Schüler & selbstständig, passt das zusammen?

Guten Abend!

Ich bin 19 Jahre alt & besuche derzeit noch die Schule. Nach Abschluss der Schule (im Jahr 2004) möchte ich dann studieren, möglicherweise muss ich vorher noch Zivildienst leisten. Ich beschäftige mich seit über 4 Jahren mit Webdesign, es ist längst schon viel mehr als nur ein Hobby für mich. Seit einiger Zeit denke ich deshalb darüber nach, mein Hobby endgültig zum Beruf zu machen und damit Geld zu verdienen. Ich würde von mir behaupten, dass ich relativ professionelle Websites gestalten kann. Des weiteren wohne ich in einem Umfeld (mehrere Kleinstädte), in dem das Wort Internetauftritt noch ein Fremdwort zu sein scheint. Die einzigen Firmen in der Nähe, die Webdesign anbieten, arbeiten m.E. für viel zu hohe Summen - wahrscheinlich ist das der Grund für die Zurückhaltung. Ich glaube also, „meine“ Marktlücke aufgespürt zu haben, indem ich kleinen Firmen zu fairen Preisen zum Internetauftritt verhelfen kann.

Nun zu meiner Frage: Was würde sich für mich als Schüler ändern, wenn ich auf diese Art und Weise Geld verdiene?

Hier einige meiner gedanklichen Ansätze:

  • erhalte ich weiterhin Kindergeld?
  • ich bekomme derzeit von meinem Vater Unterhalt, würde sich daran etwas ändern?
  • muss ich mich womöglich selbst krankenversichern?
  • kommen weitere Unkosten auf mich zu?
  • gibt es eine gewisse „Einkommensgrenze“, die ich nicht überschreiten darf?
  • muss ich sonst noch was beachten?

Eigentlich würde mein 1-Mann-Unternehmen nur dazu dienen, mir auf einfache Art und Weise etwas zu verdienen. Jedoch ist eine Selbstständigkeit ja schon in wenig umständlicher als in den Ferien Zeitungen auszutragen :wink: Nicht, dass ich nahezu meine gesamte Freizeit opfere und am Monatsende doch wieder bei +/- 0 liege. Könnt ihr mir die o.g. Fragen beantworten bzw. seht ihr eine Chance, mein Vorhaben zu realisieren? Oder würde sich das schlichtweg nicht lohnen?

Bin für alle Antworten dankbar! Vielleicht hat ja jemand ein paar Tipps für mich.

Hallo,

vor 25 Jahren war ich in der gleichen Situation. Bin noch zum Gymnasium gegangen, habe gleichzeitig als Festangestellte in einer ärztlichen Praxis gearbeitet und war selbstständige Versicherungsvertreterin. Mir persönlich hat das nicht geschadet; Abi mit 2 bestanden. Meine weitere Ausbildung (Studium und Fachausbildung) konnte ich mir so selbst finanzieren.
Das einzige Problem, das ich zur Zeit habe, ist die Rentenanstalt. Für sie ist es nämlich nich möglich alle drei Dinge auf einmal zu machen (Beamte !!).
Ansonsten gab es keine Probleme; seit dieser Zeit habe ich meine BfA-Nummer und meinen Gewerbeschein, zahle Steuern, bin versichert. Kann ich nur empfehlen, wenn sich jemand diese Mehrarbeit zu traut. Es ist eine Belastung, denn viel Zeit für Cliquen und Ausgehen bleibt dann nicht mehr.
Liebe Grüße
Chrissie

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Guten Abend!

beschäftige mich seit über 4 Jahren mit Webdesign, es ist
längst schon viel mehr als nur ein Hobby für mich. Seit
einiger Zeit denke ich deshalb darüber nach, mein Hobby
endgültig zum Beruf zu machen und damit Geld zu verdienen.

Du solltest dein Augenmerk auf den letzen Satz haben!

Nähe, die Webdesign anbieten, arbeiten m.E. für viel zu hohe
Summen -

Hast du schonmal überlegt:

Diese Firmen wollen (dein Halbsatz) und warum nehmen sie dann diese Preise? Kannst du den Zusammenhang erkennen?

Nun zu meiner Frage: Was würde sich für mich als Schüler
ändern, wenn ich auf diese Art und Weise Geld verdiene?

Hier einige meiner gedanklichen Ansätze:

  • erhalte ich weiterhin Kindergeld?

Nein, wenn du über die einkommensgrenze von ca. 7000 euro p.a. kommst

  • ich bekomme derzeit von meinem Vater Unterhalt, würde sich
    daran etwas ändern?

Ja, dein verdienst würde auf den Unterhalt angerechnet werden können!

  • muss ich mich womöglich selbst krankenversichern?

Ja, wenn du die Verdienstgrenzen überschreitest.

  • kommen weitere Unkosten auf mich zu?

Alles Geld was du für Firmenzwecke ausgibst! (Denke an meine Frage, warum die anderen wohl soviel Geld nehmen) Klingt blöde, aber ich weiß nicht ob du dir gleich einen Ferrrari kaufst o.ä.

  • gibt es eine gewisse „Einkommensgrenze“, die ich nicht
    überschreiten darf?

einkommensgrenzen gibt es nciht! Aber je mehr du unternehmerisch einnimmst, desto geringer werden dein Kindergeld, dein unterhalt und umso teuerer deine Kranken- Renten- und Haftpflichtversicherungen u.ä.

  • muss ich sonst noch was beachten?

Rechne genau nach, was dich der Betrieb deines unternehmens kostet. soviel musst du mindestens einnehmen. Dazu das, was du dann privat ausgeben willst. Dazu das, was du an Einkommensteuer bezahlen mußt.

Und das, was dann netto für dich bleibt, muß dann soviel sein, daß es den Verlust Kindergeld, Unterhalt aufwiegt.

Eigentlich würde mein 1-Mann-Unternehmen nur dazu dienen, mir
auf einfache Art und Weise etwas zu verdienen.

Wie hieß aber doch dein halbsatz oben? Du woltlest Geld verdienen! Jetzt sagst du aber nur, „etwas“. Wo liegt da der Unterschied für dich?

Jedoch ist eine

Selbstständigkeit ja schon in wenig umständlicher als in den
Ferien Zeitungen auszutragen :wink: Nicht, dass ich nahezu meine
gesamte Freizeit opfere und am Monatsende doch wieder bei +/-
0 liege. Könnt ihr mir die o.g. Fragen beantworten bzw. seht
ihr eine Chance, mein Vorhaben zu realisieren? Oder würde sich
das schlichtweg nicht lohnen?

Wenn sich das lohnen soll, dann bist du meiner Meinung nach so teuer, wie deine Mitbewerber!

gruss

Guten Abend!

Ich beschäftige mich seit über 4 Jahren mit Webdesign, es ist
längst schon viel mehr als nur ein Hobby für mich. Seit
einiger Zeit denke ich deshalb darüber nach, mein Hobby
endgültig zum Beruf zu machen und damit Geld zu verdienen. Ich
würde von mir behaupten, dass ich relativ professionelle
Websites gestalten kann. Des weiteren wohne ich in einem
Umfeld (mehrere Kleinstädte), in dem das Wort Internetauftritt
noch ein Fremdwort zu sein scheint.

Die einzigen Firmen in der
Nähe, die Webdesign anbieten, arbeiten m.E. für viel zu hohe
Summen - wahrscheinlich ist das der Grund für die
Zurückhaltung.

Die meisten Firmen gehen innerhalb der ersten 5 Jahre zugrunde, weil sie den Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn nicht kennen.

Ich glaube also, „meine“ Marktlücke aufgespürt
zu haben, indem ich kleinen Firmen zu fairen Preisen zum
Internetauftritt verhelfen kann.

Streiche das Wort „fair“ für so lange aus Deinem Wortschatz, bis Du den Zusammenhang zwischen Umsatz, Kosten und Gewinn (langfristig, nicht nur für einen schnellen Auftrag) kennst.

Bitte bedenke bei Deiner Preisgestaltung, dass Du zwar am Anfang bei Dumpingpreisen viele Aufträge erhälst, dann aber die Preise erhöhen mußt, weil Du finanziell nicht hinkommst und Dir wegen der Preiserhöhung die Kunden weglaufen. Grund: Du hast nur auf Discount, nicht auf Qualität (nicht nur in der Programmierung, auch in der z.T. finanziell nicht reizvollen Beratung) gesetzt.

Ich rate Dir dringend zu einem kaufmännischen Kurs (Buchhaltung und Kostenrechnung / Controlling, sinnvollerweise auch Existenzgründung), z.B. bei der VHS. Kostet nicht viel, zeigt aber die Zusammenhänge ganz gut auf und ist auch im weiteren Lebensweg immer sinnvoll.

Eigentlich würde mein 1-Mann-Unternehmen nur dazu dienen, mir
auf einfache Art und Weise etwas zu verdienen.

Einfache Art und Weise: geh an der nächsten Tankstelle oder im Supermarkt jobben. Mußt dabei nicht viel nachdenken und das Geld kommt automatisch.

Jedoch ist eine
Selbstständigkeit ja schon in wenig umständlicher als in den
Ferien Zeitungen auszutragen :wink:

Gut erkannt, denn vor dem Umsatz steht erstmal die Suche nach Kunden.

Nicht, dass ich nahezu meine
gesamte Freizeit opfere und am Monatsende doch wieder bei +/-
0 liege. Könnt ihr mir die o.g. Fragen beantworten bzw. seht
ihr eine Chance, mein Vorhaben zu realisieren? Oder würde sich
das schlichtweg nicht lohnen?

Es kann sich schon lohnen, aber man sollte schon etwas mehr Vorbereitung reinstecken (siehe oben) oder man beschränkt sich auf den einen oder anderen Auftrag aus dem Freundeskreis der Eltern.

Grüsse

Sven

Hallo,
ich habe vor fünf Jahren genauso angefangen und es war eine der besten Entscheidungen, die ich je getroffen habe. Aber verabschiede dich von dem Gedanken, dass du mit so einer Firma (viel) Geld verdienst. Du lernst damit in kurzer Zeit mehr, als Schule und Uni dir zusammen beibringen können, aber reich wirst du damit nicht. Auch wenn du hin und wieder mal ein paar Tausender einnimmst, gleicht das bei weitem nicht den Aufwand aus, da du neben allen Steuerlichen usw. Problemen noch folgendes einrechnen musst:

  • Du arbeitest für Kunden mehrere komplexe Vorschläge aus, der Kunde ist aber nachher nicht mehr interessiert…
  • Du machst die halbe Seite, aber sobald es darum geht, dass der Kunde seine Seite mit Content füllen soll, liegt das Projekt brach…
  • Du machst einem Kunden eine Seite und der zahlt einfach nicht (Weil sein Hund den Scheck gefressen hat) und dann musst du zum Anwalt u.ä…
  • Du machst einem Kunden wa für einen Festpreis, was viel aufwendiger wird, als du dachtest…
  • usw.

Alle diese Dinge und noch ganz andere passieren sehr schnell und die kosten richtig Zeit und Arbeit und meistens bekommst du danach nur ein Teil deines Geldes!

Da du als Schüler, ZiWi oder Student abgesichert sein solltest, kostet dich die Firma nicht viel Geld oder Risiko. Aber du wirst erkennen, dass man da erst richtig Geld mit verdienen kann, wenn man sich da reinhängt und das Vollzeit macht, dann hast du auf einmal ganz andere Kosten und bist nicht mehr billiger als die anderen Webdesigner…

Ralph

Erstmal vielen Dank für die Antworten! Mit diesem Beitrag wollte ich auch zunächst nur eine grobe Orientierung erhalten, sozusagen als „erster Schritt“. Mein Grundgedanke ist (simpel ausgedrückt), mit einer Sache etwas zu verdienen, die mir Spaß macht, statt Konserven in Supermarktregale einzuräumen :wink: Dabei ist es mir egal, ob ich bei gleichem Verdienst wesentlich mehr Zeit investiere oder einen Monat lang gar nichts verdiene. Meinen Vorteil sehe ich darin, dass ich nahezu keine Ausgaben haben werde. Größere Unternehmen müssen Angestellte bezahlen, die Arbeitsgeräte instandhalten, die Miete für Räumlichkeiten aufbringen, evtl. Zinsen für Kredite abbezahlen, Kunden werben & daher Werbung schalten und am Ende muss noch genug übrig bleiben, um den eigenen Lebensunterhalt zu sichern. Unter diesen Gesichtspunkten sind die Preise der Mitbewerber schon gerechtfertigt. Da ich aber an solche laufenden finanziellen Verpflichtungen nicht gebunden bin, kann ich auch billiger produzieren.
Ich möchte nicht den Markt neu aufmischen oder am laufenden Band arbeiten, einzelne Aufträge sind absolut ausreichend. Wenn ich bis zu einer gewissen Summe (irgendwer nannte ca. 7000 € p.a.) keine Abstriche machen müsste, würde mir das gut und gerne reichen! Dass ich damit nicht reich werde, ist mir vollkommen klar - aber das will ich auch gar nicht :smile: Meine Bedenken sind nur, dass mir diese doch vergleichsweise kleinen Summen (z.B. 200€/Monat) an anderer Stelle wieder abgezogen werden, ich also unterm Strich umsonst arbeite.