Schnelle Hilfe möglich?

Hallo,

ein Freund erzählte uns gerade ganz bedripst, daß es ihm (ALH-Empfänger, ca. 800 €), in diesem Monat nicht möglich war, seine Miete und seine Wasser/Stromkosten zu zahlen und daß er auch nicht die Rate für die Abzahlung der Stromkosten für das letzte Jahr (wg. starken Heizungsbedarfs ungewöhnlich hoch gewesen) leisten konnte. Mit seinem Vermieter hat er schon geredet, der wartet noch ein bißchen, aber er hat jetzt natürlich Angst, daß ihm Strom und Wasser plötzlich abgestellt werden. Wohngeld hat er schon vor vielen Monaten beantragt, man hat ihn aber immer vertröstet. Alle anpumpbaren Leute sind auch schon angepumpt. Gibt es für einen solchen Fall überhaupt noch eine Anlaufstelle, wo ihm irgendwie geholfen werden kann? Natürlich kann er bei uns wohnen (zumindest für einige Zeit), aber das wäre für ihn wohl sehr unakzeptabel (er ist schon älter und schämt sich furchtbar, daß er ein solcher „Sozialabsteiger“ geworden ist.

Eine Antwort, die hilfreich ist, wäre schrecklich nett.
Viele Grüße
Felix

Hi Felix,

hat er sich schon mal an eine Schuldner-Beratung gewandt?

Das Bürgerbüro oder die Verbraucher-Zentralen haben wohl die Adressen. Auch kann man bei der Kirche in der Nähe nach Beratungsstellen der Diakonie und Caritas fragen.

Alles Gute Deinem Freund

Winni

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kurze Zwischenfrage

Hallo,

Felix

Was macht denn euer Freund mit den 800 € monatlich? Ich muss mit 650 € auskommen. War er schon beim Blutspenden? Dort gibt es 50 € für Blutplättchen.

wie wärs mit Arbeiten? Ich verdiene im Monat 925 euro netto und habe keine Schulden.

gruss

Hallo,

bei 800 Euro ALH, müsste er doch eigentlich traumhaft leben. Er darf noch 165 Euro über das Arbeitsamt dazuverdienen, soviel ich weiß. Andere arbeiten für so viel Geld 40 Stunden und mehr die Woche. Also bitte nicht wundern, wenn sich das Mitleid in Grenzen hält.

Kleinere Wohnung suchen, kleineres Auto, weniger oft weggehen…

Ich glaube kaum, dass sich das Sozialamt dafür zuständig fühlt. Eher die Schuldnerberatung. Die helfen ihm nämlich auch, von den Ausgaben runter zu kommen. Da sollte er unbedingt hin. SOnst wirds irgendwann wirklich mal eng.

Gruß

Peter

Tja, das allgemeine Mitleid hält sich offensichtlich in Grenzen…
Auch ich finde 800€ im Monat fürs Nichtstun (ob er daran nun schuld ist oder nicht, mag dahin gestellt sein, arbeitslos kann man heutzutage schnell werden) relativ viel. Über meine Zeit als Student möchte ich hier nicht philosophieren.
Denn noch drehen Banken, Elektronikkonzerne, Versand- und Möbelhäuser einem heutzutage auch sehr leichtfertig Kredite an, und scheuen sich, bei ausfallenden raten dann auch nciht, eidesstattliche versicherungen abzunehmen, was die Suche nach einer neuen Arbeit zusätzlich erschwert.

Als leidgeplagter vermieter (und mir ist natürlich klar, dass sich hier das mitleid der ALH-bezieher ebenfalls in grenzen hält) weiss ich, dass man es ganz schön lange aussitzen kann, keine Miete zu zahlen, letztendlich müssen räumungklagen vom vermieter vorfinanziert werden, inklusive packer und möbelwagen,mieter muss nicht mal helfen, seinen krempel einzuladen.

Grundsätzlich kann ich mich nur den anderen meinungen anschliessen, versuchen etwas dazu zu verdienen, vielleicht selber noch jemanden, der in ähnlicher situation ist, in der eigenen Wohnung aufnehmen und die 160 euro (oder so?) an der tanke oder in der videothek dazuverdienen. Vielleicht übernimmt das wohnungsamt ja auch ne austehende miete. Vermieter und Banken (naja Banken eigentlich nicht) sind auch nur Menschen, wenn Du mit Ihnen sprichst, suchen sie auch nach ner lösung, aber wenn man den kopf in sand steckt, wird die wohnung irgendwann geräumt und der offenbahrungseid zwangsweise abgenommen. Am Wichtigsten ist in jedem Fall die Zahlung von Strom, Gas und Wasser.

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Moien!

Sein Problem sind ja nicht Miete/Strom und Gas sondern das er mit seinem Leben nicht klar kommt! Wegen einmaliger Nichtzahlung wird so schnell nichts passieren - vorallem wenn er mit den Leuten darüber redet.
Allerdings wird es ja ewig so bleiben und irgendwann sitzt er halt auffer Straße wenn er nichts mehr zahlen kann dank mangelnder Haushaltsführung und sogar noch alle möglichen Leute anpumpt - wobei dies schon fast an Diebstahl grenzt, dnen er wird auch dies wohl kaum zurückzahlen können!

Von daher sollte er sich professionelle Hilfe holen - sonst ist er bald ganz weg vom Fenster…

Bernd

Vorschläge
Hallo,

hier in München gibt (oder gab) es eine Stelle die nennt sich „Fachstelle zur Vermeidung von Obdachlosigkeit“ oder so, ist im Wohnungsamt und springt in ganz besonderen Fällen ein, wenn die Miete nicht bezahlt werden kann, um eine drohende Kündigung abzuwenden. Vielleicht gibt es etwas ähnliches ja auch da, wo dein Freund wohnt.

Evtl. könnte er auch beim Sozialamt für eine einmalige Leistung vorstellig werden. (Sämtliche Unterlagen über Einkünfte und Ausgaben mitnehmen!)

Wie es allerdings bei den diversen Strom- bzw Heizkosten ist, weiß ich nicht. Was mir dazu einfällt ist, eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Die Stromanbieter usw. sind da auch kooperativ, denn die bekommen ihr Geld lieber in Raten, als gar nicht.

Noch was zum Wohngeldantrag: das Wohnungsamt (wie alle anderen Ämter)ist gebunden, Anträge innerhalb einer bestimmten Zeit abzuarbeiten, wenn es zu lange dauert ( --> erkundigen was normal und was „zu lange“ ist) kann man glaube ich Klage beim Sozialgericht wegen „Untätigkeit“ erheben. Meistens genügt schon die Ankündigung an das Amt (per Brief). Dann wird meistens relativ schnell über den Antrag entschieden.

Allerdings muß ich mich den Vorrednern anschliessen. Ich glaube nicht daß es so weitergehen kann, denn wenn er diesen Monat nicht zahlen kann, kann er nächsten auch nicht usw. Dein Freund sollte sich schleunigst nach einem Nebenjob umsehen, und wenn es Treppenhäuser putzen oder Fritten braten bei McDoof ist.
800.- Euro im Monat ist mehr, als manch andere haben und ich wundere mich etwas, warum er nicht in der Lage ist, seine Sachen zu bezahlen. Ich muß verglichen mit deinem Freund mit weitaus weniger für 3 Leute aufkommen.

Gruß,
Marianne

freiwillig arbeiten

Hallo,

ein Freund erzählte uns gerade ganz bedripst, daß es ihm
(ALH-Empfänger, ca. 800 €), in diesem Monat nicht möglich war,
Eine Antwort, die hilfreich ist, wäre schrecklich nett.
Viele Grüße
Felix

Wenn Dein Freund noch Sinn für Arbeit aufbringen kann, empfehle ich Einkaufswägen zusammenschieben und im Supermarkt Kartons einsammeln, und das freiwillig! Dann kann er auch auf abgelaufene Lebensmittel stoßen und fragen, ob er die geschenkt bekommt. Ein verständnisvoller Filialleiter wird sie ihm dann schenken.
Somit wäscht eine Hand die andere.
Franz

ground control an franz…
Ich hoffe ja wohl, dass ich hier zurecht die Ironie erkannt habe?? abgelaufene Lebensmittel sollte in Deutschland niemand nötig haben?!?
Und mit 800(!) Eur pro Monat schon gar nicht! Ich hatte im Studium deutlich weniger (etwa 550, erarbeitet, null bafög!), hab trotzdem meine rechnungen bezahlt, nach abgelaufenen Lebensmitteln hätte ich nicht gefragt.

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Not …
… macht erfinderisch

ground control an franz…

oder aus der Not eine Tugend machen

Ich hoffe ja wohl, dass ich hier zurecht die Ironie erkannt
habe?? abgelaufene Lebensmittel sollte in Deutschland niemand
nötig haben?!?
Und mit 800(!) Eur pro Monat schon gar nicht! Ich hatte im
Studium deutlich weniger (etwa 550, erarbeitet, null bafög!),
hab trotzdem meine rechnungen bezahlt, nach abgelaufenen
Lebensmitteln hätte ich nicht gefragt.

Manche Lebensmittel sind auch schon vergammelt, auch wenn sie noch nicht abgelaufen sind, z. B. hatte ich schon Gurken, Kaffee, Leberkäse und Brot erwischt, das ungenießbar war. Es kommt nur auf die Lagerung an. Apropos Studium: In der Mensa sammelte ich als Student freiwillig das Geschirr ein, das andere liegen ließen. Einen Tag später wurde ich vom Studentenwerk eingestellt und hatte 30 € zusätzlich verdient. Man muss nur die Augen offen halten.
„Wem nichts mehr auffällt, dem fällt auch nichts mehr ein.“ (Zitat von Hellmut Walters)

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Hallo,
vielen Dank für Eure Antworten, besonders Dir, Marianne, für Deine guten Anregungen. Ich werde sie sofort weiterleiten. (Natürlich nur die positiveren, deprimiert ist er schon genug). Ich finde 800,- nicht gar so fürstlich wie anscheinend die meisten hier, er zahlt 650,- Miete, dazu noch Öl, Wasser, Strom, GEZ, Hundesteuer (wird nur bei Sozialhilfebezug erlassen, warum auch immer), Telefon, hat ein uraltes Auto, das er allerdings ganz selten benutzt (Spritpreise), aber Steuer und Versicherung sind natürlich auch fällig (ÖPV sehr dürftig und auch nicht geschenkt), die 2% Arzt/Arzneimittelbeteiligung will auch bezahlt werden, raucht/trinkt nicht, ißt wenig und billig, geht nirgenswo hin, wo es Geld kostet. Das ist doch wirklich kein fürstliches Leben! Bis letzten Monat hatte er einen Untermieter, der sich an der Miete beteiligt hat, er sucht auch wieder jemand, ist aber auch nicht so leicht, einen WG-Genossen in seinem Alter zu finden (bzw. einen, der sein Alter akzeptiert). Ach ja, das Alter: auch ein Faktor, daß es scheinbar überall bloß hier nicht für jeden leicht zu sein scheint, eine Nebenbeschäftigung zu finden, die auch noch ein paar Euro einbringt. Es gibt hier auf die popligsten Jobs unzählige Bewerber, fast immer (viel) jünger und rüstiger (Freund Jürgen wird 60), die werden eben lieber genommen. Auch ein Hinderungsgrund bei solchen Arbeiten, für die er sich wirklich nicht zu schade ist, ist die Tatsache, daß er promovierter Philosoph ist (o.k., er hat halt seiner Neigung nach studiert, aber daß das ein Fehler war, konnte er damals auch noch nicht ahnen und alle Philosophen können leider nicht Finanzminister werden), sein Brötchengeber ging pleite, auch das war vor 40 Jahren nicht vorhersehbar.Diese Tatsache scheint jedem, der eine einfache Hilfskraft sucht, schon hoch verdächtig (Überqualifizierung, Arbeitsfrieden etc.). Bei der Schuldnerberatung war er natürlich auch schon, ein Umzug in eine billigere Wohnung (wo??) wäre unterm Strich auch nicht kostengünstiger. Er muß halt einen Untermieter finden (und es scheint sich da ja was anzubahnen), aber Sorge macht ihm halt Strom/Wasser. Ich dachte, da gäbe es irgendwie eine spezielle Anlaufstelle, von der man halt nicht so unbedingt Kenntnis hat als Normalbürger.

Viele Grüße

Felix

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Hallo,
zunächst mal kann er aufs Sozialamt gehen und versuchen, dort Geld zu bekommen, wenn es um die Vermeidung von Wohnungslosigkeit geht. Er muss aber davon ausgehen, dass es das Geld in Anbetracht der Höhe seiner Arbeitslosenhilfe nur darlehensweise gibt.
Das Aufsuchen einer Fachberatungsstelle zur Vermeidung von Wohnungslosigkeit ist sicherlich kein Fehler.
Grundsätzlich muss sich Euer Freund schleunigst Gedanken machen, wie er künftig mit seinem Geld auskommen kann. Hierzu sollte er mit einem Fachmann / einer Fachfrau reden und einen Haushaltsplan machen. Wenn massive Schulden bestehen, sollte er sich an eine Schuldnerberatung wenden. Fragt am besten mal beim Diakonischem Werk oder Caritas nach, welche Hilfe für Euren Freund angeboten werden kann.
Einen Kommentar zu den zahlreichen „geh arbeiten“ Bemerkungen verkneif ich mir!
Viele Grüße
Jens

hallo, Felix,
sicherlich sind 800 € bei einer Miete von 650 € sehr hart am Limit. Und ich würde auch nciht verlangen, dass jemand der (hoffentlich) unser Sozialsystem jahrelang mitgetragen hat, jetzt die karre verschenkt (verkauf scheint ja unwirtschaftlich) und den hund abschafft. dennoch versteh ich nicht, warum der Umzug in eine kostengünstigere Wohnung nicht sinnvoll sein sollte. Mit Wohnberechtigungsschein gibt es wohnungen die nicht mal die hälfte kosten (wo? in jeder grosstadt, und da könnte man ja nochmal über den wagen nachdenken, ausserdem gibts da auch eher nebenjobs, für ihn vielleicht sogar als dozent an ner Volkshochschule). Und er sollte sich zumindest auf ne warteliste für ne wohnung setzen lassen, denn wer weiss, wie lange er auf seinen künftigen Mitbewohner (toitoitoi) zählen kann. Und wenn er mit Doktortitel wirklich bereit ist, Döner zu grillen und ander Leute Garten zu machen, kann ich nur den Hut ziehen. In jedem Fall viel Erfolg!

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Hallo,

wie kann jemand der 800€ Sozialhilfe bekommt 650€ Miete bezahlen?
Entweder bekommt er keine Sozialhilfe oder irgendetwas läuft da falsch.
er hätte auf jeden Fall Anspruch auf Wohngeld.
Gruß