Schrecklich peinlich: eigenes Kind versetzt

Hallo liebe Eltern,

mir ist am Samstag was schecklich peinliches passiert: Ich bin getrennt lebender Vater und am Samstag hatte meine Tochter (6) ein Sommerfest im Kindergarten. Vor ein paar Monaten hatte mir ihre Mutter bei unserer Besuchsterminabsprache das auch gesagt und letzte Woche dachte ich sogar noch daran. Aber am Samstag habe ich’s dann doch vergessen. Ist sicher keine Entschuldigung, aber der Grund ist sicher, dass ich eine total stressreiche Woche hinter mir hatte, teilweise bis nach Mitternacht im Büro.

Sonntag rief ich dann also meine Tochter an: „Warum bist du nicht gekommen?“ mit ziemlich enttäuschtem Ton. Ist ja auch verständlich und ich bin jetzt auch total niedergeschlagen, dass ich meine eigene Tochter versetzt habe.

Und nun? Kann ich das irgendwie wieder gutmachen? Mittwoch (wie fast jeden Mittwoch) besuche ich sie wieder und nächstes Wochenende, wie sonst auch jedes zweite Wochenende, ist sie wieder bei mir.

Danke
Michael

Lieber Michael,

ich bin nun alles andere als ein Profi-Pädagoge, aber meiner bescheidenen Meinung nach hilft da nur eins: Klar zum Fehler stehen.
Je nach dem wie verständig Dein Kind ist, kannst Du Deine Situation erklären, aber nicht auf „armer überarbeiteter Erwachsener“ plädieren sondern schlicht um Verzeihung bitten. Auch Erwachsene sind nicht unfehlbar - aber Manns genug das einzugestehen.

„Wiedergutmachen“ - da habe ich so meine Bedenken. Wenn damit nicht „hier-hast-Du-ein-Eis-und-alles-ist-gut“ gemeint ist, OK. Wenn die Mißstimmung ausgeräumt ist und Du einen guten Vorschlag machen kannst, einverstanden. Das kann z.B. eine Unternehmung sein, irgendwas, was sie besonders mag.

Gruß
Bernd

Hallo Michael,

mir ist am Samstag was schecklich peinliches passiert: Ich bin
getrennt lebender Vater und am Samstag hatte meine Tochter (6)
ein Sommerfest im Kindergarten. Vor ein paar Monaten hatte mir
ihre Mutter bei unserer Besuchsterminabsprache das auch gesagt
und letzte Woche dachte ich sogar noch daran. Aber am Samstag
habe ich’s dann doch vergessen. Ist sicher keine
Entschuldigung, aber der Grund ist sicher, dass ich eine total
stressreiche Woche hinter mir hatte, teilweise bis nach
Mitternacht im Büro.

Sag das das doch einfach Deiner Tochter! Mit 6 kann sie sicher schon nachvollziehen, dass viel Arbeit auch mal ein wenig „durchdrehen“ lässt. Vor allem, nachdem nach Deinen bisherigen Berichten ja das Verhältnis zwischen euch im allgemeinen gut ist.

Sonntag rief ich dann also meine Tochter an: „Warum bist du
nicht gekommen?“ mit ziemlich enttäuschtem Ton. Ist ja auch
verständlich und ich bin jetzt auch total niedergeschlagen,
dass ich meine eigene Tochter versetzt habe.

Und nun? Kann ich das irgendwie wieder gutmachen? Mittwoch
(wie fast jeden Mittwoch) besuche ich sie wieder und nächstes
Wochenende, wie sonst auch jedes zweite Wochenende, ist sie
wieder bei mir.

Am besten, indem Du dann, wenn ihr zusammen seid, Deine Zeit und Aufmerksamkeit so für sie bereit hast, wie gewohnt. Fehler passieren nun mal, davon geht die Welt nicht unter.

Gruß, Karin

hallo Michael!

Ich denke mal, du kannst es ihr am einfachsten „erklären“, indem du ihr sagst, dass du sie trotzdem noch genauso lieb hast, wie immer. Ich denke, dass dieses Betonung noch mit einer kleinen Aufmerksamkeit, aber nicht zu übertrieben, untermal werden könnte!
Kinder sind leider aber auch sehr misstrauisch und deshalb auch schwer zu beeindrucken, gerade wenn sie „verletzt“ worden sind!
Aber manche Kinder können auch das reine Herz eines verzweifelten papas erkennen;O))
Gib also die Hoffnung nicht auf und rede mit ihr!

Ich wünsche dir viel Glück!
Grüßle
Pia

Hallo Michael,

was mir so spontan dazu einfällt, wäre die Frage des Umgangs mit der Mutter. Ich denke es ist in einer solchen Situation ganz wichtig, dass du ihr gegenüber die Situation erklärst und bei ihr um Verständnis bittest und deutlich machst, dass dies ein dir sehr peinlicher Einzelfall gewesen ist. Mit ihr solltest du dann besprechen, wie du die Sache am besten deiner Tochter erklärst und insbesondere auch fragen, wie sie bislang auf Fragen deiner Tochter zum Thema reagiert hat. Deine Tochter sollte durch dieses Ereignis nicht in die Situation kommen, dass die Eltern sich jetzt gegenseitig ggf. ausspielen. Sollte die Mutter also wütend gewesen sein, solltest du dies wissen und hierfür gegenüber deiner Tochter uach Verständnis zeigen. Sollte die Mutter eine tröstende Erklärung gefunden haben, kannst du diese aufnehmen, etc.

Gruß vom Wiz

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Hi!

Ja, das ist natürlich peinlich, aber wie oben schon gut beschrieben wurde, ich würde mit ihr reden. Sie versteht das bestimmt. Sag ihr, dass es dir wirlich leid tut, und dass dus wieder gut machen möchtest, sags ihr wirklich so. Du kannst sie ja auch fragen, was sie sich von dir wünscht (wenns nicht gerade was unheimlich teures ist, so kannst du es ihr ja auch erfüllen. Falls das aus irgendwelchen Gründen unmöglich ist, so mach ihr einen für sie tollen Gegenvorschlag). ABER: ein Kind merkt sehr schnell, ob es einfach etwas in die Hand gedrückt bekommt als Entschädigung oder ob das Geschenk auch wirklich von Herzen kam. Lass es darauf nicht ankommen. Mach ihr klar, dass es dir nicht recht ist, aber drück ihr nicht „einfach so was“ als „Ersatz“ in die Hand.

Lieber Gruss
Semiramis

hallo Michael

ich schließe mich Wiz an. Es ist ganz wichtig, dass du auch mit der Mutter sprichst. Diese hat es in der Hand, dem Kind das Versäumnis zu erklären und damit die „die Wut auf den unzuverlässigen Vater zu schüren“ oder dem Kind „Verständnis für einen einmaligen (!!) Ausrutscher zu vermitteln“.

Gerade bei meiner Freundin sehe ich, wozu Mütter fähig sind, das Vertrauen in den Vater schwer zu erschüttern.
Ich wünsche dir von Herzen, dass du mit deiner Exfrau in einem angenehmen Ton darüber reden kannst… euch beiden Kraft ---- für das Wohl eures Kindes. Es bleibt euer beider Kind - und ihr bleibt beide Eltern mit Liebe und Fehlern.

viel Erfolg
Christel

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Leider hatte ich bis jetzt noch nicht die Zeit alle unten aufgeführten Artikel zu lesen aber eine Idee kam mir spontan in den Sinn:

Bastel dir eine riesige Pinnwand aus Kork oder so (es darf auch gerne eine ganze Wand sein) und beschrifte sie mit dem Vornamen deiner Tochter oder ähnlichem. Idealerweise sollte die Pinnwand auch gut sichtbar sein und hier vermerkst du NUR die Termine und Absprachen mit deiner Tochter.

Alles gebastelt (geht ja schnell) entschuldigst du dich noch mal bei Ihr und zeigst Ihr deine Maßnahmen damit derartiges so schnell nicht wieder vorkommt.

Als besonderen Gag kannst du beim ersten mal ja noch ein kleines Geschenk anbringen.

Viel Glück
MeToo

PS: Kinder sind oft nicht so nachtragend wie Erwachsene aber zwischen ernstgemeinten Entschuldigungen und leeren Worthülsen können sie ganz gut unterscheiden.

Pinnwand … Ergänzung
Hallo,

ist natürlich wirklich nicht die feine Art. Die Kleine verlässt sich halt auf dich. Deswegen ist die Idee mit der Pinnwand wirklich gut.

Bastel dir eine riesige Pinnwand aus Kork oder so (es darf
auch gerne eine ganze Wand sein) und beschrifte sie mit dem
Vornamen deiner Tochter oder ähnlichem. Idealerweise sollte
die Pinnwand auch gut sichtbar sein und hier vermerkst du NUR
die Termine und Absprachen mit deiner Tochter.

Ich würde der Kleinen erzählen, warum du nicht an den Termin gedacht hast und die Pinnwand mit ihr zusammen basteln und anschrauben. Danach vereinbart ihr, daß wichtige Termine mit ihr zusammen an die Pinnwand geheftet werden. Sie kann ja die entsprechenden Zettel mit einem schönen Bild verzieren. Damit übernimmt die Kleine „Verantwortung“ und hilft dem Papa, wichtige Termine einzuhalten. Gleichzeitig zeigst du damit, daß es dir wirklcih leid tut und du in Zukunft so etwas nicht wieder vorkommen lassen willst.

Ist nur so eine Idee … viel Glück beim Vertrauen zurückerobern.

Gruß
Daniel Scholdei

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Hallo MeTOO,
sei mir nicht böse, aber ich finde diese Idee ein bisschen zu viel des Guten, das sieht sehr nach echt schlechtem Gewissen aus (Kind vergessen, – hat er ja auch, aber sie ist nun mal nicht tägliuch präsent, und da kann man sicherlich bei viel Stress etwas aus dem kopf verlieren, wenn es einem nicht sichtbar ist). Wenn die Tafel für den Papa ist, ok, aber nicht auch noch dem Kind geben, und dann noch ein Geschenk oben drauf.
Also, nichts für ungut, bitte.

Gruss,
K’K

Hallo MeToo,

Bastel dir eine riesige Pinnwand aus Kork oder so (es darf
auch gerne eine ganze Wand sein) und beschrifte sie mit dem
Vornamen deiner Tochter oder ähnlichem. Idealerweise sollte
die Pinnwand auch gut sichtbar sein und hier vermerkst du NUR
die Termine und Absprachen mit deiner Tochter.

sowas in der Art habe ich sogar. Nur war ich in der Woche vor dem Samstag nur zum Schlafen zuhause und sonst bis nach Mitternacht auf der Arbeit. Und als ich am Samstag Nachmittag mit der Arbeit fertig war, war ich nur noch kaputt und mein Kopf leer.

Alles Gute wünscht
Michael

Du brauchst dich nicht bei mir entschuldigen, ich persönlich stehe auch auf dem standpunkt man(n) kann mal etwas vergessen. wenn es mit einer pinwand nicht geht versuch es doch durch akustische signale (handy notiz, telefonischer weckdienst oder so) zu unterstützen. es gibt einfach momente da sollte man bestimmte dinge nicht vergessen und da muss man halt hier und da mal trixen :smile:

viele grüsse und kopf hoch
metoo

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Hallo Michael,

deine Pein in Ehren, es ist aber nichts peinlich was dir passiert ist, sondern einfach vergesslich…oder?
Gestraft bist du schon, weil du bei dem Fest nicht dabei
warst.
Jetzt gibts gegen den Stressaltzheimer sicher die gute Möglichkeit einen Terminkalender zu basteln, viel einfacher gehts mit ehrlichem Verstehen fordern.
Für mich die beste Lösung ist, deinem Kind zu sagen dass sie dich in Zukunft anrufen soll oder die Mutter bitten, um dich an dein Versprechen und einen wichtigen Termin einfach noch mal zu erinnern.

Nicht beleidigt sein, nicht verletzt sein und nicht gekränkt sein hilft deinem Mädel durchs Leben, sondern einfach das einfordern was versprochen wurde und rechtzeitig daran erinnern ist hilfreich.

Zusammenarbeit, zusammenhalten, ein miteinander Reden,
dann kann man auch ehrlich über Probleme in der Ausführung sprechen, das geht mit einem Kind.
Ein Versprechen „Das wird niemehr passieren“ kann ins Auge gehen, weil Kinder keinen wirklichen Unterschied machen ob du vergessen hast oder keine Zeit hattest.
Du warst nicht da…aus fertig…und hast ihr gefehlt.

Die Mutter deiner Kleinen hätte dich anrufen können,
so habe ich auf wichtige Sachen aufmerksam gemacht.

Meiner Tochter habe ich immer gesagt, erinnere und rufe an, ich bekomme ja als Mutter die Aufregung im Vorfeld mit. Wenn du deinem Papa sagst du brauchst ihn, du willst ihn bei dir haben an dem Tag, dann weiß er wie wichtig er für dich ist.

Gib deinem Kind einfach die Sicherheit dass du für sie da bist wenn sie nicht duldet und wartet, sondern dich anspricht! „Drück mich mal fest, höre mir zu, vergiss mich nicht, ich brauche dich jetzt…“ zu sagen ist besser als warten und hoffen.

Es ist auch für später wichtig, lerne deinem Mädel wie
sie sich Entäuschungen ersparen kann, oder willst du dass ein Dösel mit dieser Masche von „peinlich“ mal eine Chance bei ihr hat? :wink:)

Herzliche Grüße von
Kerbi