Schreiben nahe am Sprachgebrauch

Hallo zusammen,

ich möchte meine Frage zunächst anhand folgender Beispiele verdeutlichen:

„Frag einfach Anna“ (IKEA- Werbung)
„Spiel mit“ (IKEA- Werbung)
„Lass dich inspirieren“ (IKEA- Werbung)
„Klick hier“ (Internetseite)
„Schüttel mich“ (Waschgel)

Ich frage mich jedesmal, wenn ich sowas lese, ob das so okay ist, bewußt Wörter so zu schreiben, wie man sie spricht. Meine Frau meint, ja, es gibt gewisse Ausnahmen, das wäre jedenfalls nicht falsch.

Hat sie Recht?

Grüße, Betriebsdirektor

Hallo,

„Frag einfach Anna“ (IKEA- Werbung)
„Spiel mit“ (IKEA- Werbung)
„Lass dich inspirieren“ (IKEA- Werbung)
„Klick hier“ (Internetseite)
„Schüttel mich“ (Waschgel)

Ich frage mich jedesmal, wenn ich sowas lese, ob das so okay
ist, bewußt Wörter so zu schreiben, wie man sie spricht. Meine
Frau meint, ja, es gibt gewisse Ausnahmen, das wäre jedenfalls
nicht falsch.

Hat sie Recht?

ich nehme an, Du beziehst Dich auf die Imperativformen „Frag/Spiel …“?

Die Endung e im Imperativ Singular kann - auch in der „Schriftsprache“ - in den meisten Fällen weggelassen werden, vgl. Duden http://www.duden.de/deutsche_sprache/sprachberatung/… :

Die Befehlsform, von gelehrten Menschen auch Imperativ genannt, drückt eine Aufforderung, eine Bitte, einen Befehl, eine Mahnung o. Ä. aus. Gebildet wird sie - abgesehen von der gehobenen Sprache - heute meist ohne Endungs-e : „Sag die Wahrheit!”, „Senk die Arbeitslosenquote!” ”Beschließ die 30-Stunden Woche!”.
Erhalten bleibt das „-e” jedoch bei Verben auf „-ern” und”-eln”, wobei das „e” der Nachsilbe auch wegfallen kann:”Hand(e)le wie ein Ehrenmann, förd(e)re die Wirtschaft und sich(e)re die Renten!” Auch Verben, deren Stamm auf „-d” oder „-t” endet, haben im Allgemeinen ein Endungs-e:”Unterbinde die Korruption und rette den Dativ!” Dies gilt auch für Verben mit einem Stamm auf einen Konsonanten + „m” oder „n”: „Atme langsam!”, „Verrechne dich nicht!”. Last, but not least bilden die unregelmäßigen Verben mit e/i-Wechsel (z. B. „werfen”: „sie wirft”; „helfen”: „er hilft”) den Imperativ, indem sie das „e” im Stamm gegen „i” austauschen. Ein „-e” wird nicht angehängt: „lies!”, „wirf!”,”iss!”, „sprich!”.

Aus Deinen Beispielen gehört also nur das „Schüttel …“ zu den erwähnten Ausnahmen und sollte schriftsprachlich „Schütt(e)le …“ heißen.

Gruß
Kreszenz

Daaanke!
Hallo Kreszenz,

vielen Dank für die Antwort. Ich bin im Bilde.

Gruß, Betriebsdirektor

Hi,

Erhalten bleibt das „-e” jedoch bei Verben auf „-ern”
und”-eln”, wobei das „e” der Nachsilbe auch wegfallen
kann:”Hand(e)le wie ein Ehrenmann, förd(e)re die Wirtschaft
und sich(e)re die Renten!”

Aus Deinen Beispielen gehört also nur das „Schüttel …“ zu
den erwähnten Ausnahmen und sollte schriftsprachlich
„Schütt(e)le …“ heißen.

Dazu die Anmerkung, dass in der Alltagssprache die Form „Schüttle!“ (wie sie der Duden neben „Schüttele!“ vorschreibt) nur in zwei kleinen Gebieten im Süden Ostdeutschlands und im Süden Baden-Württembergs vorkommen. Sonst heißt es überall „Schüttel!“.
Der Duden hinkt hier etwas hinterher… möglicherweise bewusst. Meiner Meinung nach sollte diese Regel abgeändert werden, auch wenn ich selbst in einer der „Schüttle!“-Zonen lebe.

Gruß,

  • André