Hallo Wissende,
kann ein Arzt aufgrund einer Schmerzbeschreibung Rückschlüsse auf die Schmerzursache ziehen? Wenn ja, dann sollte der Patient doch eine genauere Beschreibung geben können, also nicht „Aua in der Schulter“ sondern „bohrender“ oder „brennender Schmerz“. Gibt es gazu eine Art Schmerztafel, aus der Art und zutreffende Schmerzbezeichnung ersichtlich sind?
Danke für Eure Meinungen.
Wolfgang D.
Hallo,
ein Arzt oder ein anderweitig Sachkundiger sollte auf jeden Fall anhand der Art und des Umfangs der Bewegungseinschränkung die Diagnose einschränken können. Vielleicht auch anhand der näheren Schmerzbeschreibung.
Meist nimmt sich ein Physiotherapeut mehr Zeit als ein Arzt - ist so meine Erfahrung…
Viele Grüße
Aquilegia A.
Hallo Wolfgang,
Schmerztherapeuten haben zwar nicht so etwas wie eine „Tabelle“ oder ähnliches, arbeiten aber mit einem sog. Schmerzfragebogen. Um diesen mit dem Betroffenen gemeinsam auszufüllen, werden beim „Erstkontakt“ (also beim ersten Besuch bei diesem Arzt) schon so anderthalb bis zwei Stunden benötigt; einfach, weil das Symptom „Schmerz“ bei den meisten Patienten schon seit Jahren besteht (und dementsprechend viele Medikamente und andere Maßnahmen versucht wurden), aber eben auch, um die „Schmerzqualität“ herauszufinden.
Diese ist je nach Entstehungsort verschieden; so geht man z.B. bei brennenden, einschießenden Schmerzen (auch ohne Bewegung, also immer vorhanden) von nervalen Ursachen aus. (Also Nervenschädigungen nach einem Unfall, durch Tumor etc.)
Andere, eher drückende, bohrende Dauerschmerzen sind eher bei sog. „visceralen“ Schmerzen vorhanden. (D.h. auf deutsch bei Organschmerzen z.B. - häufig ebenfalls bei Tumor)
Der „symptomatische“ Schmerz ist der, den wir alle Kennen: Knochenschmerz (Tritt gegens Schienbein oder so). Er ist grundsätzlich klar abgrenzbar (das heißt, Du kannst mit nur einem Finger drauf deuten und sagen wo genau er sich befindet.)
Letztendlich gibt es so eine Fülle von Wörtern für die einzelnen Qualtitäten.
Aber auch andere Definitionen sind wichtig: Treten die Beschwerden in Wellen auf? Nur bei Bewegung? Oder auch als Dauerschmerz in Ruhe? Gibt es Möglichkeiten, sie durch Ablenkung zu unterbinden? Etc…
Deshalb ist es auch nicht ganz einfach mal eben damit getan, innerhalb von einer Viertelstunde beim Hausarzt ne Diagnose zu kriegen; (für „normale“ Beschwerden natürlich!!!). Aber für eine länger andauernde „Geschichte“ ist es empfehlenswert, zum speziell ausgebildeten Therapeuten zu gehen. (Da kann übrigens dann auch kein Physiotherapeut mehr helfen…
)
Die meisten Schmerzpatienten haben eine 10-15 Jahre lange Leidensgeschchte hinter sich und haben bis zu 20 Ärzte in dieser Zeit besucht.
Ich glaube, das spricht für sich…