Schnittproblem bei der Schattenmorelle

Liebes Forum!

Ich habe im Garten eine Sauerkirsche, genauer gesagt eine Schattenmorelle (ca. 20 Jahre alt) mit gutem Ertrag stehen. In den letzten Jahren wurde sie sehr zurückhaltend bis gar nicht geschnitten. Daher waren die Fruchttriebe schon in Richtung Peitschentriebe entwickdelt. Ich habe daraufhin beschlossen, einen Winterschnitt heuer im Frühjahr durchzuführen. Habe das ziemlich radikal gemacht. Die Folge war, dass ich heuer (fast wie erwartet) nur relativ wenig Fruchttriebe - also Blüten hatte. Dafür hat der Baum extrem viel Jungholz angesetzt und sehr viel Jungtriebe entwickelt. Diese kamen zum Teil direkt aus dem Stamm aber auch aus allen vom Stamm weggehenden Haupttrieben aber auch an allen möglichen anderen Stellen. Lieder hat dann ein Spätfrost die wenigen Blüten die ich hatte zuerstört, sodass ich heuer keine einzige Frucht am Baum hatte.

Nun zu meinem Problem. Ich weiss, dass man lt. Literatur nach der Ernte die Fruchttriebe zurückschneiden bzw. entfernen soll. Bei Null Frucht, tu ich mir da ein wenig schwer, weil ich nicht weiss, was ich wegschneiden soll.
Daher meine Frage an die Experten vom Forum. Welche Triebe soll ich bei einer Schattenmorelle, die keine Frucht hatte, wegschneiden um nicht die nächstjährigen Fruchttriebe wieder zu entfernen? Habe den Garten erst letzten Herbst übernommen (Baum ist Altbestand) daher habe ich da noch keine Erfahrungen.

Hallo.
Sauerkirschen tragen nur an einjährigem Holz Früchte. Das heisst: An allen diesjährigen Trieben hast Du nächstes Jahr Blüten / Früchte. An mehrjährigen Holz hast Du weder Blätter noch Früchte, das ist kahl. Deshalb die Peitschenbildung.
Meine Methode war, jedes Jahr habe ich einige Aeste oder Zweige entfernt. Meist die, die mich gestört haben oder wo sie zu dicht standen. Das hat den Neuaustrieb angeregt und es war immer Neuaustrieb für Fruchtansätze im nächsten Jahr da. Die Baumkrone wird dadurch nicht überaltert und beugt der Peitschenbildung vor.
Spitzen entfernen / einkürzen wie bei Kernobst würde bedeuten, die Ernte für nächstes Jahr zu vernichten.
Mit der Methode habe ich jahrzehntelang gute Erfahrung gemacht.
Gruss Peter