Schnell entliebt

Hallo Psychologen,

da habe eine Person ein Problem.
Wenn er in eine Frau verliebt ist, passiert das mit Haut und Haar und wenn die Gefühle gegenseitig sind ist soweit alles klar.
Nur passiert es dem Mann immer, daß er binnen kürzester Zeit (sich) entliebt. Sprich, das Gefühl des Liebesrausches verfliegt innerhalb weniger Tage oder höchstens Wochen. Übrig bleibt oft genug ein Gefühl der emotionalen Gleichgültigkeit gegenüber der Frau. Er bleibt dann zwar mit der Frau zusammen, es ist ihm auch nicht unangenehm, aber es ist mehr eine Art Pflichterfüllung denn Herzlichkeit. Die erotische Anziehung bleibt allerdings oft erhalten und auch die Sexualität.
Wenn die Frau das merkt (passiert natürlich relativ schnell) kommt es häufig zum schnell zum Bruch, weil auch mit Bemühen keine ‚Liebe‘ mehr gegeben werden kann.
Die Person ist knapp vierzig Jahre alt und hat bisher nur wenige Beziehungen gehabt, die länger als drei vier Monate dauerten.

Die Kindheit ist, soweit es erkennbar ist, unbelastet, bewuste Traumata liegen nicht vor.

Beruflich ist die Person stet und auch langjährige Freundschaften plegt er.

Woher könnte dieses schnelle Abflauen der Liebe kommen?

Fragt sich

Elrond

Hallo Elrond

Die Kindheit ist, soweit es erkennbar ist, unbelastet, bewuste
Traumata liegen nicht vor.

Es sind meistens keine Traumata, die einen beziehungsunfähig machen, sondern eher die lange Erfahrung mit den „ersten Personen“, sprich: Eltern. Slche Eigenheiten entsstehen in der Kndheit über lange Zeit, kontinuierlich, unbewusst, eine langsam wirkende Erfahrung, keine Traumata.

Woher könnte dieses schnelle Abflauen der Liebe kommen?

Es könnte eine ungünstige ödipale Situation im Hintergrund stehen, aber das sind Spekulationen und denen wollen und sollen wir ja hier nicht so nachgeben.
An deiner Stelle würde ich das in Ruhe und mit Zeit in einer Therapie bearbeiten.
Es grüßt dich
Branden

Hallo Elrond,

Woher könnte dieses schnelle Abflauen der Liebe kommen?

möglicherweise flauen die Gefühle zu seiner Partnerin gar nicht ab,

er hat sicherlich eine besonders schmerzhafte Erfahrung gemacht, evt. Vertrauensbruch, Verlustangst, Bindungsangst, Zurückweisung etc., sobald er in einer neuen Beziehung an diese Erfahrung/Schmerzgrenze kommt, was evt.heißt, er spürt die Beziehung fängt an sich zu vertiefen, Vertrauen baut sich auf, Ewartungshalzungen der Partnerin werden laut, macht er dicht-das Muster wird sich immer wieder wiederholen, vielleicht sollte er mal zurückblicken, ob es immer der gleiche Auslöser ist, oder ob ein gewisses Verhalten, das ihn zum Rückzug bewegt.

Liebe Grüße

Moin,

Woher könnte dieses schnelle Abflauen der Liebe kommen?

Ich vermute, er hat sich weniger in eine bestimmte Frau mit ihren tatsächlichen Eigenschaften verliebt, sondern mehr in seine eigene idealisierte Vorstellung einer Frau. Mit der Zeit stellt er dann fest, dass diese Frau tatsächlich gar nicht seinen Vorstellungen entspricht. Es folgt Ernüchterung.

Gruß
Marion

Hallo,

vielleicht hat die Person auch nur eine falsche Vorstellung von Liebe. Liebe ist nicht primär ein Gefühl sondern es ist eine Einstellung dem Partner gegenüber. Das hat auch viel mit dem Willen zu tun, mit einer Entscheidung für den Partner.
Das was diese Person als Liebe bezeichnet (der „Liebesrausch“) ist tatsächlich Verliebtheit und ist eher ich-bezogen. Man mag den anderen, weil er einem so ein gutes Gefühl vermittelt.
Dummerweise vermittelt einem der Alltag mit dem Partner oft ganz andere Gefühle. Das lässt sich dann nur überwinden, wenn man diese Entscheidung getroffen hat, auch in diesen Situationen zum Partner zu stehen. Der Liebesrausch, der ohnehin nicht allzu lange währt, wird dann durch eine tiefe Zuneigung - ein bewusstes Ja zum Partner - ersetzt.
Dass man den Partner beim Abflauen des „Liebesrauschs“ einfach so fallen lässt, ist für mich eher ein Zeichen von ichbezogenem Denken und einer gewissen Unreife in der partnerschaftlichen Beziehung.

Gruß, Niels