Schmerztherapie

Liebe/-r Experte/-in,

Ich hoffe Sie können mir als Experte bei Schmerz/Schmerztherapie einen Tipp geben, da ich keine Idee habe wie ich mal ganzheitlich untersucht werden kann bzw. was ich haben könnte. Die Ärzte sind an einem Punkt wo sie mir irgendwie nicht so ganz helfen können, auf der anderen Seit hat ein langes Gespräch beim einer Psychologin ergeben, dass diese „nicht“ davon überzeugt ist das meine Schmerzen psychischer Natur sind. Vor allem behandelt jeder nur seinen Teil und keiner schaut mal auf das Gesamtbild.

Bevor ich zu den Symptomen komme, möchte ich sagen, dass ich das Gefühl habe das irgendwie meine Muskeln oder Nerven entzündet sind. Ich fühle das einfach so, nur kein Arzt geht darauf ein. Ob dem so ist kann ich natürlich nicht sagen, aber irgendwie glaube ich das immer mal wieder ein Nerv losfeuert.

Ich habe seit gut 9+ Monaten Schmerzen im Bereich der Hüften, Leisten, Hoden und im unteren Bauchraum. Kurz zu mir: männlich, Anfang 30, ausgeglichen, sportlich, Student, im Moment eher ruhiges Leben ohne großartig Stress.

Alles began Ende letzten Jahres mit Rückenschmerzen (ein kleiner Bandscheibenvorfall am 4 oder 5 LWS Wirbel, extrem gering und angeblich nicht weiter zu behandeln, kam auch nur durch Zufall im MRT als Nebenbefund raus und könnte schon wesentlich länger dort gewesen sein).

Gegen Weihnachten kamen Schmerzen in den Leisten und den inneren Beinmuskeln hinzu. Ich bin dann Anfang des Jahres zufällig wegen einer Hodentorsion operiert worden und habe seit dem zusätzlich auch noch in beiden Hoden (!) Schmerzen, die sich ähnlich wie die Schmerzen in den Beinen und Leisten punktuell wie ein Stechen in ein langes Ziehen ausbreiten. Beides (sowohl Leiste, als auch Hoden) zieht in den Bauchraum. Hinzu kommen an den inneren Oberschenkeln noch Schmerzen. Alles fühlt sich wie ein Stechen, Ziehen und Brennen an.

Seit dieser Zeit kann ich eigentlich nicht mehr richtig sitzen, da mir dann die Hoden weh tun. Liegen geht auf dem Bauch auch nicht und die Leisten tun bei gehen und sitzen ebenfalls weh.

Ich habe irgendwie das Gefühl ich bin mit Anfang 30 ein alter Mann.

In den Hoden hat sich mittlerweile rausgestellt saßen Bakterien. Dagegen habe ich ein Antibiotika genommen und die Schmerzen sind etwas besser geworden, vor allem ist das brennen verschwunden. Aber ich kann immer noch nicht gut auf dem Bauch liegen und vor allem sind die Hoden weiter extrem empfindlich bei Berührungen. Jetzt soll ich dagegen ein starkes Schmerzmittel nehmen. Gut das hilft etwas, nur wenn ich das absezte, tun die Hoden wieder weh. Ewig kann ich das ja auch nicht nehmen…

Was die Leisten angeht kann mir kein Orthopäde helfen. Leistenbrüche habe ich keine, angeblich würde ein Inpingment außen die Schmerzen verursachen. Früher sollte das Inpingment die Leistenschmerzen nicht verursachen da dieses ja außen liegt, jetzt plötzlich aber doch. Ansonsten ist laut MRT alles in Ordnung. So wirklich helfen kann mir keiner. Ich hab Probleme beim gehen, sitzen und immer wieder diesen stechenden Schmerz an einem Punkt in der Leiste. Bei Bewegung springt in der Leiste ein Band oder ein Muskel. Dadurch löst sich für einen Moment der Schmerz.
Geholfen hat mir bislang temporär nur Osteopathie (weniger Rückenschmerzen).

Haben Sie vielleicht als Experte hier auf wer-weiss-was eine Idee was ich machen kann?
Ich weiß so langsam nicht mehr weiter und verzweifle. Vor allem da die Schmerzen ja jetzt schon so lange vorhanden sind. Mein Hausarzt meinte das er mich nicht zu einem Schmerzarzt schicken will, da ich ja mit meinem Alter noch kein Schmerzpatient werden soll.

Vielen Dank und viele Grüße!
Rene

Hallo Rene,
nach dieser Schilderung scheint hier ein strukturelles Haltungsprolem vorzuliegen. Dazu noch ein paaar Fragen: Hat jemand einmal verschieden lange Beine diagnostiziert? Osteopathie hat zum Teil geholfen - haben Sie in hrer Nähe einen NBT-Therapeuten (neuromuskuläre Behandlungstherapie)?
Ich vermute, daß es sich hier um eine sehr komplexe Muskel- und Bänderverspannnung handelt, darauf deutet u.a. auch das Impingement-Syndrom oder der damalige Bandscheibenvorfall hin. Wenn Sie über NBT mehr wissen möchten, gehen Sie auf emotion-life.de oder nbt-schmerztherapie.com. Die von Ihnen geschilderten Schmerzen können oft erfolgreich mit NBT behandelt werden. Ich hoffe, das hilft Ihnen ein wenig weiter.

Hallo!
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Zu Ihren Fragen: Die Beinlängen wurden öfters überprüft und bisher als gleich bestimmt. Allerdings hat meine Wirbelsäule einen leichten Scheuermann (nur eine minimale S Kurve, keine Verdrehung um die eigene Achse).
Außerdem ist meine Rücken und Brustmuskulatur minimal unterschiedlich ausgeprägt, was laut Orthopäde auf eine einseitige Belastung hindeuten soll!?
Viele Grüße

Guten Abend Rene,
zuerst einmal ist es fast unmöglich, über das Internet eine richtige Diagnose zu stellen, vor allem, wenn bereits mehrere Aerzte untersucht haben und ich nehme an, dass diese Untersuchungen nach allen Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt wurden.
Eine Aussage ist Unsinn - es gibt kein Alter für eine Schmerztherapie !
Als sie anfingen Ihre Schmerzen zu schildern, da dachte ich sofort an eine Prostatitis, und die Hodenentzündung scheint dies zu bestätigen.
Antibiotika sind oft nicht ausreichend hoch und lange dosiert.
Diese Diagnose sollte bei einer eingehenden urologischen Untersuchung AUSGESCHLOSSEN werden.
Wenn man wirklich kein organisches Korelat für die Schmerzen findet, dann sollten sie ein Schmerztagebuch führen: Wann am Tag, bei welcher Tätigkeit, Stärke und Verhalten zum Lindern der Schmerzen.
Dann rate ich Ihnen ein Schmerzzentrum, das es in jeder grösseren Stadt gibt, auf zu suchen um eine ganzheitliche Behandlung der Symptome zu erreichen.
Sehen sie sich doch einmal im Internet unter „Chronic pelvic pain syndrome and prostatitis“
Ich stehe Ihnen gerne für weitere fragen zur Verfügung
Alles Gute und nicht zu lange warten - sie sind zu jung
Christopher Schlier

-diese Symptomatik ist mir auch fremd. Eine Grundlage der Schmerztherapie ist aber z.B., das man seine Schmerzen akzeptieren soll.Ich kenne mich in Bezug auf Schmerzen hauptsächlich mit schweren Verbrennungen, Post-OP-Schmerz und Polyneuropathie aus. Deine Beschwerden deuten doch sehr auf eine nervliche Geschichte hin und deshalb würde ich an Ihrer Stelle auch mal einen Neurologen konsultieren bevor eine Schmerztherapie begonnen werden sollte.

Lieber Rene,
da kommen sie ja grade an den „Richtigen“.
Shit not happens allways…
Den „Mist“, den sie schildern, behandle ich fast taeglich. Allerdings in Uruguay!
Die ganze Symtomatik „stinkt“ gewaltig nach einer Fehlstellung des Os Sacrum. (Kreuzbein)
Bei einer Fehlstellung dieses Knochens (warum auch immer - Sturz od. dergl.) sind die Hauptsymtome: Schmerzen in der rueckwaertigen Guertellinie, Leistenschmerz und Oberschenkel bis Knie. Natuerlich gibt es dann noch diverse Variationen. Dazu gehoeren auch die Hodenschmerzen u.a. !-
Die Behandlung ist eine Sache von max. 2 Min.
Das sollte dann von einem erfahrenen Chiropraktiker gemacht werden. Sie koennen aber auch schon mal eine „Heimdiganose“ stellen lassen. (Freundin, Freund)
Legen sie sich auf den Ruecken und lassen sie den „Dr“ seperat an beiden Beinen ziehen. Dann soll er die Beinlaengen an den Fersen vergleichen. Wenn dort ein Laengenunterschied darstellbar ist, haben sie die Diagnose zu 99,999%!
Auf meiner Seite - leider in spanisch:
http://www.contradolor.de/org/Sakroseite/sacro-frame…
gehen sie im Menue auf: Diagnostico basico.
Dort verstehen sie was ich meine.
Sollten sie in der Gegend um Konstanz leben, koennte ich ihnen einen Kollegen empfehlen.
Ich hoffe, dass ihnen bald geholfen wird. Das verbleibende Problem ist dann nur, dass das Sacrum nicht gleich wieder rausspringt. Ich verwende bei meinen Patienten min. 45 Min. der anschliessenden Beratung. Aber das ist erst mal ein anderes Thema.
Halten sie mich auf dem Laufenden:
[email protected]
Saludos Peter Held

Lieber Rene,
über dieses komplexe Geschehen müssen Sie unbedingt mit einem kompetenten Schmerztherapeuten sprechen - Ihr Hausarzt ist ein Dummkopf! Er hat ofenbar nicht die geringste Ahnung von Schmerztherapie, da ist er aber nicht alleine, deswegen gibt es so viele chronische Schmerzpatienten.
Also mein Rat:
Ambulanz für Schmerztherapie, Universitätsmedizin Göttingen,Robert.-Koch-Str. 75, 37073 Göttingen, Tel. 0551-39-8166
oder Schmerzzentrum Mainz
oder Schmerzklinik Knappschaftskrankenhaus Bochum…die beiden letzten müssen Sie via internet erkunden.
In Göttingen können Sie sich auf mich berufen
alle drei habe etwas längere Wartezeiten.
PS die Psychologin hatte sicher Recht!
Ich wünsche Ihnen alles Gute
Ihre
Carmen Franz

Hola Rene
ich habe mich gestern geirrt.
Die Zone ist nicht Konstanz
sondern
KOBLENZ

Gruss Peter Held

Hallo Rene,

leider muss ich gestehen, für die von Dir beschriebenen Symptome kein Experte zu sein, wünsche Dir aber alles Gute bei Deiner Suche nach Linderung Deiner Beschwerden.

Mit den besten Wünschen,

litterae

Lieber Rene,
Sie schildern Schmerzen, die seit über 9 Monaten vorhanden sind. Definitionsgemäß spricht man bei einer Schmerzdauer von über 6 Monaten von chronischen Schmerzen. Ohne auf die verschiedenen Schmerzen im Einzelnen einzugehen halte ich es für sinnvoll, das Sie einen Schmerztherapeuten aufsuchen. Durch die Schmerztherapie soll nicht nur eine Reduktion der Schmerzen erreicht werden. Es soll auch einer weiteren Chronifizierung hin zu einer Schmerzkrankheit, bei der die Schmerzen sich immer mehr in den Mittelpunkt des Lebens drängen entgegengewirkt werden. Damit Sie, in Ihrem Alter eben kein Schmerzpatient werden (wobei dies prinzipiell keine Frage des Alters ist).
Mit freundlichen Grüßen
M. Klein