Schüleraustausch Südafrika

Hallo zusammen -

unsere Tochter, 15, möchte überraschend jetzt doch in der 11. Klasse ins Ausland und hat sich Südafrika ausgeguckt (Bruder war in USA, das sollte es also NICHt sein, einen Grund FÜR Südafrika konnte sie bislang nicht nennen). Bitte an die Südafrika-Kenner unter uns/Euch: Kann man dort eine 15jährige (die dann knapp 16 sein wird) guten Gewissens hinschicken? Spricht irgendetwas gegen einen solchen Aufenthalt?

fragt sich und Euch, weil im Augenblick noch völlig überfragt (und leider in Eile wegen baldiger Bewerbungsschlüsse) und auch noch weitgehend uninformiert

Aia
(die zum Thema Schüleaustausch ansonsten gut informiert ist)

Hallo Aia,

Spricht irgendetwas gegen einen solchen Aufenthalt?

Nein. Sie wird ja in eine Familie (?*) kommen. Und die
werden auf sie aufpassen, wie auf ihre eigenen Tochter.

Wie in jedem Land gibt es dos+don’ts, die wird sie in
der Familie schnell lernen. Wenn sie besonders am Anfang,
wenn sie die oertlichen Gegebenheiten nicht so kennt,
sich an die anderen Familienmitglieder haelt, faehrt sie
gut. Das ist in Suedafrika nicht anders wie in anderen
Laendern.

Ansonsten kaeme es sehr auf genaue Gegend an. Es gibt
in Suedafrika grosse Gefaelle im sozialen Stand, mehr als
in Deutschland. Aber eine Familie, die sich an einem
Schueleraustauschsprogramm beteiligt, wird nicht in einem
Slum wohnen.

Gruesse
Elke

* es gibt die Moeglichkeit in der deutschen Schule in
Kapstadt einen oder mehrere ‚Terms‘ (ein Jahr ist unterteilt
in 3 oder 4 Terms) im angeschlossenen Internat zu verbringen.
Das Internat ist nur fuer Schuler ab 16. Die Preise sind
fuer deutsche Verhaeltnisse erschwinglich (was Internate
betrifft).
Info dazu hier:
http://www.dsk.co.za/

Hallo auch,

* es gibt die Moeglichkeit in der deutschen Schule in
Kapstadt einen oder mehrere ‚Terms‘ (ein Jahr ist unterteilt
in 3 oder 4 Terms) im angeschlossenen Internat zu verbringen.
Das Internat ist nur fuer Schuler ab 16. Die Preise sind
fuer deutsche Verhaeltnisse erschwinglich (was Internate
betrifft).
Info dazu hier:
http://www.dsk.co.za/

Eine Freundin von mir war für ein Jahr dort und ihr hat es ziemlich gut gefallen. Allerdings war ihr das Niveau nicht unbedingt hoch genug (??) und deswegen ist sie fürs Abi wieder an unsere Schule zurück. Aber wenn deine Tochter eh nur für ein Jahr weg will, ist das wohl kein Problem. (Zumindest lernt sie dann auch neben Englisch etwas Afrikaans, ist doch nett…hat nicht jeder im Lebenslauf stehen. *grins*) Jedenfalls kam meine Freundin unbeschadet wieder und will auch gerne nochmal während des Studiums nach Südafrika.

Schönen Gruß
Kel

Danke Dir, Elke.
In der Tat soll es ein Aufenthalt in einer Familie sein - kein Internat. Und unsere Tochter ist keine Draufgängerin und auch nicht besonders leichtsinnig.

Na, mal sehen…

Gruß
Aia

also ich kann nur von einer freundin, die 6monate in afrika in einer gastfamilie war, berichten.
eigentlich wollte sie nur 4monate hin, aber es hat ihr so gut gefallen, dass sie ihren aufenthalt verlänger hat.
natürlich ist es ein krasser unterschied zu deutschen verhältnissen.
man isst täglich das gleiche, ist auch nicht sonderlich schmackhaft, und natürlich mit den händen! (sie war in einer „wohlhabenden“ familie). toilettenhäuschen, wenn überhaupt vorhanden, sind meist draußen und toilettenpapier sind meist zeitungen oder blätter und wenn kein geld da ist, gibt es eben kein „klopapier“.
auch kam es vor, dass in der „örtlichen“ kneipe eine schießerei war und ein anderer schwarzer erschossen wurde.
meine freundin hat sich allerdings selbst NIE in gefahr gefühlt!!! ( nicht falsch verstehen!!!
die menschen dort unten sind sehr freundlich und ich glaube es hilft deiner tochter auch bei ihrer entwicklung. wenn sie sich von solch einem „niedrigsten“ wohn/lebensniveau nicht abschrecken lässt, wird es ihr da unten sicher gefallen!

wenn du möchtest kann ich meine freundin nach der organisation fragen, mit der sie dort war…

heike

Hallo Heike,

man isst täglich das gleiche, ist auch nicht sonderlich
schmackhaft, und natürlich mit den händen! (sie war in einer
„wohlhabenden“ familie).

Sie war wohl in einer normalen schwarzen Familie.
Nicht in einer wohlhabenden (die wohnen naemlich
auch nicht mehr in den Townships) schwarzen
Familie.

toilettenhäuschen, wenn überhaupt
vorhanden,

sind vorhanden, wenn sie nicht in einem Slum oder in
einer ganz abgelegenen Gegend auf dem Land (unwahrscheinlich,
weil Schulen zu weit weg waeren) gewohnt hat.

sind meist draußen und toilettenpapier sind meist
zeitungen oder blätter und wenn kein geld da ist, gibt es eben
kein „klopapier“.

auch kam es vor, dass in der „örtlichen“ kneipe eine
schießerei war und ein anderer schwarzer erschossen wurde.
meine freundin hat sich allerdings selbst NIE in gefahr
gefühlt!!! ( nicht falsch verstehen!!!
die menschen dort unten sind sehr freundlich und ich glaube es
hilft deiner tochter auch bei ihrer entwicklung. wenn sie sich
von solch einem „niedrigsten“ wohn/lebensniveau nicht
abschrecken lässt, wird es ihr da unten sicher gefallen!

Niedrigst ist auch wieder anders (nur innerhalb Suedafrika).

Sorry Heike, ich will nicht besserwisserisch rueberkommen
(tu es wohl aber doch, ist mir schon klar), aber innerhalb
Suedafrika gibt es soviele unterschiedliche Situationen, die
heute nicht mehr nur noch an der Hautfarbe festgemacht
werden koennen.

Um es ganz klar zu sagen, ich wuerde meine Soehne in gewissen
Townships unter keinen Umstaenden wohnen lassen (z.B. Alexandra
in der Naehe von Johannesburg/Sandton). Aber ich kann mir
nicht vorstellen, dass es dort ueberhaupt Gastfamilien
fuer Schueleraustausch gibt (was nicht heisst, das moechte
ich klar stellen, dass es dort nicht sehr gastfreundliche
Familien gibt, ich kenne sogar zwei davon, habe dort schon
selbst uebernachtet).

Solange Aya nicht mehr Informationen hat, kann man eigentlich
nichts Definitives sagen.

ich hab nur erzählt,wie es bei ihr war…!

Sie war wohl in einer normalen schwarzen Familie.
Nicht in einer wohlhabenden (die wohnen naemlich
auch nicht mehr in den Townships) schwarzen
Familie.

–> wenn ich mir die bilder anschau und die nachbarn in einer rundhütte zu 6 wohnen und auf bastmatten schlafen, sehe ich die familie, die sogar ein auto hat und jeder sein eigenes zimmer,fernseher etc… als wohlhabend an!

sind vorhanden, wenn sie nicht in einem Slum oder in
einer ganz abgelegenen Gegend auf dem Land (unwahrscheinlich,
weil Schulen zu weit weg waeren) gewohnt hat.

–> die schule war 1 1/2stunden mim bus weit weg. also wars wohl schon in ner abgelegenen gegend…oder ist das da unten normal???

Niedrigst ist auch wieder anders (nur innerhalb Suedafrika).

–> ich hab das im verhältnis zu deutschland gesehen.sicher gibt es anderswo noch schlimmere situationen.

Solange Aya nicht mehr Informationen hat, kann man eigentlich
nichts Definitives sagen.

–> da stimm ich dir natürlich überein. wollt ja auch nur mal von meinen erfahrungsberichten erzählen. ich weiss nämlich nicht, ob man sich das da unten so vorstellen kann, wenn man sich dafür entscheidet

Hallo Muckele,

ich hab nur erzählt,wie es bei ihr war…!

Ich wollte dich nicht angreifen, nur relativieren.

–> wenn ich mir die bilder anschau und die nachbarn in
einer rundhütte zu 6 wohnen und auf bastmatten schlafen, sehe
ich die familie, die sogar ein auto hat und jeder sein eigenes
zimmer,fernseher etc… als wohlhabend an!

Das war dann auf dem Land. Da kommt meine Relativierung
rein. Ich halte das fuer eine Schuelertauschsituation
sehr ungewoehnlich. Normalerweise geht man doch fuer
ein ganzes Jahr und da ist dann den Eltern wie (vielleicht)
auch dem Schueler wichtig, dass dieses Jahr in D anerkannt
wird, bzw. dass ein einigermassen Standard aufrechterhalten
wird. Das sehe ich bei ‚government schools‘ auf dem
Land in Suedafrika eigentlich eher nicht.

–> die schule war 1 1/2stunden mim bus weit weg. also wars
wohl schon in ner abgelegenen gegend…oder ist das da unten
normal???

Jein. Auf dem Land eben schon. Aber das ist dann eigentlich
kein ‚normaler‘ Schueleraustausch mehr. Da du auch etwas von
der oertlichen Shebeen (Kneipe) geschrieben hast, ist die
Abgelegenheit andererseits ungewoehnlich. Vielleicht so
zu erklaeren, dass die Schueler in eine weiter entfernte,
bessere Schule gehen als die oertliche. Insgesamt ist
es allerdings schon klar, dass die Groessenverhaeltnisse und
Entfernungen in Suedafrika anders sind.

Niedrigst ist auch wieder anders (nur innerhalb Suedafrika).

–> ich hab das im verhältnis zu deutschland gesehen.sicher
gibt es anderswo noch schlimmere situationen.

Ausser Frage. Aber eben das widerspricht sich etwas
mit deinen Aussagen ueber eine ‚wohlhabende Familie‘.
Ich wollte eben auch dem Cliché entgegen wirken. Wohlhabend
ist fuer schwarze Suedafrikaner auch mehr als nur Auto und
Fernseher zu besitzen.

Solange Aya nicht mehr Informationen hat, kann man eigentlich
nichts Definitives sagen.

–> da stimm ich dir natürlich überein. wollt ja auch nur
mal von meinen erfahrungsberichten erzählen. ich weiss nämlich
nicht, ob man sich das da unten so vorstellen kann, wenn man
sich dafür entscheidet

Eben. Sie koennte aber genauso gut in eine (schwarze) Familie
kommen, die in einem der Vororte von Johannesburg wohnt, wo
Papa den BMW und Mama den Toyota Hilux faehrt, wo nur Englisch
geredet wird, und Gaertner und Dienstmaedchen im Haus wohnen.
Oder in eine (weisse) Familie in Brixton, die Englisch und
Afrikaans spricht und mit Grossmutter, Tante, Onkel, Cousin
und 20 anderen Verwandten in einem Haus wohnt. Oder in 1 von
100 anderen Varianten. Die von dir beschriebene, scheint mir
im Zuge eines Schueleraustauschs eine ungewoehnliche.

Gruesse
Elke