… wo hast Du das Ding gesehen,
und wie schaut es mit der von Dir damals angesprochenen
Trockung und Lagerung des Schredderguts aus? Wieviel Volumen
wird da wie vorgehalten und getrocknet?
Hallo,
die Anlage habe ich in einer Möbeltischlerei in der Nähe Reutlingens gesehen. Vorher ließ man die dort anfallenden Späne teuer entsorgen und heizte mit Öl. Durch den Heizungsneubau entfallen Entsorgungs- und Ölkosten. Die Problematik ist in der Tischlerei mit hohem Spanplattenanteil aber nur begrenzt mit einer Hackschnitzelheizung vergleichbar. Die Zwischenlagerung zum Trocknen kann in der Tischlerei entfallen. Dafür muß einiger Filteraufwand für Rauchgas getrieben werden. Verheizt wurden nicht nur Späne, Schleifmehl und geschredderte Stücke, sondern auch Kartonagen, altes Bauholz aus abgerissenen Schuppen, etc.
Um praktisch ausgeführte Hackschnitzelheizungen zu sehen, wird man wohl nach Österreich fahren müssen. Dort ist diese Heizungsart eher üblich als in D. Hierzulande wird Schreddergut allenfalls verwendet, um Blumenbeete abzudecken.
Übrigens wollte ich Dir eine Hackschnitzelheizung keineswegs madig machen. Ich gab nur zu bedenken, daß sich für ein paar Kubikmeter Biomasse der zu treibende Aufwand nicht rechnet.
Der Heizwert ist so gering, daß man unterhalb einiger zig m² Hackschnitzel nicht nachzudenken braucht.
Sobald man die Hackschnitzel von weit her oder gar sackweise abgepackt und bereits getrocknet beschaffen muß, wird es wirtschaftlich uninteressant - viel Volumen, relativ geringer Brennwert und hohe Kosten. Die Methode ist nur brauchbar, wenn die Hackschnitzel am Ort erzeugt werden, Lagervolumen zum Trocknen sowie einige technische Einrichtungen vorhanden sind. Hat man z. B. eine Scheune und bläst die Hackschnitzel direkt aus dem Schredder in den Lagerraum, kostet das Rohmaterial in einer waldreichen Gegend nichts. Da ist gelegentlich ein Tag zum Schreddern angesagt, ansonsten heizt man zum Nulltarif.
Der technische Aufwand rechnet sich nicht, wenn man eine Durchschnittswohnung zu beheizen hat. Z. B. 3.000 Liter Öl für etwa 1.200 € im Jahr sind kein so gewaltiger Posten, daß sich Technik und Lagerraum für Hackschnitzel amortisieren. Wenn man dabei in Zeiträumen von 10 oder noch mehr Jahren rechnen muß, um auf einen grünen Zweig zu kommen, spiele ich nicht mehr mit. Bei mir sind aber rd. 1.500 m³ zu beheizen und Lagerraum ist vorhanden. Bei so einer großen Heizungsanlage kann sich der Technikaufwand schnell lohnen.
Dagegen gefällt mir die ursprünglich verfolgte Pellets-Idee nicht mehr so recht. Das erforderliche Lagervolumen ist wegen des hohen Brennwerts und weil das Material trocken geliefert wird, recht überschaubar, aber die Kosten machen Pellets uninteressant - fast so hoch wie bei Öl oder Gas. Bevor ich jetzt alljährlich die Größenordnung von 10.000 Mark verheize, mache ich mir lieber ein paar Gedanken.
Gruß
Wolfgang