Hallo Alexander,
„… Aufzeichnung mündlicher Überlieferung ist…“
Bis heute ging ich davon aus, dass die Heilige Schrift Gottes
Wort
ist, also er allein für den Inhalt verantwortlich ist. Jezt
kommen da
also verschiedene Erzähltraditionen zusammen.
nu ja, Gott hat nicht selber zur Feder gegriffen.
Und es ist auch kein Diktat.
Gott hat den Schreibern gesagt, was aufzuschreiben sei.
Da das aber immer nur in der jeweiligen Sprache bzw. nach dem Verständnis der Schreiber möglich war, gibt es verschiedene Ansichten, was der Schreiber gemeint haben könnte.
Die erste sagt,
Adam
und Eva sind das Ergebnis eines Schöpungsaktes: 1. Mose 1.27
"Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, zum Bilde
Gottes
schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib. (…)
An anderer Bibelstelle bemerkte Gott, dass da noch etwas fehte
und er dringend nachbessern musste:
- Mose 1.18: Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, daß
der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um
ihn sein."
Da ist wohl in der Endredaktion der Bibel etwas schief
gelaufen.
Ich denke, da ist gar nichts schiefgelaufen beim Schreiben.
Aber einiges ist schiefgelaufen beim Lesen!
In den meisten Übersetzungen steht: „schuf den Menschen als Mann und Frau“. Das ist leider falsch übersetzt.
Es steht da „männlich/weiblich“. Und das läßt darauf schließen, dass der Mensch ursprünglich als Zwitter konzipiert war. Er wäre also perfekt und ganz allein „reproduzierfähig“ gewesen.
Deshalb sagt Gott „dass es gut war“.
Die „Nachbesserung“ war eigentlich eine Verschlechterung.
Die Geschichte mit Eva und der Rippe Adams zeigt, dass Gott den „perfekten Menschen“ teilte. Und seitdem bilden Mann und Frau ein gemeinsames Ganzes.
Wer hat eigentlich die Bücher Mose geschrieben?
Vermutlich Mose (manche Forscher bezweifeln das) und Mose lebte ca. 1500 v.Chr. Also lange nach der Schöpfung. Also ist das, was er geschrieben hat, das Ergebnis langer Erzähltradition.
Als Konfirmand wurde mir eingetrichtert: Die Bibel ist Gottes
Wort und jeder Satz darin ist unveränderbar.
Dann dürfte man die Bibel aber nicht übersetzen. Denn mit einer Übersetzung veränderst Du unwillkürlich die Worte. Und wenn es ganz schlimm kommt auch den Sinn.
Als ich unseren Pfarrer
darauf aufmerksam machte, dass es einige Unstimmigkeiten in
der
Biblischen Geschichte gäbe, verprügelte er mich in heiligem
Zorn vor der ganzen Klase.
Die Zeiten haben sich „Gott sei Dank“ geändert.
Das war aber höchst kontraproduktiv. Doch,
auf
meine Fragen hätte ich weiterhin gerne eine solide theologisch
korrekte Antwort. Mir wurde immer wieder versichert, dass
Gottes Wort
klar und wahrhaftig wäre. Ergo dürfte es eine leichte Sache
sein, mir
auch diese „scheinbaren“ Widersprüche zu erklären.
Frag nur, ich will es gerne versuchen.
Gruss Harald