ich hab da mal ne Frage, und hoffe damit in dieser Sparte richtig zu sein:
An Dolchen aus dem Mittelalter ist oftmals an der Parierstange ein „Serviettenring“ angeschmietet, der rechtwinklig absteht.
Wofür ist bzw war der da? Warum haben die den da dran gemacht?
Hallo Elk,
das Ding nennt sich Terzbügel und soll den Handrücken vor Stichverletzungen schützen. Das ‚Gefäß‘ (Knauf, Gehilz/Griff, Parierstange usw.) der Klingenwaffen wurde erst gegen Ende des Mittelalters (ausgehendes 15. Jhdt.) allmählich aufwendiger gestaltet, zunächst mit Terzbügel und Griffbügel, dann mit Quart- und weiteren Bügeln, Stichblättern usw.
P.S.
‚Terzbügel‘ weil das das Ding auf der ‚Rückhandseite‘ der Waffe angebracht ist (Terzseite). Die ‚Vorhandseite‘ ist die Quartseite, entsprechend dann Quartspangen bzw. -bügel am Gefäß. Die Begriffe leiten sich von den (numerierten) Grundschlägen im Fechttraining ab (prim, secunde, terz, quart, quinte …). Zeitgenössisch, also zur Zeit des ersten Auftauchens schon in Gebrauch, ist der Begriff ‚Terzbügel‘ wohl nicht.
Mit der Unterscheidung zwischen einer Terz- und einer Quartseite entwickelte sich übrigens aus dem achssymmetrischen Schwert der Degen.
nun muss ich hier auch was schreiben, denn der Rest ist Unfug. Sorry.
Der Ring dient dem Schutz vor Verletzungen bei der „Parade“ einer gegnerischen Klinge. Besonders bei der Herstellung einer Klingenbindung, um den Gegner zu öffnen für den eigenen Stoß.
Oft standen die Blätter der Parierstange in einem Winkel zum Ring, was Bindung und sogar Entwaffnung möglich machte.
Nein, da wird nix durchgesteckt. Weder Daumen noch sonstwas. Wenn genauere Erklärungen gewünscht sind mache ich gern Bilder.