_Verfassungsklage: Kanzler bedrängt Richter
Die Bundesregierung setzt das Bundesverfassungsgericht unter Druck. Bundeskanzler Gerhard Schröder persönlich hat sich in das Verfahren um das Zuwanderungsgesetz eingeschaltet, erfuhr die WirtschaftsWoche aus Karlsruhe, dem Sitz des höchsten deutschen Gerichts.
Er habe, so heißt es, mit einem der entscheidenden Bundesverfassungsrichter telefoniert, um auf ihn einzuwirken und so die Urteilsfindung des zuständigen Zweiten Senats im Sinne der SPD zu beeinflussen. Ein für einen Regierungschef einmaliger Schritt und ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Richter.
Dem Vernehmen nach sind derzeit vier der acht Richter überzeugt, dass Gesetz sei verfassungsgemäß zustande gekommen und damit rechtens. Die vier anderen Richter sehen einen Verfassungsbruch. Doch bei einem Patt wäre die Normenkontrollklage der unionsregierten Länder abgewiesen. Das Gesetz könnte in Kraft treten.
Aber offenbar fürchtet Schröder noch einen Meinungswandel unter den Richtern zu Ungunsten der rot-grünen Regierung. Ausgeschlossen ist das nicht, heißt es aus Karlsruhe. Derzeit ist der Zweite Senat je zur Hälfte mit Richterinnen und Richtern besetzt, die entweder der SPD oder der CDU angehören oder von einer der beiden Parteien für dieses Amt vorgeschlagen wurden._
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Das darf doch wohl nicht wahr sein, oder?
