Warum Konjunktiv2 ‚nennte‘ statt ‚nännte‘?
Hallo Ralf,
Enno Prien kommentiert diesen ‚Duden‘ im ‚Eulenspiegel‘
(Vorsicht, Ironie):[…] Wo wir
doch gerade dabei waren, dem Stammprinzip auf breiter Front
zum Durchbruch zu verhelfen: das Mähl (von mahlen), die Glocke
schällt (von Schall), das Stämmeisen (von Stamm), in der
Klämme (von klamm sein), das Mär (von lateinisch mare), viele
Läute (von laut) usw. Das würde jeden Analfabeten (vom
griechischen Buchstaben Alfa, vgl. Romeo) gehörig
voranbringen. Stattdessen »aufwendig« – da wändet sich der
Gast mit Grausen!
Ich schreibe dafür zur Abwechslung mal ganz ohne Ironie:
Ein kurzes „e” und ein kurzes „ä” unterscheiden sich weder von ihrer Vokalquantität noch von ihrer Vokalqualität, sie sind phonetisch absolut identisch.
Ein langes „e” und ein langes „ä” unterscheiden sich hingegen in ihrer Vokalqualität, auch wenn manche Norddeutschen das nicht begreifen und beharrlich „Bären” wie „Beeren”, sowie „Häfen” wie „Hefen” aussprechen. Mit dem Vorschlag, „Mehl” als „Mähl” zu schreiben und „Meer” als „Mär” outet sich wohl auch Herr Prien als Norddeutscher.
Was die Kurzokale „e” und „ä” angeht, so fände ich, die letzte Rechtschreibreform hätte durchaus noch einen Schritt weiter gehen können: Wieso leitet man z.B. die Konjunktiv-2-Formen der starken und gemischten Verben (der unregelmäßigen Verben also) im Deutschen allesamt vom Präteritum Indikativ ab, setzt bei „a”, „o” und „u” dann noch Umlautpünktchen drauf, schreibt dann aber den Konkunktiv_2 der Verben „brennen”, „kennen”, „nennen”,„rennen”, ausnahmsweise mit „e” statt mit „ä”, wie es analog zu ihrem jeweiligen Präteritum-Indikativ-Formen „brannte”, „kannte”, „nannte” und „rannte” normal wäre?
http://www.canoo.net/services/Controller?dispatch=in…
Das ist eine unnötige und unetymologishe Verkomplizierung des Regelwerks, da das bei den Kurzvokalen „e” und „ä” ja noch nicht einmal in einem Ausspracheunterschied begründet sein kann.
Gruß Gernot