hallo experten,
bei uns ist letztens im biologieunterricht eine frage zum schneeglöckchen gestellt worden, welche selbst unsere lehrerin nicht 100%tig beantworten konnte - vielleicht könnt ihr mir da helfen
die schneeglöckchen werden im herbst gesteckt und im frühjahr nach der blütezeit gelangen die wichtigen stoffe durch die fotosynthese wieder zurück in die zwiebel - es werden in der mutterzwiebel mehrere neue zwiebeln gebildet - dadurch vermehrt sich das schneeglöckchen - wie aber können in einem wald, wo kein mensch die schneeglöckchen gesteckt hat, sie sich so vermehren, dass sie nicht nur an einer stelle sondern teilweise auch ein paar hundert meter voneinander entfernt zu finden sind?
werden in dem fall die zwiebeln von tieren ausgescharrt und verschleppt oder produziert das schneeglöckchen zusätzlich zu den neuen zwiebeln auch samen welche sich dann durch die luft verbreiten können?
danke für eure hilfe
bis dann
chris
Hallo Chris,
Warum blühen Schneeglöckchen?
Was ist eine Blüte?
Blüten enhalten die Keimzellen für eine neue Generation von Pflanzen. Die weibliche Eizelle ist im Fruchtknoten und die männlichen Pollen sind im Staubbeutel. Durch den Wind, manchmal durch Wasser, häufig durch Insekten aber auch durch Vögel (Kolibri!) werden die Pollen von einer Pflanze an den Fruchtknoten einer anderen Pflanze gebracht (=Bestäubung). Pollenzelle und Eizelle verschmelzen (=Befruchtung) zur Zygote, aus der ein Pflanzenembryo heranwächst. Dieser Embryo ist die Frucht (zB. das Meiskorn, der Kern in der Kirsche, die Kerne in der Tomate oder Gurke, die Erdnus usw.). Er ist in einem mehr oder weniger großen Samen verpackt und keimt unter günstigen Bedingungen aus und wächst wieder zu einer Neuen Pflanze heran. Viele Samen werden ebenfalls von Wind und Tieren teilweise sehr weit weggetragen!
Diesen Vorgang nennt man sexuelle Fortpflanzung. Der Vorteil liegt darin, daß die „Kinder“ sich genetisch von den Eltern unterscheiden. Damit sind schnellere und besere Anpassungen an unterschiedliche Lebensbedingungen möglich.
Im Gegensatzt dazu steht die vegetative Vermehrung. Dabei wächst ein Teil einer Pflanze wieder zu einer vollen Pflanze aus. Anschließend kann sich die Verbindung von „Mutter“- und „Tochter“-Pflanze auch lösen. Beispiele sind alle Pflanzen, die Zwiebeln bilden, aber auch solche, die Knollen bilden (Kartoffel!) oder sog. Rhizome (Wurzeln, aus denen hier und da neue Sprosse in die Höhe treiben). Auch die Bildung von Ablegern (Erdbeere!) wird zur Vermehrung benutzt.
Vorteil: Die Pflanze kann aus einem Individuum relativ schnell viele Kopien machen, um die lokalen Umgebung schnell für sich zu erobern und sie ist nicht auf Wind oder Tiere zur Bestäubung angewiesen.
Einige Pflanzen nutzen also beide Möglichkeiten parallel. Mir ist keine Pflanze bekannt, die sich _ausschließlich_ vegetativ vermehrt.
Grüße,
Jochen
Hai, Jochen,
Einige Pflanzen nutzen also beide Möglichkeiten parallel. Mir
ist keine Pflanze bekannt, die sich _ausschließlich_ vegetativ
vermehrt.
Mir schon: die Banane - ist eigentlich 'ne zweihäusige Pflanze, es gibt also Kerle und Weiber, heutzutage existieren abr nur noch weibliche Bananen. Ob man bei der allerdings noch von sich vermehren sprechen kann, weiß ich nicht, schließlich sind da Menschen nicht unwesentlich beteiligt.
Gruß
Sibylle
Moin,
Ob man bei der allerdings noch
von sich vermehren sprechen kann, weiß ich nicht,
schließlich sind da Menschen nicht unwesentlich beteiligt.
Ja, das denke ich allerdings auch: Das ist ein „vermehrt werden“ - und so kann man jede Pflanze beliebig vegetativ vermehren. Ich bin auch sicher, daß die Banae ohne menschliches Zutun recht schnell ausstirbt - sofern sich nicht doch noch’n paar Bananen-Kerle finden.
Grüße,
Jochen