Liebe Gärtler,
zu meinem Vergnügen hat der letztes Jahr gepflanzte Baum Dürkheimer Feigen den Winter soweit gut überstanden, sich angesichts des absonderlichen Frühjahrs lang überlegt, ob er überhaupt austreiben soll, und steht jetzt sehr vital da, verspricht auch immerhin ein Dutzend Feigen.
Mich bekümmert ein wenig, dass er ziemlich viele und dementsprechend dünne Triebe macht. Mir kommt es vor, als wäre es besser, wenn er sich auf wenige, dann vielleicht stärkere, konzentrieren würde. Weil die Kerle aber bloß eine sehr kurze Zeit haben, in denen ihnen die Temperaturen genehm sind, weiß ich nicht recht, ob ich ihm jetzt im Hochsommer einen Schnitt zumuten kann, oder ob er dann erst recht zum umso buschigeren Austreiben gereizt wird, und dann die Triebe nicht mehr rechtzeitig verholzt kriegt.
Zu allem hin verwundert es mich, dass einige schlafenden Knospen am Stamm, die ich gleich beim ersten Austreiben abgezwickt habe, gänzlich ruhig geblieben sind: So daß mir ein bei sonstigem Fruchtgehölz ganz unorthodoxer Schnitt im Mai eigentlich nicht verkehrt vorkäme?
Wer kann mir Hinweise zum Schnitt, am besten Erfahrungswerte mit rheinischen selbstfruchtbaren Feigen im Klima Deutsch-Kalifornien geben?
Für Unterstützung dankt
MM