Schnecken

Hallo,

Es betrifft zwar auch den Garten, aber ich denke hier ist meine Frage doch besser aufgehoben, da es um die Physiologie/ den Aufbau der Nacktschnecke geht.

Da ich Gemüse anbaue das ICH essen möchte bin ich gezwungen diese Tiere in meinem Garten zu eliminieren damit sie nicht meine ganze Nahrung eliminieren. Heuer ist es eine Plage.

Schneckenkorn kommt nicht in Frage, Bierfallen finde ich etwas unpraktikabel und überbrühen oder in Salz geben ist ja noch schlimmer.

Wenn ich sie also töten muss, dann sollte es schnell gehen und keine anderen Tiere gefährden.

Ist nicht das „köpfen“ die schnellste Methode? Also das durchtrennen der Schnecke mittels Messer/Schere.
Wenn ja, wo sollte der Schnitt erfolgen?
Wie ist so ein Schneck aufgebaut?
Wie gesagt es soll möglichst qualfrei geschehen.

Alternativen?

Grüße
M. (Die das sehr ungern macht aber wohl keine Wahl hat wenn sie dieses Jahr noch was aus dem Garten essen möchte)

Hallo,

hier ist eine Seite mit SEHR VIELEN Informationen:

http://webs.lander.edu/rsfox/invertebrates/limax.html

Nicht erschrecken. Hier ein Leitfaden:

Schnecken haben kein rechtes Gehirn. Sie haben mehrere Ansammlungen von Nervenzellen (Nervenknoten, „Ganglien“). Den Zerebralganglien kommt dabei am ehesten die Bedeutung eines „Gehirns“ zu. Nacktschnecken sind eher fortschrittliche Vertreter ihrer Ordnung; bei ihnen sind die meisten der einzelnen Ganglien fast miteinander verschmolzen (so können die Nerven effizienter miteinander kommunizieren). Sie bilden einen (Nerven-)Ring um den Schlund („Oesophagus“), den sog. oesophagealen Nervenring. Er kommt in seiner Art sowas wie einem Gehirn schon recht nahe. Für Schneckenverhältnisse eben. Das ist in der o.g. Quelle im Abschnitt „Nervous and Sensory Systems“ beschrieben und in Figur 3 zu sehen (es ist die Zeichnung einer aufgeschnittenen Schnecke, wo die inneren Organe zur Seite gelegt wurden, um alles sehen zu können).

Also, ich halte das Köpfen von Nacktschnecken auch für eine schnelle Tötung. Wenn du magst, kannst du den Kopfbereich (mit dem Nervenring) auch noch zerquetschen, um einen ganz schnellen ganz sicheren Tod der Schnecke sicherzustellen.

Im übrigen gehen Igel und auch Hirschkäfer gerne mal an Nacktschnecken. Als biologische Waffe kommt auch der einheimische Fadenwurm Phasmarhabditis hermaphrodita in Betracht (http://www.nysaes.cornell.edu/ent/biocontrol/pathoge…), den man bei einschlägigen Händlern bestellen kann.

Hier gibt’s noch Infos: http://www.green-connect.de/themen/nacktschnecken.html

Ach ja, die Decapitation ist für die Schnecken sicher angenehmer als das oft langsame Sterben durch die natürlichen Feinde (glaube ich - die Biester reden ja nicht mit einem…).

LG
Jochen

Danke
Hi,

Danke für die umfangreiche Info (die links muss ich später mal genauer studieren)!

Igel als Schneckenvernichter wären mir auch lieb, aber zu mir will offensichtlich keiner kommen. :o( Liegt aber sicher nicht an meinem Garten, eher an der Schneckenkornausstreuwut meiner Nachbarn. :o(

Den Kopf auch noch zu zerquetschen ist ein bischen viel verlangt. Bin froh wenn ich den glatten Schnitt mit der Rasenkantenschere schaffe. Ist kein schöner Anblick und ein noch unschöneres Gefühl. Aber mehr als 30% meiner Pflanzen will ich den Biestern einfach nicht abgeben und dieses Jahr sind sie über ihrer Quote!

Grüße
M.

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Huhu,

Statt der Schere kannst Du vielleicht auch eine langstielige Harke (http://www.das-gartenhaus-bissee.de/Hacke.gif) nehmen (die flache Seite als „Messer“ benutzen). Auch ein Spaten tut da gute Dienste. So mache ich das jedenfalls. Das spart zumindest die Bückerei und man ist nicht so nah dran am „Massaker“.

Ich habe meist Holzbohlen um die Beete liegen. Nachmittags sammeln sich die Biester gerne darunter. Bohlen umdrehen - mit Spaten drüber, liegenlassen (die Vögel entsorgen die Reste). Nicht, dass es die Schneckenplage verhindert hätte, aber es dämmt sie doch ein wenig ein.

LG
Jochen

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Hallo!

Ich habe Gärtnerin gelernt und kann nur bestättigen wir mussten sie auch immer mit der Gartenschere durchschneiden, sonst sind die Biester einfach nicht tot zu kriegen.
Wir legten abends auch immer Bretter aus und in der Früh haben wir sie dann gekillt.

Gruss
Dani

Hallo Mopedhexle,

M. (Die das sehr ungern macht aber wohl keine Wahl hat wenn
sie dieses Jahr noch was aus dem Garten essen möchte)

Ich mag das Töten von Lebewesen ebenfalls nicht. Obwohl die Fliege hier eine Ausnahme ist. Da bin ich eine wahre Massenmörderin :frowning:

Das gleiche Probleme habe ich auch jedes Jahr. Ob Salat, Erdbeeren usw. überall angebissenes Zeugs und ihr Schleim. Da nehme ich meinen Eimer und sammel alle Schnecken ein die ich finde. Und es sind nicht wenige! Den Eimer leere ich dann 50 Meter entfernt auf der Wiese aus. Die Vögel übernehmen dann das Morden und ich bin fein raus :wink:

Liebe Grüsse
Krümel

Hallo,

es gibt noch eine natürliche Variante, falls Du die Möglichkeit zur Haltung hast: Laufenten.
Die lieben Nacktschnecken und es gibt sogar schon „Rent an Ent´“-Kleinunternehmer, die ihre Laufenten an Gartenbesitzer vermieten, um den Nacktschnecken an den Kragen zu rücken. Ich denke aber, dass man da mit einer durchgehenden eigenen Entenhaltung mehr Erfolg hat :smile:

Außerdem sind sie überaus putzige Mitbewohner und die Eier darf man sich auch noch auf den Frühstückstisch stellen.

Mücke

Hallo Mücke,

allerdings hab ich gehört, dass man bei den Enten auch aufpassen muss. Denn sobald keine Schnecken mehr da sind, machen die sich auch über alles Essbare her. Und ob einem nun Schnecken oder Enten den Garten kahl fressen ist dann auch egal :smile:. Deswegen ist der Mietservice schon ne gute Sache, dann wird man sie hinterher wenigstens wieder los.

Aber putzig sind die schon, das stimmt.

Gruß, Seraphim.

Hi Seraphim,

oder man zäunt das, was man selber essen möchte, einfach ein. Klingt zwar erst mal paradox, weil man ja die Schnecken da weggefraessen haben will, aber die meisten Schnecken kommen dann erst gar nicht bis zum Salat.

Sollte es doch mal eine Schnecke schaffen, auf die andere Seite des Laufenten-Zaunes zu gelangen, kann man sie ja rausholen und den Enten so verfüttern.

Mücke

Hallo,

also wenn es ganz viele Schnecken sind, dann ist das mit dem zurschneiden so eine Sache. Besonders wenn man dann auch im Rasen dauernd auf die zerschnittenen Schnecken tritt…

Da unser Garten direkt neben einer Wiese ist, muss ich im Jahr so gegen 3- 5 Tsd. Schnecken kämpfen. Ich sammle sie immer ein und tue sie in ein Glas. Das Glas stell ich in die Sonne und nach ca. einer halben Stunde sind alle Schnecken hinüber. Das Glas darf man allerdings nur zu dreiviertel voll machen, sonst läuft es über. Die Schnecken entsorge ich dann auf dem Komposthaufen.

Wenn du dich nicht ekelst und die Schnecken mit der Hand aufsammelst (ohne Handschuh!) machst du deine Hände am besten mit Wasser und Sand (Erde geht auch, wenn die keinen Sand hast) vom Schneckenschleim sauber. Das ist, finde ich jedenfalls, hygienischer und auch einfacher, als einen Gummihandschuh vom Schneckenschleim zu befreien.

Gruß
Michael