Schmieriges Arbeitszeugnis

Guten Abend an alle!

Ich habe ein mehr oder weniger dringendes Problem!
Nach knapp 1,5 Monaten nachdem ich aus dem Betrieb geworfen wurde, habe ich nun endlich(!) mein Arbeitszeugnis bekommen, nachdem ich dort 6 oder 7 Mal angerufen habe, wo es denn bleibt, nachdem mein Exchef mein Geburtsdatum und wirklich dumme Rechtschreibfehler drinhatte, die ich ihm korrigiert wiedergebracht habe! Nun ist das Arbeitszeugnis in einer derartigen Qualität ausgedruckt, dass die Betriebe, wo ich mich bewerbe, es kaum lesen werden wollen, es wirkt sehr unseriös. Das untere Drittel aller Buchstaben fehlt, die Punkte an Satzenden fehlen, sind unleserlich, die unteren e-Bögen und alles, was im unteren Drittel sich befindet kann man nicht lesen, so geht es Zeile für Zeile!
Ich glaube, mein Exchef hat das absichtlich so gemacht, weil wir schlichtweg immer anderer Meinung (Kündigungsgrund!) waren und er es mir so „auswischen“ wollte. Nun ist meine Sorge, dass wenn ich ihm das Arbeitszeugnis erneut gebe, damit er es mit einem anderen Drucker ausdruckt, es weitere 7 Wochen dauern wird! Damit geht mir wertvolle Bewerbungszeit flöten! Ist das normal was er macht? Wie kann ich mich dagegen wehren? Mein Arbeitszeugnis erklagen? Es ist wirklich zum Heulen!
Meine Schreiben ans Arbeitsamt hat er auch falsch ausgefüllt, falsche Daten eingetragen, was dann auch wieder zu Missverständnissen geführt hatte, sodass ich neue Unterlagen beantragen musste und damit musste ich wieder zur Exarbeitsstelle! Das ist doch echt unverschämt!
Vielleicht habt Ihr ja einen Tipp, wie ich an ein sauberes Arbeitszeugnis komme ohne Geschmiere?

Liebe Grüße und Danke!!!
Resi!

Hallo

Vielleicht habt Ihr ja einen Tipp, wie ich an ein sauberes
Arbeitszeugnis komme ohne Geschmiere?

Zum Fachanwalt für Arbeitsrecht gehen, da sich solche Sachen nur lokal klären lassen.

mfg M.L.

Hallo Resi,

ich hatte auch mal so eine ähnliche Situation, wenn auch „nur“ wegen einem Praktikumszeugnis.

Auf der Stelle fühlte ich mich - auch wenn’s komisch klingt - hoffnungslos unterfordert, so dass ich nach einer Verkürzung fragte. Alles in allem führte mangelndes Interesse meines Vorgesetzten und ein wenig Verpeiltsein (ich war 22…*g*) meiner Wenigkeit dazu, dass ich am letzten Tag einen Kuchen für alle mitbrachte und mein Vorgesetzter völlig baff war, dass ich nciht mehr komme.

Mein Zeugnis bekam ich ebenfalls nach mehreren Anrufen und einem halben Jahr später, mit falschem Datum, falschen Daten und Programmen, die ich nie benutzt hatte. Angesichts der Genervtheit beider Seiten entschloss ich mich, das auf sich zu beruhen lassen. Ein paar Jahre später brauchte ich das Sch…zeugnis aber doch, bat netterweise um ein korrigiertes Exemplar, und 5 Wochen erhielt ich trotz Mails, Anrufen etc. keine Antwort. Als ich mich beim Oberchef beschwerte bekam ich vom Ex-Vorgesetzten einen Einlauf und den netten Kommentar, dass ich nach der „ganzen Geschichte damals“ und „meines Abbruchs (!)“ „gar nicht in der Position sei, irgendetwas zu fordern“.

So was ist blanke Vermessenheit der Vorgesetzten und man muss sich das nicht gefallen lassen.

Man hat Anspruch auf ein ordentliches Zeugnis, und ich denke, da wird’s nicht nur auf die Formulierungen ankommen, sondern auch aufs Äußere. Wäre ja noch schöner. Geh zum Anwalt und nimm den Wisch am besten gleich mit.

Oder bitte doch in einem freundlichen Schreiben um ein korrigiertes Zeugnis mit dem Hinweis, dass du, wenn es nicht binnen x Tagen bei dir ordentlich eintrifft, dich mit dem Arbeitsgericht in Verbindung setzt. Mein Freund hat von seiner Ex-Firma sehr lange auf ausstehendes Gehalt gewartet, und so ein Schreiben hat die Überweisung echt beflügelt. Allerdings weiß ich nicht, ob so was rechtlich verbindlich ist…

Wünsche dir viel Glück.
schleichrabe