Schüler und Gewerbe

Guten Tag,

ich bin ein 20 jähriger Schüler und gehe zur Zeit in die 13. Klasse und mache nächstes Jahr mein Abitur. Neben der Schule verdiene ich mir durch kleinere Programmierungen und Betrieb von Websites etwas Geld und plane nun, das Ganze mit einem Gewerbe anzumelden, um meinen Kunden gegenüber etwas „seriöser“ entgegen zu kommen. Über die Frage, ob ich genügend Kunden bzw. Aufträge erhalten würde, muss ich mir keine großen Gedanken machen, weil ich regelmäßig neue Anfragen bekomme.

Ich habe bereits etwas im Forum gestöbert und leider nichts passendes gefunden. Von daher bleiben folgende Fragen:

  1. Welche Gewerbeform wäre für mich zum Start am sinnvollsten?

  2. Wie sieht es mit den Steuern aus, muss ich regelmäßig eine Art Erklärung abgeben und wie müsste diese im groben aussehen?

  3. Muss ich mich selber krankenversichern? Im Moment läuft dieses noch über meine Mutter. Würde das Kindergeld weggfallen?

  4. Hätte ich Chancen auf eine finanzielle Förderung zum Start?

Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie mir helfen könnten. Ich habe bereits eine Email zu unserem Magistrat in Bremerhaven geschickt, aber nach einer Woche ist immer noch keine Antwort gekommen.

Es ist mir wichtig, dass die Fragen einfach beantwortet werden. Mit Tips wie Beratung bei der IHK o.ä. kann ich im Moment nichts anfangen. Mir geht es in der erster Linie darum, dass meine Kunden mich als seriösen Partner sehen.

Mit freundlichen Grüßen

Claas Schaefer

Hallo Claas,

ich bin ein 20 jähriger :Schüler und gehe zur Zeit in :die 13.Klasse und mache :nächstes Jahr mein Abitur.

Abi-Vorbereitungen sind ein Vollzeitjob. Eine Existenzgründung ist ein Vollzeitjob. Fällt Dir dabei eventuell eine Kollision auf? Dingender Rat: Kümmere Dich um Dein Abi und sonst um rein nichts.

Verkürzt die von Dir geschilderten Verhältnisse: Schüler, Kindergeld und Du fragst nach staatlicher Förderung. Falls Dir hier die Kollision nicht auffällt, teile ich Dir mit, daß es KEINE staatliche Förderung für Schüler-Nebenjobs gibt. Es gibt nur Förderprogramme für die Gründung nachhaltig tragfähiger Vollexistenzen. Das ist als Schüler nicht zu machen und es ist im übrigen nicht mit den Voraussetzungen eines Gymnasiasten mit Webseiten und Programmierung zu machen.

verdiene ich mir durch kleinere Programmierungen und Betrieb
von Websites etwas Geld…

Genug Geld, um selbst Deine Krankenversicherung zu bezahlen?

  1. Welche Gewerbeform wäre für mich zum Start am sinnvollsten?

Einzelunternehmen

  1. Wie sieht es mit den Steuern aus, muss ich regelmäßig eine
    Art Erklärung abgeben und wie müsste diese im groben aussehen?

Monatlich eine Vorsteueranmeldung. Ist aber nicht weiter schlimm, weil Du die Zahlen aus der laufenden Buchhaltung entnehmen kannst, die Du führst, nachdem Du einen Buchhaltungskursus absolviert hast.

  1. Muss ich mich selber krankenversichern?

Ja

Würde das Kindergeld
weggfallen?

Ja

Hätte ich Chancen auf eine :finanzielle Förderung zum :Start?

Nein

Ich habe bereits eine Email :zu unserem Magistrat in :Bremerhaven geschickt, aber :nach einer Woche ist immer :noch keine Antwort gekommen.

Kein Wunder. Die Damen und Herren vom Magistrat haben sich nämlich alle totgelacht.
Mensch, Claas, wach’ auf und bring die Penne zum Schluß! Die Verhältnisse werden auf den Gemeindeämtern ähnlich wie in diesem Forum aussehen: Jeden Tag tauchen Schüler und Azubis auf, wollen sich mit Webdesign oder Ebay-Verkauf selbständig machen und erzählen etwas von seriöser Außendarstellung.

Gruß
Wolfgang

Wolfgang Dreyer…mir langt es…wenn Sie schreiben…kann ich nur noch kotzen!!! Was für ein unhöfflicher, und arrognater Mensch sind Sie.

Junge Menschen stellen Ihnen auf normalem wege eine Frage, ob dumme oder nicht spielt keine Roll. Sie sind sich unsicher und Fragen deshlab. Was wollen Sie mehr? Es ist doch besser erst zufragen als den Fehler dann zu machen. Aber Sie kommen immer mit einem dummen Spruch und lassen denn anderen dumm da stehen. Das ist unglaublich.

MfG
andY

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Hallo Andy!

Was für ein unhöfflicher, und
arrognater Mensch sind Sie.

Schüler, Azubis und Studenten haben bereits einen Vollzeitjob. Dabei ist es verständlich, wenn jemand nebenher Geld verdienen möchte oder muß. Ich kann aber beim besten Willen keinem Menschen mit einer Vollzeitbeschäftigung, die Priorität haben muß, zu einer Existenzgründung raten. Zudem durchweg mit Tätigkeiten, für die die Voraussetzungen hinsichtlich Sachkenntnis und elementaren kaufmännischen Kenntnissen nicht vorhanden sind und nicht vorhanden sein können. Solche Leute laufen in die volle kaufmännische und finanzielle Verantwortung, ohne zu wissen, was sie tun. Sie laufen in hoffnungslos überbesetzte Marktsegmente, die nur mit profunden Kenntnissen Erlöse oberhalb der Kosten ermöglichen.

Schüler und Studenten sind entweder über die Eltern kostenlos krankenversichert oder werden zu traumhaft niedrigen Tarifen von den Versicherungen aufgenommen. Außerdem wird in vielen Fällen Kindergeld bezogen. Dem würde die Selbständigkeit ein Ende bereiten, es sei denn, man beschränkte sich auf so niedrige Beträge, daß von einer selbständigen Existenz keine Rede mehr sein kann. Möchtest Du vielleicht einem Kunden erzahlen, daß Du eine weitere Leistung nicht erbringen kannst, weil sonst Deine Mutter kein Kindergeld mehr bekommt?

Dann gibts Beiträge der Art „bin Azubi, will mich selbständig machen, aber mein Chef darf davon nichts merken“. Was soll man dazu sagen? Ich tendiere dann letztlich im Interesse des Fragestellers zum unmißverständlichen Klartext.

Junge Menschen stellen Ihnen :auf normalem Wege eine Frage, :ob dumme oder nicht spielt :keine Rolle.
Sie sind sich unsicher und
Fragen deshalb. (…) Es ist :doch besser erst zu fragen :als den Fehler dann zu :machen.

So isses! Dabei habe ich selbst keinen Fehler bei der Existenzgründung und noch lange Zeit danach ausgelassen. Ich geb nur eigene Erfahrungen wieder. Diese Erfahrungen sind einerseits ein wertvoller Schatz, andererseits ist die Erinnerung an die Situationen nur mit bissigem Sarkasmus zu ertragen. Da hilft „durch die Blume“ nicht weiter. Wenn ich sehe, daß ein Azubi oder Schüler im Begriff ist, groben Bockmist zu bauen, bekommt er das auch zu hören. Schließlich habe ich den Fettnapf, in den er gerade hinein tapsen will, schon lange vorher selbst ausgeschlürft und wieder ausgekotzt. Der fragwürdige „Spaß“ kann viele Jahre kosten. Im Fall des Gymnasiasten kurz vor dem Abitur kostet es nur ein Jahr oder ein miserables Abschlußzeugnis. Und das nur, weil jemand als Schüler das mäßige Webmaschterle oder den erfolglosen Ebay-Händler machen wollte.

Gruß
Wolfgang

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Danke Wolfgang
Einen großen Dank an Wolfgang für seine immer sehr direkten und immer sehr interessanten Antworten.

Na hier geht’s aber heiß her. Ich kenne Wolfgang Dreyer und seine Antworten nicht, aber in diesem Falle war er in der Tat ziemlich überdirekt. In der Tat sollte man sich um sein Abi kümmern, ein gut gemeinter Ratschlag. Danach stellt sich direkt die Frage: Soll ich jetzt dem Vollzeitjob des Studierens nachgehen oder soll ich mich Selbständig machen? Nur eins von beidem wird funktionieren.

Trotz allem ist es naiv zu glauben, dass Gymnasiasten, also Schüler, unzureichende Kenntnisse im Bereich der Internetprogrammierung haben. Schließlich kennt Herr Dreyer den Schüler ja gar nicht - viele gute Programmierer in dem Bereich haben etwa das Alter des Schülers und fangen teilweise schon nach dem Abi bei großen Agenturen an.

Wie dem auch sei, an seinen Fähigkeiten gilt es nicht zu zweifeln - wenn da die Sache mit der Schule nicht wäre, würde ich eine Einzelunternehmung oder eine GbR (Zusammen mit einem Freund…) aufmachen. Bei einem egringen Einkommen bedarf es auch keiner privaten Krankenversicherung; öffentliche Forderungen gibt es natürlich keine. Aber Achtung: Es ist ziemlich aufwendig sich mit den Steuerunterlagen abzukämpfen - da kommt einiges auf einen zu.

Beste Grüße
Stephan

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