Schriftliches Addieren von vorne

Hi.

Ich habe bereits mehrere Leute irritiert, als sie bemerkten, dass ich beim schriftlichen Addieren zweier Zahlen nicht von hinten anfange, sondern von vorne.

‚Normal‘ wäre bei 279 + 653:

 279
+ 653
----- 
 2

9 + 3 = 12 ► 2 hin, 1 im Sinn

 279
+ 653
----- 
 32

7 + 5 + 1= 13 ► 3 hin, 1 im Sinn

 279
+ 653
----- 
 932

2 + 6 + 1 = 9

Ich jedoch rechne dies von vorne:

 279
+ 653
----- 
 9

2 + 6 = 8, Blick auf 7+5>10 ► aus 8 wird 9

und so weiter.

Rechnet jemand von euch auch so???

☼ Markus ☼

und was machst du z.B. bei…?

 3549
+2459
-----

Auch hi,

Ich habe bereits mehrere Leute irritiert, als sie bemerkten,
dass ich beim schriftlichen Addieren zweier Zahlen nicht von
hinten anfange, sondern von vorne.

damit ist Dir zweifellos ein gewisses Maß an Originalität zu attestieren, aber bei mehr als zwei Zahlen muß selbige dann wohl doch hinter der Praktikabilität zurückstehen (aus gutem Grund) – richtig? :wink:

Rechnet jemand von euch auch so???

Ich mit Sicherheit nicht.

Belustigte Grüße
Martin

PS: Ich wüßte auch nicht, ob mir die Addition von 365832 und 534168 nach Deiner Methode wirklich Spaß machen würde. Wenn ich doch bis ganz „hinten“ (zur 2 und 8) wandern muß, um festzustellen, ob ein Übertrag bis nach ganz „vorne“ durchmarschiert, finde ich es irgendwie… äh… vorteilhafter, dann gleich hinten mit dem Addieren anzufangen.

Hi

damit ist Dir zweifellos ein gewisses Maß an Originalität zu
attestieren, aber bei mehr als zwei Zahlen muß selbige dann
wohl doch hinter der Praktikabilität zurückstehen (aus gutem
Grund) – richtig? :wink:

Richtig!:stuck_out_tongue:S: Ich wüßte auch nicht, ob mir die Addition von 365832 und

534168 nach Deiner Methode wirklich Spaß machen würde. Wenn
ich doch bis ganz „hinten“ (zur 2 und 8) wandern muß, um
festzustellen, ob ein Übertrag bis nach ganz „vorne“
durchmarschiert, finde ich es irgendwie… äh…
vorteilhafter, dann gleich hinten mit dem Addieren anzufangen.

Stimmt nicht ganz.

Man muss (zunächst) nur auf die nächste Stelle schauen, nicht bis ganz hinten!
Nur wenn die nächste Stelle 9 ergibt, muss man eins weiter gucken.
Kommt aber in der Praxis so selten vor, dass man dies mehrfach tun muss (außer bei deinem konstruierten Beispiel).

☼ Markuss ☼

Wie ich schon an anderer Stelle schrieb:
Nur wenn die Summe 9 ergibt, muss man eine Stelle weiterschauen!
In der Praxis kommt es selten vor, dass man viel weiter gucken muss.

☼ Markuss ☼

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Vorteile:
Hi.

Vorteil ‚meiner‘ Methode:

  • Es entspricht der Gewohnheit von links nach rechts zu lesen/schreiben
  • Mann muss sich keine ‚1 im Sinn‘ merken, di eman dann eventuell vergisst (beliebter Fehler!)

☼ Markuss ☼

Aber wie bereits erwähnt. Bei zwei Zahlen, okay… Aber berechne so mal bitte n paar mehr… Datt wird nischt…

Gruß
Christina

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(kurzer Kommentar)

Aber wie bereits erwähnt. Bei zwei Zahlen, okay… Aber
berechne so mal bitte n paar mehr… Datt wird nischt…

Hab auch nix anderes behauptet!

☼ Markuss ☼

Gegenargumente
Hallo Markuss,

Man muss (zunächst) nur auf die nächste Stelle schauen, nicht
bis ganz hinten!
Nur wenn die nächste Stelle 9 ergibt, muss man eins weiter
gucken.
Kommt aber in der Praxis so selten vor, dass man dies mehrfach
tun muss (außer bei deinem konstruierten Beispiel).

schon klar. Die nächst-rechts-liegende Stelle ist übrigens statistisch (d. h. bei nicht-konstruierten Zahlen) in einem von zehn Fällen gleich 9.

Mhh, also wenn Du 652 und 876 addieren willst, dann machst Du dies so?:

 6 5 2
 8 7 6
 -------

Du berechnest 6 + 8 und merkst Dir die Summe 14 (in Gehirnzelle A). Dann berechnest Du 5 + 7 und merkst Dir die Summe 12 ebenfalls (in Gehirnzelle B). Du siehst, daß 12 einen Übertrag bildet. Du rufst 14 aus Gehirnzelle A ab, addierst den Übertrag von 1 dazu, und schreibst 15 hin. Du gehst eins nach rechts. 2 + 6 ist 8, also kein Übertrag. Du merkst Dir die 8 und erinnerst Dich daran (Gehirnzelle B), daß 5 + 7 gleich 12 war. Du schreibst 2 hin. Danach kommt noch mal 2 + 6 an die Reihe. Du schreibst 8 hin.

Ich empfinde das als unnötig kompliziert. Die Addition zweier n-stelliger Zahlen erfordert auch bei Deiner Methode n oder n–1 (abhängig davon, ob es bei der höchstwertigen Stelle einen Übertrag gibt) Von-Rechts-nach-links-Schritte: Du machst einen solchen jedesmal, wenn Du auf die nächst-rechts-liegende Stelle „schielst“, um zu gucken, ob sie übertrags-erzeugend ist. Allerdings machst Du zusätzlich auch noch n –1 Von-Links-nach-rechts-Schritte, die bei der konventionellen Methode entfallen.

Was mich bei Deinem Verfahren nerven würde, ist der Umstand, daß man entweder jede Stelle sozusagen zweimal ausrechnen muß, einmal „grob“, wenn sie die nächst-rechts-liegende ist, um nur festzustellen, ob sie übertrags-erzeugend ist, und, wenn sie an der Reihe ist, noch einmal, wobei es dann um den Wert der Summe geht, oder sich bei jedem Schritt zwei Zahlen im Bereich 0…19 merken muß (siehe Beispiel oben). Ist da nicht die Standardmethode attraktiver, bei der man sich gar nichts merken muß, wenn man beim Auftreten eines Übertrags einfach eine klitzekleine „1“ unter die nächst-linksige Spalte schreibt (jede Kellnerin macht es so)?

Gruß
Martin

Naja, dann ist es bloß irgendwie ineffektiv…

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Viel zu kompliziert! Sehen statt rechnen!

Hallo Markuss,

Man muss (zunächst) nur auf die nächste Stelle schauen, nicht
bis ganz hinten!
Nur wenn die nächste Stelle 9 ergibt, muss man eins weiter
gucken.
Kommt aber in der Praxis so selten vor, dass man dies mehrfach
tun muss (außer bei deinem konstruierten Beispiel).

schon klar. Die nächst-rechts-liegende Stelle ist übrigens
statistisch (d. h. bei nicht-konstruierten Zahlen) in einem
von zehn Fällen gleich 9.

Mhh, also wenn Du 652 und 876 addieren willst, dann machst Du
dies so?:

Nein!

6 5 2
8 7 6

Du berechnest 6 + 8 und merkst Dir die Summe 14 (in
Gehirnzelle A). Dann berechnest Du 5 + 7 und merkst Dir die
Summe 12 ebenfalls (in Gehirnzelle B). Du siehst, daß 12
einen Übertrag bildet. Du rufst 14 aus Gehirnzelle A ab,
addierst den Übertrag von 1 dazu, und schreibst 15 hin. Du
gehst eins nach rechts. 2 + 6 ist 8, also kein Übertrag. Du
merkst Dir die 8 und erinnerst Dich daran (Gehirnzelle B), daß
5 + 7 gleich 12 war. Du schreibst 2 hin. Danach kommt noch
mal 2 + 6 an die Reihe. Du schreibst 8 hin.
Ich empfinde das als unnötig kompliziert. Die Addition zweier
n-stelliger Zahlen erfordert auch bei Deiner Methode n oder
n–1 (abhängig davon, ob es bei der höchstwertigen Stelle einen
Übertrag gibt) Von-Rechts-nach-links-Schritte: Du machst einen
solchen jedesmal, wenn Du auf die nächst-rechts-liegende
Stelle „schielst“, um zu gucken, ob sie übertrags-erzeugend
ist. Allerdings machst Du zusätzlich auch noch n –1
Von-Links-nach-rechts-Schritte, die bei der konventionellen
Methode entfallen.

Ich mache es ein wenig (aber entscheidend) anders, und damit einfacher.
Der Unterschied:
Die Stelle, die ich betrachte (also zum Anfang die erste Stelle: 6+8),
rechne ich aus und merke sie mir (um mit deinen Worten zu sprechen:smile: in Gehirnzelle A, wobei der Stift schon fast zum Schreiben ansetzt.
Dann geht ein kurzer Blick auf die folgende Stelle (5+7) und registriert nur, dass sie größer als 9 ist. Das heißt: ich rechne sie nicht aus! Ich ‚sehe‘, dass die beiden Ziffern zusammen größer als 9 sind.
Um klarzumachen, was ich mit ‚ich sehe‘ meine: Wenn ich beispielsweise 3 mal 4 haben möchte, dann rechne ich nicht, sondern ich weiß, dass es 12 sind. 9 mal 9 rechne ich auch nicht aus, sondern ich weiß, dass es 81 sind!
Und so sehe ich, dass 5+7 größer 9 sind.
Ergo schreibe ich die 14 (aus Gehirnzelle A), um eins erhöht hin. (Um eine gemerkte Zahl um 1 vergrößert hinzuschreiben, bedarf es auch kein Rechnen!)
Nur in dem einzigen Fall, wenn die ‚gesehene‘ Summe gleich 9 ist, muss man eine Stelle weiterschauen. Ist sie kleiner als 9, sind die nachfolgenden Stellen eh völlig uninteressant.

Und nach dem gleichen Prinzip werden die folgenden Stellen berechnet.
Ich berechne also nicht alles doppelt, sondern nur einfach.

Was mich bei Deinem Verfahren nerven würde, ist der Umstand,
daß man entweder jede Stelle sozusagen zweimal ausrechnen muß,
einmal „grob“, wenn sie die nächst-rechts-liegende ist, um nur
festzustellen, ob sie übertrags-erzeugend ist, und, wenn sie
an der Reihe ist, noch einmal, wobei es dann um den Wert der
Summe geht, oder sich bei jedem Schritt zwei Zahlen im Bereich
0…19 merken muß (siehe Beispiel oben).

Stimmt eben nicht, auch wenn man es vermuten würde.
Mag sein, dass nicht jeder dieses ‚Sehen‘ hat. Vielleicht muss man dafür ein gewisse Fähigkeit haben, Verknüpfungen von Zahlen zu erkennen, ohne sie groß zu berechnen.

Ist da nicht die
Standardmethode attraktiver, bei der man sich gar nichts
merken muß, wenn man beim Auftreten eines Übertrags einfach
eine klitzekleine „1“ unter die nächst-linksige Spalte
schreibt (jede Kellnerin macht es so)?

Wie gesagt, der Rechenaufwand ist nicht größer als bei der Standardmethode. Ob man sich ein ‚1 im Sinn‘ (Standard) merkt, oder einen Übertrag weiter rechts erkennt (meine Methode), es kommt aufs Gleiche raus.
Aber es ist wirklich angenehmer, in Schreib- und Leserichtung (links nach rechts) zu agieren, als entgegen dieser gewohnten Richtung. Diesen Vorteil erkennt man vielleicht nur, wenn man beide Rechenrichtungen kennt.

☼ Markuss ☼

Na gut
Hallo Markuss,

sehen oder rechnen: gleich wie man’s nun nennt, verläuft eine Addition zweier vierstelliger Zahlen gemäß Deiner Methode nach dem Schema…

1 (2) [1] 2 (3) [2] 3 (4) [3] 4

(die Zahlen stehen für die jeweils aktuelle Stelle („1234“); Zahl ohne Klammern = „Rohsumme“ bilden und merken; Zahl in runden Klammern = „Übertragstest“; Zahl in eckigen Klammern = Übertrag berücksichtigen und „Endsumme“ hinschreiben)

…ab, dem die Standardmethode gegenübersteht mit…

4 3 2 1

(Operation bei jeder Stelle klar)

Mir gefällt diese Variante als die „mathematisch natürlichere“ der beiden nach wie vor besser. Das für jede Stelle wiederholte Hin-und-wieder-zurück-Springen des Auges empfände ich als unangenehmer als ein paar Sekunden von rechts nach links zu schreiben (was sollen denn da die Hebräer sagen? *g*).

Mit freundlichem Gruß
Martin

PS: Statt „1 im Sinn“ sollte man die ABC-Schützen besser „1 schreib hin“ lehren, damit sie bloß nicht auf die Idee kommen, sich die Übertragseinsen (oder -zweien oder…) „nur zu merken“, anstatt die damit verbundene Fehlerquelle des Vergessens durch den Gebrauch des Bleistifts auszuschalten.

Na besser
Hi Martin,

PS: Statt „1 im Sinn“ sollte man die ABC-Schützen besser „1
schreib hin“ lehren, damit sie bloß nicht auf die Idee kommen,
sich die Übertragseinsen (oder -zweien oder…) „nur zu
merken“, anstatt die damit verbundene Fehlerquelle des
Vergessens durch den Gebrauch des Bleistifts auszuschalten.

Das stimmt allerdings. Aber wäre nicht noch besser „1 schreib oben hin“? Denn wenn man lernen täte „1 schreib hin“, könnte man womöglich die 1 unten (statt der Summe) hinschreiben.

Kein Wunder, dass es um PISA schief steht.

☼ Markuss ☼