Gruß aus Hamburg,
ein befreundeter und derzeit noch selbstständig berufstätiger Raumausstatter, 55 Jahre alt, leidet seit mehr als 10 Jahren an einer schweren Hüftgelenkscoxarthrose beidseits.
Operationen hat er stets abgelehnt, viele fehlgeschlagene Eingriffe in seinem Umfeld haben ihn darin bestätigt.
Ausgedehnte körperliche Aktivitäten, mit Ausnahme des täglichen Fahrradfahrens auf einem Fahrrad mit niedrigem Einstieg, sind ihm nicht mehr möglich.
Jahrelang nahm er - nicht immer von Ärzten verordnetes - Diclofenac ein, alle beschriebenen Nebenwirkungen haben sich mittlerweile eingestellt.
Meine Idee und Frage:
wäre mit einer ausgeklügelten Schmerztherapie nach aktuellsten Erkenntnissen ein Zustand denkbar, der einerseits die Operation weiterhin vermeidbar sein lässt und dennoch eine Lebensqualität auf dem „status quo“ und wenigstens halbwegs ohne schwere Nebenwirkungen sicherstellt?
Ich bedanke mich für eine Einschätzung,
Manfred Bartsch
Hallo Manfred,
Im Prinzip ja, wenigstens für eine gewisse Zeit.
Dein Freund sollte sich einen Arzt suchen, der sich mit Schmerztherapie auskennt und seine Entscheidung, erstmal nicht operieren zu lassen akzeptiert. Die meisten Allgemeinmediziner sollten so etwas können.
Dein Freund sollte sich darauf einstellen, dass er eine Weile rumprobieren muß, bis er das richtige Verhältnis von Schmerzlinderung und Nebenwirkungen für sein Problem gefunden hat.
Langfristig wird jedoch die Arthrose zu mechanischen Veränderungen im Hüftgelenk mit weiterer Bewegungseinschränkung führen. Außerdem haben viele Schmerzmittel auch langfristig Nebenwirkungen auf Organe wie Leber und Nieren z.B.
Am besten mit dem Arzt des Vertrauens besprechen.
Gruß
Gerd
Hallo,
kurzfristig hilft eine gezielte Schmerztherapie zwar, das Problem ansich bleibt aber. Das Hüftgelenk wird ja trotzdem zerstört - Folge: er braucht noch mehr Schmerzmittel. Und was viele vergessen: eine verminderte Beweglichkeit der Hüfte schadet auch der Hüfte auf der Gegenseite, den Kniegelenken und der Lendenwirbelsäule mit der Zeit (Schonhaltung).
Er sollte sich also doch an den Gedanken einer OP gewöhnen und sich eine Klinik suchen in die er Vertrauen gewinnen könnte. Sehr viele Kliniken operieren täglich künstliche Hüften. Er sollte sich frühzeitig informieren.
Grüße
Jessica