...schon wieder ein Wein-Problem!

Tach zusammen!

Diesmal habe ich ein Problem mit einer Flasche 98er „Chateau Lafleur Perganson“ Haut-Médoc von Feinkost Albrecht. Die Flasche kostet da immerhin DM 10,-- und ich hatte mir einiges davon versprochen…

Als ich dann aber das erste Mal ins Glas roch, stieg mir ein höchst unangenehmer Geruch - wie nach Aceton(!) - in die Nase.

Auch beim zweiten, dritten und vierten Reinriechen kam mir immer irgendwie der Gedanke an Nagellackentferner…

Geschmacklich fand ich ihn jetzt auch nicht so den Reißer - aber gut, dass mag Geschmacksache sein.

Wie sieht es nun mit diesem Aceton-Geruch aus? Ist das vielleicht normal für diesen Wein und empfinde nur ich das als unangenehm? Oder ist das ein bekanntes Zeichen, dass ein Wein hinüber ist?

Gruß

Horst

hi horst,

*g* noch ein wein aus der küche? *g*

ich kenne den erwähnten wein nicht, ich schätze aber, es wird rotwein sein.

„acetongeruch“ soll natürlich nicht sein, wein darf niemals unangenehm riechen. eine ausnahme allerdings (und das ist natürlich eine persönliche vorliebe oder eben nicht) ist der geruch der „flüchigen säure“, die wie essig riecht und recht häufig bei französischen rotweinen vorkommt. in anderen ländern/gegenden wird diese flüchtige säure als „essigstich“ bezeichnet und dann ist es ein weinfehler.

dein acetongeruch könnte auch ein geruch nach faulen eiern sein? dann handelt es sich um einen sog. „böckser“, das ist auch ein weinfehler.

und so ganz nebenbei: dm 10 sind ja nicht gerade die welt für eine gute flasche wein (und das wahrscheinlich noch über 10 zwischenhändler). das ist ähnlich wie beim rindfleisch, beim schweinefleisch … gute, saubere, chemiefreie produktion kostet nun mal mehr geld und wenn du die produzenten „leben“ lässt, werden sie auch gutes produzieren.

Antennaria hat schon Recht: Wirklich guter Wein fängt in der
regel erst jenseits der 10 Mark an, vor allem bei französischen
Rotweinen (Ausnahmen bestätigen die Regel).
Noch etwas wäre dazu zu sagen: Einen Rotwein solltest Du erst mal
dekantieren, das heißt, ihn in eine große Karaffe gießen, in der
er im gegensatz zur Flasche eine große Oberfläche bildet. Da
lässt Du ihn mindestens eine Stunde stehen - er muss sowieso
Zimmertemperatur annehmen. Und bei der Gelegenheit verschwinden
solche merkwürdigen Gerüche, die manche Weine direkt nach dem
Öffnen manchmal haben, oft. Wenn nicht, Ablage unter A (wie
Ausguss).
Ich hoffe, Du hast das nächste Mal mehr Glück!
Prost
R.B.