Schnapsdrossel

Hallo ihr Lieben,
weiß vielleicht jemand, von wo der Ausdruck „Schnapsdrossel“ kommt? Meiner Meinung nach hat das nichts mit einem alkoholisierten Singvogel zu tun, sondern ist eher eine Verballhornung von einem anderen Wort?!?!?!
Danke!
Martina

Drossel ist ein mittlerweile völlig ungebräuchliches
Wort für Kehle. Daher auch „erdrosseln“, siehe auch
Grimms Märchen = König Drosselbart

viele Grüße
Angelika

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Zur Bestätigung!
Noch heute wird

_Drosselgrube, natürl. Einsenkung an der Vorderseite des Halses zw. den Halsmuskeln, der Schultermuskulatur und den Schlüsselbeinen.

© Meyers Lexikonverlag._

gebraucht.
Auch in der Jägersprache heißt die Luftröhre des Wildes: Drossel!

Gruß Fritz

man lernt doch nie aus…
Danke für die hilfreichen Artikel - also auf das mit Drossel=Kehle wär ich nie gekommen!
Danke!!
Martina

Ergänzung
Servus Martina !

Zu den anderen sinnvollen Erklärungen noch etwas aus der Fahrzeugtechnik. Bei Vergasermotoren ohne Startautomatik gab es früher den sogenannten „Choke“, der beim Kaltstart die Luftzufuhr „drosselte“ um das Gemisch mit mehr Sprit anzureichern. In der deutschen Übersetzung hieß das Ding „Drosselklappe“, eben ein Teil, das dem Vergaser die Luft abschnürt, im quasi die Kehle zudrückt.

Vollgas und
Grüße aus Wien
Helmut

Tja ,interessant,dann bleibt jetzt nur noch die Frage ,warum der Vogel so heißt…vieleicht ,weil er aus voller Kehle singt?
grüße andersen

Tja ,interessant,dann bleibt jetzt nur noch die Frage ,warum
der Vogel so heißt…vieleicht ,weil er aus voller Kehle
singt?

Ne, das ist eine zufällige Wortgleichheit. Der Vogel und die Kehle haben unterschiedliche Etymologien.

Gruß Kubi

Der Vogel und die Kehle haben unterschiedliche Etymologien.

Und? Wo bleiben die?

Gruß Fritz

Und? Wo bleiben die?

Ich wollte mir die Tipperei eigentlich sparen…aber hier die Grundzüge.

Vogel: von indoeuropäisch *trozd- (Drossel). Tritt im Germanische in vielen Versionen auf, z.B. ahd. thrōska, thrōskala, aengl. Þrysce, Þræsce.

Kehle: von indoeuropäisch *(s)ter(e) (starr, steif sein). Bereits im 10. Jh als ahd. thro33a in heutiger Bedeutung.

Das eingeklammerte (e) steht für das auslautende „e“, die „3“ für den Reibnelaut in „Garage“. Beide kann ich hier leider nicht darstellen.

Gruß Kubi