Hallo, liebe Gemeinde.
Unter der Überschrift „Kombjuder maren das Ghörn kaput“ war in meiner Tageszeitung (tiefste Provinz mit Pressemonopol) am Wochenende ein Artikel, von dem ich im wesentlichen nur behalten habe, daß in der Schule, aus der berichtet wurde, in den ersten beiden Klassen das Schreiben in „Lautschrift“ toleriert wird.
Der obige Satz stammte von einem Siebenjährigen.
Mag ja sein, daß ich ein intoleranter, reaktionärer Kerl bin, aber ich habe für diese Lautschriftexperimente keinerlei Verständnis. Und zwar aus dem einfachen, kühlen Grunde, daß die Erst- und Zweitklässler sich damit quasi eine zusätzliche Fremdsprache aneignen, die in den Folgeklassen mit vermehrtem Aufwand wieder ausgeglichen werden muß. Bei dem allgemein üblichen Unterrichtsausfall kann ich mir die Resultate gut ausmalen (und sehe sie in der Berufsschule und im Job recht häufig bei Azubis und Jungdynamos von der Akamie).
Ich habe einen ganz bösen Verdacht : Will sich hier die liebe Lehrerschaft die Arbeit mit den Sechs- und Siebenjährigen sparen? Nach dem Motto : „Das machen schon die Eltern, wenn ihnen die Lautschrift gegen den Strich geht, und wenn nicht, kann ich für Nachhilfe nochmal abräumen“? Oder was? Oder wie?
Schraipd mier mahl fass!
kw
mal ganz abgesehen davon, daß meine Tochter (3. Klasse)
immer noch schreibt, wie sie spricht (und das in Sachsen *gg*),
halte ich die Methode für den größten Blödsinn, denn ich je
gehört habe. Die Kinder haben es so schon schwer „richtiges“
Deutsch schreiben zu lernen (warum auch immer).
Bei uns z.B. war die Methode Schreiben zu lernen ganz anders:
wir haben zuerst das Alphabet gelernt und dann aus Buch-
staben Wörtern gebildet, na egal, als ich das jetzt gelesen
hab, mußte ich einfach meine Meinung loswerden. Gleich nochmal:
So ein Unsinn!!! Vielleicht können die Lehrer hier dazu mal
was sagen, möglicherweise ist doch ein „höherer“ Sinn dahinter.
Aber ich glaube, denen dreht sich auch der Stift in der Hand…
Liebe Grüße H.-D.
Hallo Heinerich!
Vielleicht sehe ich das ja falsch, aber stand in da nicht, dass es ‚toleriert‘ wird - das heisst doch einfahc, dass am Anfang nicht so viel WErt auf korrekte SChreibweise gelegt wird, das kommt dann spaeter. Am Anfang ist man froh, wenn sie ueberhaupt schreiben und sich schriftlich ausdruecken.
Meine Kinder lernen uebrigens Englisch schreiben und ich muss sagen, die haben es in den ersten Klassen viel schwerer als die deutschen Kinder, weil es eben noch viel weniger nach Lauten geht. Da wird auch so manches ‚toleriert‘, das heisst in der Praxis verbessert wird, was total unverstaendlich ist, aber man ruiniert nicht von vorneherein das Selbstbewusstsein der Kleinsten.
Meine Erfahrung damit ist, dass es mit der Zeit dann mehr und mehr ‚Normschreibweise‘ wird, so nach und nach.
Ales nischd so enk sehen. Elke
Hi,
gehört zwar nicht ganz zum Thema, fiel mir aber dazu ein…
Wohltuend klar
Ein vorletzter Schritt zur Rechtschreibreform
Eine Rechtschreibreform per Dekret und ohne Gewöhnungsphase muss
zu Schwierigkeiten führen. Der lebendigen Sprache angemessen wäre
eine Reform in einzelnen Schritten (sozusagen in homöopatischen
Dosen) gewesen. Etwa wie folgt:
Erster Schritt
Wegfall der Grossschreibung
einer sofortigen einführung stünde dabei nichts im wege, zumal schon
viele graphiker und werbefachleute zur kleinschreibung übergegangen
sind.
zweiter schritt
wegfall der dehnungen und schärfungen
dise masname eliminirt schon die gröste felerursache in der grundschule.
den sin in unserer konsonantenverdopelung hat onehin nimand kapirt.
driter schrit
v, ph, und pf werden ersetzt durch f
sch, tz, x und z werden ersetzt durch s
das alfabet wird um swei buchstaben redusiert, sreibmasinen und
sesmasinen fereinfachen sich, wertfole arbeitskräfte könen der wirtsaft
sugefürt werden.
firter srit
q, c und ch werden ersest durch k
j und y werden ersest durch i
iest sind son seks bukstabendrausen und di sprake woltuend klar, di
sulseit kan sofort fon neun auf swei iare ferkürst werden. anstat aksik
prosent reksreibunterikt könen nüslikere fäker wie fisik, kemi, und reknen
mer geflegt werden.
fünfter srit
wegfal fon ä, ö und ü!
ales uberflusige ist iest ausgemerst, die ortografi ist wider slikt und
einfak, naturlik benotigt es einige seit, bis dise fereinfakung riktig ferdaut
wird. fileikt sasungsweise ein bis swei iare.
dan folgt ein sester srit
p ersest durk b
auk g durk k
t ersest durk d
und warum ersest man nikt w durk f ?
fen ale dise fordsride durksesd sind, durfde als naksdes sil di
fereinfakung der nok sfiriken und unsikeren deudsen kramadik anfisird
werden.
Spaß beiseite, ich finde diese „Lautschrift“ natürlich auch schwachsinnig, da Kinder am leichtesten lernen, je jünger sie sind, und was sie einmal drin haben, kann man ihnen schwer wieder abgewöhnen…Also warum nicht lieber gleich „richtig“ lernen? Hoffentlich fällt denen hier nicht mal sowas ein, mein Sohn wird nächstes Jahr eingeschult!
K.
Hallo Heinerich!
Vielleicht sehe ich das ja falsch, aber stand in da nicht,
dass es ‚toleriert‘ wird - das heisst doch einfahc, dass am
Anfang nicht so viel WErt auf korrekte SChreibweise gelegt
wird, das kommt dann spaeter. Am Anfang ist man froh, wenn sie
Na ja, schön und gut. Ich bin auch nicht für Pranger, Peitsche und Rädern, wenn sich so ein Zwerg verschreibt. Aber so, wie das in dem Käseblatt stand, juckt es niemanden, wie geschrieben wird („Kombiuder maren das Ghörn kaput“) : brrrrrr!
ueberhaupt schreiben und sich schriftlich ausdruecken.
Meine Kinder lernen uebrigens Englisch schreiben und ich muss
sagen, die haben es in den ersten Klassen viel schwerer als
die deutschen Kinder, weil es eben noch viel weniger nach
Lauten geht. Da wird auch so manches ‚toleriert‘, das heisst
in der Praxis verbessert wird, was total unverstaendlich ist,
aber man ruiniert nicht von vorneherein das Selbstbewusstsein
der Kleinsten.
Das ist so vollkommen o.k., meine ich.
Meine Erfahrung damit ist, dass es mit der Zeit dann mehr und
mehr ‚Normschreibweise‘ wird, so nach und nach.
Ales nischd so enk sehen.
Liber geschbreidsd? 
Meine böse These über unser Lehrervolk scheint jedenfalls zu stimmen. Die sind ja sogar zu faul, mich zu flamen …
kw
halte ich die Methode für den größten Blödsinn, denn ich je
gehört habe. Die Kinder haben es so schon schwer „richtiges“
Deutsch schreiben zu lernen (warum auch immer).
Vielleicht, weil das in Saggsn Fremdsprache ist (couldn’t resist
…
Bei uns z.B. war die Methode Schreiben zu lernen ganz anders:
wir haben zuerst das Alphabet gelernt und dann aus Buch-
staben Wörtern gebildet, na egal, als ich das jetzt gelesen
So hat das bei uns auch funktioniert. Scheint aber heute zu stressig für die armen gebeutelten Pädagogen zu sein. Deswegen muß ich mich manchmal mit den Stiften hinsetzen und einfachste sprachliche Regeln pauken - wohlgemerkt, mit Abiturienten!
Beispiel gefällig (aus einem Bewerbungsschreiben, ich zitiere das jetzt aus dem Gedächtnis, aber sinngemäß stimmt es) :
„Sehr geehrte Dam und Herrn, hiermit bewerbe ich mir um ein Ausbildungsplatz als Industrykaufman. Da ich im Früjahr mein Abitour mache.“ Klasse 13 und zu blöd, die Rechtschreibprüfung anzuwerfen … ohauerha.
Heinz Erhard hat sich die Rechtschreibreform auch nicht träumen lassen :
Delfine schwimmen schnell und leis
- man schreibt sie mit „ph“, ich weiß -
doch schreibt man ja auch Tele"f"on,
und das bereits seit langem schon;
sie schwimmen, wie gesagt, mit „f“,
sie schwimmen, vorn ihr alter Scheff - wir schreiben schließlich auch „Schofför“ -
sie schwimmen also durch das Meer.
Was heißt hier „Meer“? Sogar durch „Meere“!
Wie überhaupt manch alte Mähre
und außerdem auch manches Ferd
(mit „V“ wär es TOTAL verkehrt)
glaubt, es sei schnell wie ein Delphien
(das zweite „e“ ist schlecht für ihn).
Ortogravieh, man sieht es hier,
ist nicht ganz leicht für Mensch und Tier.
Es grüßt als mal
kw
Spaß beiseite, ich finde diese „Lautschrift“ natürlich auch
schwachsinnig, da Kinder am leichtesten lernen, je jünger sie
sind, und was sie einmal drin haben, kann man ihnen schwer
wieder abgewöhnen…Also warum nicht lieber gleich „richtig“
lernen?
Genua! Rettet den deutschen Grammatick! Vielleicht besteht ja, bei so viel Zustimmung, noch Hoffnung für meinen Geisteszustand …
Hoffentlich fällt denen hier nicht mal sowas ein, mein
Sohn wird nächstes Jahr eingeschult!
K.
Uh-oh. Wir sehen uns dann im Winter 2002 wieder in diesem Brett?
Yprickens : Die Abschaffung der Vokale wäre auch nicht schlecht. Dnn wr s ndgltg zm Dvnlfn …
Es grüßt als mal
kw
Hallo, idvwagner (schwierig)
Vielleicht, weil das in Saggsn Fremdsprache ist (couldn’t
resist…
hahaha, schon möglich.
So hat das bei uns auch funktioniert. Scheint aber heute zu
stressig für die armen gebeutelten Pädagogen zu sein.
Ne, ne, das siehst Du völlig falsch, unsere Kinder sind zu
unkonzentriert, zu faul, zu zu zu…
„Sehr geehrte Dam und Herrn, hiermit bewerbe ich mir um ein
Ausbildungsplatz als Industrykaufman. Da ich im Früjahr mein
Abitour mache.“ Klasse 13 und zu blöd, die Rechtschreibprüfung
anzuwerfen … ohauerha.
und wenns nicht wahr und traurig wäre, könnte man fast darüber lachen, aber Vorsicht mit Ausdrücken wie blöd, weil das ruft
den einen oder anderen Pädagogen dann doch auf die Bildfläche
(will ja nicht nur meckern…)
Heinz Erhard
(hab ich mir mal kopiert
))
Liebe Grüße, nicht verzweifeln, wozu gibts heute schließlich Rechtschreibprüfungen in den Schreibprogrammen auf PC 
H.-Dilarah
Hallo, idvwagner (schwierig)
Versuch doch mal, eine Imehladresse mit Wagner zu kriegen, die einfacher ist … ich würde auch lieber Zyxlycz heißen.
Ne, ne, das siehst Du völlig falsch, unsere Kinder sind zu
unkonzentriert, zu faul, zu zu zu…
Ja klar, und wer etwas nicht bei der leisesten Andeutung sofort 110%ig schnallt, ist lernbehindert. Kennen wir.
und wenns nicht wahr und traurig wäre, könnte man fast darüber
lachen, aber Vorsicht mit Ausdrücken wie blöd, weil das ruft
den einen oder anderen Pädagogen dann doch auf die Bildfläche
Na hoffentlich! Also nochmal : BLÖÖÖÖÖÖÖÖÖÖD!
Liebe Grüße, nicht verzweifeln, wozu gibts heute schließlich
Rechtschreibprüfungen in den Schreibprogrammen auf PC
Muddu aber auch wissen, daß die lustigen roten Wellen keine Dekoration sind …
kw
Jetzt noch meine unqualifizierte Meinung !
Wir haben vier Kinder, zwei davon auf der Schule. Der erste hatte überhaupt keine Probleme. Nie geübt, alles selbst gemacht.
Der 2. ist jetzt in der 3. Klasse.Hat es immer etwas schwierig gehabt, sich Sachen zu merken.
In der ersten Klasse schon Probleme, aber nicht viel mehr wie andere. 2.Klasse alles geschriebene kaum lesbar. Lehrerin meint, „Zeit lassen“, gibt sich in der 3. Klasse. Haben ihn dann doch Mitte der 2. Klasse vom Kinderpsychiater untersuchen lassen. Hat eine Lese/ Rechtschreibstörung. Lehrerin verwirrt, da doch solche Kinder immer gut in Mathe wären ?!?
Nach intensiver Recherche meiner Frau haben wir jetzt eine Therapie dafür gefunden. Sein schriftlicher Ausdruck hat sich sehr stark verbessert. Jetzt schreibt er Texte, wo nur noch jedes 4. Wort leicht falsch geschrieben ist.
Hätten wir all das vorher gewusst, wir hätten von Anfang an die richtige Schreibweise der Wörter beachtet. Das hat überhaupt nichts mit blöd zu tun, aber so mussten wir 2 Jahre nachholen und die richtige Schreibweise einüben.
Also : gleich die richtige Schreibweise zeigen, wegradieren und neu hinschreiben.
Kleines Gedankenspiel : schreiben wie man spricht ? Aber wer spricht den schon richtig, meistens ist doch schon die Aussprache nicht korrekt, oder ?
Tut mir leid, wenn das alles etwas konfus wirkt, ist schon 1:30 und Wein im Blut
))
Tschüss Jens
…
…die Ihmehladdi
…manchmal aber nur manchmal…
D.
Hallo Heinerich,
von Freunden in Hessen kenne ich diese Methode auch; das Mädchen ist in der 2. Klasse, und man darf schreiben, wie man spricht, allerdings schon kontrolliert. Ich vermute, dieses kNonzept ist jetzt modern.
Mir fällt dazu nur ein, dass es in den 70ern, als ich in die Grundschule gegangen bin, LOGOMAT gab und den ausgeprägten Hang in der Mathematik, die zahlenwelt mittels Mengenlehre unter die Kinder zu bringen. Soweit ich weiss, ist man davon schnell wieder abgerückt (da war ich aber nicht mehr auf der Grundschule), weil es nicht zu den gewünschten Zielne geführt hat.
Ob es damit zusammenhängt oder nicht, weiss ich nicht, aber z.B. kann ich weder das grosse noch das kleine 1*1 besonders gut, und ich habe gehört, dass es vielen meiner Generation (±) so gehen soll.
Es wird immer wieder ausprobiert, das Wissen auf neue Weise (=mit Hilfe neuer Lernmethoden) zu vermitteln; das mag gut sein; ist nur die Frage, ob/welche Methoden gut sind.
Viele Grüsse, Deborah
Hallo,
mit Mengenlehre hatten ja vor allem die Eltern Schwierigkeiten, die das selber nicht so richtig verstanden haben…
Ich habe damals Mengenlehre gehabt und fand das eigentlich ganz nett, weil wir da verschiedenste Plastikteilchen hatten, blaue, rote, gelbe, grüne Dreiecke, Kreise, Quadrate und Quader. War halt hübsch bunt und anschaulich, trotzdem kann ich heute das kleine und das große Einmaleins.
Eher sehe ich das Problem da, wo nicht erklärt wird, sondern immer nur eingeübt, toleriert, spielerisch vermittelt wird. Das ist zwar auch wichtig, doch mir fehlten immer mal Regeln, mit denen ich mir was erklären konnte. Und diese systematischen Sachen haben sie mir in meiner Schulzeit oft vorenthalten.
Gruß, Bernd
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