Schüler werden zur Teilnahme an einer Demonstration von den Lehrern gezwungen

Folgender fiktiver Fall:

Wenn Schüler von den Lehrern für deren politische Meinung instrumentalisiert werden, indem eine Anwesenheitspflicht auf einer Demonstration herrscht, ist das Rechtens oder könnten die Schüler einfach der Veranstaltung fernbeleiben? Könnte man als Vater die Lehrer verklagen?
Anbei ein interessantes Beispiel, unbedingt die Kommentare lesen.
https://www.facebook.com/LNOnline/photos/a.465137317…rüsse

Hi,

was hätte es denn für Konsequenzen gegeben wenn sich Schüler geweigert hätten? Hätte man dann die Polizei gerufen? Wohl kaum. Gegen alle anderen Massnhamen hätten die Schüler/Eltern ja dann immer noch im Nachhinein vorgehen können. Aber erst mitgehen und sich dann aufregen… ich weiss nicht.

Die Medien schildern die Sache auch ein wenig anders. Wer hat nun recht?

"Die Leiter der fünf Europaschulen weisen die Vorwürfe zurück. „Die Demonstration wurde als Schulveranstaltung ausgewiesen, damit die Beteiligten auf dem Weg versichert sind“, sagt Stephan Cosmos, Leiter der Friedrich-List-Schule. Ohnehin seien nur die Schüler betroffen gewesen, die in der siebten und achten Stunde Unterricht gehabt hätten. Allen anderen habe die Teilnahme frei gestanden.

Zudem sollen die Lehrer an der Emil-Possehl- und der Friedrich-List-Schule vorher gemeinsam mit den Schülern vereinbart haben, ob sie teilnehmen möchten.

An der Ernestinenschule seien vorab die Eltern informiert worden. Eine Entschuldigung sei möglich gewesen. Schüler, die an der Demonstration nicht teilnehmen wollten, durften dann vom Unterricht fernbleiben. Und: „An der TMS war der Unterricht nach der sechsten Stunde für alle zu Ende“, sagt Schulleiter Peter Flittiger. Die Teilnahme an der Demo war dementsprechend freiwillig. So auch an der Baltic-Schule. „Wir hatten Zeugniskonferenzen“, sagt Schulleiter Maik Abshagen." http://www.ln-online.de/Lokales/Luebeck/Aerger-um-Sc…

Gruss
K

Hallo,

indem eine Anwesenheitspflicht auf
einer Demonstration herrscht, ist das Rechtens oder könnten
die Schüler einfach der Veranstaltung fernbeleiben?

Wie sieht dieser Zwang in der Praxis aus?
Gibt es Konsequenzen bei Verweigerung?

Könnte man
als Vater die Lehrer verklagen?

Ist vor Gericht der Zwang beweisbar?
Weswegen sollte geklagt werden?
Nötigung?

Oder wo sollte die Reise hingehen?

Gruß
Jörg Zabel

Eine der Antworten:
„Janin-Christin XXXX Uns wurde erst am Tag der Veranstaltung morgens gesagt, dass wir da zu erscheinen haben! Sonst sind es 2 unentschuldigteFehlstunden auf unserem Bewerbungszeugnis, da geht man natürlich hin. Hätte man das uns früher gesagt wären wir natürlich gerne hingegangen… so wurden wir aber einfach vor vollendete Tatsachen gesetzt, was ich nicht ok finde!!!“

Hallo,

Eine der Antworten:

Und?
Das beantwortet meine Frage nicht.

„Janin-Christin XXXX Uns wurde erst am Tag der Veranstaltung
morgens gesagt, dass wir da zu erscheinen haben! Sonst sind es
2 unentschuldigteFehlstunden auf unserem Bewerbungszeugnis, da
geht man natürlich hin. Hätte man das uns früher gesagt wären
wir natürlich gerne hingegangen… so wurden wir aber einfach
vor vollendete Tatsachen gesetzt, was ich nicht ok finde!!!“

Was möchte Janin-Christin denn?
Ist sie hingegangen, weil sie keine zwei Fehlstunden wollte? Hat sie als „mündige Schülerin“ zurückgefragt? (Da es um das „Bewerbungszeugnis“ geht, dürfte sie volljährig sein?)
Wäre sie freiwillig hingegangen, wenn sie es früher erfahen hätte? Und warum wäre es dann freiwillig gewesen und bei späterer Ankündigung nicht?
Tut mir leid, ich verstehe die junge Dame nicht ganz …

Gruß
Jörg Zabel

Hi,

und warum hat „Janin-Christin“ nicht schnell ihre Eltern angerufen und gefragt was die davon halten?

Sonst sind es 2 unentschuldigteFehlstunden auf unserem Bewerbungszeugnis

Was ist ein „Bewerbungszeugnis“?

Gruss
K

meine Intention
In der NS Zeit wurden die Kinder in Demonstrationen instrumentalisiert.
In der DDR wurden die Kinder in Demonstrationen instrumentalisiert.
In der heutigen Zeit wurden meine Kinder bereits in Demonstrationen instrumentalisiert in dem Sie während der Unterrichtszeit auf die Strasse gehen mussten um mit Plakaten welche während des Kunstunterrichtes angefertigt wurden gegen die Erhöhung der Wochenarbeitszeit der Lehrer von einer Stunde protestieren mussten.
Und jetzt das.
Ich finde das nicht in Ordnung.
Daher meine Frage wie das rechtlich aussieht.
Mir geht es nicht um den Inhalt der Demos sondern um die Situation dahinter.
Danke!

Hallo Jörg,
Liest man sich die Kommentare durch sieht man deutlich, dass die Kinder und Jugendlichen erst kurz vorher von der Demo erfahren haben. Ihnen wurden Fehlstunden angedroht wenn sie nicht teilnehmen würden. Das ist für mich schlicht Erpressung auch wenn das Wort hier etwas zu gross erscheint.

Grüsse

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Nein, es ist nicht in Ordnung. Es ist auch nicht in Ordnung, wenn eine Ministerin gezielt Demonstrationen einer bestimmten Richtung per Smartphone-App unterstützt und dafür personelle und finanzielle Mittel des Ministeriums einsetzt. Es ist nicht in Ordnung, wenn Städte das Zeigen bestimmter Karikaturen, welche eindeutig unter die Meinungsfreiheit fallen, auf Kundgebungen verbieten möchten. Die Aufzählung ließe sich noch fortsetzen.

Wieso geschieht es trotzdem? Weil wir es eigentlich momentan ganz gut haben:

  • Die Kirchen sagen uns, wie wir zu bestimmten Themen zu stehen haben.
  • Die Regierung sagt uns, wie wir zu bestimmten Themen zu stehen haben.
  • Die Medien sagen uns, wie wir zu bestimmten Themen zu stehen haben.
  • Die Gewerkschaften sagen uns, wie wir zu bestimmten Themen zu stehen haben.
  • Die Schulen und Hochschulen sagen uns, wie wir zu bestimmten Themen zu stehen haben.
  • Die Administratoren eines Forums sagen uns, wie wir zu bestimmten Themen zu stehen haben.

Man tut also etwas Gutes, der Zweck heiligt die Mittel.

und warum hat „Janin-Christin“ nicht schnell ihre Eltern
angerufen und gefragt was die davon halten?

Das mutmaßliche Fehlverhalten einer Behörde oder eines Lehrers hängt nicht davon ab, wie schnell jemand seine Eltern anruft.

Sonst sind es 2 unentschuldigteFehlstunden auf unserem Bewerbungszeugnis

Was ist ein „Bewerbungszeugnis“?

Möglicherweise das Zeugnis, das viele der Schüler nutzen, um es ihrer Bewerbung beizufügen?

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Hallo,

Wenn Schüler von den Lehrern für deren politische Meinung instrumentalisiert werden, indem eine Anwesenheitspflicht auf einer Demonstration herrscht, ist das Rechtens oder könnten die Schüler einfach der Veranstaltung fernbeleiben?

Nein das ist nichts rechtens. Zur Demonstrationsfreiheit gehört auch, dass ich selber entscheide wofür oder wogegen ich demonstriere. Also darf man fernbleiben, was jedoch nicht unbedingt heißt, dann man als Schüler in der Zeit machen kann, was man will.

Könnte man als Vater die Lehrer verklagen?
Anbei ein interessantes Beispiel, unbedingt die Kommentare lesen.

Keine Ahnung, ob es auf dessen Mist gewachsen ist oder ob er auch wieder nur Anweisungen der Leitung weitergegeben hat. Wie auch immer, wird es wenig bringen.

Wirklich schade, dass es in unserem Land schon wieder soweit ist. Erklärt sicher auch die „großen Erfolge“ hinsichtlich der Teilnehmerzahlen bei der einen oder anderen Gegendemo dieser Tage. Solche Erfolge müssen schließlich organisiert werden.
Möglicherweise ist auch sowas der Grund, der die Leute auf die Straßen bringt, gerade in den Gegenden, wo man sich ja noch persönliche Erinnerungen daran hat, wie früher die Massen zu den 1. Mai-Demos auf die Straßen gebracht worden sind.

Grüße

Hallo,

Eine der Antworten:

Und?
Das beantwortet meine Frage nicht.

„Janin-Christin XXXX Uns wurde erst am Tag der Veranstaltung morgens gesagt, dass wir da zu erscheinen haben! Sonst sind es 2 unentschuldigteFehlstunden auf unserem Bewerbungszeugnis, da geht man natürlich hin. Hätte man das uns früher gesagt wären wir natürlich gerne hingegangen… so wurden wir aber einfach vor vollendete Tatsachen gesetzt, was ich nicht ok finde!!!“

Was möchte Janin-Christin denn?

Nicht von seinen Lehrern bevormundet/instrumentalisiert/überrumpelt werden?

Ist sie hingegangen, weil sie keine zwei Fehlstunden wollte?

Sieht doch nach einem fairen Deal aus. So wie der hier.

Hat sie als „mündige Schülerin“ zurückgefragt?

Wenn man so überrumpelt wird, von jemanden der bei minderjährigen Schülern durchaus auch eine gewisse Vertrauensstellung einnimmt, dann kommt man da vielleicht so auf die Schnelle nicht drauf. Vielleicht ist es genau das, was hier zu kritisieren ist?

(Da es um das „Bewerbungszeugnis“ geht, dürfte sie volljährig sein?)

Es soll in Deutschland durchaus noch Schüler geben, die vor der Volljährigkeit einen Schulabschluss erreichen. So ziemlich für jede Ausbildung will der Ausbilder vorher Zeugnisse sehen. Das kann doch so unbekannt nicht sein?

Wäre sie freiwillig hingegangen, wenn sie es früher erfahen hätte?

Das spielt grundsätzlich welche Rolle? Mehr Zeit hätte auf jeden Fall mehr Zeit zum Überlegen/Hinterfragen gelassen.

Und warum wäre es dann freiwillig gewesen und bei späterer Ankündigung nicht?

Wenn man sich etwas reiflich überlegen kann, dann kommen gelegentlich andere Entscheidungen heraus, als wenn man überrumpelt wird.

Tut mir leid, ich verstehe die junge Dame nicht ganz …

Warum nicht? Minderjährige sollten grundsätzlich von ihren Lehrkräften politisch instrumentalisiert werden?

Grüße

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Hoi.

Da wir ja hier bei „Rechtsfragen“ und nicht am Stammtisch sind…

„Es ist nicht in Ordnung, wenn Städte das Zeigen bestimmter Karikaturen, welche eindeutig unter die Meinungsfreiheit fallen, auf Kundgebungen verbieten möchten.“

Warum sollte, im Rahmen einer Gefahrenabwehr, eine Stadt eine Demo nicht nur unter gewissen Voraussetzungen genehmigen? Wenn man weiss, dass durch die Zurschaustellung von Mohammed-Karikaturen es zu gewaltsamen Ausschreitungen kommen kann/wird - warum dann kein Verbot nur dieser Karikaturen? Das Ziel der Demo kann ja durch andere Karikaturen etc. problemlos und auch friedlich erreicht werden?

Ciao
Garrett

Hoi.

Das Ziel der Demo kann ja durch andere Karikaturen etc. problemlos
und auch friedlich erreicht werden?

aber nicht, wenn Provokation und Ausschreitungen das eigentliche Ziel sind.

Gruß
T.

„Es ist nicht in Ordnung, wenn Städte das Zeigen bestimmter
Karikaturen, welche eindeutig unter die Meinungsfreiheit
fallen, auf Kundgebungen verbieten möchten.“

Warum sollte, im Rahmen einer Gefahrenabwehr, eine Stadt eine
Demo nicht nur unter gewissen Voraussetzungen genehmigen? Wenn
man weiss, dass durch die Zurschaustellung von
Mohammed-Karikaturen es zu gewaltsamen Ausschreitungen kommen
kann/wird - warum dann kein Verbot nur dieser Karikaturen? Das
Ziel der Demo kann ja durch andere Karikaturen etc. problemlos
und auch friedlich erreicht werden?

Weil durch die Karikaturen an sich keine Gefahr ausgeht. Die Gefahr geht von denjenigen aus, die ihre Religion über unser Grundgesetz stellen. Das ganze läuft unter dem Stichwort Störer vs. Nichtstörer. Es muss immer die absolute Ausnahme bleiben, dass der Nichtstörer von Maßnahmen der Gefahrenabwehr betroffen ist, man hat sich primär auf den Störer zu beziehen.

Im Übrigen bestünde nach deiner Lesart ein erhöhtes Missbrauchspotenzial. Die Gewalttäter hätten dann ja einen Erfolg errungen. Und die Stadt könnte auf diese Weise einfach unliebsame Meinungsäußerungen verbieten. Und genau in diesem Punkt reden wir von einer Islamisierung, die einige als nicht-existent darstellen wollen, während die Islamisten ganz unbemerkt ihre Regeln durchsetzen.

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