Schmerzmittelabhängigkeit?

Hallo, bin nicht sicher ob ich hier oder in Sucht posten soll, ich mache mir zur Zeit etwas Sorgen um eine Freundin.

Sie hat Tabletten vom Arzt die recht stark sind und ihr alle Schmerzen nehmen, allerdings verursachen die Tabletten eine Art „Wohlgefühl“ das sie oft verleitet die Pillen zu nehmen obwohl es gar nicht nötig wäre. Sie hat mir nun erzählt dass sie das Zeug immer öfter nimmt. Der Name ist Tramadol.
Meine Frage nun, kann sie davon süchtig werden? Oder gar im schlimmsten Fall von einer Überdosis bleibenden Schaden oder schlimmeres davontragen?

Vielen Dank!
c.

Tramadol ist ein Opioid (synthetischer Verwandter des Morphiums) mit relativ geringem Suchtpotenzial.
Es ist aber bei langdauernder Einnahme und/oder hoher Dosierung sehr gut möglich davon Abhängig zu werden.
Die empfohlene Tageshöchst Dosis liegt bei 400 mg, man kann man sich damit auch schädigen, so git es Wechselwirkungen mit diversen Medikamenten. Bei massiver Überdosierung kann man auch daran sterben.

Gruß Werner

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Hi,

Tramadol ist ein Opioid (synthetischer Verwandter des
Morphiums)

richtig

mit relativ geringem Suchtpotenzial.

falsch!

Bei Missbrauch macht Tramadol durchaus hochgradig süchtig. Kenne Leute, die sich das Zeug am Schluss gespritzt haben, weil es dann noch besser „kommt“.

Ich würde die Frage durchaus im Suchtbrett stellen, da sind die Experten.

Gruß,

Anja

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Danke!!

Gruss, c.

geringem Suchtpotenzial.

falsch!

Bei Missbrauch macht Tramadol durchaus hochgradig süchtig.
Kenne Leute, die sich das Zeug am Schluss gespritzt haben,
weil es dann noch besser „kommt“.

Dann war das wohl missverständlich von mir ausgedrückt.
Geringes Suchtpotenzial soll nicht heißen, dass man davon nicht sehr süchtig werden kann, sondern dass es nicht so schnell/leicht süchtig macht.
Heroin hat z. B. ein hohes Suchtpotenzial und macht oft schon nach eimaligem Gebrauch abhängig.
Tramadol, kann ich bei bestimmungsgemäßer Dosierung auch über Wochen nehmen ohne abhänging werden zu müssen.

Gruß Werner

Hi Anja,

mit relativ geringem Suchtpotenzial.

falsch!

also auf dem Gebiet bin ich nur interessierter Laie. Aber IMHO kommt es ziemlich genau auch darauf an, was du in deinem nächsten Satz schreibst. Nämlich die Art der Aufnahme.

Bei Missbrauch macht Tramadol durchaus hochgradig süchtig.
Kenne Leute, die sich das Zeug am Schluss gespritzt haben,
weil es dann noch besser „kommt“.

Bei einer Gabe i.v. kann es natürlich prinzipiell eher zu einem Kick kommen der letztendlich ein höheres Suchtpotenzial beinhaltet als z.B. bei einer Aufnahme über den Magen (Tabletten, Tropfen). Du weißt vielleicht, dass Heroin als Hustenmittel entwickelt wurde welches in Tablettenform verkauft wurde. Natürlich war das sehr gefährlich, andererseits sind nicht alle der tausenden Konsumenten zu Junkies geworden.

Ich würde die Frage durchaus im Suchtbrett stellen, da sind
die Experten.

Ja, Zustimmung.

Viele Grüße,
J~

Hi,

Dann war das wohl missverständlich von mir ausgedrückt.
Geringes Suchtpotenzial soll nicht heißen, dass man davon
nicht sehr süchtig werden kann, sondern dass es nicht so
schnell/leicht süchtig macht.

lies doch mal meine Antwort auf Anjas Artikel. IMHO kann man das nicht so pauschalisieren weil da noch andere Faktoren hinzukommen.

Heroin hat z. B. ein hohes Suchtpotenzial und macht oft schon
nach eimaligem Gebrauch abhängig.

s.o. „kommt darauf an“

http://de.wikipedia.org/wiki/Heroin#Pharmakokinetik

Viele Grüße,
J~

Hallo,

bin nicht sicher ob ich hier oder in Sucht posten soll,
ich mache mir zur Zeit etwas Sorgen um eine Freundin.

Im Suchtbrett trieben sich einige rum, die auch Erfahrungen mit Medikamentenabhängigkeit, bzw. mit der Wirkung von Medikamenten haben…

Aber ich will trotzdem versuchen, Dir hier mal zu antworten.

Bei Schmerzmitteln ist praktisch immer ein Abhängigkeitspotential da. Das Absetzen von regelmäßig eingenommenen Schmerzmitteln führt oftmals selbst wieder zu Schmerzen und dagegen wird wieder das Mittel eingenommen. Die kann auch schon bei so „harmlosen“ Mitteln wie Aspirin oder Paracetamol-Tabletten auftreten.
Tramadol ist wiederum ein Opioid. Unter dieser Gruppe von Medikamenten das einzige, welches nicht unter das BTM fällt (laut Wiki - der Grund dafür wird leider nicht genannt).
Daß davon eine Abhängigkeit entstehen kann halte ich für sehr wahrscheinlich.
Ich habe in einem Drogenforum eine Thread gelesen, der mich ebenfalls dazu bringt, daß das Zeug wohl nicht ganz so harmlos ist.

Der Link dazu:

http://www.land-der-traeume.de/forum.php?t=1813&seit…

Bemerkenswert fand ich in diesem Thread einen Text:

herje … wie schnell das tramadol doch besitz vom geiste erlangt.
ich musste mir grade die idee, dass ich ja heute nochmal tramadol
nehmen könne, aus’m kopf schlagen - das war garnichtmal so einfach …

Sie hat Tabletten vom Arzt die recht stark sind und ihr alle
Schmerzen nehmen, allerdings verursachen die Tabletten eine
Art „Wohlgefühl“ das sie oft verleitet die Pillen zu nehmen
obwohl es gar nicht nötig wäre. Sie hat mir nun erzählt dass
sie das Zeug immer öfter nimmt. Der Name ist Tramadol.

Meine Frage nun, kann sie davon süchtig werden?

Deine Beschreibung ihrer Einnahmegewohnheiten beantwortet Deine Frage doch: JA, meiner Ansicht nach ist sie bereits süchtig!

Oder gar im
schlimmsten Fall von einer Überdosis bleibenden Schaden oder
schlimmeres davontragen?

Dazu befrage den Arzt oder lese den Beipackzettel.

Viele Grüße
HylTox

PS: Ich bin weder Arzt noch sonstwie „medizinisch-psychologisch“ ausgebildet. Ich habe allerdings eine längere Suchtkarriere und eien enstsprechende Therapie hinter mir. Ich gebe hier nur meine Meinung wieder.

Also ehrlich gesagt weiß ich nicht was du von mir willst.
Willst du mir mitteilen, dass alle Opioide gleich „gefährlich“ sind?

Dann war das wohl missverständlich von mir ausgedrückt.
Geringes Suchtpotenzial soll nicht heißen, dass man davon
nicht sehr süchtig werden kann, sondern dass es nicht so
schnell/leicht süchtig macht.

lies doch mal meine Antwort auf Anjas Artikel. IMHO kann man
das nicht so pauschalisieren weil da noch andere Faktoren
hinzukommen.

Natürlich sind das immer statistische Wahrheiten. Individuelle Faktoren und psychische Konstitutionen können immer zu ungewöhnlichen Reaktionen führen.
Hier war doch „in my humble Opinion“ eine Risikoeinschätzung gewünscht. „Das kann man nicht pauschalisieren“ und „es kómmt drauf an“, scheint mir da wenig weiterführend.
Tramadol ist darum nicht unter das Betäubungsmittelgesetzt gestellt (übrigens nicht als einziges Opioid, z. B. Codein und Loparamid sind auch Opioide), weil es ein (statistisch) RELATIV geringes Suchtpotenzial hat.
Das heißt im Vergleich zu anderen Opioiden ist vor allem die psychotrope Wirkung, aber auch die organische Gewöhnung RELATIV schwach ausgeprägt.

Heroin hat z. B. ein hohes Suchtpotenzial und macht oft schon
nach eimaligem Gebrauch abhängig.

s.o. „kommt darauf an“

http://de.wikipedia.org/wiki/Heroin#Pharmakokinetik

Viele Grüße,
J~

Was wollte ich wohl mit OFT zum Ausdruck bringen?
Heroin hat ein extrem hohes Suchtpotenziel, darauf kommt es an. Das „Urheroin“ das es mal als Schmerz- und Hustenmittel gab, war im Vergleich zu heutigem H4 unrein und dadurch auch RELATIV schwach. Heute werden viele (nicht alle!) Menschen nach einmaliger Einnahme abhängig, sowas wirst du bei Tramadol kaum finden.

Ist es jetzt klar genug?

Gruß
Werner

Hi,

Also ehrlich gesagt weiß ich nicht was du von mir willst.

jetzt fühl dich doch nicht gleich angegriffen.

Willst du mir mitteilen, dass alle Opioide gleich „gefährlich“
sind?

Hast du meine andere Antwort gelesen? IMHO sind grade die Kicks gefährlich weswegen bei einer Aufnahme in Tablettenform (siehe Ursprungsposting) wohl das Abhängigkeitspotential PRINZIPIELL geringer ist.

Natürlich sind das immer statistische Wahrheiten. Individuelle
Faktoren und psychische Konstitutionen können immer zu
ungewöhnlichen Reaktionen führen.

Das habe ich weder angesprochen, noch wollte ich darauf hinaus.

Tramadol ist darum nicht unter das Betäubungsmittelgesetzt
gestellt (übrigens nicht als einziges Opioid, z. B. Codein und
Loparamid sind auch Opioide),

Codein fällt wohl unter das BTMG (was nicht heißt, dass man bei ALLEN Medikamenten die Codein enthalten ein BTM-Rezept braucht) und Loparamid wird IMHO vom Körper nicht aufgenommen, kommt also im Gehirn nicht an.

Grüße,
J~

Hallo clare,

Antwort von einem, der Dir die Frage aus eigener Erfahrung beantworten kann: ich musste Tramal(Tramadol) nach einer Operation nehmen, 3x30 Tropfen pro Tag, und hatte nach 6(!) Wochen bereits eine Art Entzug: äußerst unangenehmes Kribbeln bis hin zu Schmerzen an Beinen und Armen und einen starken Juckreiz am gesammte Körper. Ich habe mit täglich reduzierter Dosis mir das Zeugs abgewöhnt, aber lustig war das nicht!
Also: es gibt eine Art Suchtpotential bei Tramal, auch wenn es nicht so sehr hoch ist, aber mir hats gereicht,
gruß leloup