Schrödingers Katze

Hallo Leute!

Ich habe ein Problem mit einem Gedankenexperiment eines meiner Landsmänner: Erwin Schrödinger
In diesem kommt es seiner Meinung nach zu einer Überlagerung der Superpositionen von Katze tot|Katze lebendig. Und zwar so lange bis jemand die Kiste öffnet und nachsieht. Dann brechen die Superpositionen zusammen (ich vermute ihr kennt das alle)

Aber: Nimmt nicht die Katze auch ihren eigenen Tod war? Kommt es nicht schon durch den Detektor Katze zum Kollabieren der Superpositionen??

Herbert

Aber: Nimmt nicht die Katze auch ihren eigenen Tod war? Kommt
es nicht schon durch den Detektor Katze zum Kollabieren der
Superpositionen??

Herbert

hallo!
soweit ich das verstanden habe, sagt schrödinger über das „interne“ eines geschlossenen systems nichts aus. hier ist das geschlossene system die katze in der kiste, die von aussen nicht beobachtet wird.
nur wenn jetzt von AUSSERHALB des systems eine beobachtung auf das system vorgenommen wird, brichen die superpositionen zusammen.

markus

Hallo Leute!

Hiho

Ich habe ein Problem mit einem Gedankenexperiment eines meiner
Landsmänner: Erwin Schrödinger
In diesem kommt es seiner Meinung nach zu einer Überlagerung
der Superpositionen von Katze tot|Katze lebendig. Und zwar so
lange bis jemand die Kiste öffnet und nachsieht. Dann brechen
die Superpositionen zusammen (ich vermute ihr kennt das alle)

Soviel ich weiss, verwendete Schrödinger dieses Beispiel, um aufzuzeigen, wie idiotisch die Regelung mit dem Beobachter ist. Sind nur Menschen Beobachter? Oder Lebewesen? Oder auch Steine? Wieso sollte jemand ausgezeichnet sein?
Meines Wissens wird der Zustand sofort festgelegt, wenn das Quantenteilchen mit anderen in Interaktion tritt. Also tritt die Katze nie in einen Doppelzustand ein, da der Detektor, der die Quantenreaktion misst schon den Zustand des Systems festlegt. Damit steht also fest, ob die Giftflasche geöffnet wird oder nicht.
Auf makroskopische Objekte lassen sich solche Quantenprozesse also nicht so ohne weiteres übertragen. Und wir können wieder beruhigt in dem Wissen schlafen, dass ein umstürzender Baum auch dann ein geräusch macht, wenn niemand da ist, es zu hören. :wink:

Herbert

Ciao, Mnementh

Aber: Nimmt nicht die Katze auch ihren eigenen Tod war? Kommt
es nicht schon durch den Detektor Katze zum Kollabieren der
Superpositionen??

Hallo

Wie schon werwähnt, war es genau dieses Problem, das Schrödinger mit seinem Beispiel hervorheben wollte.

Heutzutage gehen die meisten Physiker davon aus, daß die Bildung des makroskopischen Systems an sich den Kollaps (oder was auch immer) hervorruft, aber wie das nun genau vor sich geht, weiss immer noch niemand.

Die meiste Hoffnung macht man sich momentan durch Experimente mit Systemen, die auf der Grenze zwischen mikroskopisch und makroskopisch liegen und deren Studium den Mechanismus des Wellenfunktionskollapses aufklären könnte. Aber so viel ich weiss, ist man da noch nicht sehr weit gekommen.

Gruß
Thomas

Hallo Thomas,

so leuchtets mir so ungefähr auch ein! Komisch daß das in keinem Buch das ich bisher gelesen habe das auch so erklärt wird.

Danke - Herbert

Das ist in der Tat eins der groessten Probleme der modernen
Physik. Und ich denke, es steckt auch eine Menge Philosophie
darin. Ein paar Worte, wie ich darueber denke:

Die Quantenphysik geht einen voellig neuen Weg, Experimente
zu beschreiben. In der Art und Weise, wie sie das tut, hebt sie
sich von den klassischen Theorien ab (dazu zaehlt auch die
Relativitaetstheorie). Die klassischen Theorien versuchen
„Dinge“ zu beschreiben, Koerper, ihre Bewegungen und deren
Ursachen. Die Quantenphysik legt ihr Hauptaugenmerk auf das
Experiment (wie es auch sein sollte). Die „Dinge“, die am
Experiment beteiligt sind, ihre wahre Natur, versucht die
Quantenphysik nicht naeher zu beschreiben.

Bleiben wir mal bei der Katze. Bei geschlossener Kiste sagt uns
die Klassik, dass sich darin eine Katze (das „Ding“) befindet,
die entweder lebendig oder tot ist. Die Quantenphysik kuemmert
sich _nicht_ darum, dass darin eine Katze ist, sie kuemmert sich
_ausschliesslich_ darum, wie das Experiment (Oeffnen des Deckels)
ausgehen kann, naemlich mit dem Erblicken einer toten oder
lebenden Katze. Die Quantentheorie vermag fuer die beiden
moeglichen Ausgaenge nur eine Wahrscheinlichkeit anzugeben.
Wie gesagt, wie man sich eine Mischung aus tot/lebendiger Katze
vorstellen will, ist _nicht_ Aufgabe der Quantenphysik. Die
Wellenfunktionen sind lediglich ihr Hilfsmittel, verschiedenen
Ausgangszustaenden Wahrscheinlichkeiten zuzuordnen.

MEB
P.S. Gesundes und frohes neues Jahr…

Hallo!

Interessant, wie verschieden alle darüber denken. Weiß jemand was
sich E.Schrödinger ursprünglich darüber gedacht hat?

Herbert