Schluessel in der Tuer->aengstliches Kind?

Hallo Leute

Fuer alle, die die Struwwelpeterdiskussion interessant fanden:

Ich habe die Angewohnheit vor dem Schlafengehen den Schluessel von
innen ins Schloss zu stecken, damit eventuelle Einbrecher mehr Muehe
haben das Schloss zu oeffnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein
Einbrecher kommt, schaetze ich sehr niedrig ein, aber da das
Einstecken des Schluessels gar keine Muehe macht, kann ich dem
unwahrscheinlichen Fall ja vorbeugen.
Meine Freundin erkennt darin uebertriebene Aengstlichkeit, denn in
unsere Wohnung eines grossen Mietshauses mit sogar verschlossener
Aussentuer in einem Rentnerviertel verirre sich doch nie ein
Einbrecher.
Wenn wir einmal ein Kind haben werden, dann solle ich diese
Angewohnheit abstellen, denn dadurch lerne das Kind nur misstrauisch
und aengstlich gegenueber anderen Menschen zu sein, meint meine
Freundin. Ich halte dagegen, dass das zu bis zu einem gewissen Grad
auch gut sei, denn wenn es glaubt, alle Menschen waeren gut, dann
falle es vielleicht auch einem Kinderschaender in die Faenge, der
sie, wie im Film, mit Naschwerk lockt.
Nun meine Frage:
Wird ein kleines Kind wirklich aengstlich, wenn es sieht wie der
Vater, der eigentlich ja Sicherheit und Staerke ausstrahlen soll,
jeden Abend die Tuer verbarrikadiert oder entwickelt sich dadurch ein
gesundes Misstrauen gegenueber Fremden oder ist das dem Kind voellig
egal?

Vielen Dank fuer Antworten, Tychi

Hallo Tychi
Wenn Du den Schlüssel von innen stecken lässt, würde ich das noch gar nicht als „Verbarrikardieren“ bezeichnen. Das ist relativ unaufwendig und in meinen Augen durchaus im Bereich des „Normalen“. Es würde auf Euer zukünftiges Kind sicherlich keinen Schaden ausüben.
Es grüßt Dich
Branden

Hallo Tychi,
ich glaube kaum, dass das Kind dann direkt allen Menschen mißtrauesch gegenüber stehen wird, vielmehr wird es sich das zum Vorbild machen und sich auch angewöhnen den Schlüssel immer von innen einzustecken, auch wenn es nicht weiß wofür das gut sein soll.

Kinder machen sehr viele Dinge nach, nicht nur Handlungen sonder auch Reaktionen werden übernommen, also wenn ihr anderen Menschen offen und nicht mißtrauisch begegnet wird es das Kind sicherlich auch tun.

Grüße Nebbou

Hallo Tychi,

ich glaube nicht, dass ein Kind ängstlich wird, nur weil der Schlüssel in der Wohnungstür steckt. Man kann ja auch zur Not einfach behaupten, dass man ihn dort garantiert nicht vergisst…

Ängstlich wird ein Kind meiner Meinung nach, wenn die Mutter (oder auch der Vater) ihre Ängste zu offensichtlich zeigen. So hat meine Mutter mir damals bestimmt 5x am Morgen vor der Schule gesagt, dass ich mit keinem Fremden reden soll und dass ich nichts annehmen darf. Desweiteren stand sie immerschon auf der Strasse, wenn der Bus ein paar Minuten Verspätung hatte, bzw ich ihn verpasst hatte und machte sich Sorgen. Solche „Kleinigkeiten“ gehäuft haben mich damals geprägt, und als ich dann ausgezogen bin in eine fremde Stadt, ganz alleine, brauchte ich länger als andere, um Anschluss zu finden. Ob´s jetzt genau damit zusammenhängt, weiß ich nicht, aber ich denke schon, dass ich wegen ihrem Verhalten doch teilweise sehr ängstlich bin. (Ob´s gut oder schlecht ist, ist auch wieder die Frage…)

Hoffe mein kleiner Erfahrungsbericht hilft dir!

Gruß
Mareike

Nun meine Frage:
Wird ein kleines Kind wirklich aengstlich, wenn es sieht wie
der
Vater, der eigentlich ja Sicherheit und Staerke ausstrahlen
soll,
jeden Abend die Tuer verbarrikadiert oder entwickelt sich
dadurch ein
gesundes Misstrauen gegenueber Fremden oder ist das dem Kind
voellig
egal?

Vielen Dank fuer Antworten, Tychi

Hallo,

was ist daran " unnormal", das ein Schlüssel im Schloß steckt?
Ich betreibe jeden Abend dieses Ritual und nicht nur dann: Jedesmal, wenn ich nach Hause komme, wird abgeschlossen und der Schlüssel leicht gedreht!!!
Das ist mit das Normalste auf der Welt-oder? Gewohnheit- keine Angstmacherei!

Ich habs wohl von meinen Eltern, auch ich werde es meiner Tochter mit aufn Weg geben.
Ich finde, die Haustür sollte abgeschlossen werden und das können Kinder doch schon lernen. Das hat nichts mit Angstübertragen zutun!

LG Manu

Der Tip
Hallo Tychi,

Ich habe die Angewohnheit vor dem Schlafengehen den Schluessel
von
innen ins Schloss zu stecken, damit eventuelle Einbrecher mehr
Muehe
haben das Schloss zu oeffnen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein
Einbrecher kommt, schaetze ich sehr niedrig ein, aber da das
Einstecken des Schluessels gar keine Muehe macht, kann ich dem
unwahrscheinlichen Fall ja vorbeugen.
Meine Freundin erkennt darin uebertriebene Aengstlichkeit,
denn in
unsere Wohnung eines grossen Mietshauses mit sogar
verschlossener
Aussentuer in einem Rentnerviertel verirre sich doch nie ein
Einbrecher.
Wenn wir einmal ein Kind haben werden, dann solle ich diese
Angewohnheit abstellen, denn dadurch lerne das Kind nur
misstrauisch
und aengstlich gegenueber anderen Menschen zu sein, meint
meine
Freundin.

ich vermute mal, daß Deine Freundin in irgendeiner Form (Haupt-/Nebenfach) Psychologie studiert. Diese Heilslehre aber hat schon viele Menschen ins Unglück gestürzt.

Von Mann zu Mann also der Tip : Bitte doch Deine Freundin ganz eindringlich etwas anderes zu studieren.

Was Deine Angewohnheit angeht … ein Seefahrer würde so etwas als Seemannschaft bezeichnen. Das Schiff klar zu haben für den Fall widriger Situationen nämlich.

Gruss Jacobias

Das ist mit das Normalste auf der Welt-oder? Gewohnheit- keine
Angstmacherei!

Liebe manou !

Also, sooo ganz normal empfinde ich das dann doch nicht, vielleicht aber weil ich zu den sorglosen Naturen gehöre. Da bleibt bei mir schon mal die Terrassentür weit offen, wenn ich zum Bäcker oder zur S-Bahn in den Nachbarort fahre. Frei nach dem Motto : zum rausholen ist hier nichts, aber stellt doch mal was dazu. Außerdem gibts in der Nachbarschaft viele Augen, die einem ständig beobachten. *nerv*
Eine meiner Nachbarinnen war deshalb auch schon mal fast der Ohnmacht nahe. Sie machen abends schon ab 7 die Rollos runter und sitzen selbst bei schönsten Wetter im Sommer dann da drinnen, weil es könnten ja ständig plündernde Horden aus dem Osten kommen( O-Ton). Da ist aber das Schlüsselumdrehen noch harmlos dagegen.

LG
Sabine

Hi,

also so ganz als „normal“ würde ich es nicht bezeichnen, denn rein von der Wahrscheinlichkeit her würde es eher in deiner Wohnung anfangen zu brennen als das jemand einbricht. Im Falle das es brennt könnte sich ein Kind schon schwer damit tun, in der ganzen Aufregung auch noch vorher das Schloss zu öffnen.

Ob es jetzt deinem Sicherheitsgefühl dient ist eine andere Geschichte, denn ich gebe dir in einem Punkt recht, eine abgeschlossene Wohnungstür lässt sich so, zum Beispiel mit einer Kreditkarte, schwerer oder gar nicht aufmachen (auch für die Feuerwehr, Polizei, Notarzt etc. nicht). Und für den Fall das jemand der einen zweiten Schlüssel hat, einmal in die Wohnung möchte während von innen der andere Schlüssel steckt geht dieses meist auch nicht.

Stellt sich also die Frage wovor man mehr angst hat :wink: ich für mein Teil schliesse die Tür nicht ab und lasse den Schlüssel auch nicht stecken.

Viele Grüße
Me

Hi,

hast du Haustiere? Ich schließe nachts die Tür allein schon darum ab, weil nach Murphy’s Law genau dann die Katzen die Tür aufmachen, wenn ich mal nicht abschließe. Ich trau denen alles zu, und ich kannte schon Katzen, die das geschafft haben. Und den Schlüssel lass ich stecken, damit ich die Tür im Notfall (Feuer etc.) schnell aufbekomme.

Keine Lösung für dein Problem, aber vielleicht ein neuer Ansatz - wäre auch eine Alternativerklärung für evtl. Kinder, wenn man nicht will, dass Papa’s Angst sich auf sie überträgt.

LG,
Cess

offtopic

ich vermute mal, daß Deine Freundin in irgendeiner Form
(Haupt-/Nebenfach) Psychologie studiert. Diese Heilslehre aber
hat schon viele Menschen ins Unglück gestürzt.

Sie vermitteln den Eindruck, als hätten Sie in der Vergangenheit einige geradezu traumatische Erfahrungen mit Psychologen machen müssen, lieber Jacobias. Verstehe ich Sie da richtig?

Herzliche Grüße, Messalina

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Moin Tychi,

ich steck den Schlüssel auch immer von innen in die Tür.

  1. weiss ich dann wo er ist (spart morgens fast 10 Minuten) und 2. seh ich ihn nochmal, bevor ich im Tran die Bude verlasse und kann ihn mitnehmen. Seitdem sperre ich mich nicht mehr aus.

Damit will ich sagen: Es gibt für Handlungen meist mehr als eine einzige Möglichkeit für ein zugrunde liegendes Motiv beim Handelnden. Nicht nur was du tust, beeinflusst deine Kinder, sondern viel mehr warum du es tust, was du sie von deinen Motiven erkennen lässt. Selbstmordbombenattentate und Ähnliches mal ausgenommen. :wink:))

Gruß
Burkh

Da fällt mir gerade eine Geschichte ein die mir so mal mitten in Hamburg passiert ist. Es war Sommer, wir wohnten im Erdgeschoss und schliefen bei geöffnetem Fenster (ich meine ganz weit auf). Morgens hatten wir verschlafen uns stürmten zur Arbeit ohne die Fenster zu schliessen. Als wir abends nach Hause kamen, stand auf der Fensterbank eine Kiste mit frischem Obst und Gemüse. Unser Nachbar winkte aus dem Garten und meinte nur wir hätten wohl vergessen die Fenster zu schliessen, er hatte aber immer mal wieder ein Auge auf unsere Wohnung und hat die Gunst der Stunde genutzt und uns ein paar Vitamine reingereicht.

Hallo,

Also, sooo ganz normal empfinde ich das dann doch nicht,
vielleicht aber weil ich zu den sorglosen Naturen gehöre. Da
bleibt bei mir schon mal die Terrassentür weit offen, wenn ich
zum Bäcker oder zur S-Bahn in den Nachbarort fahre. Frei nach
dem Motto : zum rausholen ist hier nichts, aber stellt doch
mal was dazu. Außerdem gibts in der Nachbarschaft viele Augen,
die einem ständig beobachten. *nerv*

Das kenn ich auch. Und ne offene Tür oder Fenster gibt es bei mir auch.
Ich find es nur einfach normal, das ich die Haustür abschliesse…ansonsten gehör ich auch zu der sorglosen Natur:wink:

Eine meiner Nachbarinnen war deshalb auch schon mal fast der
Ohnmacht nahe. Sie machen abends schon ab 7 die Rollos runter
und sitzen selbst bei schönsten Wetter im Sommer dann da
drinnen, weil es könnten ja ständig plündernde Horden aus dem
Osten kommen( O-Ton). Da ist aber das Schlüsselumdrehen noch
harmlos dagegen.

Zum Plündern kommen die auch durch geschlossene Türen:wink:

LG Manu

kT=kein Text

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viel schlimmer
Hi Tychi,

wiedermal „mal angenommen, daß …“? *schmunzel*

Wenn du deinem Kind dein Verhalten nicht triftig begründen kannst, entsteht ein viel größerer Schaden, als der, daß es sich dein irrationales Sicherheitsverhalten abguckt und nachahmt (was durchaus möglich ist), nämlich dieser: Das Kind wird eines Tages erkennen, daß der Papa eine komische Macke hat … und das könnte ihm Probleme bereiten, dich auch in anderen Hinsichten ernst zu nehmen.

Gruß

Metapher

Hallo Metapher

Dass mein Sicherheitsverhalten irrational sei, sehe ich nicht ein und
die meisten haben geantwortet, dass sie auch abschloessen oder den
Schluessel stecken liessen. Aber gut, vielleicht ist ja auch die
Mehrheit der Leute verrueckt und die Minderheit gesund.

Jedenfalls solle ich dem Kinde erklaeren warum ich immer den
Schluessel ins Schloss stecke. Was soll ich da sagen? „Nun du musst
wissen, dass manche Menschen sehr sehr boese sind. Wenn ich den
Schluessel nicht einstecke und wenn einer dieser sehr boesen Menschen
zu uns an die Tuer kommt, dann kann er ganz leicht zu uns hinein in
die Wohnung waehrend wir schlafen und uns wegnehmen was wir gerne
haben und uns schrecklich weh tun.“
Das waere die wahrheitsgemaesse Erklaerung, aber ich glaube kaum,
dass das Kind dann beruhigter waere als wenn es die Erklaerung fuer
mein Verhalten nicht kennte.

Gruss, Tychi

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Hi,
da Du ja nun mal kein Kind hast, ist das ganze ja eine recht hypothetische Diskussion.

Eine, die Du beliebig weit weiterspinnen kannst.

Ich meine, wie erklärst Du Deinem Kind, warum Du alle Fenster zumachst, bevor du die Wohnung/ das Haus verlässt?

Oder, wenn Du in einer Wohnung wohnst, und abends der Eingang zum Gebäude abgeschlossen werden soll? Du hast diese Regel nicht gemacht, musst sie aber trotzdem befolgen & evtl erklären.

Ich glaube, bei vielem reicht aber ein ‚Das macht man halt so‘.
Genau, wie ich nicht den Herd anlasse, wenn ich das Haus verlasse.

Meine eigenen Eltern übertreiben es mit der Sicherheit ein bisschen - wobei ‚ein bisschen‘ noch untertrieben ist.

Aber dass auch bei ihnen abends abgeschlossen wird, und der Schlüssel quer steckengelassen wird, das find ich bei nem Haus (nicht wie bei mir in ner Wohnung, wo ich das nicht mache), normal.

Und da würde ein ‚so kann ich nie den Schlüssel vergessen, wenn ich das Haus verlasse‘ eigentlich reichen.

Aber da würdest Du dem Kind ja vielleicht Angst einjagen, Du würdest Dich samt ihm mal aus dem Haus ausschliessen, und ihr kämt nicht mehr rein… oh, und das Kind würde ja schlimmen psychologischen Schaden nehmen, meinste nicht?

Wie gesagt, man kann das alles beliebig weiterspinnen.

Aber was Ängste an sich angeht:
Ich bin der Meinung, man sollte sich halt bemühen, Ängste nicht zu zeigen. Auch wenn ich mich vor Spinnen ekeln würde, würde ich das einem Kind gegenüber nicht zeigen. Das gleiche bei Gewitter. Und so weiter.

Gruss, Isabel