Schroeders Stetigkeit

Hello.

Ist Schroeder so…oder die Weltwirtschaft schuld ?

Mit „Stetigkeit“ und „Kurs halten“ hat Gerhard Schroeder
gestern in seiner Generaldebatte vor dem Bundestag seine
Politik beschrieben und hat die Forderungen der Opposition
nach vorgezogenen Steuersenkungen zurueckgewiesen.

Weder aus den Reihen der Opposition noch von den Journalisten erntet er dafuer groesseres Lob.

Fuer die „Frankfurter Allgemeine“
beispielsweise geht es bei der Kernfrage der Debatte
eigentlich um groessere Dinge: „Ist die Regierung angesichts
der Verduesterung des Konjunkturhimmels noch auf dem richtigen
Weg, oder muessen Korrekturen her?“ Der rot-gruene Tanker
stelle jetzt die Unfaehigkeit unter Beweis, in schwerer See
manoevrierfaehig zu bleiben.

Ist sie das nicht noch ?

Die „Sueddeutsche Zeitung“ haelt ein weiteres Bild parat: Sie
bezeichnet Schroeder als Limbo-Taenzer, der sich die Latte
mit 3,5 Millionen Arbeitslosen relativ niedrig angesetzt hat,
um locker darueber zu springen, sich jetzt aber verrenken
muss, drunter durch zu tanzen.

Jetzt muesse er hoffen und
bangen, dass die Zahl am Ende der Legislaturperiode nicht
hoeher liegt als 1998, ergaenzt Peter Siebermorgen im
„Tagesspiegel“.

Eigentlich koennte die Situation gerade jetzt guenstig sein
fuer die Opposition. Das „Handelsblatt“ ist ueberzeugt, dass
Angela Merkel die Gunst der Stunde genutzt hat und die
Versprechen des Kanzlers mit der Wirklichkeit zu vergleichen.

Denn die Arbeitslosenzahlen naehern sich wieder der
Vier-Millionen-Grenze. Auch der weltweite Wirtschaftsabschwung
koenne nicht ueberdecken, dass Deutschland wegen
hausgemachter Probleme das Schlusslicht der europaeischen
Wachstumsskala ist.

Hat die Opposition denn ein Konzept dagegen?

Was hoert man denn davon?

Der „Tagesspiegel“ verweist jedoch darauf,
dass es der Opposition nach wie vor an Visionen fehlt. Fuer
solche „muesste sie nicht nur einen gewissen Grad innerer
Festigung erlangen, sondern auch kraftvoll ihre Alternativen
praesentieren koennen. Und das ist wohl mehr als blosses
Aufsagen von Wirtschaftsdaten nach Art des guten Schuelers,
der fleissig seine Vokabeln gelernt hat - versetzt mit ein
paar neoliberalen Worthuelsen.“

…ist es soo…oder doch ganz anders ?

Bye
dizar

Ist Schroeder so…oder die Weltwirtschaft schuld ?

Hallo,

darauf soll eine ebenso einfache Antwort möglich sein? Einmal abgesehen von der unsinnigen Fixierung auf dauerndes Wirtschaftswachstum, gibt es viele Ursachen und Wechselwirkungen für das gewohnte Auf und jetzt eben Ab im Wirtschaftsgeschehen. Natürlich gibt es massive Einflüsse der Weltwirtschaft. Unsere Binnenwirtschaft ist nun mal ein Teil davon.

Ohne jetzt auf alle möglichen Details einzugehen, hilft ein Blick auf Nachrichten und Bundestagsdebatten vor 20 oder 30 Jahren. Dabei stellt man fest, daß die diskutierten Probleme im Grunde genau die gleichen waren. Der Zustand der Bundeswehr wird beklagt, vom Bildungsnotstand war schon damals die Rede, die Kosten des Gesundheitssystems wuchsen beängstigend und das Rentensystem war schon damals absehbar instabil. Selbstverständlich brüstete sich schon damals jede Regierung ihrer Steuerreformen, wobei es dafür schon immer reichte, ein paar Tarife zu ändern und geringfügige Verschiebungen durchzuführen.

Schon Zimmermann und Kanter wollten mehr innere Sicherheit und auf das Rumschnüffeln im damals noch bescheidenen Datenverkehr waren sie alle miteinander scharf. Vom Terrorismus in einer ganz neuen Dimension war übrigens auch schon die Rede.

Es gibt wirklich nichts Neues. Der Parteienstreit ging und geht schon immer darum, an welcher Stelle herumgeflickt werden soll. Die Regierungsmannschaften waren schon immer ein Club von schwachen und mutlosen Verwaltungsleuten, ohne Visionen, ohne Phantasie und in der Hauptsache damit beschäftigt, den „gesellschaftlich relevanten Gruppen“ nicht auf den Schlips zu treten, um die eigene Wiederwahl nicht zu gefährden.

Oft genug sind unsere Regierenden auch noch beängstigend dumm oder schlecht informiert. Ich mache es an einem Beispiel fest, wo ich die Problematik von von Berufs wegen durchschauen und beurteilen kann. Schon seit Jahrzehnten gibt es die staatliche Gier nach Überwachung der Kommunikationswege. Ganze Ministerialbürokratien beschäftigen sich seit Urzeiten mit einschlägigen Regelungen und Gesetzentwürfen. Ein Beamtenheer ergraut darüber und wird zu Pensionsempfängern. Herr Kanter z. B. verstieg sich in einen Wunsch, chiffrierten Datenverkehr verbieten zu wollen, es sei denn, man hinterlegt den Code bei irgendeinem Amt. Herr Schily ist auch nicht besser und vor allen Dingen nicht klüger. Er will die Anbieter von Mobilfunknetzen und Internet-Zugängen vergattern, Überwachungszugänge zur Verfügung zu stellen. Hundertschaften von Juristen, Datenschützern und Verwaltungsleuten beschäftigen sich damit. Womit? Um Hühnerdiebe zu belauschen! Wer sich heute (und auch schon vor vielen Jahren) nicht belauschen lassen möchte, kann seine Daten via Satellit oder Kabel um die ganze Welt in alle Abhöreinrichtungen dieser Erde schicken oder im Internet für jedermann sichtbar veröffentlichen und kein Schlapphut wird je bemerken, daß es sich überhaupt um eine codierte Nachricht handelt. Die Bemühungen sind für die Katz, die aufgewendeten Milliarden einfach nur nutzlos verbrannt und die Herrschaften lernen es nimmer.

Das Schlimme ist, daß Herr Schröder mit seinen Mannen um keinen Deut besser als sein Vorgänger ist. Auch nicht besser als das, was gerne Nachfolger werden möchte. Schröder und Schily sind Juristen, na ja. Eigene Sachkenntnis für das von mir ausgewählte Sachgebiet werden sie kaum haben. Frau Merkel ist Physikerin. Sie hat offensichtlich alles Gelernte vergessen.

Ich habe mir nur ein Beispiel herausgegriffen. Es gibt beliebig viele davon, das Sozialversicherungssystem wäre auch eines, nur viel zu umfangreich, um es hier auch nur anzureißen.

Die einfache, alles lösende Antwort gibt es nicht.

Dabei fällt mir noch etwas ein: Im Moment gehören die Fluggesellschaften zu den besonders gebeutelten Unternehmen. Für die Sicherheit des Flugverkehrs wird mit Kontrollen der Passagiere vermeintlich viel getan. Was ist, wenn irgendwo auf der Welt ein Witzbold eine Demonstration durchzieht, indem er mit durchleutetem Handgepäck und nach Leibesvisitation ein Flugzeug besteigt und an Bord mit einem Messer zwischen den Zähnen und in jeder Hand ein Schieß- nein, kein Schießeisen - also in jeder Hand eine Pistole aus Kunststoff oder Keramik hält? Rein zufällig ist ein Fotograf mit an Bord, der den Aufmacher für den nächsten Stern liefert. Ein großer Teil der „Sicherheitsmaßnahmen“ ist nämlich Augenwischerei, mit der sich der etwas blöde Knacki abhalten läßt, aber nicht der sorgfältig planende Täter. Nach so einer Demo würden sich die Fluggesellschaften freuen, absehbar wieder jemanden zu finden, der mitfliegt.

Was ich damit sagen will: Manches in der heutigen wirtschaftlichen Situation ist möglicherweise das Ergebnis von Angst und Fallenlassen in Jammerei.

Gruß
Wolfgang

Hallöchen,

Ist Schroeder so…oder die Weltwirtschaft schuld ?

Ich weiß zwar im Moment noch nicht, worauf du anspielst, aber
ich behaupte mal, daß beides zutrifft. :smile:

Weder aus den Reihen der Opposition noch von den Journalisten
erntet er dafuer groesseres Lob.

Was hast du denn anderes erwartet. Erstens glaube ich schon
lange nicht mehr daran, daß (der überwiegende Teil) der
Journalisten sachliche Berichterstattung leistet. Zweitens würde
die Opposition selbst dann noch rummäkeln, wenn Schröders
Politik tatsächlich weniger Arbeitslose geschaffen hätte. Wir
leben halt in einer (inzwischen) überwiegend mißgünstigen
Gesellschaft (imho!).

Fuer die „Frankfurter Allgemeine“
beispielsweise geht es bei der Kernfrage der Debatte
eigentlich um groessere Dinge: „Ist die Regierung angesichts
der Verduesterung des Konjunkturhimmels noch auf dem richtigen
Weg, oder muessen Korrekturen her?“ Der rot-gruene Tanker
stelle jetzt die Unfaehigkeit unter Beweis, in schwerer See
manoevrierfaehig zu bleiben.

Nicht weniger als die CDU. Man sollte nicht vergessen, wie es
aussah, bevor die SPD dran kam.

Jetzt muesse er hoffen und
bangen, dass die Zahl am Ende der Legislaturperiode nicht
hoeher liegt als 1998, ergaenzt Peter Siebermorgen im
„Tagesspiegel“.

wobei damals noch nicht abzusehen war, wie die weltpolitische
Lage aussehen würde. Nachdem die Wirtschaft ja zu einem guten
Teil von diesen Traumtänzern names Börsenmaklern bestimmt wird,
war ja wohl klar, daß es nach den Anschlägen bergab gehen würde.

Eigentlich koennte die Situation gerade jetzt guenstig sein
fuer die Opposition. Das „Handelsblatt“ ist ueberzeugt, dass
Angela Merkel die Gunst der Stunde genutzt hat und die
Versprechen des Kanzlers mit der Wirklichkeit zu vergleichen.

Typisches Oppositionsverhalten. Man pickt sich ein kleines Stück
raus, ohne die Umstände zu beachten. Ich glaube nicht, daß es
die CDU besser gemacht hätte.

Hat die Opposition denn ein Konzept dagegen?

(imho) nein.

Der „Tagesspiegel“ verweist jedoch darauf,
dass es der Opposition nach wie vor an Visionen fehlt.

Mal abgesehen von den Visionen, wie man schnellstmöglichst an
Alterspensionen und die intimsten Bürgerdaten kommt (ach
tschuldigung, letzteres ging ja auf das Konto eines
Regierungspolitikers…) :-/

Trotzdem schönen Tag noch,

Stephan Hübner

Schröders kleine Welt
Hallöchen,

folgende Aussagen von Schröder seien an dieser Stelle zitiert:
„Der Aufschwung ist mein Aufschwung“ (1999)
„An der Arbeitslosigkeit werde ich mich messen lassen“ (1998)

Das übliche: Ist´s gut, ist´s meins. Ist´s schlecht, sind die anderen schuld, wahlweise die Vorgängerregierung oder die Weltwirtschaft.

Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Christian

Hallo,

Schröder kann kein Lob erwarten. Die wesentlichen Fragen der Gesellschaft wurden bis heute nicht beantwortet. Die Konjunktur unseres Landes ist zum überwiegenden Teil im Lande gemacht, hat mit der Weltwirtschaft wenig zu tun. Wir hatten bereits große Anzeichen der Rezession bevor es in NY zum Attentat gekommen ist. Es reicht eben nicht, mal schnell die Interessen diverser Minderheiten durch den Bundestag zu peitschen, dann aber, wenn es an die Reformen geht, ist Schluss.

Unbestritten ist, wenn sich eine Volkswirtschaft nach unten bewegt, dass der Staat entweder Steuern vorübergehend senkt oder Subventionsmaßnahmen oder Sonderprogramme auflegt um die Situation aufzufangen und neu zu beleben. was tut Schröder, seine Regierung, es wird - und die nächste Reihe folgt - an der Steuerschraube der Mineralölsteuer gedreht, es werden die Versicherungsprämien erhöht. Diese Kosten tragen alle, vor allem jene, die zur Arbeit fahren müssen, die ihre Kosten kalkulieren müssen oder die als Mieter die Nebenkosten (Versicherungen) zahlen. Es wird dann mal kurz etwas an der Steuer gesenkt, mit der anderen Maßnahme wird dann sofort alles doppelt geholt. Und Schröder regiert mit ruhiger Hand. Wer sich Zeit nehmen konnte und die Debatten im Bundestag diese Woche ansehen konnte, musste sich fragen, ob die Vertretung der Bundesregierung - und leider auch die der CDU - die Probleme sehen wollen oder nur vor sich herschieben in der Hoffnung, dass sich alles selbst löst.

Argumente, wenn der Staat Gelder als Subventionen oder Steuersenkungen mehr ausgibt, würden dem Staat fehlen, sind doch nur bedingt richtig. Wenn durch Konjunkturmaßnahmen Arbeitsplätze geschaffen werden, werden doch die Leistungen der Arbeitslosenversicherung geringer (der Bund hat weniger Zuschuss zu zahlen) und die Einnahmen der Rentenversicherung, Krankenversicherung und Pflegeversicherung steigen (und auch hier hat der Bund geringere Zuschüsse zu leisten), ausserdem steigt das Steueraufkommen der Unternehmen udn der Bund hat neue Einnahmen. Weshalb gelingt es keiner Regierung, einmal nach kaufmännischen Gesichtpunkten zu arbeiten und weshalb muss immer noch der Einzeletat für sich gesehen werden und innerhalb des Einzeletats die Kameralistik die Kosten aufzählen. Und es wäre noch mehr zu sagen. Aber, da die Opposition auch nicht funktinert, werden wir wohl mit Schröder leben müssen, auch nach 2002.

Gruss Günter

Hall Günther,

gute Fragen, die du da aufgeworfen hast. Meine Mail sollte auch
nicht so klingen, als wäre ich vom SPD-Programm überzeugt. Nur
traue ich es halt keiner der derzeit zur Verfügung stehenden
Parteien zu, irgendwas an der Misere zu ändern. Die SPD hat ihre
Chance verspielt und macht nun zum großen Teil auch nur noch
Interessenspolitik, ohne die Probleme wirklich anzugehen. Und
was anderes taten und tun die anderen Parteien (imho) auch
nicht.

Schönen Tag noch,

Stephan Hübner

Ist Schroeder so…oder die Weltwirtschaft schuld ?

Hallo,

darauf soll eine ebenso einfache Antwort möglich sein? Einmal
abgesehen von der unsinnigen Fixierung auf dauerndes
Wirtschaftswachstum,

…ja, das ist es wohl…das immer mehr wollen!

Aber wie was anders tun ?

Was ich damit sagen will: Manches in der heutigen
wirtschaftlichen Situation ist möglicherweise das Ergebnis von
Angst und Fallenlassen in Jammerei.

Ist es DAS wirklich nur?

Nicht vielmehr die Angst vorm unbeherrschtem Terror der nie zu beherrschen sein wird?

Ergo Leben in erhoehter Angst ?

Bye
dizar

Thanks ot

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ist es DAS wirklich nur?
Nicht vielmehr die Angst vorm unbeherrschtem Terror der nie zu
beherrschen sein wird?
Ergo Leben in erhoehter Angst ?

Guten Abend!

Ein Millionenheer von Arbeitslosen haben wir nicht erst seit dem 11. September. Auch eine zunehmend schwierigere Lage bei den Fluggesellschaften ist nicht neu. Windbeutelgebilde am neuen Markt waren auch schon vorher am Zusammenbrechen. Die sich langsam aber stetig erhöhende Abgabenlast für einen Großteil der Beschäftigten ist seit vielen Jahren Dauerthema, ohne daß sich etwas ändert. Seit ewigen Zeiten wird von Deregulierung und Entbürokratisierung geredet - Kommentar wohl überflüssig. Seit Jahrzehnten werden jährlich schwindelerregende Beträge als Subventionen in die Landwirtschaft gepustet. Immer noch wandern Jahr für Jahr Steuer-Milliarden in den Bergbau. Von der Zusammenlegung von Bundesländern zu finanziell tragfähigen Gebilden wird schon ewig geredet, aber buchstäblich nichts geschieht. Investitionen ins Bildungssystem beschränken sich im wesentlichen auf das Gebet, unser Bildungssystem sei das beste der Welt. Richtiger und vor allen Dingen besser ausgestattet wird es dadurch nicht. Das Beamtenrecht ist nach wie vor starr wie Beton. Bundesländer werben sich nach wie vor gegenseitig die Betriebe ab und zahlen dafür Millionenbeträge. Eine massive Vereinfachung des Steuersystems ist und bleibt wohl nur Wunschtraum. Nach wie vor verursacht die Bundeswehr einen der größten Haushaltsposten. Immer noch werden eine Viertelmillion Menschen unter Waffen gehalten, um uns gegen Luxemburg oder die Oderfluten zu verteidigen. Eine aufgeblasene Bürokratie wacht immer noch darüber, daß hierzulande nur Portugiesen eine Schneiderei oder Griechen eine Tischlerei aufmachen dürfen.

Es gibt noch hunderte solcher Punkte, die schlicht ausgesessen werden. Nichts rührt sich und viele Probleme verschärfen sich durch Untätigkeit.

Gewiß, Kriegslasten verschlimmern zumindest die Haushaltslage des Bundes und führen bestimmt nicht dazu, daß sich die Menschen sicherer und angstfreier fühlen. Aber angesichts des oben nur angekratzten Sündenregisters ist der 11. September eine willkommene Rechtfertigung, aber nicht die entscheidende Ursache für den absehbaren Rückwärtsgang unserer Wirtschaft.

Gruß
Wolfgang

Hallöchen,

Ist Schroeder so…oder die Weltwirtschaft schuld ?

Ich weiß zwar im Moment noch nicht, worauf du anspielst, aber
ich behaupte mal, daß beides zutrifft. :smile:

Weder aus den Reihen der Opposition noch von den Journalisten
erntet er dafuer groesseres Lob.

Was hast du denn anderes erwartet. Erstens glaube ich schon
lange nicht mehr daran, daß (der überwiegende Teil) der
Journalisten sachliche Berichterstattung leistet. Zweitens
würde die Opposition selbst dann noch rummäkeln, wenn Schröders
Politik tatsächlich weniger Arbeitslose geschaffen hätte. Wir
leben halt in einer (inzwischen) überwiegend mißgünstigen
Gesellschaft (imho!).

Richtig.

Fuer die „Frankfurter Allgemeine“
beispielsweise geht es bei der Kernfrage der Debatte
eigentlich um groessere Dinge: „Ist die Regierung angesichts
der Verduesterung des Konjunkturhimmels noch auf dem richtigen
Weg, oder muessen Korrekturen her?“ Der rot-gruene Tanker
stelle jetzt die Unfaehigkeit unter Beweis, in schwerer See
manoevrierfaehig zu bleiben.

Nicht weniger als die CDU. Man sollte nicht vergessen, wie es
aussah, bevor die SPD dran kam.

So ists.

Jetzt muesse er hoffen und
bangen, dass die Zahl am Ende der Legislaturperiode nicht
hoeher liegt als 1998, ergaenzt Peter Siebermorgen im
„Tagesspiegel“.

wobei damals noch nicht abzusehen war, wie die weltpolitische
Lage aussehen würde. Nachdem die Wirtschaft ja zu einem guten
Teil von diesen Traumtänzern names Börsenmaklern bestimmt
wird, war ja wohl klar, daß es nach den Anschlägen bergab gehen
würde.

Jein!

Die Ruestungsindustrie haste vergessen: Die blueht nun auf!

Eigentlich koennte die Situation gerade jetzt guenstig sein
fuer die Opposition. Das „Handelsblatt“ ist ueberzeugt, dass
Angela Merkel die Gunst der Stunde genutzt hat und die
Versprechen des Kanzlers mit der Wirklichkeit zu vergleichen.

Typisches Oppositionsverhalten. Man pickt sich ein kleines
Stück raus, ohne die Umstände zu beachten. Ich glaube nicht, daß es die CDU besser gemacht hätte.

Eben, wohl kaum.

Hat die Opposition denn ein Konzept dagegen?

(imho) nein.

Der „Tagesspiegel“ verweist jedoch darauf,
dass es der Opposition nach wie vor an Visionen fehlt.

Mal abgesehen von den Visionen, wie man schnellstmöglichst an
Alterspensionen und die intimsten Bürgerdaten kommt (ach
tschuldigung, letzteres ging ja auf das Konto eines
Regierungspolitikers…) :-/

Jaja…hat Bluetezeit…ueberall.

Trotzdem schönen Tag noch,

ebenso…

Bye
dizar

Hallo Stephan,

ich habe es nicht so verstanden, dass Du das SPD Programm verteidigt hast und wenn, muss ich Dir einfach antworten, ich habe den Stand meiner Ansichten dargelegt und dass in unserem Brett hier jeder eine andere Meinung haben kann, ja soll, und auch eine andere Meinung zu respektieren ist, ist für mich aus der politischen Kultur Verpflichtung.

Ein schönes WE

Günter

Hallo Günter,

dem kann ich nur aus vollem Herzen zustimmen. Also sind wir ja
einer Meinung (oder auch nicht… :smile: ).

Schönen Tag noch,

Stephan Hübner

Ich weiss nicht recht…

Ist es DAS wirklich nur?
Nicht vielmehr die Angst vorm unbeherrschtem Terror der nie zu
beherrschen sein wird?
Ergo Leben in erhoehter Angst ?

Guten Abend!

Ein Millionenheer von Arbeitslosen haben wir nicht erst seit
dem 11. September. Auch eine zunehmend schwierigere Lage bei
den Fluggesellschaften ist nicht neu.

…da hier zuviel Konkurrenz anfaellt…kaum etwas anderes.

DAS fuehrt zur Bereinigung und dem sinnvollen Ende der nationalen Eigenheiten - siehe Belgien und Schweiz.

Windbeutelgebilde am

neuen Markt waren auch schon vorher am Zusammenbrechen. Die
sich langsam aber stetig erhöhende Abgabenlast für einen
Großteil der Beschäftigten ist seit vielen Jahren Dauerthema,
ohne daß sich etwas ändert.

Ja gut.

Seit ewigen Zeiten wird von

Deregulierung und Entbürokratisierung geredet - Kommentar wohl
überflüssig.

Richtig.

Seit Jahrzehnten werden jährlich

schwindelerregende Beträge als Subventionen in die
Landwirtschaft gepustet. Immer noch wandern Jahr für Jahr
Steuer-Milliarden in den Bergbau.

Aber massiv weniger als zuvor.

Von der Zusammenlegung von

Bundesländern zu finanziell tragfähigen Gebilden wird schon
ewig geredet, aber buchstäblich nichts geschieht.

Kommt noch…warts ab.

Investitionen ins Bildungssystem beschränken sich im
wesentlichen auf das Gebet, unser Bildungssystem sei das beste
der Welt.

Soo ists.

Richtiger und vor allen Dingen besser ausgestattet

wird es dadurch nicht.

Richtig.

Das Beamtenrecht ist nach wie vor starr

wie Beton.

…und wird sich nicht aendern…

Bundesländer werben sich nach wie vor gegenseitig

die Betriebe ab und zahlen dafür Millionenbeträge.

Ubertrieben: …nicht die Hauptmotivation der Betriebe.

Eine massive Vereinfachung des Steuersystems ist und bleibt wohl

nur Wunschtraum.

Richtig.

Nach wie vor verursacht die Bundeswehr einen

der größten Haushaltsposten.

So ists…ergo nochmals verkleinern?

Immer noch werden eine

Viertelmillion Menschen unter Waffen gehalten, um uns gegen
Luxemburg oder die Oderfluten zu verteidigen.

Haha.

Und:smiley:IE reichen auch fuer den Afghanistan-Einsatz…und sonstwo.

Eine

aufgeblasene Bürokratie wacht immer noch darüber, daß
hierzulande nur Portugiesen eine Schneiderei oder Griechen
eine Tischlerei aufmachen dürfen.

AMD doch auch in Sachsen, und , und , und…ausser denen, muehsam zwar, aber es tut…da einige Laender sehr flexibel wurden.

Es gibt noch hunderte solcher Punkte, die schlicht ausgesessen
werden. Nichts rührt sich und viele Probleme verschärfen sich
durch Untätigkeit.

Richtig…wie ueberlall in der Welt.

( Und: Manches ist durchaus besser so zu handhaben )

Gewiß, Kriegslasten verschlimmern zumindest die Haushaltslage
des Bundes und führen bestimmt nicht dazu, daß sich die
Menschen sicherer und angstfreier fühlen. Aber angesichts des
oben nur angekratzten Sündenregisters ist der 11. September
eine willkommene Rechtfertigung, aber nicht die entscheidende
Ursache für den absehbaren Rückwärtsgang unserer Wirtschaft.

Hier irrst Du gewaltig:

Die deutsche Industrie ist zu 60 % vom Export - vorrangig USA - abhangig:

Da die USA in der Recession steckt…lauft logischerweise im Export der deutschen Industrie auch weniger.

Dies moege es verdeutlichen:

Denn der US-Wirtschaft geht es so schlecht wie seit zehn Jahren nicht mehr.

Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal fast dreimal so stark als noch Ende Oktober vom US-Handelsministerium geschätzt geschrumpft und hat damit die Einschätzung von Analysten bekräftigt, dass sich die USA in einer Rezession befinden.

Das US-Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von minus 1,1 Prozent gesunken nach einem Plus im zweiten Quartal von 0,3 Prozent,

…teilte das US-Handelsministerium in seiner zweiten Schätzung des BIP am Freitag mit.

Diese Fakten begruenden vorrangig das D-Prob.

Bye
dizar

Angesichts des
oben nur angekratzten Sündenregisters ist der 11. September
eine willkommene Rechtfertigung, aber nicht die entscheidende
Ursache für den absehbaren Rückwärtsgang unserer Wirtschaft.

Hier irrst Du gewaltig:

Nein.

Die deutsche Industrie ist zu 60 % vom Export - vorrangig USA

  • abhangig:

Da die USA in der Recession steckt…lauft logischerweise im
Export der deutschen Industrie auch weniger.

Klingt plausibel.

[…]
Diese Fakten begruenden vorrangig das D-Prob.

Nein. Die Probleme hatten wir schon vorher. Wenn Schröder jetzt alles auf den 11.9. zu schieben versucht, dann mag ihm das hilfreich erscheinen - seine Fehler (und die seines Vorgängers) löscht er dadurch nicht aus.

Gruß,
Stefan :smile:

Unlogisch…
.

Hier irrst Du gewaltig:

Nein.

DOCH!

Die deutsche Industrie ist zu 60 % vom Export - vorrangig USA

  • abhangig:

Da die USA in der Recession steckt…lauft logischerweise im
Export der deutschen Industrie auch weniger.

Klingt plausibel.

IST plausibel, wenn ergo in den USA deutlich weniger laeuft:

IST logischerweise auch in D weniger Umsatz und Gewinn.

Diese Fakten begruenden vorrangig das D-Prob.

Nein. Die Probleme hatten wir schon vorher.

Jein: Aber nicht so gravierend wie seit dem 11.09.

Wenn Schröder

jetzt alles auf den 11.9. zu schieben versucht, dann mag ihm
das hilfreich erscheinen - seine Fehler (und die seines
Vorgängers) löscht er dadurch nicht aus.

Schroeder schiebt nicht , sondern stellt anhand Fakten fest!

Du aber dto nicht, in Verkennung der Fakten…die Du

( wohlweislich ? ) verschweigst und rausnimmst!!???

WAS soll das nun, hmm?

Manipulation oder was?

Bye
dizar

Deine kleine Welt…

HI!

folgende Aussagen von Schröder seien an dieser Stelle zitiert:
„Der Aufschwung ist mein Aufschwung“ (1999)
„An der Arbeitslosigkeit werde ich mich messen lassen“ (1998)

Das übliche: Ist´s gut, ist´s meins. Ist´s schlecht, sind die
anderen schuld, wahlweise die Vorgängerregierung oder die
Weltwirtschaft.

In Verkennung der Fakten:

Du negierst die echten Probs!

Denn die Wirtschaft im Euro-Raum tritt auf der Stelle

LUXEMBURG/WASHINGTON/TOKIO (dpa/rtr/fr).

Der Konjunkturmotor ist, wie vielfach erwartet, in der Euro-Zone fast zum Stillstand gekommen.

Wie das Europäische Statistikamt Eurostat mitteilt, nahm das zusammengefasste Bruttoinlandsprodukt (BIP) der zwölf Mitgliedsländer im dritten gegenüber dem zweiten Quartal lediglich um 0,1 Prozent zu.

Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum ergibt sich ein Plus von 1,3 Prozent. Von April bis Juni 2001 war die gesamtwirtschaftliche Leistung im Währungsgebiet noch mit einer Jahresrate von 1,7 Prozent geklettert.

Nach Angaben von Eurostat stützten im dritten Quartal vor allem die Konsumausgaben der privaten Haushalte die Konjunktur. Sie legten um 0,2 Prozent zu.

Die Investitionen in neue Maschinen und Anlagen nahmen dagegen um 0,3, die Ausfuhren sogar um 0,6 Prozent ab. Die BIP-Zahlen für die Euro-Zone entsprechen im wesentlichen den bekannten Ergebnissen aus wichtigen Mitgliedsländern.

So war die bundesdeutsche und niederländische Wirtschaftsleistung von Juli bis September im Vergleich zum Vorquartal etwas zurückgegangen, während Frankreich und Italien leichte Zuwächse meldeten.

Auch die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA zeichnen eine zwiespältiges Bild.

Während die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter im Oktober um fast 13 Prozent zunahmen, stieg die Zahl derjenigen US-Bürger, die erstmals Arbeitslosenhilfe beantragten, um 54 000 auf 488 000 und damit deutlich stärker als von Experten erwartet.

Die Auftragsflut konzentrierte sich vor allem auf die Rüstungsindustrie.

Unterdessen geht die Talfahrt in Japan weiter. Die Industrieproduktion sank von September auf Oktober um 0,3 Prozent auf den tiefsten Stand seit 13 Jahren.

Viel mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.

Eben. Eben.

Bye
dizar

Schröders kleine Welt
Die Tatsache, daß die Weltwirtschaft oder die europäische Wirtschaft schlecht läuft, ist aus zwei Gründen kein Grund, Schröder keinen Vorwurf zu machen.

  1. Daß die Wirtschaft zu Beginn seiner Amtszeit gut lief, war nicht sein Verdienst. Im übrigen auch gar nicht möglich, weil sich realwirtschaftliche Auswirkungen idR frühestens nach 18-24 Monaten einstellen. Also hat er sich seinerzeit (siehe mein Zitat) mit fremden Federn geschmückt.

  2. Daß man sich einem weltwirtschaftlichen Trend nicht entziehen kann, ist unbestritten. Bleibt aber die Frage, warum Deutschland bei der Wirtschaftsentwicklung auf dem letzten Platz in Europa liegt. Oder anders: Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist hausgemacht (ein Zitat von irgendeinem Wirtschaftsmann, ich glaube es war einer vom IDW). Tatsache ist, daß es die bunte Regierung in drei Jahren nicht geschafft hat, ein Projekt auf den Weg zu bringen, das wirtschaftlich gesehen einen positiven Effekt hatte. Ich erspare es mir, den ganzen Schwachsinn, der da entwickelt und verabschiedet wurde (schon) wieder aufzuzählen.

Um mich nicht mißzuverstehen: Die alte Regierung hat nicht unbedingt alles besser gemacht. Aber ich kann mich nicht entsinnen, daß Kohl Zitate wie die Schröder´schen gebracht hätte. Lieber leise die Vorteile der globalen wirtschaftlichen Verknüpfungen genießen als sie seit seine eigenen feiern. Die Nachteile kann man ja getrost als Außenwirkungen verkaufen.

Wer sich so aufführt wie Schröder, muß sich wirklich an seinen eigenen Aussagen messen lassen. Und das kann ja nur bedeuten: Kein Wiederantritt bei der nächsten Wahl.

Gruß
Christian

P.S.
Kannst Du mir erklären, warum Du Dich erst für meinen Artikel bedankst und dann meinst, mir mit einem Deiner üblichen unreflektierten Zeitungsartikelchen kommen zu müssen? Hast Du solange gebraucht, um einen vermeintlichen Beweis für Deine unbelegte These zu finden, Schröder oder gar die SPD hätten irgendeine wirtschaftspolitische Kompetenz? Ehrlicher bzw. kompetenter wäre es gewesenm, hier einen Vergleich der wirtschaftlichen Entwicklung der einzelnen Länder darzustellen. Aber gut, Kompetenz war ja noch nie Dein Ziel. Vielleicht solltest Du Dich mal als Wahlkämpfer für die SPD bewerben. Einen treudooferen Anhänger kann man sich ja nicht einmal wünschen.

kleine wirtschaftliche Augenöffnung für dizarus
Mal ne Frage: Glaubst Du eigentlich jeden Unfug, den Du a) hier selber von Dir gibst und b) der in den Zeitungen steht.

Jein: Aber nicht so gravierend wie seit dem 11.09.
Schroeder schiebt nicht , sondern stellt anhand Fakten fest!
Du aber dto nicht, in Verkennung der Fakten…die Du
( wohlweislich ? ) verschweigst und rausnimmst!!???

  1. Die jetzt vorliegenden Unternehmenszahlen sind per Stichtag 30.9.2001. Die Effekte vom 11.9. betreffen also 20 Tage von bis dato aufgelaufene 270 Tage. Glaubst Du im Ernst, daß dadurch die Unternehmensentwicklung für 2001 wesentlich beeinflußt wurde?

  2. Die derzeit vorliegenden statistischen Daten sind per Ende Oktober bzw. Ende September. Bei Kündigungsfristen, die nicht unter 6 Wochen liegen, können die Ereignisse vom 11.9. bei der Arbeitsmarktstatistik bisher überhaupt keine Rolle spielen. Die Volkswirtschaft reagiert regelmäßig ebenfalls so schnell nicht. Sollte es Auswirkungen gesamtwirtschaftlicher Natur überhaupt geben, was ich für sehr unwahrscheinlich halte, werden diese frühestens Ende 2001 spürbar sein.

Und damit Du als jemand ohne jedes wirtschaftliche Verständnis mal was liest, das nicht irgendein Journalist ohne jegliches wirtschaftliches Verständnis geschrieben hat:
http://www.wer-weiss-was.de/cgi-bin/forum/showarticl…

Gruß
Christian

Wenn DU Eurostat negierst hast DU keine Ahnung ot

Eurostat sind Fakten…besser als alles andere ot