Schrittmotor?

Hallo!

Habe einen Schrittmotor aus einem defekten HP-Drucker ausgebaut,
da er für meinen Verwendungszweck genau die Bauform hat, welche ich benötige.
Nun meine Frage:

Gibt es eine Möglichkeit diesen Schrittmotor ohne die dazugehörige Elektronik zu betreiben?
Mit anderen Worten, ich möchte den Motor einfach durchlaufen lassen.
Der Motor hat 2x2 Kabel. 12Volt.
Schliesse ich 2 Kabel an, summt er nur… läuft aber nicht!

???

Im voraus schonmal tausend Dank!

Alex.

Gibt es eine Möglichkeit diesen Schrittmotor ohne die
dazugehörige Elektronik zu betreiben?

Hallo Alex,

ohne Steuer- und Treiberelektronik ist ein Schrittmotor nicht zu betreiben. Mit fest angelegter Spannung baut sich an einem Spulenpaar ein Magnetfeld auf, der Rotor bleibt stehen, nichts bewegt sich. Verschiedene Spulenpaare müssen nacheinander erregt werden, damit ein bewegtes Magnetfeld entsteht, das den Rotor mitzieht.

Gruß
Wolfgang

Hallo Alexander,

es geht mit Wechselspannung. Die meisten Schrittmotoren sind genauso aufgebaut wie 2-Phasenmotoren (ich weiß nicht, ob die wirklich genau so heißen), d. h., sie können mit 2 90° phasenverschobenen Wechselspannungen betrieben werden. Ich habe schon gesehen, dass beide Typen von einer Maschine hergestellt wurden.

Die zwei Wicklungen werden an einem Ende Verbunden mit einer Betriebsspannung versorgt und die beiden anderen Enden miteinander über einen Kondensator verbunden. Je nach dem, an welchem dieser beiden Enden die Wechselspannung angelegt wird, ergibt sich die Laufrichtung.

Aber: Ich kann Dir nicht die benötigte Wechselspannung nennen; sie ist entweder viel größer oder kleiner als 12V, und den Wert des Kondensators kann ich Dir auch nicht nennen. Einige 10 oder 100uF (Elko bipolar) vielleicht. Ausprobieren: 90° Phasenverschiebung sind zu erreichen. Und die Spannung so variieren, dass die Leistungsaufnahme in Grenzen bleibt.

Grüße

Uwe

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Ein Versuch
Nun wollte ich es doch wissen. Ich habe einen Schrittmotor aus einem Epson-Drucker hier liegen. 5 Anschlüsse, weil die beiden Wicklungen mittelangezapft sind und die Mittelanzapfungen zusammengeschaltet sind. Betriebsspannung unbekannt, ich vermute 5 V.

Ich habe auf die Schnelle keine passende Wechselspannung. Aber bei ca. 12 V waren 50 bis 100 uF optimal. Eine Phasenverschiebung der Spannung war aber nicht zu beobachten bzw. genau 180°(??) - man müsste mal den Strom oszillographieren.

Die 12 V waren eindeutig zuviel für den Motor, er wurde schnell heiß. Also: Bei 50 Hz mit Spannungen weit unter Nennspannung arbeiten.

Grüße

Uwe

FUNKTIONIERT!!! …aber
Die Sache funktioniert tatsächlich…
Motor läuft, zwar etwas ruckelig, ist aber für meine Anwendung okay!
Betreibe den 12Volt-Motor mit 9 V und zwei 100µF/25Volt
Elkos welche ich gegensätzlich aneinander gekoppelt habe.

Nun aber noch was:

Wie kann ich nun die Drehzahl herabsetzen?
Änderung der Voltzahl brachte nichts, nur weniger Drehmoment!

???

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Wie kann ich nun die Drehzahl herabsetzen?
Änderung der Voltzahl brachte nichts, nur weniger Drehmoment!

Hi Alexander,
klar kannst du die Drehzahl nicht mit der Spannung runterbringen!

Der Schrittmotor ist im Prinzip wie ein Synchronmotor aufgebaut, nur mit mehr Spulen.

Schrittmotoren werden z.B. in Druckern, Scannern, Diskettenlaufwerken, Festplatten usw. eingesetzt, um kleinste, genau definierte Bewegungen („Schritte“) zu machen.

Die Drehzahl ist direkt von der Frequenz abhängig (und von nichts sonst!).

Dass die Methode mit dem Elko funktioniert, ist pures Glück und dem Motor sicher nicht sehr bekömmlich. Normalerweise werden Schrittmotoren mit wesentlich höheren Frequenzen betrieben (elektronisch erzeugt). Weiterer Sinn dabei ist es, ruckartig duch Gleichspannung an einer Spule anhalten oder die Laufrichtung ändern zu können.

Wenn du also wirklich nur einen Motor brauchst, um irgendwas in veränderbarer Drehzahl anzutreiben, geh zu Conrad auf die Webseite und bestell dir einen „normalen“ Gleichspannungsmotor für 50 Cent!

Gruß, Markus

Hallo ihr zwei,

klar kannst du die Drehzahl nicht mit der Spannung
runterbringen! Der Schrittmotor ist im Prinzip wie ein Synchronmotor
aufgebaut, nur mit mehr Spulen.

So isses.

Die Drehzahl ist direkt von der Frequenz abhängig (und von
nichts sonst!).

Bzw. ein Schritt je Phasenwechsel an einem der Stränge.

Dass die Methode mit dem Elko funktioniert, ist pures Glück
und dem Motor sicher nicht sehr bekömmlich.

Da widerspreche ich. Heftig. Es ist weder Glück noch unbekömmlich. Baugleiche Motoren werden Zeit ihres Lebens genau so betrieben.

Normalerweise
werden Schrittmotoren mit wesentlich höheren Frequenzen
betrieben (elektronisch erzeugt).

Nicht ganz richtig. Wenn der Motor mit voller Geschwindigkeit läuft, können das schon einige kHz sein, aber wenn der Schrittmotor steht (99% seines Lebens), wird er sogar mit DC betrieben. (Er steht im Stillstand tatsächlich unter Strom und „hält“ so seine Achse fest, deswegen lässt sich die Walze am Drucker auch so schlecht drehen, wenn der Drucker eingeschaltet ist.) Wichtig ist, dass seine Verlustleistung im zulässigen Bereich bleibt. Und die ergibt sich aus Strangstrom x Strangwiderstand.

Da ein Strang aber auch eine erhebliche Induktivität besitzt, muss die Strangspannung bei höhren (Schritt-)Frequenzen entsprechend erhöht werden. Eine einfache Möglichkeit dazu ist, nicht konstante Spannungen, sondern konstante Ströme an die Stränge anzulegen.

Bei 50 Hz ist der induktive Anteil vergleichsweise klein. Der Motor arbeitet fast im DC-Bereich. Achte darauf, dass er nicht zu heiß wird. Dann besteht auch überhaupt keine Gefahr. Und optimiere die Elkos auf maximales Drehmoment.

Für veränderliche Drehzahlen brauchst Du vielleicht nicht das volle Programm, aber doch eine ganze Menge: Generator 0 - xx Hz, Ringzähler, Treiberstufen, und, wie gesagt, wenn die Drehzahl höher werden soll, sogar z. B. Konstantstromtreiber.

Wenn du also wirklich nur einen Motor brauchst, um irgendwas
in veränderbarer Drehzahl anzutreiben, geh zu Conrad auf die
Webseite und bestell dir einen „normalen“ Gleichspannungsmotor
für 50 Cent!

… oder schlachte aus einem anderen alten Gerät einen DC-Motor aus …

Grüße

Uwe

Hallo!
wenn du willst dann schau mal auf meiner homepage
www.12move.de/home/hanskrause
vorbei. Dort findest du zwei Schaltpläne und die dazugehörigen Programme, um einen Schrittmotor über das Parallelport des PC laufen zu lassen. Ist vielleicht nur zum testen gut, denn es ist sicherlich „oversized“ einen PC als Schrittmotorelektronik zu missbrauchen.

Gruss
Hans