Schreiender Vater - Was tun?

Hallo,

eine Bekannte von mir (17 Jahre alt) lebt bei ihrem Vater, der sie regelmäßig mehrmals die Woche, ohne erkennbaren Grund oder wegen Kleinigkeiten (Flurlicht angelassen, Essen 5 Minuten zu spät fertig) stundenlang an. Sie ist vor 3 Jahren freiwillig zu ihm gezogen und hat keinen Kontakt zur Mutter. Das Jugendamt will ihr nicht helfen. Was kann man für sie tun? Sie traut sich nicht abzuhauen, weil sie Angst hat, dass er sie (wieder) einsperrt. Wenn jemand dazu kommt, wenn er schreit oder ihn drauf anspricht, wird er ganz „normal“ und sagt sie würde spinnen. Er bricht zu jedem, der ihn kritisiert sehr schnell den Kontakt ab. Weiß jemand Rat?

LG amanda

Hallo!

Die Beispiele der genannten Anlässe (Flurlicht, Essen fünf Minuten zu spät fertig) nehme ich mit Vorsicht auf. In ihrer Situation sind verbale Übertreibungen nicht unnormal. Über sie hast Du nichts geschrieben. Die Informationen sind also sehr dürftig.
Aber egal, mangels Hintergrundmaterial betrachte ich Deine Beschreibung als den Tatsachen entsprechend. Sonst bliebe nichts übrig, worauf man antworten könnte.

Wenn sie der Ungerechtigkeit nicht Einhalt gebieten kann und wenn da auch sonst niemand ist, der intervenieren könnte, dann wird sie irgendwie über die Zeit kommen müssen, bis sie eines Tages das Haus verläßt. In den „Erziehungsmethoden“ sind Eltern frei bis dorthin, wo die Rechtsprechung Grenzen setzt. Das Jugendamt kennt diese Punkte naturgemäß sehr gut. Wenn von Amts wegen kein Handlungsbedarf erkennbar ist, gibt es normalerweise auch keinerlei Handhabe.

Sie kann ihrem Vater mit dem Totalverlust seiner Tochter drohen für den Tag, an dem sie ihre Sachen packt und die Wohnung verläßt. Aber wenn sie das tut, dann muß sie es ihm unmißverständlich und glaubhaft vermitteln. Das ist ihre stärkste Waffe. Wenn die wirkungslos bleibt, hat sie nur die Option, zielstrebig alles Notwendige zur Erlangung der wirtschaftlichen Selbständigkeit zu tun. Leere Drohungen stärken nicht sie, sondern ihn.

Larry

Hallo!

Die Beispiele der genannten Anlässe (Flurlicht, Essen fünf
Minuten zu spät fertig) nehme ich mit Vorsicht auf. In ihrer
Situation sind verbale Übertreibungen nicht unnormal. Über
sie hast Du nichts geschrieben. Die Informationen sind
also sehr dürftig.

wtf? In welcher Situation denn? Misshandelte Mädchen nehmen es mit der Wahrheit grundsätzlich nicht so genau, oder wie?
Ich habe eine cholerische Mutter, für die sind schon weit geringere Gründe eine neue Gelegenheit, sich stundenlang aufzuplustern. Und mit stundenlang meine ich 60-140 Minuten. Einmal hat sie sogar drei geschafft.

In den „Erziehungsmethoden“ sind
Eltern frei bis dorthin, wo die Rechtsprechung Grenzen setzt.
Das Jugendamt kennt diese Punkte naturgemäß sehr gut. Wenn von
Amts wegen kein Handlungsbedarf erkennbar ist, gibt es
normalerweise auch keinerlei Handhabe.

Erziehungswas?! Den Teil, dass sie EINGESPERRT wurde hast du, wenn auch nur kurz erwähnt, aber mitbekommen, ja?

Ich würde an ihrer Stelle mal persönlich beim Jugendamt aufkreuzen und das ganz ein Ruhe schildern. Auf Fernkontakte (E Mail, Telefon) reagiert man dort grundsätzlich nicht hilfreich (Gegenstimmen bitte nur mit Gegenbeweis, damit ich meinen Glauben in die Menschheit etwas aufpolieren kann).

lg
Kate

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Hallo!

wtf? In welcher Situation denn? Misshandelte Mädchen nehmen es
mit der Wahrheit grundsätzlich nicht so genau, oder wie?
Ich habe eine cholerische Mutter, für die sind schon weit
geringere Gründe eine neue Gelegenheit, sich stundenlang
aufzuplustern.

Bleib auf dem Teppich! Sonst kann ich zwischen Deiner Mutter und Dir nicht mehr unterscheiden.

Was mißhandelte Mädchen grundsätzlich tun, kann ich nicht sagen. Denn einen Grundsatz über menschliche Verhaltensweisen gibt es meines Wissens noch nicht.

Grundsätzlich bin ich aber vorsichtig, wenn jemand eine akute Situation beschreibt, in der er selbst steckt. Noch vorsichtiger bin ich, wenn diese Situation von einer dritten Person beschrieben wird.

Erziehungswas?!

Ich schrieb: „Erziehungsmethoden“, und zwar in Anführungszeichen.
Du weißt, daß ich das in einer bestimmten Absicht tat?

Den Teil, dass sie EINGESPERRT wurde hast du, wenn auch nur kurz
erwähnt, aber mitbekommen, ja?

Selbstverständlich.

Würdest Du Dir bitte den folgenden Satz noch einmal durchlesen, den ich schrieb?
„Aber egal, mangels Hintergrundmaterial betrachte ich Deine Beschreibung als den Tatsachen entsprechend.“

Ich würde an ihrer Stelle mal persönlich beim Jugendamt
aufkreuzen und das ganz ein Ruhe schildern.

Du würdest etwas ganz in Ruhe schildern?
Du?
Ist ja lachhaft.

Larry

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Hi, Larry,
unter den von Dir gesetzten Prämissen (die ich für vernünftig halte) würde ich auch raten ein „schmales Profil“ zu zeigen, d.h. dem Choleriker möglichst keine Angriffsfläche zu bieten.

Was allerdings das „Einsprerren“ betrifft, so halte ich das bei einer 17jährigen für Freiheitsberaubung. Das wäre dann in der Tat die Überschreitung einer Grenze zum nicht mehr Tolerierbaren. Da wird dann sicher der Weg zum Jugendamt erforderlich.

Gruß
Eckard

Hallo!

Hi, Larry,
unter den von Dir gesetzten Prämissen (die ich für vernünftig
halte) würde ich auch raten ein „schmales Profil“ zu zeigen,
d.h. dem Choleriker möglichst keine Angriffsfläche zu bieten.

Der einzige Grund, vor einem Choleriker den Kopf einzuziehen, ist eine aussichtslose, also unterlegene Position. Wenn eine Veränderung der Position unter den gegebenen Umständen nicht möglich ist, muß die Perspektive das Verlassen der Position sein. Nichts sonst schrieb ich. Ein Mädchen im Alter von siebzehn ist bald flügge. Da wird sich also demnächst vermutlich etwas bewegen.

Was allerdings das „Einsprerren“ betrifft, so halte ich das
bei einer 17jährigen für Freiheitsberaubung. Das wäre dann in
der Tat die Überschreitung einer Grenze zum nicht mehr
Tolerierbaren. Da wird dann sicher der Weg zum Jugendamt
erforderlich.

Das ist richtig. Doch das Jungendamt wird die Sache im Detail betrachten und werten und dann entsprechend sanktionieren. Jedenfalls hoffe ich dringend, dort würde es ein wenig kritischer und differenzierter zugehen als die gewisse Tochter einer cholerischen Mutter zu tun geneigt ist.

Übrigens weiß bis hierhin niemand mehr als das, was die UP geschrieben hat. Viel ist das nicht.

Larry

Also hier nochmal ein paar mehr Details:
Ich habe mit ihr zusammen vor 11 Monaten beim Jugendamt vorgesprochen, dort wurde uns gesagt, es würde sich eine Maßnahme (Wohngruppe/Wohnung/Jugendhilfe Zuhause) nicht mehr lohnen. Meine Freundin ist ziemlich depressiv gewesen bzw. ist es manchmal immer noch und war deswegen auch schon mal ein paar Monate in einem Krankenhaus vor einem Jahr und ist erst danach zu ihrem Vater gegangen. Er nimmt die Depressionen gerne zu Anlass sie für verrückt zu erklären, obwohl von dieser Verrücktheit in ihrem Umfeld (Schule etc.) keiner was merkt.
Die Gründe für das Rumschreien sind wirklich immer diese Kleinigkeiten, sofern ich das mitbekommen habe, was zum Glück nur zwei drei Mal vorgekommen ist. Aber sie ist ansonsten ein ganz ordentliches gründliches Mädchen, sie versucht alles um ihm keine Gründe zu liefern.
Ich weiß nicht, ob sie sich traut auszuziehen, sobald sie 18 ist (noch 5 Monate), weil ihr Vater ihr immer wieder androht sich dann umzubringen und ihr das Leben dann zur Hölle zu machen.

LG amanda

Hallo,

ist der Vater vielleicht ein wenig überfordert mit der ganzen Situation ?
Was keine Entschuldigung für sein Verhalten sein soll, aber eine 17 jährige plötzlich „wieder“ zuhaben, dann noch die Depressionen?
Vielleicht ist er auch unzufrieden mit seinem Leben.

Gruss

Ja, davon gehe ich auch aus. Er arbeitet viel und hat viele wechselnde Beziehungen… Glücklich wirkt er jedenfalls nicht.

hallo,
Ein Mädchen im
Alter von siebzehn ist bald flügge. Da wird sich also
demnächst vermutlich etwas bewegen.

das war mal, larry. gestern noch habe ich gehört, dass kinder heute im schnitt erst mit mitte 30(!) das nest verlassen. grauenhaft! aber so isses wohl. dann hätte die kleine noch ihr halbes leben vor sich, bevor sie „flügge“ wird.

gruß
ann

Hi Larry,

Was hier lachhaft ist, ist deine Selbstdarstellung.
Was ich vermag und was nicht, kannst du nicht wissen, du kennst mich nicht einmal ansatzweise und diesen Ansatz auch nur in digitalen Buchstaben. Du hast keine Ahnung, wie ich reagiere. Du hast keine Ahnung, wie meine Mutter reagieren würde, du hast keine Ahnung über irgendetwas über mich- dass du mich aber gleich im ersten Satz persönlich angreifst bestätigt lediglich meinen ersten Eindruck über dich.

Dich dann durch niedertreten aufzuwerten macht deine Antwort qualitativ nicht hochwertiger und auch nicht hilfreicher.
Niemand muss Misshandlung erdulden, und du rätst diesem Mädchen im Prinzip, Maul zu halten und zu buckeln um sobald es geht zu fliehen. Das ist eine Möglichkeit, aber bestimmt nicht die günstigste - es GIBT Hilfe, es gibt Familienberatungen, warum willst du dieses Mädchen dann zum Leiden in Stille verurteilen? Selbst wenn es nur ein Jahr ist (und das hängt von der finanziellen Situation ab), ein Jahr kann sehr lang werden.

lg
Kate

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Jugendamt
Hallo

Also hier nochmal ein paar mehr Details:
Ich habe mit ihr zusammen vor 11 Monaten beim Jugendamt vorgesprochen, dort wurde uns gesagt, es würde sich eine Maßnahme (Wohngruppe/Wohnung/Jugendhilfe Zuhause) nicht mehr lohnen.

Das klingt irgendwie nach Kapazitätenmangel beim Jugendamt.

Könnt ihr nicht ein Gutachten von einem Psychologen bekommen, der ihr das irgendwie bestätigt, dass das gar nicht zuträglich für sie ist, wie es so läuft? Und damit noch mal zum Jugendamt?

Oder überhaupt immer wieder zum Jugendamt gehen und die Unhaltbarkeit der Situation beklagen? Die Jugendämter sind meistens sehr klamm, da tut sich möglicherweise nur was, wenn man klar macht, wie dringend es ist.

Vielleicht bekommt sie mehr Unterstützung, wenn sie da regelmäßige Beratungen in Anspruch nimmt. Dann wäre sie ja bei irgendeinem Mitarbeiter da bekannt, der sich vielleicht für sie einsetzen würde.

LG

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Hallo

Was allerdings das „Einsperren“ betrifft, so halte ich das bei einer 17jährigen für Freiheitsberaubung. … Da wird dann sicher der Weg zum Jugendamt erforderlich.

Sehr witzig, sie ist doch dann eingesperrt.

Ok, ich versteh schon, aber ich würde eher einen Gang zur Polizei empfehlen. Einsperren ist übrigens nicht nur bei einer 17-jährigen Freiheitsberaubung. Auch Kinder haben Menschenrechte.

Viele Grüße

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[MOD] Bitte beim Thema bleiben
Hallo

Könnt ihr eure private Auseinandersetzung bitte woanders fortführen, z. B. per Mail.

Viele Grüße
Simsy Mone