Schreikind ?

Hallo,

ich habe einen 7-wochen alten sohn, der seit einiger zeit extrem viel schreit und nur durch die Brust beruhigt werden kann (ich stille voll).
Ebenso denke ich, dass er meine Nähe nicht wirklich genießt. Er sucht nicht den blickkontakt und auch sämtliche versuche, ihn zu beruhigen schlagen fehl (außer wie oben erwähnt durch die brust).

Kann es sein, dass

  1. es „natürlich“ ist, dass er meinen Blicken teilweise ausweicht?
  2. er meine nähe nicht genießt ?
  3. es „normal“ ist, dass ein kind nur durch die brust beruhigt werden kann?
  4. habe ich vielleicht ein schreikind, mit dem ich umgehend ärztliche hilfe in anspruch nehmen sollte?

Aufgrund dieser gegebenheiten bin ich sehr depressiv, kann mich nicht mehr konzentrieren und weine sehr häufig.

Wie kann ich aus dieser misslichen Lage herauskommen?

Vielen Dank

Petra

Hallo,

ja es kann ein Schreikind sein. Es kann aber auch sein, dass er einen Zahn bekommt. Nehme ihn mal längs auf dem Arm und brumm mit deiner Stimme von hoch nach tief. Und gehe dabei langsam in die Knie. Man kann auch dabei Naturmusik hören. Meine Tochter war zwar kein Schreikind aber das hat bei ihr funktioniert. Bei einigen hilft auch der Schleudergang der Waschmaschine. Schaue doch mal bei:
http://www.eltern.de/mein_baby/baby_entwicklung/baby…
oder:
http://www.trostreich.de/Start/start.html
Aber was ich sagen muss, gehe mal zum Kinderarzt, denn es kann viele Ursachen haben.

Wenn er dir nicht helfen kann versuche es mal bei einem der sich damit beschäftigt.

Mit lieben Grüßen

Sandra

Hallo Frau Roedel,

vermutlich ist Dein Kind nicht gesund. Ihr braucht einen Kinderarzt, und zwar einen guten; diese sind selten, weil die meisten Kinder ohne guten Kinderarzt auskommen.
Wegen diesem Distanzverhalten würde ich mal befürchten, daß Dein Baby was an den Ohren hat; das kann vielleicht durch eine kleine Operation geheilt werden.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hi!

Ich war erst vor kurzem in einer Schrei-Ambulanz und hörte dort etwas sehr interessantes:

In der heutigen Zeit ist es nicht so einfach, Mutter zu sein. Man wird überschüttet von gutgemeinten Ratschlägen, ebensolchen Büchern und Experten wie eine perfekte Mutter zu sein hat (und nebenbei der Aspekt, daß Kindererziehen doch Kleinkram ist und gefälligst neben dem Fulltimejob erfolgen soll). Und wenn das Kind schreit, kommen auch gleich tausende gutgemeinte Ratschläge, was die Mutter alles tun soll.
Doch: das ist zwar alles gut gemeint, aber es führt nur dazu, daß die Mutter verunsichert wird. Genau diese Verunsicherung und Hilflosigkeit spürt das Kind aber sehr deutlich und reagiert mit noch mehr schreien. Das Kind ist in dieser Lebensphase absolut hilflos und braucht jemanden, der sich um es kümmert. Ist dieser jemand zuverlässig, „überlebt“ das Kind. Ist dieser aber selbst unsicher, kann das Kind in demjenigen nicht die Sicherheit finden, die es braucht.

Was die in der Schreiambulanz als erstes machen, ist den Müttern zu versichern, daß sie alles richtig machen!
Was soviel heißt, wie das Selbstvertrauen in die eigenen (mütterlichen) Fähigkeiten zu stärken. Die Mutter wird ruhiger und sicherer und die meisten Kinder hören bald mit dem dauernden Schreien auf.
Geht natürlich nicht von heut auf morgen, aber eben so lange, wie die Mutter braucht, sich selbst und ihren Fähigkeiten wieder zu vertrauen.

Petra, es gibt keine Mütter, die alles falsch machen! Im Gegenteil, die Natur hat es so eingerichtet, daß niemand anders besser dazu geeignet ist, ein Kind großzuziehen als die eigene Mutter! :wink:
Es ist zwar leicht gesagt und schwer getan, aber hör auf, dir Vorwürfe zu machen und daran zu verzweifeln - denn genau das spürt das Kind und reagiert so darauf!

Laß erstmal körperliche Ursachen ausschließen beim Kinderarzt und gehe dann am besten zu einer Schrei-Ambulanz. Dort findest du kompetente Leute, die dir helfen können.
Wo die nächste ist, kann dir sicher dein Kinderarzt oder die Hebamme sagen (manche findet man wie z.b. in Köln in einem Kinder-und-Jugendpsychiatrie-Krankenhaus, laß dich davon aber nicht abschrechen - das heißt nicht, daß dein Kleiner psychisch krank ist, nur befindet sich diese Schrei-Ambulanz dort :wink: )

Nur Mut und Kopf hoch! :wink:

P.S. Vielleicht wäre zunächst auch etwas Entlastung nötig. Geb den Kleinen doch mal hin und wieder für paar Stunden ab - an Oma oder Babysitter und erhol dich selbst auch mal :wink:

Gruß,
Sharon

oder eine Hebamme suchen
Hallo Petra,

außer den hier gegebenen Ratschlägen habe ich noch den Tipp, dass du dir eine Hebamme in deiner Umgebung suchst, die nach meinen Erfahrungen mit solchen Problemen gut auskennen. Sie könnte einschätzen, ob ein Kinderarztbesuch notwendig ist, ob es sich bei dem deinem Sohn um diese klassischen Kolliken handelt und er deshalb deinen Trost nicht genießen kann.
Schreikinder sind sehr anstrengend. Deshalb finde ich es wichtig, dass du dir Auszeiten schaffst und dein Kind über ein paar Stunden jemanden anderen anvertraust (zur Not Ohrstöpsel verteilen :wink:))). Gelassenheit zaubert man nicht aus dem Ärmel, wenn die Nerven angeschlagen sind. Und ein Kind, das viel schreit (da steckt ernst zunehmendes Unbehagen dahinter), braucht eine relativ ausgeglichene Mama - soweit das überhaupt möglich ist.
Manche Hebammen haben da gute Hausmittel, leicht umsetzbare Tricks, ein offenes Ohr mit viel Anteilnahme und viele praktikable Ratschläge auf Lager.

viele Grüße
claren

Schreikind ??
Hallo
So ein Kind hab ich auch. Die gute Lösung war ein Homöopath.Sie legen Wert auf genau solche Verhaltensweisen des Kindes,schaut es dich an oder nicht.Es gibt welche ,die auch Schulmedizin machen ,also auch über Krankenkasse abrechnen können.
Such dir so einen.

Gruss
Kosmokatze

Chiropraktiker
Hallo Petra,
unsere Hebamme meinte man sollte Schreikinder mal zum Chiropraktiker „schicken“, weil häufig ein Wirbel im Nacken verklemmt ist. Vielleicht ist das ja nen guter Tipp.
Gruß A,

Hallo!

Ich finde es nicht richtig aus so einem knapp geschilderten Problem
sofort zu schließen, dass Dein Kind krank ist oder womöglich ein
Schreikind (siehe einige Postings der vorherigen Schreiber). Wie oft
stillst Du Dein Kind? In dieser Zeit macht ein Baby normalerweise
seinen ersten Wachstumsschub durch, da ist es ganz normal, dass es
oft an die Brust will! Sehr oft, und auch sehr lange (mein Rekord
waren über 3H)!

Kennst Du das Buch „Oh je ich wachse“? (schau mal bei Amazon) Da sind
die Wachstummschübe (davon gibt es viiiiele) beschrieben!

Dann würde ich mal zu http://www.rabeneltern.org/ schauen! Sehr
hilfreiche Seite, wie ich finde, vorallem bezüglich Stillen!

Dass man in der ersten Zeit depressiv und fertig ist, ist völlig
verständlich. Es ist eine Zeit der Umgewöhnung und man hat viel
Stress, durch die viele Aufmerksamkeit, die man dem Baby schenken
muss. Ich fand es immer sehr entspannend mein Kind einfach ins
Tragetuch zu packen,-dort hat sie friedlich geschlafen! Zum Stillen
habe ich es mir immer richtig gemütlich gemacht (Tee, Schokolade,
Fernsehen…auch wenn das Letztere nicht gern gehört wird von
diversen Hebammen, aber er war ja nicht laut!) Falls Du noch andere
Kinder hast stillt es sich auch sehr gut im Tragetuch,-dabei bleibt
man trotz Stillen mobil! (Auch zu empfehlen für diesen Fall, das
„Tragidi“ Baby-Sling)

Bei Fragen kannst Du mir gerne mailen!
Liebe Grüße,
Birgit+Stillkind Emma (16Monate)

Ach ja…
…ich hatte vorher etwas vergessen,-Emma ist auch immer meinen
Blicken ausgewichen,-ich denke es gibt einfach zu viel zu sehen und
zu viel Neues zu erleben! EIne ruhige Umgebung ist daher schon
wichtig (…bei mir war der erwähnte Fernseher wirklich nur sehr leise
beim stundenlangen Stillen an)Und Tragetuch nie mit Blick nach vorne
binden, das macht die Kleinen noch unruhiger…

trotzdem würde ich auf alle Fälle zu eine STILLFREUNDLICHEN Arzt
gehen, falls Du kein gutes Gefühl hast! Das Gefühl der Mutter ist ja
immer das verlässlichste!

LG,
Birgit

Hey Superaxel,

hast Du eine leise Ahnung davon wie so eine Manipulation von statten geht???
Dass bei dieser Art der Manipulation sogar Gefässe reissen können?
Und dann noch bei einem Klein(s)tkind??? Was ist das denn für eine Hebamme?
Bitte, damit ich wieder luftholen kann…wie genau soll die Behandlung bei einem so kleinen Kind aussehen?

Danke
Maja

Hallo Petra,

ja, es gibt Kinder, die nicht innig schmusen wollen.
Es gibt Kinder, die unter den 3Monatskoliken leiden.
Es gibt Kinder, die vor lauter action selbst so viel Luft schlucken, dass sie Bauchweh bekommen.
Es gibt Kinder, denen ist zu langweilig, so dass sie an die Brust wollen, damit sie etwas zu tun haben.
Es gibt Kinder, die werden nicht mehr richtig satt und verlangen dauernd Nachschub :wink:
Warum und wieso Dein Kind so oft schreit, findest Du selbst am besten heraus. Wenn Du gesundheitliche Bedenken hast, scheue Dich nicht, mit dem Kinderarzt darüber zu sprechen, dafür ist der Gute schliesslich da!
Mein Sohn hat sich aus Nichtigkeiten heraus gerne in rage geschrien, da half immer nur „Tapetenwechsel“ ich habe mich an die Strasse gestellt den Minipimpf Bäuchlinks auf den Händen und dann Autos gezählt…und vor allem erzählt.
Es gibt auch Bücher über Babymassage, möglicherweise ist das ja auch ein Weg für Euch.

Dass Du bei allem was jetzt neu über Dich hereinstürzt, und nicht so klappt wie Du das erwartest, traurig bist und hilflos, enttäuscht und nur scheinbar überfordert, ist völlig normal.

Lass Dein Kind vom Arzt durchchecken, damit Du weißt es geht ihm gesundheitlich gut, das macht Dich ruhiger.

Wenn dem so ist, und er ist gesund, dann schaffe Dir einen Ausgleich. wenn Dein Partner da ist, tu was für Dich, für Deine Schönheit (die kommt von innen) :wink:
Und wenn es länger dauern sollte (Dein Ausgleich), dann pumpe Milch ab, und stelle sie kalt.

Du hast im Moment einige Jobs zu bewältigen, von einem Partner schreibst Du zwar nichts, aber ich gehe mal davon aus, dass einer da ist…

Zuerst kommst Du, dann der Partner und dann erst die Kinder, auch wenn das jetzt schwierig aussieht, Du vernachlässigst niemanden, wenn Du Aufgaben deligieren kannst.
Und wenn es eine Freundin ist, die den Job übernimmt.

Eine traurige depressive Mama überträgt ihre Haltung auf das kind…und sei es, dass sie nur anders riecht.
Harmonie ist da ein Zauberwort…im Archiv hat Renee mal was ganz tolles geschrieben, wie Mama sich selbst ein bisschen verwöhnen kann und eine Umgebung schaffen kann, die Mama und Kind beruhigen…da war unter anderem von Düftölen die Rede.
Maybe es fällt Renee wieder ein und sie antwortet hier :smile:

Liebe Grüsse und alles Gute
Maja

@Petra
Hallo!

Schöne Antwort!!! Nur mit den Duftölen wäre ich bei einem Stillkind
sehr vorsichtig, das kann im schlimmsten Fall auslösen, dass es die
Brust verweigert!
Aber vielleicht hilft es ja auch nur daran zu riechen!

LG,
Birgit

Hi Birgit,

danke für die Blumen :wink:
Mit den Duftölen meinte ich aber die, die man in eine Duftlampe gibt, nicht zum Einschmieren…bäh das wollte ich auch nicht, denn Mund voll mit Parfumzeugs :wink:

Gruß
Maja

Ach so! Sorry für mein Unwissen :smile:
Ich meinte auch nicht, dass das Baby das Zeug dann im Mund hat,-es
ist nur so, dass so kleine Babys die Mama nicht mehr erkennen, wenn
sie fremd riecht udn dann nicht mehr nuckeln wollen!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Petra,
also ob schreikind oder nicht, kann ich nicht sagen, das weiß wohl am ehesten ein arzt oder eine hebamme. Meistens schlagen die vor, ein Protokol zu schreiben.
Wie die vorredner schon gesagt haben, verscuh dir klarzumachen, dass du alles richtig machst, und versuche so eben diese unguten gefühle loszuwerden. denn sowas kann sich schon auf den kleinen zwerg übertragen.
auch das mit dem fern gucken während dem stillen, ich find das überhaufpt nicht schlimm, im gegenteil, du sitzt da, lehnst dich entspannt zurück, mit schokolade oder so und was leckerem zu trinken, alles schön griffbereit, und auch die Fernbedienung. gedämpftes licht und gemütlichkeit pur. also bei mir war das immer suuuper gut.
klappt das stillen?? oder gibts daher probleme?

das mit den Zähnen glaub ich bei 7 Wochen allerdings nicht.
ich wünsch dir noch viel geduld und glück
charly

Hallo,

ich habe morgen einen termin bei einer osteopathin, die sich unseren sohn einmal anschauen möchte. Hat einer von euch bereits erfahrungen diesbezüglich?

Ich mache mir sehr große sorgen, daß ich unseren kleinen bereits in der Klinik „falsch“ behandelt habe, denn er läßt sich keinesfalls von mir oder einer anderen person beruhigen. Selbst der hebamme war es nicht möglich! Gibt es soetwas wie Kommunikationsstörungen bereits beim säugling? Meine freundin meinte, es könnten aber auch bezugsängste sein.

Gruß
Petra

@Petra
Hallo!

Das mit 7Wochen und Zähne ist gar nicht so ungewöhnlich…bei meiner
Tochter ging es zu dieser Zeit los,-dafür fehlt jetzt, mit 16
Monaten, nur noch einer :smile:

LG,
Birgit