Hallo!
Will grade im Garten noch einen Busch einpflanzen und sehe mich wieder einmal mit dem betonharten Erdboden konfrontiert. Wenn ich die Grasnarbe abheben will, brechen ganze Erdschollen heraus.
Mir ist nun der Gedanke gekommen, die Schollen minus den oberen Teil mit dem Gras, im Häcksler zu zerkleinern, statt sie in der Schubkarre mit dem Spaten kleinzuhacken. Wir haben zwei Häcksler, einen mit Zahnrädern und einen mit kreiselndem Schwert. Was meint ihr, sollte ich das probieren oder lieber bleiben lassen, wegen evtl. Steinchen?
du machst die Messer kaputt wegen den Steinen und Steinchen.
Hab ich mir - als Laie - auch so gedacht
lass das Erdreich trocknen und dann durch ein Sieb wenn du es
noch brauchst.
Sieb geht nicht. Stellenweise brauche ich die Spitzhacke, um in den Boden zu kommen. Wenn die Schollen trocknen, kann man damit Häuser bauen. Wahrscheinlich werfe ich den Kram auf den Kompost (der wächst uns schon über den Kopf), feuchte gut, gebe Schnellkomposter dazu und hoffe auf nächstes Jahr …
Wenn du den rausgelösten Boden nicht brauchen kannst, probier es in der Zeitung.
Da gibt es Rubriken zu verschenken oder so. Kostet nicht viel einen Versuch ist es Wert. Vllt braucht irgendein Bauer so was lehmiges zum Verfüllen.
Zweitens liegt so ein toniger „Minutenboden“ (wahrscheinlich Pelosol, vielleicht auch Terra fusca) nicht irgendwie in der Gegend herum, sondern seine Zusammensetzung erstreckt sich auf die gesamte Mächtigkeit des Bodens - Ausnahme: Tonlinsen in Gemengelagen wie z.B. Grund- und Endmoränen aus dem Diluvium und in Flussauen. Um ihn zu verschenken, müsste man also den gesamten Garten mindestens 90 cm tief auskoffern - wenn vorher Fels kommt, reicht weniger.
Und wie will man ohne Boden einen Garten bewirtschaften?
da ist mechanisch nichts zu machen, nach dem nächsten Regen sitzt das Zeugs wieder genau gleich da wie zuvor.
Sieh zu, dass Du den Boden humoser kriegst, schaff Dir Regenwürmer an (leichtes Aufkalken mögen sie, aufgekalkter Rindenmulch mit Weißklee eingesät begeistert sie regelrecht), begrüne die Baumscheiben und die Bereiche unter den Büschen mit Phacelia - die sollte im Sommer halt weg, wenn sie zu viel Wasser zieht; die ausgejäteten Phaceliapflanzen bleiben an Ort und Stelle für die Regenwürmer liegen.
Versuche im Gemüsebereich - so Du einen vorgesehen hast - ein Hügelbeet zu bauen, das Du jährlich um einen Streifen verschiebst.
Wege zwischen den Beeten mit Rindenmulch und Weißklee-Einsaat, keine Trittplatten oder sowas.
Das dauert alles - eigentlich wolltest Du ja auch nicht mehr umziehen, deucht mir -, der Erfolg dieser Maßnahmen bemisst sich nach Jahrfünften. Aber er kommt!
also wenn Du einen Busch pflanzen willst (was denn überhaupt?) und kein Beet anlegen willst:
wenn der Boden betonhart ist, ist er trockener und tonhaltig
da JETZT einen Busch zu pflanzen wird jenem auch nicht guttun
zum Pflanzen erst den Boden aufweichen/lassen (also giessen oder die Schneeschmelze abwarten)
mit der Zeit wäre alles gut, was Struktur reinbringt
(Sand beimengen, Tiefwurzler*, Regenwurmnahrung…)
*Tiefwurzler: Blumepeder hat hier kürzlich Rosen und Wein genannt: das kann ich voll(!) bestätigen, ich hab nämlich auch so einen Pelosol… (Röttone) und ausserdem machen Hartriegel und Feldahorn ein gute Figur, manchmal sogar zu gut…
Im Garten hab ich oft fingerdicke Risse, aber auf dem selben Boden unter den Apfelbäumen usw. erfreuen sich die Regenwürmer am Laub und spätestens die Maulwurfhaufen zeigen, dass die Erde dort viel krümeliger ist… - in meinem Garten wachsen mehr als 50 verschiedene Gehölzarten und ich dünge und gieße diese nicht (außer vllt. im ersten Jahr nach dem setzen…)
beim Pflanzen (bei grabbarer Bodenfeuchte - auf so Hackeraktionen wäre ich nie gekommen…) gab es teils ein wenig Humus ins Loch - die meisten Arten (u. a. Eibe, Eiche und Elsbeere, Schneeball, Wildrosen, Weide, Spitz- und Feldahorn usw.) kamen von ganz alleine und ohne jede Hilfe… - mir gefällt das!!