die SA aufgelöst und ihre Mannschaften später in die
Reichswehr aufgenommen. Niemand kann beweisen das dies umgekehrt
nicht auch möglich gewesen wäre …

Ich gebe gern zu das es letztlich ein Gefühl aus meinem Bauch ist
das mir dieses ‚2te Pferd‘ recht verlockend erscheinen läßt. Ein
Volksheer auf Basis der SA, in das die 40.000 Unteroffiziere der
Reichswehr und ihre von von Seeckt geschaffenen neuen Einsatz-
prinzipien integriert wurden, in dem man Schwule und Juden nicht
ausgegrenzt hätte … einige charmante Seiten kann man diesem
Traum nicht absprechen.

Wenn dann noch Hitler 1938 nach dem ‚Anschluß‘ beim Baden ertrunken
wäre … naja ganz ernst nehme das selbst auch nicht *g*

Viele Grüße

Jake

HAllo,

ich kann es mir die SA als echte Alternative zur Reichwehr ehrlich gesagt nicht recht vorstellen.
Das fängt schon bei der grundsätzlichen Zielsetzung an. Die Sa war ja nie für den Einsatz nach außen konzipert. Sie hatte doch gar keine entsprechende Organisationsstruktur.
Ich denke mal, wenn jemand versucht hätte, die SA als geschlossene verbände irgendwo zusammenzuziehen (wo eigentlich - Kasernen hatte die ja keine?), dann wäre ein ganzer Teil ihrer Mitglieder einfach gar nicht erst erschienen. Das waren doch mehr oder weniger Freizeitsoldaten, die in igeren Familien öebten - auch wenn ein Teil davon arbeitslos war und theöretisch verfügbar gewesen wäre.
Ein Einsatz als Hifspolizei - das ging. Weil die Leute da ja ihren Wohnort nicht dauerhaft verlassen mußten. Aber mehr? Da habe ich Zweifel.

Sicher hatte die Reichswehr 1933 auch noch keine Panzer und noch keine schlagkräftige Luftwaffe. Aber es gab schon vor Hitler Untersuchungen z.B,. über das taktische Zusammenwirken mit solchen Truppenteilen (z.T, auch Übungen mit Panzerattrappen), es gab in den 20iger Jahren ein U-Boot, daß durch die Marine getestet und dann (Deutschöland durfte ja keine haben) an die Türkei verkauft wurde.
Zumindest theoretisch also waren die Stäbe der Reichswehr in vielen teilen schon auf der Höhe der Zeit. Von den alten Frontkämpfern in der SA kann man das nicht unbedingt sagen - die waren ja waffentechnisch und taktisch mehr oder weniger stehengeblieben in ihren alten Erfahrungen.

Und eins noch: Hitler hatt ja das Volk schlichtweg mit seinen versprechen gekauft, die teils recht vage waren aber doch sehr sozialistisch klangen. Und er hatte absolut nicht vor, diese versprechen so einzulösen. Aber gerade die Arbeitslosen in der SA waren ja eine Volksmenge, die auf die Erfüllung dieser versprechen wartete.
Und damit bestand die latente Gefahr, daß sich irgendwelche höheren SA-Füher einfach die auf sie eingeschworene Truppe kaperte und mit ihr im Rücken die Einhaltung der gegebenen Versprechen fordern würde. Deshalb mußte die SA-Führung einfach weg - sie war ein potentieller Machtfaktor, den er nicht kontrollieren konnte.
Das durfte einfach keine wirklich schlagkräftige Truppe werden - weil die Gefahr bestand, daß die sich dann wirklich als Volksheer verselbstständigt hätte.

Gernot Geyer

Guten Abend allerseits,

eine Frage vorweg; es wurde jetzt ein paar mal daran gezweifelt, dass die Reichswehr dazu im Stande gewesen wäre einen Putsch niederzuschlagen.
Wie aber war es dann der RW 1919 möglich die ganzen Aufstände niederzuschlagen, wo sie doch „frisch“ aus dem Krieg kam??
Auf Grund der mangelnden Vorbereitung der Gegenspieler?
Auf Grund der militärischen Erfahrung der RW?? (wobei ich bezweifel, dass man Grabenkrieg mit Häuserkampf und Revolution vergleichen kann)
Und wie war die tatsächliche numerische Stärke der RW direkt nach dem Krieg, also während den Unruhen??

Bitte hilf mir kurz auf die Sprünge: welche „Reformen“ meinst
du? Den Preußenschlag? DEN hat v. Papen ja hinbekommen.

Mein ‚zutreffend‘ bezieht sich auf die
‚Nichtdurchsetzungsfähigkeit‘
der Reichswehr. Zu den ‚Reformen‘ müßte sich Galle äußern.

Ja, dann äußer ich mich mal dazu; den Preußenschlag hab ich nicht gemeint, nein, ich kann allerdings auch nur das nachplappern was ich davor in meinem Geschichtsbeuch gelesen hab (ich zitiere aus „Grundkurs Gschichte, Band 3 von Kleber u. Musselmann, Verlag Stark,S. 40):
" Als die Wahlen im November“ 1932 „wieder keine Änderung der Mehrheitsverhältnisse im Parlament brachten, faßte von Papen den Plan, den Reichstag zu eliminieren und einen neuen autoritären Staat zu schaffen, indem er alle Parteien, die Gewerkschaften und die Wirtschaftsverbände durch Notverordnungen ausschaltete.
Um den erwartenden Widerstand begegnen zu können, brauchte er die Reichswehr als Rückhalt…“
das habe ich mit „Reformen“ umschrieben, auf den Rest des Kapitels bezieht soch dann meine erste Frage, wo es heißt, dass General von Schleicher ihm die Unterstützung versagte.
ich hoff ich hab mich jetzt genug gerechtfertigt und vorallem keine Urheberrechte verletzt.

Wenn man sich das Zahlenverhältnis der Reichswehr im Vergleich
zur SA (um die 4 Mio Mitglieder), Reichsbanner
Schwarz-Rot.Gold (3,5 Mio. Mitglieder), Stahlhelm (1. Mio
Mitglieder)RFB (150.000)… anschaut, würde das sogar
einleuchten.

Nun, erstens kannst du Stahlhelm und SA sicher nicht in einen
Hut werfen, das Reichsbanner erst recht nicht.

  1. das ist mir vollkommen bewusst, ich wollte damit nur aufzeigen, dass sogar Organisationen wie die RFB oder Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (zumindest auf dem Papier?!), von denen man sonst kaum etwas hört, Zahlenmäßig der Reichswehr überlegen waren, und zwar jede für sich einzeln. und
  2. Stahlhelm und SA dürfte ich außerdem auf Grund der Harzburg Front sehr wohl in einem Hut werfen, wenn ich mich nicht sehr irre!!!

Eine konzertierte Aktion der Vereinigungsmenge aller drei Gruppen
zusammen ist doch völlig abwegig. Gegen wen oder was und aus wel-
chem Interesse geleitet hätte dies denn vonstatten gehen sollen?

ich hab nie geschrieben, dass sich alle genannten Organistionen zusammen schließen hätten müssen, das war auch für meine Fragestellung unerheblich; tut mir leid, falls ich durch unpräzise Aneinanderreihung Verwirrung gestiftet habe, ich wollte meine Frage nur so kurz wie möglich halten.

Ich weiss nicht genau genug wie weit die anderen
Organisationen
Mitte 34 schon in die SA eingegliedert waren um dazu was zu
schreiben. Auch das sollte eher Galle beantworten.

genug beantwortet? ;o)

Zweitens ist die SA zwar wunderbar durchorganisiert gewesen
mit Rängen, Ortsverbänden und Gemeinschaftsleben. Aber das
allein macht noch keine Streitmacht aus, die geoße
Putschaktionen durhcführen könnte, wenn sie auf der anderen
Seite a) nicht die Unterstützung der breiten Masse des Volkes
besitzt b) dies auch noch gegen die Reichswehr durchsetzen
müßte.

Bei all dem sollte man nicht übersehen das große Teile der SA
aus dem 1. Weltkrieg und den Kämpfen am Beginn der ‚Weimarer
Republik‘ echte Kampferfahrung hatten und die SA 1933 mehr
ehemalige Offiziere als die Reichswehr aktive Offiziere hatte
und die SA bei Infantriewaffen etwa 10 zu 1 überlegen war.

Was jetzt??? Wäre dies SA Logistisch und Technisch (Zahlenmäßig wohl schon) in der Lage gewesen, einen Putsch durchzuführen, notfalls gegen die Reichswehr, oder nicht?

Das sehe ich anders. Du gehst dabei sehr von der Reichswehr
des
Jahres 39 aus. 1934 waren die meisten dieser ‚alten Haudegen‘
noch arbeitslos oder im Zivilleben oder sogar in der SA.
Die Panzer- und Luftwaffe gab es damals nur auf dem Papier.
Die so erfolgreichen Blitzkriegstaktiken wurden erst von der
‚Legion Kondor‘ zur Einsatzreife gebracht.

finde ich interessant und klingt überzeugend.

Ich gebe gern zu das es letztlich ein Gefühl aus meinem Bauch
ist
das mir dieses ‚2te Pferd‘ recht verlockend erscheinen läßt.
Ein
Volksheer auf Basis der SA, in das die 40.000 Unteroffiziere
der
Reichswehr und ihre von von Seeckt geschaffenen neuen Einsatz-
prinzipien integriert wurden, in dem man Schwule und Juden
nicht
ausgegrenzt hätte … einige charmante Seiten kann man diesem
Traum nicht absprechen.

Wenn dann noch Hitler 1938 nach dem ‚Anschluß‘ beim Baden
ertrunken
wäre … naja ganz ernst nehme das selbst auch nicht *g*

tja, dann… ;o)

herzlich dank für die Antworten, auch wenn es bei dem „was wäre wenn“ Spielchen mit einer klaren Antwort immer schwierig ist!
servus

Guten Abend allerseits,

eine Frage vorweg; es wurde jetzt ein paar mal daran
gezweifelt, dass die Reichswehr dazu im Stande gewesen wäre
einen Putsch niederzuschlagen.
Wie aber war es dann der RW 1919 möglich die ganzen Aufstände
niederzuschlagen, wo sie doch „frisch“ aus dem Krieg kam??
Auf Grund der mangelnden Vorbereitung der Gegenspieler?
Auf Grund der militärischen Erfahrung der RW?? (wobei ich
bezweifel, dass man Grabenkrieg mit Häuserkampf und Revolution
vergleichen kann)
Und wie war die tatsächliche numerische Stärke der RW direkt
nach dem Krieg, also während den Unruhen??

Ah, das ist eine ganz andere Geschcihte, und überaus kompliziert. Obwohl – eigentlich gibt es da ein schönes Beispiel: den „Kapp-Putsch“. Dieser hatte nämlich genau das, was ihm zum Verhängnis wurde – Illegitimität. Ein kurzer Generalstreik, und das Rudel Reichswehr, daß aufgemotzt hat, ist wieder nach Hause gegangen.

Du siehst: fehlende Legitimität des Vorgehens PLUS kampfstarke Gegner, das haut nicht hin.

Im übrigen: ich bin mir nicht sicher, ob du dir über die komplexen Rolenverteilungen während der Monate Herbst 1918 - Sommer 1919 im Klaren bist. Wer Freund war und wer Feind, war hier nicht immer klar. DIE Reichswehr in ihrer zusammenhängenden Pracht und Struktur gab es de facto nicht mehr. Es gab streunende Verbände, die sich hie und da beim Durch-die-Gegend-Laufen mal zusammengerottet haben – flapsig ausgedrückt.

Klar war nur, daß Ebert alles dafür getan hat, den Staat als solches zu „retten“, nicht unbedingt als Republik, sondern eher als Monarchie, aber das war eben Pech für ihn. Und „Retten“ bedeutete in diesem Zusammenhang auch mal, Unruhen wie im Januar 1919 mal eben brutal niederzuknüppeln.

Ja, dann äußer ich mich mal dazu; den Preußenschlag hab ich
nicht gemeint, nein, ich kann allerdings auch nur das
nachplappern was ich davor in meinem Geschichtsbeuch gelesen
hab (ich zitiere aus „Grundkurs Gschichte, Band 3 von Kleber
u. Musselmann, Verlag Stark,S. 40):
" Als die Wahlen im November“ 1932 „wieder keine Änderung der
Mehrheitsverhältnisse im Parlament brachten, faßte von Papen
den Plan, den Reichstag zu eliminieren und einen neuen
autoritären Staat zu schaffen, indem er alle Parteien, die
Gewerkschaften und die Wirtschaftsverbände durch
Notverordnungen ausschaltete.
Um den erwartenden Widerstand begegnen zu können, brauchte er
die Reichswehr als Rückhalt…“
das habe ich mit „Reformen“ umschrieben, auf den Rest des
Kapitels bezieht soch dann meine erste Frage, wo es heißt,
dass General von Schleicher ihm die Unterstützung versagte.
ich hoff ich hab mich jetzt genug gerechtfertigt und vorallem
keine Urheberrechte verletzt.

OK, nun diese „Reformen“ konnte er nicht durchsetzen, weil Hindenburg ihn fallengelassen hatte. Das Rumgeschuster mit Notverordnungen, das Brüning eingeführt hatte, war ihm wohl dann doch ein wenig zu ziellos. Mehr kann ich im Detail jetzt auch nicht dazu sagen.

  1. das ist mir vollkommen bewusst, ich wollte damit nur
    aufzeigen, dass sogar Organisationen wie die RFB oder
    Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (zumindest auf dem Papier?!),
    von denen man sonst kaum etwas hört, Zahlenmäßig der
    Reichswehr überlegen waren, und zwar jede für sich einzeln.
    und

Die Zahl alleine macht gar nichts aus. Zu einer schlagkräftigen Armee gehören a) Kommunikationstruktur und hoheitliche Privilegie, es ist vor allem nicht zu unterschätzen, was alles nicht klappt, wenn der Beamtenapparat (Telefon, Bahn etc.) einfach streikt! b) effektive Organisationsstruktur mitsamt einer Disziplin, damit „der Laden einfach läuft“ und natürlich c) Waffen. Bei c) könnten die ganzen Wehrtrupps wahrscheinlich noch mithalten, bei a) und b) garantiert nicht. Wie jemand anders schon erwähnt hatte, besaßen die meisten dieser „Schlägertrupps“ ja nicht einmal Kasernen, sondern nur ihre Stammkneipen.

  1. Stahlhelm und SA dürfte ich außerdem auf Grund der Harzburg
    Front sehr wohl in einem Hut werfen, wenn ich mich nicht sehr
    irre!!!

Die Harzburger Front war mit der Machtergreifung tot. Sie war nichts anderes als ein Katalysator, der Hitler nach oben getragen hat, nur daß die Träger und Servanten die ganze Zeit der Meinung waren, sie würden bestimmen können, wo’s langgeht – falsch gedacht.

Zweitens ist die SA zwar wunderbar durchorganisiert gewesen
mit Rängen, Ortsverbänden und Gemeinschaftsleben. Aber das
allein macht noch keine Streitmacht aus, die geoße
Putschaktionen durhcführen könnte, wenn sie auf der anderen
Seite a) nicht die Unterstützung der breiten Masse des Volkes
besitzt b) dies auch noch gegen die Reichswehr durchsetzen
müßte.

Bei all dem sollte man nicht übersehen das große Teile der SA
aus dem 1. Weltkrieg und den Kämpfen am Beginn der ‚Weimarer
Republik‘ echte Kampferfahrung hatten und die SA 1933 mehr
ehemalige Offiziere als die Reichswehr aktive Offiziere hatte
und die SA bei Infantriewaffen etwa 10 zu 1 überlegen war.

Was jetzt??? Wäre dies SA Logistisch und Technisch
(Zahlenmäßig wohl schon) in der Lage gewesen, einen Putsch
durchzuführen, notfalls gegen die Reichswehr, oder nicht?

Ich sage: nein. Aber ich bin natürlich auch kein authoritativer Experte in Sachen SA-Interna.

Viele Grüße

OT

Hallo Galle,

eine Frage vorweg; es wurde jetzt ein paar mal daran
gezweifelt, dass die Reichswehr dazu im Stande gewesen wäre
einen Putsch niederzuschlagen.
Wie aber war es dann der RW 1919 möglich die ganzen Aufstände
niederzuschlagen, wo sie doch „frisch“ aus dem Krieg kam??
Auf Grund der mangelnden Vorbereitung der Gegenspieler?
Auf Grund der militärischen Erfahrung der RW?? (wobei ich
bezweifel, dass man Grabenkrieg mit Häuserkampf und Revolution
vergleichen kann)
Und wie war die tatsächliche numerische Stärke der RW direkt
nach dem Krieg, also während den Unruhen??

Die Reichswehr die 1919 die Aufstände niederschlug war die Schwarze Reichswehr, bestehend aus der in der Abrüstung befindlichen Kaiserlichen Armee, dem Grenzschutz und den Freikorps. Alles in allem also fast das gesamte Berufssoldatenheer der Kaiserlichen Armee + Freiwillige. In den 20er Jahren rüstete man dann auf 115.000 Mann ab, ab 1929 aber wieder auf.Theoretisch war die Reichswehr zu jeder Zeit in der Lage einen Putsch wirksam zu bekämpfen. Sie hatte die notwendige Ausbildung und Ausrüstung. Hinzu kommt, daß im Falle eines Putsches, man auch aus der Bevölkerung und den Sicherheitsorganen hätte rekrutieren können, so daß man nicht notgedrungen nur mit 100.000 Mann gegen die Aufständischen vorgehen mußte.

  1. das ist mir vollkommen bewusst, ich wollte damit nur
    aufzeigen, dass sogar Organisationen wie die RFB oder
    Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (zumindest auf dem Papier?!),
    von denen man sonst kaum etwas hört, Zahlenmäßig der
    Reichswehr überlegen waren, und zwar jede für sich einzeln.

Wie Oliver schon gesagt hat, war der Ausbildungs- und Ausrüstungsstand der Parteiarmeen eher auf Straßen- und Saalschlachten ausgelegt als auf militärische Aktionen.

  1. Stahlhelm und SA dürfte ich außerdem auf Grund der Harzburg
    Front sehr wohl in einem Hut werfen, wenn ich mich nicht sehr
    irre!!!

Hitler verabscheute die Deutsch-Nationalen/ den Stahlhelm so sehr, daß er und seine Anhänger bei den Paraden in Harzburg nur den Vorbeimarsch der SA abwarteten und beim Stahlhelm demonstrativ die Veranstaltung verließen. Da Hitler keine Organisation neben der seinigen duldete, kann man die beiden nicht einfach in einen Hut werfen.

Gruß

Servus!

Zu der immer wieder auftauchenden Frage, ob die Reichswehr einen Putsch hätte bekämpfen können: Es ist wohl mehr eine Frage des Wollens!
Da gibt´s das tolle Zitat von Seeckt aus der Zeit des Kapp-Kutsch: „Reichswehr schießt nicht auf Reichswehr“! Nachdem Seeckt auch ehemalige Soldaten (wie die, die die Freikorps bildeten) zur Reichswehr zählte, wäre also die Bekämpfung eines Putsches durch die Reichswehr durchaus ein Problem gewesen - auf die Reichswehr als Ganzes zu vertrauen, wenn´s um die Niederschlagung eines (Rechts-)Putsches ging, war in jedem Fall ein Risiko! (der Kapp-Putsch wurde im Wesentlichen durch den Generalstreik zu Fall gebracht, den die Linken ausgerufen hatten…)
Zur Ausrüstungsfrage der Reichswehr: Stimmt, weder Panzer noch Luftwaffe waren Anfang der 30er einsatzfähig. Im Prinzip aber war zumindest die Luftwaffe schon vorhanden: Die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion darf doch als einigermassen erfolgreich eingestuft werden - die Deutschen, die in Rußland das Fliegen trainierten, können mit Fug und Recht als einsatzbereite Piloten (inklusive Gerät) betrachtet werden.

Deshalb mußte die SA-Führung
einfach weg - sie war ein potentieller Machtfaktor, den er
nicht kontrollieren konnte.
Das durfte einfach keine wirklich schlagkräftige Truppe werden

  • weil die Gefahr bestand, daß die sich dann wirklich als
    Volksheer verselbstständigt hätte.

Genau das war ja, was Röhm im Sinn hatte. Hitler konnte ihn dabei nicht wirklich aufhalten und wusste sich schließlich nur noch durch den inszenierten sog. „Röhm-Putsch“ zu helfen…

VG
Christian

Ah, das ist eine ganz andere Geschcihte, und überaus
kompliziert. Obwohl – eigentlich gibt es da ein schönes
Beispiel: den „Kapp-Putsch“. Dieser hatte nämlich genau das,
was ihm zum Verhängnis wurde – Illegitimität. Ein kurzer
Generalstreik, und das Rudel Reichswehr, daß aufgemotzt hat,
ist wieder nach Hause gegangen.

Du siehst: fehlende Legitimität des Vorgehens PLUS kampfstarke
Gegner, das haut nicht hin.

Im übrigen: ich bin mir nicht sicher, ob du dir über die
komplexen Rolenverteilungen während der Monate Herbst 1918 -
Sommer 1919 im Klaren bist. Wer Freund war und wer Feind, war
hier nicht immer klar. DIE Reichswehr in ihrer
zusammenhängenden Pracht und Struktur gab es de facto nicht
mehr. Es gab streunende Verbände, die sich hie und da beim
Durch-die-Gegend-Laufen mal zusammengerottet haben – flapsig
ausgedrückt.

ja bin ich mir ;o) deshalb wollte ich auch nur die Zahl haben und keine Kampfkraft, aber danke dafür!
und zu Spong. beitrag: offiziell waren sie halt ab dem Zeitpunkt „zusammen“, recht hast du aber freilich trotzdem.

OK, nun diese „Reformen“ konnte er nicht durchsetzen, weil
Hindenburg ihn fallengelassen hatte. Das Rumgeschuster mit
Notverordnungen, das Brüning eingeführt hatte, war ihm wohl
dann doch ein wenig zu ziellos. Mehr kann ich im Detail jetzt
auch nicht dazu sagen.

naja, aber was anderes wär Brüning ja auch nicht wirklich übrig geblieben, oder??

Die Zahl alleine macht gar nichts aus. Zu einer
schlagkräftigen Armee gehören a) Kommunikationstruktur und
hoheitliche Privilegie, es ist vor allem nicht zu
unterschätzen, was alles nicht klappt, wenn der Beamtenapparat
(Telefon, Bahn etc.) einfach streikt! b) effektive
Organisationsstruktur mitsamt einer Disziplin, damit „der
Laden einfach läuft“ und natürlich c) Waffen. Bei c) könnten
die ganzen Wehrtrupps wahrscheinlich noch mithalten, bei a)
und b) garantiert nicht. Wie jemand anders schon erwähnt
hatte, besaßen die meisten dieser „Schlägertrupps“ ja nicht
einmal Kasernen, sondern nur ihre Stammkneipen.
Ich sage: nein. Aber ich bin natürlich auch kein
authoritativer Experte in Sachen SA-Interna.

DANKE!!! Genau so was wollte ich hören!
servus

es geht um 1930-33 (o.w.T.)