Schmerzmittel in der Schwangerschaft

Hallo!

Ich habe eine wichtige Frage. Ich habe seit einigen Jahren einen Zwerchfellbruch (Reflux). Dadurch bekomme ich immer wieder eine Speiseröhrenentzündung. Mit Omeprazol besserte es sich immer sehr schnell. Nun ist es leider wieder so weit, ich kann wegen den entsetzlichen Schmerzen seit Tagen nichts essen oder trinken. Der Schmerz ist einfach unerträglich. Selbst bei einem Schluck Wasser kommen mir die Tränen.
Nun zu meiner Frage. Meine Frauenärztin sagte, ich solle, wenn unbedingt nötig, nur Paracetamol nehmen. Ich brauche die gelegentlich gegen Kopfschmerzen. Heute habe ich eine Paracetamol genommen, weil ich dachte, wenn mein Baby weder Nahrung noch Flüssigkeit bekommt, ist das wohl auch nicht so gesund. Ich bin erst in der 10. Woche, aber ich habe einfach Angst etwas falsch zu machen. Die Paracetamol hat leider nicht geholfen, aber ich weiß nicht, wieviel ich davon in der Schwangerschaft nehmen darf. Ich weiß wirklich nicht, was richtig ist. Fasten in der Schwangerschaft oder Schmerztabletten in der Schwangerschaft?
Ich hoffe, ich habe mich nicht zu kompliziert ausgedrückt und ihr versteht meine Sorgen und die Frage.
Für jede Antwort bin ich dankbar.

Tina

Hallo

Omeprazol ist mit einer sehr strengen Indikationsstellung bei Schwangerschaft verbunden. Das heißt normalerweise nicht unbedingt, dass es dem Kinde schadet, sondern das es einfach noch keine klinischen Studien dazu gibt. Seit Contergan wissen wir: lieber die Finger von lassen…
Antazida allerdings sind meines Wissens harmlos (http://www.sodbrennen-welt.de/press/press_20000823.htm)
Bei Sodbrennen solltest du keine Schmerzmittel nehmen sondern lieber säurereduzierende Mittel um die Ursache der Schmerzen zu bekämpfen.

V

Hallo Vivien!
Mein Hausarzt sagte, Omeprazol könnte ich ruhig nehmen. Er hat es extra nachgeschlagen. Ich habe ja kein Sodbrennen. Und das ist ja schon ein Magensäurehemmendes Mittel. Aber es wirkt einfach nicht. Ich verstehe nicht wieso, bisher hat es immer gut geholfen. :

Hallo

Omeprazol ist mit einer sehr strengen Indikationsstellung bei
Schwangerschaft verbunden. Das heißt normalerweise nicht
unbedingt, dass es dem Kinde schadet, sondern das es einfach
noch keine klinischen Studien dazu gibt. Seit Contergan wissen
wir: lieber die Finger von lassen…
Antazida allerdings sind meines Wissens harmlos
(http://www.sodbrennen-welt.de/press/press_20000823.htm)
Bei Sodbrennen solltest du keine Schmerzmittel nehmen sondern
lieber säurereduzierende Mittel um die Ursache der Schmerzen
zu bekämpfen.

V

Hi, liebe Tina.

Zwar ist mein Gyn-Schein nun schon einige Zeit her, aber habe gerade malwieder meine Fachbücher gewälzt.

Paracetamol ist natürlich völlig unbedenklich IN ENTSPRECHENDER DOSIS, die pro Tag 3-4x500mg jedoch nicht überschreiten sollte (wenn du heute schon mehr genommen hast und das hier liest, bitte fix ACC besorgen, ein paar Brausetabletten auflösen und dann sofort rein damit).

ASS ist, wenn ich das bei dir vorsichtig einschätze, wohl kontraindiziert. Weiss jedoch nicht, wie massiv deine Beschwerden sind. Entsprechendes gilt dann auch für Diclo und Ibuprofen. ALLERDINGS: bitte doch mal deine Gynäkologin, sich kurz mit deinem Internisten kurzzuschliessen, um abzuklären, ob nicht eines der letztgenannten Präparate in der jetzigen Situation doch möglich wäre mit ein bissl mehr Omeprazol (wieviel bekommst du derzeit?). Weiss nicht ob Antazida zusätzlich so ratsam wären, da sie dir wahrscheinlich ordentliche Verstopfung verpassen würden. Mit Protonenpumpenhemmer bist du ja bedient, daher solltest du vielleicht mal fragen, wie’s mit einem H2-Hemmer (Cimetidin/Ranitidin) aussähe.

Wenn deine Schmerzen allerdings tatsächlich so stark sind, dass es nicht mal für ein Glas Wasser reicht, würde ich mich an deiner Stelle mal erkundigen, ob man nicht kurzzeitig auf ein Analgetikum der Stufe 2 umsteigt, sprich: leichtes Morphinderivat (zB Tramadol).
Hört sich jetzt unglaublich dramatisch an, aber Morphinderivate KANN MAN GAR NICHT ÜBERSCHÄTZEN und leider geht die Allgemeinheit ziemlich stiefmütterlich mit ihnen um und hat grosse Angst, die aber, was die meisten Vorurteile betrifft, unbegründet sind (obwohl man natürlich in der Schwangerschaft auch damit aufpassen sollte).
Führt leider auch dazu, dass komischerweise viele ältere Ärzte (die’s eigentlich besser wissen sollten), sich oft nicht trauen, diese Präparate zu verschreiben.
Kenn mich da allerdings zugegebenermaßen mit der Leitliniengerechten Therapie nicht ganz so gut, naja, eigentlich gar nicht aus, daher Frauenarzt fragen.

Wie auch immer: frag einfach mal bei deiner Gynäkologin an.

Schöne Grüße, alles Gute & ein schönes Pfingstwochenende,
Steffen

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Hier wird geholfen
Hallo Tina,

Du solltest Dir diesen Link abspeichern (für die Stillzeit) bzw. dort anrufen:
http://www.bbges.de/content/index024a.html

Hier wird man bezüglich der Medikamente beraten bzw. werden Alternativen aufgezeigt.
Alles Gute
PP

Hallo Steffen!

Danke für deine ausführliche Antwort. Ich habe nur eine Paracetamol 500 mg genommen, weil ich mir ja auch nicht sicher war und nichts falsch machen wollte. Ich versuche wirklich Schmerztabletten in der Schwangerschaft zu vermeiden, aber ich hielt es wirklich nicht aus. Leider ist es tatsächlich so schlimm. Ich habe seit Dienstag kaum gegessen oder getrunken. und deshalb mache ich mir natürlich Gedanken über mein kleines Würmchen in meinem Bauch, was ein Baby werden möchte.
Aber du hast Recht, wenn es sich nicht bald bessert, werde ich vielleicht sogar am Feiertag nochmal zum Arzt gehen.

Schöne Pfingsttage wünsche ich dir auch

Tina

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hi,
keine konkrete Antwort von mir, aber die Spezialisten was Medikamente betrifft sind nicht Ärzte sondern Pharmakologen spricht Apotheker.
Im Zweifel würde ich nach deinem Arzt auch mal einen letzteren fragen.

LG,
J~

Hallo!

keine konkrete Antwort von mir, aber die Spezialisten was
Medikamente betrifft sind nicht Ärzte sondern Pharmakologen
spricht Apotheker.

Das stimmt so nicht ganz. Apotheker sind nicht „Pharmakologen“, sondern „Pharmazeuten“. Sicherlich kennen sich Apotheker besser als Ärzte mit der Herstellung und den herstellungsbedingten Besonderheiten einzelner Medikamente aus, aber bei spezielleren Fragen, insbesondere bei der Fragestellung „Medikamente in der Schwangerschaft“ sollte man sich z.B. an einen Gynäkologen wenden, der sich ausführlich bereits im Studium allgemein und dann während der Facharztweiterbildung im Speziellen mit Pharmakologie beschäftigen musste.

So hilfreich der Rat eines Apothekers in vielen Lagen sein mag, Apotheker behandeln keine Patienten!

Grüße!

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Hi,

Das stimmt so nicht ganz. Apotheker sind nicht
„Pharmakologen“, sondern „Pharmazeuten“.

ich habe das falsche Wort gewählt, danke für die Korrektur!

Grüße,
J~