neben den Schriftarten, die sich im dritten Reich nach „Führerbefehl“ oder nicht änderten, hörte ich von „Eindeutschungen“ der Sprache, besonders eben fremdsprachlicher, urgewohnter Bezeichnungen der täglichen Umgangssprache, die letztendlich,irgendwann (?) auch von Hitler abgelehnt worden sein sollen ?! Doch „fleißige Untertanen“ bemühten sich weiter ums „Kerndeutsche“. So soll der Pullover „zieh über“ genannt worden sein, der Redakteur hieß „Schriftleiter“. Gibt es weitere Beispiel und wann begann die Eindeutschung, gab es Gesetze, Vorschriften, Verordnungen, Belehrungen o.ä. oder gibt es Literatur übers Thema, heute ???
„Eindeutschungen“ der Sprache, besonders eben
fremdsprachlicher, urgewohnter Bezeichnungen der täglichen
Umgangssprache, die letztendlich,irgendwann (?) auch von
Hitler abgelehnt worden sein sollen ?!
Gibt es weitere Beispiel und wann begann
die Eindeutschung
Die Verdeutschung begann lange vor Hitler, nämlich Anfang des 19. Jahrhunderts. Und einige der Neuschöpfungen waren sehr erfolgreich erwiesen, z.B. Anschrift, Fernrohr, Tagebuch,
Nachwort, Augenblick, Jahrhundert, Letzter Wille, Briefwechsel, Grundstein, Mundart. Andere, wie z.B. Nahrohr (für Mikroskop), konnten sich dagegen nicht durchsetzen - obwohl es weigentlich nicht merkwürdiger ist als das Fernrohr (für Teleskop).
Es gibt auch heute immer wieder, gute, griffige, saftige Verdeutschungs-Vorschläge - mein liebstes ist moentan „E-Müll“ für „Spam“, aber auch das „Prallkissen“ für „Airbag“ hat etwas. Bin gespannt, ob sich davon irgend etwas auf Dauer durchsetzt.
Guten Tag Max und vielen Dank für die gute Antwort. Wenn meine Frage auch nicht ganz in die Linie des Themas passte, bin ich doch ein Stück weiter im Thema … Super !
Buchempfehlungen
Eigentlich geht es in deiner Anfrage eher um Sprache im Dritten Reich. Dazu kann ich den Klassiker von Victor Klemperer „LTI. Notizbuch eine Philologen“ von 1946 uneingeschränkt empfehlen. Vor allem durch die Vermischung von privaten Erlebnissen mit den Beobachtungen des Sprachwissenschaftlers ist das Buch sehr lesenswert.
Hinsichtlich Vornamengebung und entsprechenden Rechtsvorschriften im Dritten Reich ist das Buch „Das Mädchen, das nicht Esther heißen durfte“ von Winfried Seibert zu empfehlen.
da erschließen sich viele Möglichkeiten dem Thema auf den Grund zu gehen. Ich danke Dir daher herzlich für die weiteren Empfehlungen, denen ich nach und nach nachgehen werde.