. . . . schnipp . . . .
Nun meine Frage: Der ZA sagte, es müsse evtl. eine
Wurzelkanalbehandlung gemacht werden, wenn der Zahn sich nicht
beruhigt. Im Moment weiß ich nicht, ob ich diesbzgl. noch
Hoffnung haben kann… vor einer WKB habe ich extreme Panik,
da ich von schlimmen Schmerzen gehört habe 
Was meint ihr?
Kann es sein, dass die Füllung nach 2 x schleifen immer noch
zu hoch ist und solche Schmerzen verursacht?
Gibt es Alternativen zur WKB, bzw. wie lange „lohnt“ das
Warten noch?
Ich danke euch!
Liebe Grüße
betazoid
Servus betazoid,
ich habe zahnärztliche Produkte im Mund, die seit Jahren zu hoch sind. Wenn ich aufwache kann ich eine dieser Stellen hundertprozentig und reproduzierbar treffen. Wenn ich bei der Zahnärztin auf dem Stuhl liege, und sie mir die Markierungsfolie zwischen die Zähne hält, bin ich sowas von doof. Soviel zum Thema: „kann es sein?“
Bei den modernen Composite (Kunststoff) Materialien kannst Du lange warten, bis sich eine zu hohe Stelle von selbst ‚einbeißt‘. Wenn sie es tut, ist es wahrscheinlich nur scheinbar, weil sich im Hirn irgendwelche ‚Zuständigkeiten‘ von ‚akut und lästig‘ nach ‚chronisch, zur Wiedervorlage‘ verschoben haben.
NUR: meine Nase sagt mir, daß Dein Zahn in irgendeinem Stadium der Nerventzündung ist. Manchmal hilft es in so einem Fall, in die Füllung an einer Stelle ein Loch bis auf das Zahnbein (Dentin) zu schleifen. Mit Spritze natürlich! Zwischen Nerv und Lochboden ist da oft nicht mehr viel Substanz. Das Dentin ist von zahlreichen mikroskopischen Kanälen durchzogen. Wenn man jetzt ein bestimmtes Medikament (Ledermix-Paste)
http://www.ledermix.de/
dort deponiert-, und eine provisorische Füllung darüber legt, läßt sich eine solche Entzündung oft wieder ‚umdrehen‘. Wenn die Symptome zurückgehen, kann man nach einigen Tagen das Zeug wieder entfernen und den Zahn endgültig füllen.
Dieses Vorgehen ist ziemlich unspezifisch und hat Versuchscharakter. Mediziner verwenden bei solchen Therapien den Begriff der ‚Diagnose ex juvantibus‘, was salopp übersetzt heißt: „mal sehen, ob’s klappt’“ In meinem Berufsleben hat es oft genug geklappt, um diese Vorgehensweise, bei der kein Schaden angerichtet wird, zu rechtfertigen. Voraussetzung für den Erfolg ist, daß nicht schon Kariesbakterien massenhaft auf dem Weg in den Zahnnerv sind. Nachdem Deiner Amalgamfüllung nichts zu fehlen schien, könntest Du Glück haben.
Thema Wurzelbehandlung: von der Inflationierung des Begriffes ‚Panik‘ mal abgesehen, muß eine Wurzelbehandlung heute nicht mehr weh tun, als die Füllung eines tiefen Lochs im Zahn. Keine/r würde so etwas heute ohne Lokalanästhesie über sich ergehen lassen. Also - Spritze, und gut is! Die Latrinenparolen zum Thema ‚Schmerzen bei der Wurzelbehandlung‘ kommen meistens von Leuten, die die Schmerzen VORHER meinen, weil sie den Zahnarztbesuch in ihrer ‚Panik‘ ewig hinausgezögert haben.
Wenn eine Wurzelbehandlung indiziert ist, ist die Alternative die Extraktion, die auch nicht ohne Anästhesie geht. UND - es lohnt sich nicht, noch abzuwarten. Der Zahnnerv hat es , auf Grund seiner Anatomie, nie weit von der partiellen- (und evtl. heilbaren) zur totalen- und damit irreversiblen Entzündung.
Hope that helps 
Kai