Schubabschaltung - Motor aus - Unterschied

Hallo!
Habe mal eine kleine Frage, da man ja immer mal hört dass Fahrzeuge, ältere oder fehlerhafte neuere, einfach mal „ausgehen“ können.

Und zwar habe ich folgendes gelesen, und dazu haben sich ein paar Fragen aufgetan. Lest aber bitte erst ganz, die folgende Frage ist noch NICHT die, die ich habe:

Zitat:
Was spart mehr Sprit? Im hohen Gang rollen lassen oder Gang raus und rollen lassen?

Es sollte zum Kraftstoff sparen immer ein möglichst hoher Gang eingelegt sein. Nur wer beim Bergabfahren oder Verzögern das Gas ganz wegnimmt, kann mittels der Schubabschaltung Kraftstoff sparen. Wird ausgekuppelt, verbraucht der Motor im Leerlauf dennoch Kraftstoff. Mit abgestelltem Motor rollen, spart zwar theoretisch am meisten Kraftstoff, sollte allerdings abgelehnt werden. Denn ohne Motorkraft stellen Servolenkung und Bremskraftverteiler ihre Arbeit ein, und das Fahrzeug ist nicht mehr sicher zu beherrschen.

So, bisher dachte ich immer, dass aufgrund der Schubabschaltung beim Rollen in einigermaßen hohen Geschwindigkeiten gar kein Kraftstoff eingespritzt wird.
Wie ist das aber mit Servolenkung und Bremskraftverstärker? Diese werden doch durch einen Druck angetrieben, der durch den Motor erzeugt wird (ich nehme an durch die Bewegung des Kolbens?). Der Druck müsste doch dann auch noch erzeugt werden wenn ich rolle und der Motor aus ist, aber dies ist ja nicht so? Wenn ich den Schlüssel umdrehe ist ja die Servolenkung sofort weg? Wie funktioniert das dann? Es liegt doch immer noch eine Drehzahl am Motor an solange eingekuppelt ist und ich einigermaßen schnell rolle?

Und dann noch eine andere Frage, die etwas mit dieser Frage zusammenhängt: Wenn ein Auto einfach beim Fahren „ausgeht“. Was geschieht hier? Wie kann der Motor, solange ich noch schnell rolle, richtig aus gehen? Ich meine wenn ich die Kupplung trete, den Berg runterrolle und dann einkupple, springt ein Motor doch auch an. Oder hat dies mit der elektronischen Steuerung zu tun? Was müsste ich denn tun, wenn mein Fahrzeug beim Fahren ausgeht? Der Schlüssel ist ja bei einigen Fahrzeugen wenn das Fahrzeug erst einmal an ist gesperrt, dass man ihn nicht weiter drehen kann (für den Anlasser)? Aber eigentlich brauche ich doch wenn ich schnell daherrolle gar keinen Anlasser?

So das ist jetzt für die Profis heir wahrscheinlich eine einfache Frage, aber ich würde mich freuen wenn ihr sie mir beantworten könntet, kann ja nicht schaden so etwas zu wissen
Gruß und Danke

Hi,

Wie ist das aber mit Servolenkung und Bremskraftverstärker?
Diese werden doch durch einen Druck angetrieben, der durch den
Motor erzeugt wird (ich nehme an durch die Bewegung des
Kolbens?).

Nein. Die Servolenkung wird entweder durch eine Hydrauklikpumpe betrieben, die wiederum vom Motor als Nebenaggregat angetrieben wird, etwa wie die Lichtmaschine oder es ist eine elektrische Servolenkung, die durch einen Elektromotor betrieben wird, der Strom braucht. Und dann gibt es noch ein Mittelding, nämlich die elektro-hydraulische Lenkung, bei der ein Elektromotor eine Hydraulikpumpe antreibt.

Der Bremskraftverstärker verstärkt die Bremspedalkraft entweder per Unterduck, der vom laufenden Motor kommen muss (Abgriff am Saugrohr) oder auch hydraulisch, wobei dort meist die Hydraulikpumpe genutzt wird, die auch die Lenkung versorgt. Und es gibt Motoren, meist per Turbo aufgeladene, die eine extra Unterdruckpumpe für den Bremskraftverstärker haben, weil am Saugrohr durch die Aufladung kein oder zu wenig Unterdruck anliegt. Diese Pumpen werden i.d.R. mechanisch vom Motor angetrieben.

Wenn man den Motor nun abschaltet (Schlüssel nach links), liegt kein Unterdruck mehr an. Nach 3-4mal Pumpen mit der Bremse gibt’s dann keine Verstärkung mehr. Die Lenkung wird nicht mehr mit Hydraulikdruck versorgt, also keine Lenkunterstützung mehr. Dasselbe gilt auch für die anderen o.g. Systeme, die allesamt entweder auf einen sich drehenden Motor angewiesen sind oder auf eine starke elektrische Versorgung, die auch nur bei einem laufenden Motor gegeben ist, weil die Batterie das nur recht kurz leisten kann.

Der Druck müsste doch dann auch noch erzeugt werden
wenn ich rolle und der Motor aus ist, aber dies ist ja nicht
so? Wenn ich den Schlüssel umdrehe ist ja die Servolenkung
sofort weg? Wie funktioniert das dann? Es liegt doch immer
noch eine Drehzahl am Motor an solange eingekuppelt ist und
ich einigermaßen schnell rolle?

Das hängt vom eingesetzten System ab. Was für ein Auto fährst du?

Und dann noch eine andere Frage, die etwas mit dieser Frage
zusammenhängt: Wenn ein Auto einfach beim Fahren „ausgeht“.
Was geschieht hier? Wie kann der Motor, solange ich noch
schnell rolle, richtig aus gehen?

Z.B. durch Spritmangel oder durch einen Fehler in der Zündanlage.

Ich meine wenn ich die
Kupplung trete, den Berg runterrolle und dann einkupple,
springt ein Motor doch auch an.

Wenn alle System in Ordnung sind und die Zündung eingeschaltet ist, ja.

Oder hat dies mit der
elektronischen Steuerung zu tun? Was müsste ich denn tun, wenn
mein Fahrzeug beim Fahren ausgeht?

Du müsstest den Fehler suchen lassen.

Der Schlüssel ist ja bei
einigen Fahrzeugen wenn das Fahrzeug erst einmal an ist
gesperrt, dass man ihn nicht weiter drehen kann (für den
Anlasser)? Aber eigentlich brauche ich doch wenn ich schnell
daherrolle gar keinen Anlasser?

Die Anlasswiederholsperre ist als Anlasserschutz gedacht. Wenn man aus Versehen bei laufendem Motor den Anlasser betätigt, gibt das ein sehr hässliches Geräusch (und großen Verschleiss am Anlasserritzel und der Schwungscheibe des Motors), weil der Anlasser dann in den laufenden Motor eingespurt wird.

So das ist jetzt für die Profis heir wahrscheinlich eine
einfache Frage, aber ich würde mich freuen wenn ihr sie mir
beantworten könntet, kann ja nicht schaden so etwas zu wissen

Stimmt schon. Wenn noch was ist: nachfragen.

Viele Grüße
WoDi

Danke, das waren schonmal sehr viele Infos! Kleine Rückfragen habe ich leider doch noch!

Die Servolenkung wird entweder durch eine
Hydrauklikpumpe betrieben, die wiederum vom Motor als
Nebenaggregat angetrieben wird, etwa wie die Lichtmaschine
oder es ist eine elektrische Servolenkung, die durch einen
Elektromotor betrieben wird, der Strom braucht. Und dann gibt
es noch ein Mittelding, nämlich die elektro-hydraulische
Lenkung, bei der ein Elektromotor eine Hydraulikpumpe
antreibt.

Aha, was heißt das genau? Ich bin davon ausgegangen dass die ganze Leistung über die Pleuelstange auf die Kurbelwelle abgegeben wird. Daher habe ich auch geschlussfolgert, dass es egal ist, ob der Motor diese antreibt, oder eben dass Auto an sich weil es ja schiebt. Die Räder bewegen ja das Getriebe und somit letztendlich auch wieder die Kurbelwelle. Allerdings ist ja die Servolenkung schnell weg, obwohl die Kurbelwelle ja noch durch das Rollen bewegt wird?!
Dann wird also z.B. die Lichtmaschine quasi parallel zur Kurbelwelle angetrieben? So dass wenn z.B. beim Rollen die Schubabschaltung greift trotzdem noch eine geringe Menge Benzin zur Versorgung z.B. der Lichtmaschine verwendet wird? Ist das richtig so? Falls ja, wo „sitzt“ dieser Riemenantrieb dann? Oder verstehe ich es noch falsch?

Wenn man den Motor nun abschaltet (Schlüssel nach links),
liegt kein Unterdruck mehr an. Nach 3-4mal Pumpen mit der
Bremse gibt’s dann keine Verstärkung mehr. Die Lenkung wird
nicht mehr mit Hydraulikdruck versorgt, also keine
Lenkunterstützung mehr. Dasselbe gilt auch für die anderen
o.g. Systeme, die allesamt entweder auf einen sich drehenden
Motor angewiesen sind oder auf eine starke elektrische
Versorgung, die auch nur bei einem laufenden Motor gegeben
ist, weil die Batterie das nur recht kurz leisten kann.

Da bin ich ja quasi wieder bei meiner ersten Frage oben, weil ich ja davon ausgegangen bin dass sich ja beim Rollen der Motor ja durch das Schieben noch dreht.

Der Druck müsste doch dann auch noch erzeugt werden
wenn ich rolle und der Motor aus ist, aber dies ist ja nicht
so? Wenn ich den Schlüssel umdrehe ist ja die Servolenkung
sofort weg? Wie funktioniert das dann? Es liegt doch immer
noch eine Drehzahl am Motor an solange eingekuppelt ist und
ich einigermaßen schnell rolle?

Ich einen Golf IV. Letztendlich läuft alles erstmal auf meine Frage oben raus :smile:
Wäre nett wenn du dich dieser nochmal annehmen könntest.

Danke schonmal!
gruß
pyro

Hi,

Aha, was heißt das genau? Ich bin davon ausgegangen dass die
ganze Leistung über die Pleuelstange auf die Kurbelwelle
abgegeben wird. Daher habe ich auch geschlussfolgert, dass es
egal ist, ob der Motor diese antreibt, oder eben dass Auto an
sich weil es ja schiebt. Die Räder bewegen ja das Getriebe und
somit letztendlich auch wieder die Kurbelwelle. Allerdings ist
ja die Servolenkung schnell weg, obwohl die Kurbelwelle ja
noch durch das Rollen bewegt wird?!

Das kann eigentlich nicht sein. Solange sich der Motor dreht und mit ihm die Hydraulikpumpe, wird auch der Druck für die Lenkung aufgebaut.

Dann wird also z.B. die Lichtmaschine quasi parallel zur
Kurbelwelle angetrieben? So dass wenn z.B. beim Rollen die
Schubabschaltung greift trotzdem noch eine geringe Menge
Benzin zur Versorgung z.B. der Lichtmaschine verwendet wird?
Ist das richtig so? Falls ja, wo „sitzt“ dieser Riemenantrieb
dann? Oder verstehe ich es noch falsch?

Ja, tust du. :smile:
Die Lichtmaschine wird, neben anderen Aggregaten wie Klimakompressor und Servopumpe, bei manchen Motoren auch die Wasserpumpe, über einen Keil- oder Keilrippenriemen (oder beides) von der Kurbelwelle angetrieben.
Bei der Schubabschaltung wird lediglich die Kraftstoffzufuhr oberhalb einer Motordrehzahl von etwa 1400/min. abgeschaltet, wenn man den Fuss vom Gas genommen hat. Durch den Schiebebetrieb läuft der Motor natürlich weiter, die Kurbelwelle dreht sich und treibt nach wie vor die Nebenaggregate an. In dieser Phase verbraucht der Motor aber eben keinen Kraftstoff. Sämtliche Nebenaggreagte arbeiten aber nach wie vor.

Viele Grüße
WoDi

Ah, danke schön!
Dann habe ich wohl einige Aussagen missverstanden (nicht von dir, von anderen Fällen)! Dann bin ich aber froh dass ich das Ganze doch halbwegs richtig überlegt habe :smile:
Probleme treten in diesem (hoffentlich nur fiktiven) Fall dass mir der Motor beim Fahren ausgeht also erst auf, wenn ich die Kupplung trete -> Unterdruck fehlt oder die Drehzahl zu sehr sinkt (was früher oder später der Fall sein wird, wenn der Motor aus ist). Wenn ich munter den Berg runterrolle und mein Motor dadurch noch schnell genug angetrieben wird werde ich also möglicherweise nicht mal merken, dass er aus ist (außer von ein paar bunten LEDS). Richtig?
Danke dann vielmals für die Hilfe, kann jetzt beruhigt schlafen gehen :smile:

Ja, tust du. :smile:
Die Lichtmaschine wird, neben anderen Aggregaten wie
Klimakompressor und Servopumpe, bei manchen Motoren auch die
Wasserpumpe, über einen Keil- oder Keilrippenriemen (oder
beides) von der Kurbelwelle angetrieben.
Bei der Schubabschaltung wird lediglich die Kraftstoffzufuhr
oberhalb einer Motordrehzahl von etwa 1400/min. abgeschaltet,
wenn man den Fuss vom Gas genommen hat. Durch den
Schiebebetrieb läuft der Motor natürlich weiter, die
Kurbelwelle dreht sich und treibt nach wie vor die
Nebenaggregate an. In dieser Phase verbraucht der Motor aber
eben keinen Kraftstoff. Sämtliche Nebenaggreagte arbeiten aber
nach wie vor.

Viele Grüße
WoDi

Hallo,

Habe mal eine kleine Frage, da man ja immer mal hört dass
Fahrzeuge, ältere oder fehlerhafte neuere, einfach mal
„ausgehen“ können.

Und zwar habe ich folgendes gelesen, und dazu haben sich ein
paar Fragen aufgetan. Lest aber bitte erst ganz, die folgende
Frage ist noch NICHT die, die ich habe:

Zitat:
Was spart mehr Sprit? Im hohen Gang rollen lassen oder Gang
raus und rollen lassen?

http://www.kfz-tech.de/Schubabschaltung.htm
Aufgabe
Der Dieselmotor hat sie von Geburt an, der Benzinmotor erhielt sie vorwiegend bei der Einführung der Benzineinspritzung.
Die Schubabschaltung spart nicht nur Kraftstoff, sie verbessert auch die Wirkung der Motorbremse.

Funktion
Beim Dieselmotor erfolgte die Regelung früher mechanisch.
Heute ist für alle diese Prozesse des Motor-Steuergerät zuständig.
Dieses schaltet je nach Fahrzeug bei einer Drehzahl zwischen 1000 1/min und 2000 1/min und nicht betätigtem Gaspedal die Kraftstoffeinspritzung ab.
Der Motor saugt fortan nur noch reine Luft an, verdichtet und stößt sie anschließend aus.
Man nutzt diesen Prozess als Motorbremse, wenn man zurückschaltet.
Wichtig ist allerdings, dass die Einspritzung etwas oberhalb der Leerlaufdrehzahl wieder einsetzt.

Eine vollkommene Abschaltung des Motors (Zündung aus), um auch den Leerlaufverbrauch zu sparen, kommt bei weniger steilen Bergabfahrten nicht in Frage.
Das geht nur bei wenigen dafür ausgelegten Fahrzeugen (z.B. Ecomatic).
Es versagen die Brems-, Lenk- und evtl. andere unterstützende Funktionen und die Gefahr besteht, dass man beim Umdrehen des Schlüssels das Lenkradschloss arretiert und das ist nun wirklich gefährlich.

Tipps zum Spritsparen:
http://www.kfztech.de/Auto/AutoInfospritsparer.htm

mfg
W.