Servus,
weils immer wieder schön ist, will ich einmal wieder die Diskussion um Bierfallen entfachen. Diesen wird nachgesagt, sie „zögen Schnecken aus der Umgebung an“, aber mir ist noch niemand begegnet, der mir hätte erklären können, wie man die Zuwanderung von Schnecken aus der Umgebung eigentlich messen kann.
Bei Ackerschnecken, die viel mehr auch an lebenden Pflanzen fressen als die oberflächlich sofort ins Auge fallenden Wegschnecken, kann man beobachten, dass sie nur im Frühjahr offenbar einige Wanderlust zeigen und sich dann auf einzelne Wirtspflanzen konzentrieren. Auf Ackerschnecken haben Bierfallen eine ziemlich starke Wirkung.
Man muss halt schauen, dass man sie so gestaltet, dass nach Möglichkeit wenigstens ausgewachsene Weinbergschnecken nicht hineinkommen. Die fressen nämlich Gelege von Nacktschnecken. Wenn einmal ein stabiler Bestand von Weinbergschnecken da ist, wird Fraß durch Ackerschnecken immerhin weniger - freilich hört das nicht ganz auf.
Für Kröten, die pfundweise Schnecken verspeisen, ist es günstig, immer ein Stück unter dichter Gründüngung (Phacelia, Ackerbohne, Ölrettich, Boretsch etc.) zu halten: Sie halten sich gern auf, wo Schutz vor Sonne und Austrocknung da ist.
Für Fraßfeind Nummer eins der Schnecken, die erfreulicherweise wieder häufigeren Igel, ist es wichtig, dass geeignete Durchlässe in den Zäunen (oder idealerweise gar keine dichten Zäune) da sind: Sie brauchen große Reviere und mögen daher keine Maschendrahtzäune. Überwinterungsmöglichkeiten sind schon auch wichtig, aber vor allem müssen sie herumstromern können.
Schneckenkorn mit Wirkstoff Eisen-III-Phosphat ist übrigens für Kröten und Igel ungefährlich. Für einzelne Kulturen, die beim Auflaufen sehr gefährdet sind, wie Spinat und Karotten, kann man damit innerhalb des Schneckenzaunes viel erreichen.
Schöne Grüße
MM